CrowdStrike gehört keinem Konzern und keiner Gründerfamilie, sondern einem breit gestreuten Kreis von Aktionären. Die CrowdStrike Holdings, Inc. aus Austin (Texas) ist seit Juni 2019 an der Nasdaq notiert; größte Einzelaktionäre sind laut Proxy Statement vom April 2026 Vanguard mit 7,27 Prozent und BlackRock mit 6,70 Prozent. Mitgründer und Vorstandschef George Kurtz hält weniger als ein Prozent der Aktien, seit Dezember 2024 gibt es keine stimmrechtsstarken Sonderaktien mehr. Im Geschäftsjahr 2026 (bis 31. Januar 2026) setzte das Cybersicherheitsunternehmen 4,81 Mrd. US-Dollar um.
Key Takeaways
- CrowdStrike ist eine eigenständige, börsennotierte Aktiengesellschaft (Nasdaq: CRWD) ohne Mehrheitsaktionär und ohne Muttergesellschaft.
- Größte Aktionäre sind Vanguard (7,27 Prozent) und BlackRock (6,70 Prozent); alle Vorstände und Direktoren zusammen halten 1,67 Prozent (Stand 3. April 2026).
- Gründer George Kurtz besitzt rund 2,38 Millionen Aktien und damit rund 0,9 Prozent; die zehnfach stimmberechtigten Class-B-Aktien wurden im Dezember 2024 abgeschafft.
- Gegründet wurde CrowdStrike 2011 von George Kurtz, Dmitri Alperovitch und Gregg Marston mit Startkapital von Warburg Pincus.
- Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 4,81 Mrd. US-Dollar; nach GAAP blieb ein Nettoverlust von 162,5 Mio. US-Dollar.
- Der Ausfall vom 19. Juli 2024 legte rund 8,5 Millionen Windows-Rechner lahm; die Klage von Delta Air Lines über rund 500 Mio. US-Dollar läuft noch.
- Am 2. Juli 2026 erfolgte ein Aktiensplit 4:1; die Marktkapitalisierung lag im Sommer 2026 bei rund 256 Mrd. US-Dollar.
| Name | CrowdStrike Holdings, Inc. |
|---|---|
| Gegründet | 2011 von George Kurtz, Dmitri Alperovitch und Gregg Marston |
| Sitz | Austin, Texas (seit Dezember 2021, zuvor Sunnyvale, Kalifornien) |
| Branche | Cybersicherheit, cloudbasierte Sicherheitsplattform „Falcon“ |
| Eigentümer | Streubesitz; Vanguard 7,27 Prozent, BlackRock 6,70 Prozent, Management und Board 1,67 Prozent (Stand April 2026) |
| Muttergesellschaft | Keine, eigenständige Aktiengesellschaft (Nasdaq: CRWD, Mitglied im S&P 500 und Nasdaq-100) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 4,81 Mrd. US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2026 (bis 31. Januar 2026); 10.698 Vollzeitbeschäftigte; mehr als 88.000 Kundenorganisationen |
| Vermögensbasis | Aktienkapital von rund 254,6 Millionen Aktien (vor Split), verteilt auf institutionelle Investoren, Indexfonds, Management und Privatanleger |
Geschichte und Herkunft
CrowdStrike entstand 2011 aus der Zusammenarbeit dreier Sicherheitsexperten: George Kurtz hatte 1999 Foundstone gegründet, 2004 an McAfee verkauft und war dort Technikchef geworden. Dmitri Alperovitch wurde Technologiechef, Gregg Marston Finanzchef. Warburg Pincus stattete das junge Unternehmen Anfang 2012 mit 25 Mio. US-Dollar Startkapital aus; später beteiligten sich unter anderem Accel Partners und Telstra.
Das Geschäftsmodell setzte von Beginn an auf eine Cloud-Plattform statt klassischer Antivirensoftware: Der „Falcon Sensor“ auf den Endgeräten meldet Aktivitäten an die Cloud, wo Angriffe erkannt und blockiert werden. Im Juni 2019 folgte der Börsengang an der Nasdaq, im Dezember 2021 der Umzug von Sunnyvale nach Austin, im Juni 2024 die Aufnahme in den S&P 500. Zukäufe wie Preempt Security (2020, 96 Mio. US-Dollar) und Humio (2021, 400 Mio. US-Dollar) erweiterten die Plattform. Von den Gründern ist nur Kurtz noch operativ tätig; Alperovitch verließ CrowdStrike im Februar 2020 und leitet seither die Denkfabrik Silverado Policy Accelerator.
Eigentümerstruktur im Detail

Das Proxy Statement zur Hauptversammlung 2026 nennt zum Stichtag 3. April 2026 genau 254.580.533 ausstehende Class-A-Aktien. Nur zwei Investoren überschreiten die Meldeschwelle von fünf Prozent: The Vanguard Group hält 18.449.066 Aktien oder 7,27 Prozent, BlackRock 16.954.069 Aktien oder 6,70 Prozent. Beide sind vor allem über Indexfonds investiert. Der Rest liegt im Streubesitz weiterer institutioneller und privater Anleger.
George Kurtz werden 2.384.082 Aktien zugerechnet, inklusive Familientrusts und kurzfristig ausübbarer Optionen. Das entspricht rund 0,9 Prozent des Kapitals; alle elf Vorstände und Direktoren zusammen kommen auf 4.262.065 Aktien oder 1,67 Prozent. Bis Ende 2024 sicherte sich der Gründerkreis Einfluss über Class-B-Aktien mit zehn Stimmen je Aktie. Am 11. Dezember 2024 wurden alle Class-B-Aktien automatisch in Class-A-Aktien umgewandelt, seither gilt „eine Aktie, eine Stimme“. Kurtz‘ Stimmrechtsanteil ist damit identisch mit seinem Kapitalanteil. Der Aktiensplit 4:1 vom 2. Juli 2026 vervierfachte die Aktienzahl, ließ die Quoten aber unverändert. Auf der Hauptversammlung am 17. Juni 2026 lehnten die Aktionäre es mit rund 145 zu 24 Millionen Stimmen ab, die Zweidrittel-Mehrheitserfordernisse der Satzung zu bestätigen.
Der Ausfall vom 19. Juli 2024 und seine Folgen
Am 19. Juli 2024 verteilte CrowdStrike um 04:09 Uhr UTC eine fehlerhafte Konfigurationsdatei („Channel File 291″) für den Falcon Sensor. Rund 8,5 Millionen Windows-Geräte stürzten ab. Eurowings strich mehr als 80 Flüge, am Flughafen Berlin Brandenburg fielen 113 Verbindungen aus, die Supermarktkette Tegut schloss 340 Filialen. Delta Air Lines strich rund 5.000 Flüge und klagte im Oktober 2024 in Georgia auf rund 500 Mio. US-Dollar; im Mai 2025 ließ das Gericht Vorwürfe der groben Fahrlässigkeit zu, ein Verhandlungstermin steht nicht fest. Eine Aktionärsklage wies Bundesrichter Robert Pitman am 15. Januar 2026 ab, weil die Aussagen des Unternehmens „im Kontext weder falsch noch irreführend“ gewesen seien.
Geschäftlich erwies sich der Vorfall als verkraftbar; Kurtz verwies auf eine Vertragsverlängerungsquote von 97 Prozent. Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz um 29 Prozent auf 3,95 Mrd. US-Dollar, bei einem Nettoverlust von 19,3 Mio. US-Dollar. Im Mai 2025 kündigte CrowdStrike den Abbau von rund 500 Stellen oder fünf Prozent der Belegschaft an, begründet mit Effizienzgewinnen durch künstliche Intelligenz.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2026 bezeichnete Kurtz als „bestes Jahr in der Geschichte von CrowdStrike“. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 4,81 Mrd. US-Dollar, der ARR wuchs um 24 Prozent auf 5,25 Mrd. US-Dollar. Nach GAAP stand wegen hoher aktienbasierter Vergütung ein Nettoverlust von 162,5 Mio. US-Dollar, bereinigt ein Gewinn von 956,6 Mio. US-Dollar; der freie Cashflow erreichte 1,24 Mrd. US-Dollar. Zum 31. Januar 2026 beschäftigte CrowdStrike 10.698 Vollzeitkräfte und zählte mehr als 88.000 Kundenorganisationen.
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 (bis 31. Juli 2026) legte der Umsatz um 26 Prozent auf 1,47 Mrd. US-Dollar zu, der ARR erreichte 5,84 Mrd. US-Dollar, die Jahresprognose wurde auf 5,991 bis 6,011 Mrd. US-Dollar Umsatz angehoben. Mit den Übernahmen von SGNL (750 Mio. US-Dollar) und Seraphic Security (420 Mio. US-Dollar) baut das Unternehmen Identitäts- und Browsersicherheit aus. Die Aktie lag Anfang Juli 2026 rund 69 Prozent über dem Jahresanfang, die Marktkapitalisierung bei rund 256 Mrd. US-Dollar; am 21. September 2026 schloss das Papier bei 248,26 US-Dollar nahe dem Jahreshoch. Auf der Hauskonferenz Fal.Con 2026 stellte CrowdStrike „Falcon Guardian“ zur Absicherung von KI-Agenten vor.
George Kurtz: Rolle und Vermögensbasis
George Kurtz, Jahrgang 1970, führt CrowdStrike seit der Gründung als Vorstandschef; den neunköpfigen Verwaltungsrat leitet Gerhard Watzinger als unabhängiger Vorsitzender. Kurtz‘ Vermögensbasis besteht im Kern aus dem Aktienpaket und den Optionen an CrowdStrike sowie aus dem Foundstone-Verkauf an McAfee im Jahr 2004. Seit 2025 ist Kurtz zudem Minderheitsgesellschafter des Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Teams. Offizielle Angaben zu seinem Privatvermögen existieren nicht; uamr.de nennt daher keine Beträge.
FAQ
Wem gehört CrowdStrike? CrowdStrike gehört seinen Aktionären. Größte Einzelaktionäre sind Vanguard mit 7,27 Prozent und BlackRock mit 6,70 Prozent (Stand April 2026), der Rest liegt im Streubesitz.
Wie viel Prozent von CrowdStrike hält George Kurtz? Dem Gründer werden rund 2,38 Millionen Aktien zugerechnet, das sind rund 0,9 Prozent. Seit der Umwandlung der Class-B-Aktien im Dezember 2024 hat er keine überproportionalen Stimmrechte mehr.
Ist CrowdStrike ein amerikanisches Unternehmen? Ja. Die CrowdStrike Holdings, Inc. hat ihren Hauptsitz in Austin, Texas, und ist an der Nasdaq unter dem Kürzel CRWD notiert.
Was passierte am 19. Juli 2024? Ein fehlerhaftes Update des Falcon Sensors ließ rund 8,5 Millionen Windows-Rechner abstürzen. Delta Air Lines klagt auf rund 500 Mio. US-Dollar Schadenersatz.
Ist CrowdStrike profitabel? Nach GAAP wies das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026 einen Nettoverlust von 162,5 Mio. US-Dollar aus. Bereinigt verdiente CrowdStrike 956,6 Mio. US-Dollar und erwirtschaftete 1,24 Mrd. US-Dollar freien Cashflow.
Fazit
CrowdStrike ist eine klassische Publikumsgesellschaft: Kein Investor hält mehr als 7,3 Prozent, und mit dem Ende der Class-B-Aktien im Dezember 2024 ist der letzte Hebel besonderer Gründermacht verschwunden. George Kurtz prägt das Unternehmen als Vorstandschef, nicht über sein Aktienpaket. Der Ausfall vom Juli 2024 hat das Kundenvertrauen weniger beschädigt als befürchtet; mit 5,84 Mrd. US-Dollar ARR, angehobener Prognose und rund 256 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung zählt CrowdStrike 2026 zu den wertvollsten Sicherheitsunternehmen der Welt.