Wem gehört Expedia? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Expedia?

Die Expedia Group, Inc. mit Sitz in Seattle ist einer der größten Online-Reisekonzerne der Welt und seit 2005 an der Nasdaq notiert (Kürzel: EXPE). Das Kapital liegt überwiegend im Streubesitz, doch über stimmrechtsstarke Class-B-Aktien kontrolliert Chairman Barry Diller rund ein Drittel der Stimmen. Operativ führt seit Mai 2024 Ariane Gorin den Konzern als CEO. Stand 2026 erwirtschaftete die Expedia Group im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 14,7 Milliarden US-Dollar bei einem Brutto-Buchungsvolumen von 119,6 Milliarden US-Dollar.

Key Takeaways

  • Die Expedia Group ist börsennotiert und hat keinen Mehrheitseigentümer.
  • Barry Diller hält über Trusts und Stiftung 100 Prozent der Class-B-Aktien (zehn Stimmen je Aktie) und damit rund 32,6 Prozent der Stimmrechte (Stand April 2026).
  • Größte Kapitalgeber sind Vanguard (13,3 Prozent der Stammaktien) und BlackRock (8,7 Prozent).
  • Expedia entstand 1996 bei Microsoft, ging 1999 an die Börse und wurde 2001 bis 2005 von Dillers IAC kontrolliert.
  • Zum Konzern gehören Expedia, Hotels.com, Vrbo, Orbitz, Travelocity, ebookers, Hotwire, CarRentals.com, Wotif sowie rund 60 Prozent am Düsseldorfer Hotelportal Trivago.
  • 2025: Umsatz 14,7 Mrd. USD, Nettogewinn 1,29 Mrd. USD, Buchungsvolumen 119,6 Mrd. USD, rund 16.000 Mitarbeitende.
  • Übernahmegerüchte um Uber (2024) wies Diller zurück; 2025/2026 setzt Expedia auf KI-Buchungen über ChatGPT.
NameExpedia Group, Inc.
Gründung1996 als Geschäftsbereich von Microsoft (Gründer: Rich Barton); börsennotiert seit 1999
SitzSeattle, Washington, USA (seit 2019, zuvor Bellevue)
RechtsformAktiengesellschaft nach US-Recht (Inc.), Nasdaq-notiert (EXPE), S&P-500-Mitglied
BrancheOnline-Reisevermittlung (Hotels, Flüge, Ferienwohnungen, Mietwagen, Werbung)
FührungAriane Gorin (CEO seit Mai 2024), Barry Diller (Chairman und Senior Executive)
UnternehmenMarken: Expedia, Hotels.com, Vrbo, Orbitz, Travelocity, ebookers, Hotwire, CarRentals.com, Wotif, Trivago (Mehrheitsbeteiligung)
EigentümerStreubesitz; Vanguard 13,3 % und BlackRock 8,7 % der Stammaktien; Barry Diller 100 % der Class-B-Aktien (rund 32,6 % der Stimmrechte, Stand April 2026)

Geschichte und Herkunft

Expedia begann als Projekt bei Microsoft: Unter Leitung von Rich Barton ging die Plattform am 22. Oktober 1996 online, 1999 folgte der Börsengang. 2001 sicherte sich USA Networks unter Barry Diller – später IAC/InterActiveCorp – die Kontrollmehrheit, 2003 die Komplettübernahme. Im August 2005 gliederte IAC Expedia als eigenständige börsennotierte Gesellschaft wieder aus; Diller blieb Chairman und ist es bis heute.

Danach wurde das Portfolio kräftig umgebaut: Im Dezember 2011 wurde TripAdvisor abgespalten, Ende 2012 kaufte Expedia 61,6 Prozent am Düsseldorfer Hotelportal Trivago, 2014 kam die australische Wotif-Gruppe hinzu. 2015 folgten Travelocity (280 Millionen US-Dollar), Orbitz (rund 1,6 Milliarden US-Dollar) und der Ferienhausvermittler HomeAway (3,9 Milliarden US-Dollar), der heute als Vrbo firmiert und in Deutschland lange FeWo-direkt hieß. 2018 wurde Expedia, Inc. in Expedia Group, Inc. umbenannt, 2019 zog die Zentrale von Bellevue nach Seattle.

CEO war von 2005 bis 2017 Dara Khosrowshahi, der dann zu Uber wechselte, aber im Expedia-Verwaltungsrat blieb. Auf Mark Okerstrom folgte 2020 Peter Kern. Seit dem 13. Mai 2024 führt Ariane Gorin, die 2013 zu Expedia kam und zuletzt das B2B-Geschäft leitete.

Eigentümerstruktur im Detail

Infografik: Wem gehört Expedia? Eigentümerkette von Barry Diller über die Expedia Group bis Trivago, Stimmrechtsverteilung 2026, Kennzahlen 2025 und Meilensteine der Expedia Group.
Wem gehört Expedia? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Frage „Wem gehört Expedia?“ hat zwei Antworten – für Kapital und für Stimmrechte. Zum Stichtag 20. April 2026 waren laut Proxy Statement 114.498.625 Stammaktien und 5.523.452 Class-B-Aktien ausstehend. Größter Kapitalgeber ist The Vanguard Group mit 13,3 Prozent der Stammaktien, gefolgt von BlackRock mit 8,7 Prozent – beides Indexfonds-Anbieter.

Bei den Stimmrechten sieht es anders aus. Jede Stammaktie trägt eine Stimme, jede Class-B-Aktie zehn. Barry Diller hält über Trusts, über die er und seine Ehefrau verfügen, sowie über The Diller Foundation sämtliche 5.523.452 Class-B-Aktien und zusätzlich 5,69 Millionen Stammaktien (4,7 Prozent). Daraus ergeben sich rund 32,6 Prozent der Stimmrechte – bei nur rund neun Prozent des Kapitals. Vanguard kommt stimmrechtlich auf 9,0 Prozent, BlackRock auf 5,9 Prozent, die übrigen rund 52,5 Prozent entfallen auf den Streubesitz. Laut Geschäftsbericht 2025 kann Diller damit Fusionen oder Verkäufe „beeinflussen und potenziell kontrollieren“.

Diese Konstruktion stammt aus dem Jahr 2019. Bis dahin hielt Liberty Expedia Holdings, eine Gesellschaft des Kabelunternehmers John Malone, rund 23,9 Millionen Expedia-Aktien, darunter 12,8 Millionen Class-B-Aktien, deren Stimmrechte Diller per Vollmacht ausübte. Im Juli 2019 übernahm die Expedia Group Liberty Expedia in einem Aktientausch über rund 2,6 Milliarden US-Dollar, zog deren Class-B-Aktien ein und ließ Diller rund 5,7 Millionen eigene Stammaktien in neue Class-B-Aktien tauschen. Expedia verlor damit den Status einer „kontrollierten Gesellschaft“. Eine Auslaufklausel begrenzt die Class-B-Stimmrechte auf 20 Prozent, sobald Diller als Chairman oder Senior Executive ausscheidet; zudem dürfen Class-B-Inhaber keiner Übernahme von mindestens 50 Prozent der Anteile zustimmen.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Die Expedia Group verdient an der Vermittlung von Reiseleistungen: Rund 3,6 Millionen Unterkünfte und mehr als 500 Fluggesellschaften sind buchbar. Das Geschäft gliedert sich in B2C (Expedia, Hotels.com, Vrbo), B2B (Technologie und Inventar für Airlines, Banken, Reisebüros) sowie Trivago, an dem Expedia rund 60 Prozent hält. Den Löwenanteil des Umsatzes liefern Unterkünfte mit 11,75 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, Werbung rund 1,2 Milliarden, Flüge 407 Millionen.

Das Brutto-Buchungsvolumen stieg 2025 um acht Prozent auf 119,6 Milliarden US-Dollar (2024: 110,9 Milliarden), der Umsatz ebenso auf 14,73 Milliarden US-Dollar (2024: 13,69 Milliarden). Der Nettogewinn wuchs auf 1,29 Milliarden US-Dollar (2024: 1,23 Milliarden), das bereinigte EBITDA auf 3,5 Milliarden. Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 16.000 Menschen in fast 50 Ländern. 2025 kaufte Expedia rund neun Millionen eigene Aktien für 1,7 Milliarden US-Dollar zurück und hob die Quartalsdividende von 0,40 auf 0,48 US-Dollar an.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Oktober 2024 berichtete die „Financial Times“, Uber prüfe eine Übernahme der Expedia Group, um unter dem früheren Expedia-CEO Khosrowshahi eine „Super-App“ aufzubauen. Barry Diller erteilte dem Anfang November 2024 gegenüber CNBC eine klare Absage („Das wird einfach nicht passieren“) und verwies auf seine Stimmrechte, mit denen er jede Übernahme blockieren kann.

Stattdessen prägt künstliche Intelligenz die Strategie. Im Oktober 2025 startete Expedia als App innerhalb von ChatGPT, seit Februar 2026 schaltet der Konzern dort Werbung; Buchungen laufen auch über Claude, Google Gemini soll folgen. Gorin nannte die Buchungen aus KI-Kanälen im Mai 2026 „klein, aber ermutigend“. Das zweite Quartal 2026 brachte 4,32 Milliarden US-Dollar Umsatz (plus 14 Prozent) und 878 Millionen US-Dollar Nettogewinn; für 2026 erwartet der Konzern 16,05 bis 16,22 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Hauptversammlung am 17. Juni 2026 bestätigte die Doppelspitze aus Diller und Gorin.

FAQ

Wem gehört Expedia? Die Expedia Group ist börsennotiert und liegt im Streubesitz; größte Kapitalgeber sind Vanguard und BlackRock. Die Stimmrechte dominiert Chairman Barry Diller mit rund 32,6 Prozent.

Gehört Expedia noch zu Microsoft? Nein. Microsoft brachte Expedia 1999 an die Börse und ist seit Langem nicht mehr beteiligt.

Wer ist Chef von Expedia? CEO ist seit dem 13. Mai 2024 Ariane Gorin, die Peter Kern ablöste. Chairman und Senior Executive ist weiterhin Barry Diller.

Welche Marken gehören zur Expedia Group? Expedia, Hotels.com, Vrbo, Orbitz, Travelocity, ebookers, Hotwire, CarRentals.com und Wotif; dazu kommt die Mehrheit an Trivago.

Hat Uber Expedia gekauft? Nein. Im Oktober 2024 gab es Berichte über ein Interesse Ubers, Barry Diller schloss eine Übernahme kurz darauf aus. Stand 2026 ist Expedia eigenständig.

Wie viel Umsatz macht Expedia? 2025 erzielte die Expedia Group 14,7 Milliarden US-Dollar Umsatz; für 2026 werden rund 16 Milliarden erwartet.

Fazit

Expedia gehört formal seinen Aktionären – vor allem Fondsgesellschaften und dem Streubesitz. Über die Richtung entscheidet jedoch seit zwei Jahrzehnten Barry Diller, dessen Class-B-Aktien ihm rund ein Drittel der Stimmen sichern. Mit Ariane Gorin an der operativen Spitze, Rekordzahlen für 2025 und einer offensiven KI-Strategie ist der Konzern Stand 2026 ein eigenständiger Reiseriese, dessen Eigentümerfrage sich erst mit Dillers Rückzug neu stellt.