Blau.de ist keine eigenständige Firma mehr, sondern eine Vertriebsmarke von o2 Telefónica, also der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG mit Sitz in München. Deren Obergesellschaft ist die Telefónica Deutschland Holding AG, die seit dem Börsenrückzug im April 2024 zu rund 96,85 Prozent dem spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica S.A. gehört. Am Ende der Eigentümerkette stehen die Aktionäre der Telefónica S.A. in Madrid, allen voran die Staatsholding SEPI, CriteriaCaixa und die saudische STC Group. Der 2005 in Hamburg gegründete Discounter Blau kam 2008 zu E-Plus und 2014 mit der E-Plus-Übernahme zu Telefónica.
Key Takeaways
- Blau ist seit 2015 eine Marke der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG; die frühere Blau Mobilfunk GmbH wurde auf diese Gesellschaft verschmolzen.
- Gegründet wurde Blau 2005 in Hamburg von Martin Ostermayer, Thorsten Rehling und Dirk Freise als erster unabhängiger Mobilfunk-Discounter im E-Plus-Netz.
- Telefónica S.A. bot im November 2023 2,35 Euro je Aktie und erhöhte ihren Anteil an der Telefónica Deutschland Holding AG von 71,81 auf rund 96,85 Prozent.
- Seit dem 18. April 2024 wird die Aktie nicht mehr an der Frankfurter Börse gehandelt; ein Squeeze-out der Restaktionäre ist bislang nicht erfolgt.
- Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Telefónica Deutschland Holding AG 8,172 Milliarden Euro Umsatz und 167 Millionen Euro Nettogewinn.
- Seit dem 1. Januar 2026 führt Santiago Argelich Hesse das Unternehmen als Nachfolger von Markus Haas; 2026 werden rund 1.100 Stellen abgebaut.
| Name | Blau (Marke der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, ehemals Blau Mobilfunk GmbH) |
|---|---|
| Gegründet | 2005 in Hamburg |
| Sitz | München (Telefónica Deutschland, Uptown-Hochhaus am Georg-Brauchle-Ring) |
| Branche | Mobilfunk-Discounter, Prepaid- und Laufzeittarife im o2-Netz |
| Eigentümer | Telefónica Deutschland Holding AG (100 Prozent über die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG) |
| Muttergesellschaft | Telefónica S.A., Madrid (rund 96,85 Prozent an der Telefónica Deutschland Holding AG) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Telefónica Deutschland 2025: 8,172 Mrd. Euro Umsatz, 167 Mio. Euro Nettogewinn, rund 7.800 Mitarbeiter, 35,2 Mio. Mobilfunkanschlüsse |
| Vermögensbasis | Aktionäre der Telefónica S.A.: SEPI (spanischer Staat), CriteriaCaixa, STC Group, BBVA, breiter Streubesitz |
Geschichte und Herkunft
Die Gründer Martin Ostermayer, Thorsten Rehling und Dirk Freise hatten zuvor das Portal handy.de an Bertelsmann verkauft und starteten 2005 in Hamburg blau.de als ersten unabhängigen Mobilfunk-Discounter im E-Plus-Netz. 2006 übernahm Blau den Anbieter debitel-light, 2007 zählte die Marke rund 600.000 Kunden. Im April 2008 kaufte der niederländische Konzern KPN, damals Eigentümer von E-Plus, das Unternehmen vollständig. 2011 setzte die Blau Mobilfunk GmbH laut Wikipedia mit 108 Mitarbeitern 208,8 Millionen Euro um.
2012 kam eine Allnet-Flatrate hinzu, 2013 wurde Blau direkte Tochter von E-Plus, 2014 folgte die Umbenennung von blau.de in Blau. Im selben Jahr übernahm Telefónica Deutschland E-Plus von KPN; KPN erhielt 8,6 Milliarden Euro, davon 5 Milliarden Euro in bar, die EU-Kommission genehmigte den Zusammenschluss unter Auflagen. 2015 migrierte Telefónica die Blau-Kunden auf die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG und verschmolz die Blau Mobilfunk GmbH auf diese Gesellschaft. Seitdem ist Blau eine Marke, kein eigenes Unternehmen mehr.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette ist dreistufig. Unten steht die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG (o2 Telefónica). Sie gehört der Telefónica Deutschland Holding AG in München, die auf die 1995 gegründete VIAG Interkom zurückgeht, 2002 zu O2 Germany wurde und 2006 an Telefónica ging. Am 30. Oktober 2012 brachte Telefónica die deutsche Tochter zu 5,60 Euro je Aktie an die Frankfurter Börse; ab 2018 war das Papier im MDAX notiert.
Über Jahre hielt der spanische Konzern rund 69 bis 72 Prozent, der Rest lag im Streubesitz. Am 7. November 2023 kündigte Telefónica S.A. über die Tochter Telefónica Local Services GmbH ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien an: 2,35 Euro je Aktie, ein Aufschlag von 37,6 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Damit stieg der Anteil von 71,81 auf rund 94 Prozent. Es folgte ein Delisting-Erwerbsangebot: Mit Ablauf des 18. April 2024 endete der Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse; weitere 74,3 Millionen Aktien für rund 175 Millionen Euro brachten Telefónica auf rund 96,85 Prozent.
Rund 3 Prozent liegen weiterhin bei Minderheitsaktionären. Ein Squeeze-out wurde 2024 als Option genannt, bislang aber nicht umgesetzt; die Holding hielt zuletzt am 1. Juli 2026 eine virtuelle Hauptversammlung ab.
Die Aktionäre der Telefónica S.A.
Am Ende der Kette steht die börsennotierte Telefónica S.A. in Madrid, seit 2025 geführt von Marc Murtra als Verwaltungsratsvorsitzendem und CEO. Nach Angaben von Wikipedia hielten mit Stand August 2025 die spanische Staatsholding SEPI 10 Prozent, CaixaBank beziehungsweise CriteriaCaixa 9,99 Prozent, die saudische STC Group 9,9 Prozent und die Bank BBVA 5,7 Prozent; rund 64 Prozent lagen im Streubesitz. Im Juli 2026 meldete BBVA, ihren Anteil auf 1,965 Prozent reduziert zu haben, nachdem sie im März 2026 ihr Verwaltungsratsmandat abgegeben hatte. Damit bleiben SEPI, CriteriaCaixa und STC als Ankeraktionäre mit jeweils knapp 10 Prozent. Der Konzern beschäftigte 2024 rund 100.870 Mitarbeiter.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025 war für o2 Telefónica ein Übergangsjahr. Der Umsatz der Telefónica Deutschland Holding AG sank von 8,492 auf 8,172 Milliarden Euro, der Nettogewinn von 336 auf 167 Millionen Euro. Hauptgrund ist der Wegfall des Großkunden 1&1, dessen rund 12 Millionen Mobilfunkkunden bis Ende 2025 vom o2-Netz auf das Netz von Vodafone umgestellt wurden. Zum Jahresende 2025 zählte das Unternehmen laut Wikipedia 35,2 Millionen Mobilfunkanschlüsse, 2,4 Millionen Breitbandanschlüsse und rund 29.000 Netzstandorte.
Markus Haas, seit 2017 Vorstandsvorsitzender, verließ das Unternehmen zum 31. Dezember 2025; Nachfolger ist seit dem 1. Januar 2026 Santiago Argelich Hesse, zuvor CEO von Cellnex Poland. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 1,8 Milliarden Euro, ein Minus von 11,1 Prozent, das operative Ergebnis sank um 7,2 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro. o2 Telefónica baut 2026 rund 1.100 von zuvor 6.820 Vollzeitstellen ab und schließt 60 von 800 o2-Shops; für 2027 stellt Finanzvorstand Markus Rolle wieder Wachstum in Aussicht.
Seit dem 10. Juni 2026 bietet o2 die „o2 Plus Bundles“ aus Mobilfunk, Festnetz, TV und Streaming an. Blau bleibt die preisorientierte Zweitmarke: Seit Dezember 2023 können Vertragskunden, seit August 2024 auch Prepaid-Kunden ohne Aufpreis 5G nutzen, begrenzt auf 50 Mbit/s.
Geschäftsmodell und Marken
o2 Telefónica fährt eine Mehrmarkenstrategie: o2 ist die Hauptmarke mit vollem Leistungsumfang, Blau bedient das Discount-Segment mit einfachen Prepaid- und Laufzeittarifen, Ay Yildiz, Ortel Mobile und Fonic ergänzen das Portfolio. Alle Marken nutzen dasselbe Netz, unterscheiden sich aber in Preis, Datenvolumen und Geschwindigkeit. Eigene Umsatz- oder Kundenzahlen für Blau veröffentlicht der Konzern nicht.
FAQ
Wem gehört Blau.de? Blau ist eine Marke der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG (o2 Telefónica). Diese gehört der Telefónica Deutschland Holding AG, an der die spanische Telefónica S.A. rund 96,85 Prozent hält.
Ist Blau noch ein eigenes Unternehmen? Nein. Die 2005 gegründete Blau Mobilfunk GmbH wurde 2015 auf die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG verschmolzen und existiert nur noch als Marke.
Wer hat Blau gegründet? Martin Ostermayer, Thorsten Rehling und Dirk Freise gründeten das Unternehmen 2005 in Hamburg, finanziert aus dem Verkauf ihres Portals handy.de an Bertelsmann.
Ist Telefónica Deutschland noch an der Börse? Nein, seit dem 18. April 2024 wird die Aktie nicht mehr an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Telefónica S.A. hatte 2,35 Euro je Aktie geboten und ihren Anteil auf rund 96,85 Prozent aufgestockt.
Wer steht hinter der Telefónica S.A.? Größte Aktionäre sind die spanische Staatsholding SEPI, CriteriaCaixa und die saudische STC Group mit jeweils knapp 10 Prozent; BBVA hat ihren Anteil im Juli 2026 auf unter 2 Prozent reduziert.
Welches Netz nutzt Blau? Blau nutzt das o2-Netz von Telefónica Deutschland. 5G ist seit Dezember 2023 für Vertrags- und seit August 2024 für Prepaid-Kunden ohne Aufpreis verfügbar, begrenzt auf 50 Mbit/s.
Fazit
Blau.de gehört heute praktisch vollständig dem spanischen Telefónica-Konzern. Was 2005 als unabhängiger Hamburger Discounter begann, wurde über KPN und E-Plus 2014 Teil von Telefónica Deutschland und 2015 als Marke eingegliedert. Mit dem Übernahmeangebot 2023 und dem Delisting 2024 hat Telefónica S.A. ihren Anteil an der deutschen Holding auf rund 96,85 Prozent ausgebaut. Nach dem Umsatzrückgang 2025 und dem Stellenabbau 2026 bleibt Blau die Discount-Säule eines Konzerns, der ab 2027 wieder wachsen will.