C&A gehört vollständig der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer (auch Brenninkmeyer geschrieben). Gebündelt wird der Besitz in der Cofra Holding AG in Zug, die neben dem Modehändler auch die Immobiliengesellschaft Redevco, den Private-Equity-Investor Bregal Investments, den Vermögensverwalter Anthos Fund & Asset Management und den Solarentwickler Sunrock kontrolliert. Das 1841 in Sneek gegründete Unternehmen ist seit sechs Generationen in Familienhand und nicht börsennotiert. In Europa betreibt C&A rund 1.300 Filialen in 17 Ländern mit mehr als 27.000 Beschäftigten.
Key Takeaways
- C&A ist zu 100 Prozent im Besitz der Familie Brenninkmeijer, die das Unternehmen über die Cofra Holding AG in Zug hält.
- Gegründet wurde C&A 1841 in Sneek von den Brüdern Clemens und August Brenninkmeijer, deren Initialen den Firmennamen bilden.
- Die 2001 gegründete Cofra Holding vereint fünf Geschäftsfelder: C&A, Redevco, Bregal Investments, Anthos Fund & Asset Management und Sunrock.
- An der Spitze der Cofra stehen Verwaltungsratspräsident Martijn Brenninkmeijer und der familienfremde CEO Boudewijn Beerkens.
- C&A Europe wird seit Juli 2024 von Edward Brenninkmeijer als Interims-CEO geführt, nachdem Giny Boer nach dreieinhalb Jahren zurückgetreten war.
- Die Familie Brenninkmeijer wird in Reichenlisten wie den „300 Reichsten“ der Bilanz und im Manager-Magazin-Ranking der vermögendsten deutschen Familien geführt; offizielle Vermögenszahlen gibt es nicht.
| Name | C&A (C&A Mode GmbH & Co. KG, Düsseldorf; C&A AG / C&A Europe) |
|---|---|
| Gegründet | 1841 in Sneek (Niederlande) durch Clemens und August Brenninkmeijer |
| Sitz | Vilvoorde (Belgien) und Düsseldorf (Deutschland) |
| Branche | Bekleidungseinzelhandel, Eigenmarken, Online-Handel |
| Eigentümer | Familie Brenninkmeijer (100 Prozent) |
| Muttergesellschaft | Cofra Holding AG, Zug (Schweiz) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Umsatz wird nicht mehr veröffentlicht (zuletzt 6,8 Mrd. Euro in Europa im Geschäftsjahr 2011/2012); rund 1.300 Filialen in 17 Ländern, mehr als 27.000 Beschäftigte (Stand Juli 2024) |
| Vermögensbasis | Beteiligungen der Cofra Holding: C&A Europa, Mehrheit an der börsennotierten C&A Modas in Brasilien, Redevco, Bregal Investments, Anthos, Sunrock, Dalsem |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln der Familie Brenninkmeijer liegen in Mettingen im Tecklenburger Land; von dort zogen die sogenannten Tödden seit dem 17. Jahrhundert als Textil-Wanderhändler in die Niederlande. 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer in Sneek die Firma C. & A. Brenninkmeijer, 1860 folgte dort das erste Ladengeschäft. 1911 eröffnete in Berlin das erste Haus außerhalb des Heimatmarktes.
Im 20. Jahrhundert expandierte C&A nach Großbritannien (1922), in die USA (1948), nach Brasilien (1976), Mexiko (1999) sowie 2007 in die Türkei und nach China. Vieles davon wurde später zurückgedreht: Die britischen Filialen schlossen 2000 und 2001, Argentinien wurde 2009 aufgegeben, die Türkei 2016 verlassen. Das China-Geschäft ging 2020 an Zhongke Tongrong, C&A Mexiko 2023 an die Grupo Alfar.
Die europäischen Landesgesellschaften wurden 1998 unter einer Europa-Zentrale gebündelt und 2001 in der neu gegründeten Cofra Holding zusammengefasst. Seit 2008 verkauft C&A auch online. Bekannte Eigenmarken sind Yessica, Angelo Litrico, Clockhouse und Palomino; die Herrenmarke Canda wurde 2022 eingestellt.
Eigentümerstruktur im Detail

Eigentümerin von C&A ist die Cofra Holding AG in Zug, die vollständig den Nachfahren von Clemens und August Brenninkmeijer gehört. Laut Wikipedia sind rund 60 Familienmitglieder als Gesellschafter beteiligt, andere Quellen sprechen von weniger als 100. Die Anteile sind nicht vererbbar: Familienmitglieder müssen eine mehrjährige Ausbildung im Unternehmen durchlaufen, bevor sie Anteile erwerben dürfen, und geben diese mit 65 Jahren zurück. Wichtige Entscheidungen fallen im Konsens. Bis Mitte der 1990er-Jahre galten die schriftlich fixierten „Unitas-Regeln“, seitdem können auch Töchter der Familie aufsteigen.
C&A Europe wird über die C&A AG geführt, deren Verwaltungsrat Allan Leighton leitet. Redevco (gegründet 1999, Sitz Amsterdam) verwaltete zur Ernennung von CEO Neil Slater 2023 Immobilien im Wert von rund 9,7 Milliarden Euro. Bregal Investments (gegründet 2002) verwaltete im Oktober 2024 rund 19 Milliarden Euro und investiert in mittelständische Unternehmen in Europa und Nordamerika. Anthos Fund & Asset Management geht auf 1929 zurück und ist seit 2022 auch für externe Kunden geöffnet. Sunrock, 2020 übernommen, entwickelt Solaranlagen auf Gewerbedächern.
In Brasilien ist C&A Modas S.A. seit 2019 an der Börse São Paulo notiert. Im November 2024 verkaufte die Familie dort 13 Prozent der Aktien; die Cofra hält seither 52,4 Prozent und damit die Kontrolle.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Führung von C&A Europe ist seit Sommer 2024 provisorisch besetzt. Am 3. Juli 2024 gab die frühere Ikea-Managerin Giny Boer nach dreieinhalb Jahren ihren Rücktritt als CEO bekannt. Edward Brenninkmeijer, zuvor rund zehn Jahre Chef von C&A in Brasilien, Mexiko und China, übernahm als Interims-CEO; laut Unternehmenswebsite gilt das weiterhin, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Die Schweizer Bilanz zitierte Ende 2025 den Cofra-Chef mit der Aussage, das Modegeschäft sei wieder rentabel.
Das Filialnetz wird weiter umgebaut. In Deutschland sank die Zahl der Läden von rund 450 Ende 2019 auf 388 im Februar 2024; das Unternehmen peilt etwa 400 Standorte an und will vor allem in Innenstädten neu eröffnen. In Frankreich kündigte C&A im März 2025 dagegen die Schließung von 24 Filialen und aller 57 Shop-in-Shops bei Partnern wie Carrefour und Auchan an; bis zu 324 Stellen sind betroffen.
Auf Holding-Ebene stehen 2026 Führungswechsel an: Zum 1. Februar 2026 wurde Jens Brenninkmeyer, seit 2023 Chief Strategy Officer bei Bregal, zum CEO von Bregal Investments ernannt. Zum 10. August 2026 übernahm Ronald Wuijster, zuvor CEO des niederländischen Pensionsverwalters APG Asset Management, die Leitung von Anthos von Jacco Maters. Bereits im Januar 2025 war Florian Brenninkmeyer Finanzchef der Cofra geworden. Für Schlagzeilen sorgte im Januar 2026 ein Greenpeace-Test, bei dem in neun von elf „Iconic Puffer“-Jacken PFAS-Chemikalien nachgewiesen wurden; C&A wies die Vorwürfe unter Verweis auf eigene Laborprüfungen zurück.
Die Eigentümerfamilie: Einnahmequellen und Vermögensbasis
Das Vermögen der Familie Brenninkmeijer ruht längst nicht mehr allein auf dem Modehandel. Über die Cofra fließen Erträge aus vier weiteren Säulen: Mieteinnahmen der Redevco-Immobilien, Beteiligungsgewinne von Bregal, Anlageerträge bei Anthos sowie Erlöse aus Solarstrom bei Sunrock. Hinzu kommt der 2022 übernommene niederländische Gewächshausbauer Dalsem.
Die Familie taucht regelmäßig in Reichenlisten auf: Die Schweizer Bilanz führt sie 2025 unter den „300 Reichsten“ der Schweiz, und im Meta-Ranking aus Manager Magazin und Bloomberg zählt sie zu den vermögendsten Familien mit deutschen Wurzeln. Offizielle Zahlen zum Familienvermögen existieren jedoch nicht, da weder Cofra noch C&A Konzernbilanzen veröffentlichen. uamr.de nennt daher keine Beträge, sondern beschreibt die Vermögensbasis, die Beteiligungen der Cofra Holding.
FAQ
Wem gehört C&A? C&A gehört zu 100 Prozent der Familie Brenninkmeijer. Der Besitz ist in der Cofra Holding AG in Zug gebündelt, die vollständig den Nachfahren der Gründer Clemens und August Brenninkmeijer gehört.
Ist C&A an der Börse? C&A Europe ist nicht börsennotiert. Nur die brasilianische C&A Modas S.A. ist seit 2019 in São Paulo gelistet; die Cofra hält dort 52,4 Prozent.
Wer führt C&A aktuell? Seit Juli 2024 leitet Edward Brenninkmeijer C&A Europe als Interims-CEO. Verwaltungsratspräsident der C&A AG ist Allan Leighton, die Cofra Holding führt CEO Boudewijn Beerkens unter Chairman Martijn Brenninkmeijer.
Wie viele Filialen und Mitarbeiter hat C&A? C&A Europe betreibt rund 1.300 Filialen in 17 Ländern und beschäftigt mehr als 27.000 Menschen. In Deutschland waren es Anfang 2024 388 Läden.
Wie hoch ist der Umsatz von C&A? Aktuelle Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Der letzte bekannte Europa-Umsatz lag im Geschäftsjahr 2011/2012 bei 6,8 Milliarden Euro; für Deutschland wurden für 2020 rund 2,3 Milliarden Euro genannt.
Was gehört außer C&A noch zur Cofra Holding? Zur Cofra gehören die Immobiliengesellschaft Redevco, der Private-Equity-Investor Bregal Investments, der Vermögensverwalter Anthos Fund & Asset Management, der Solarentwickler Sunrock sowie der Gewächshausbauer Dalsem.
Fazit
C&A bleibt auch 2026 ein reines Familienunternehmen: Die Brenninkmeijers halten über die Cofra Holding in Zug sämtliche Anteile und haben aus dem Textilhändler von 1841 eine breit aufgestellte Beteiligungsgruppe geformt. Während der Modehandel mit Filialschließungen in Frankreich, einer interimistisch besetzten Europa-Spitze und Schadstoffkritik kämpft, sorgen Redevco, Bregal, Anthos und Sunrock für Stabilität. Wer wissen will, wem C&A gehört, findet die Antwort nicht im Aktienregister, sondern bei einer diskreten Familie mit strengen Gesellschafterregeln.