Eurowings ist die Billig- und Ferienfluglinie der Lufthansa Group und gehört zu 100 Prozent der Deutsche Lufthansa AG. Die Airline mit Sitz in Düsseldorf entstand 1993 aus zwei Regionalfluggesellschaften und wurde zwischen 2001 und 2011 schrittweise von Lufthansa übernommen. Wer Eurowings besitzt, muss daher auf die Aktionäre der börsennotierten Lufthansa schauen: Größter Einzelaktionär ist die Kühne Holding mit über 20 Prozent. Stand 2026 fliegt Eurowings rund 150 Ziele an und wird seit Februar 2026 von Max Kownatzki geführt.
Key Takeaways
- Eurowings ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Lufthansa AG mit Sitz in Düsseldorf.
- Gegründet wurde die Airline am 1. Februar 1993 durch die Fusion von Nürnberger Flugdienst (NFD) und RFG aus Dortmund.
- Lufthansa stieg 2001 mit 24,9 Prozent ein, erhöhte 2004 auf 49 Prozent und übernahm 2011 alle Anteile.
- Größter Lufthansa-Aktionär ist die Kühne Holding mit über 20 Prozent (Stand Mai 2026); nach Klaus-Michael Kühnes Tod im August 2026 geht sein Unternehmensvermögen an die Kühne-Stiftung.
- 2025 erzielte Eurowings 3,08 Milliarden Euro Umsatz, 132 Millionen Euro Adjusted EBIT und 23,7 Millionen Passagiere; die Lufthansa Group kam auf 39,6 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Fluggäste.
- Ab 2027 erhält Eurowings 40 Boeing 737 MAX 8, die über die maltesische Schwester Eurowings Europe betrieben werden sollen.
- Seit 1. Februar 2026 ist Max Kownatzki Eurowings-Chef; er löste Jens Bischof nach gut fünf Jahren ab.
| Name | Eurowings GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1. Februar 1993 (Betriebsaufnahme 1. Januar 1994) |
| Sitz | Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen |
| Rechtsform | GmbH |
| Branche | Luftfahrt (Billig- und Ferienflüge, Europa) |
| Geschäftsführung | Max Kownatzki (CEO seit 1. Februar 2026) |
| Unternehmen | Lufthansa Group; Schwestergesellschaft Eurowings Europe Ltd. (Malta) |
| Eigentümer | 100 % Deutsche Lufthansa AG (größter Lufthansa-Aktionär: Kühne Holding, über 20 %) |
Geschichte und Herkunft
Eurowings wurde am 1. Februar 1993 gegründet, als sich der Nürnberger Flugdienst (NFD) und die Dortmunder RFG Regionalflug zusammenschlossen. Der Flugbetrieb unter dem neuen Namen begann am 1. Januar 1994 mit Turboprop-Maschinen der Typen ATR 42 und ATR 72, zunächst vor allem auf Regionalstrecken ab kleineren deutschen Flughäfen.
2001 stieg Lufthansa mit 24,9 Prozent bei Eurowings ein und erhöhte den Anteil 2004 auf 49 Prozent. Die Billigtochter Germanwings ging im Dezember 2008 von Eurowings direkt an Lufthansa über; 2011 übernahm der Konzern alle verbliebenen Eurowings-Anteile. 2015 machte Lufthansa Eurowings zur neuen Billigmarke des Konzerns, die das Germanwings-Streckennetz übernahm und 2017 durch Kapazitäten der insolventen Air Berlin kräftig wuchs. Im April 2020 wurde der Flugbetrieb von Germanwings endgültig eingestellt.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eurowings GmbH ist seit 2011 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Lufthansa AG. Eurowings hat damit keine eigenen Aktionäre; es entscheidet die Konzernmutter mit Sitz in Köln, deren operative Zentrale am Flughafen Frankfurt liegt. Die Frage „Wem gehört Eurowings?“ führt daher direkt zur Aktionärsstruktur der Lufthansa.
Lufthansa ist seit 1997 vollständig privatisiert; der Börsenwert lag Ende 2025 bei 10,1 Milliarden Euro. Größter Einzelaktionär ist die Kühne Holding des Hamburger Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne. Sie stieg 2022 ein und übernahm auch Aktien aus dem Corona-Rettungspaket des Bundes, der sich im selben Jahr vollständig zurückzog. Lange hielt Kühne 15,01 Prozent, im Mai 2026 stockte die Holding auf über 20 Prozent auf. Ende 2024 wurde zudem der US-Vermögensverwalter BlackRock mit 3,14 Prozent gemeldet; der Rest liegt im Streubesitz. Zum 1. April 2026 befanden sich 76,9 Prozent der Aktien in deutscher Hand, 9,1 Prozent in den USA und 5,4 Prozent in Irland.
Klaus-Michael Kühne starb im August 2026 im Alter von 89 Jahren. Sein Unternehmensvermögen geht nach seinen eigenen Angaben an die gemeinnützige Kühne-Stiftung, die damit künftig über das Lufthansa-Paket entscheidet. Neben Eurowings gehören zur Lufthansa Group unter anderem Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines und seit Januar 2025 ITA Airways.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Eurowings ist die Punkt-zu-Punkt-Airline des Konzerns und fliegt abseits der Drehkreuze Frankfurt und München Städte- und Urlaubsziele in Europa an. Deutsche Basen sind Berlin, Köln/Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Nürnberg und Stuttgart. Die 2022 gegründete Schwestergesellschaft Eurowings Europe Ltd. mit Sitz in Malta betreibt unter derselben Marke knapp 30 Flugzeuge mit maltesischem Kennzeichen, unter anderem ab Graz, Salzburg, Palma de Mallorca und Prag; sie löste die frühere österreichische Eurowings Europe ab. Im April 2025 startete zudem der Reiseveranstalter Eurowings Holidays. Nicht zu verwechseln ist Eurowings mit Discover Airlines: Die 2021 als Eurowings Discover gestartete Langstrecken-Ferienfluglinie wurde am 5. September 2023 umbenannt und gehört direkt zur Lufthansa Group, nicht zu Eurowings.
Die Zahlen für 2025 zeigen Wachstum bei sinkender Marge: Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 3,077 Milliarden Euro, die Passagierzahl um 4 Prozent auf den Rekordwert von 23,7 Millionen bei rund 170.000 Flügen. Das Adjusted EBIT fiel jedoch um 35 Prozent auf 132 Millionen Euro (2024: 203 Millionen Euro), weil Gebühren, Materialkosten und Personalaufbau stärker zulegten als die Erlöse. Rund 5.500 Menschen arbeiten für die Airline. Die Lufthansa Group erreichte 2025 mit 39,6 Milliarden Euro den höchsten Umsatz ihrer Geschichte, ein Adjusted EBIT von 1,96 Milliarden Euro, ein Konzernergebnis von 1,34 Milliarden Euro, 135 Millionen Fluggäste und zum Jahresende 103.255 Mitarbeitende.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Januar 2025 kündigte Eurowings die größte Flottenerneuerung ihrer Geschichte an: 40 Boeing 737 MAX 8 sollen zwischen 2027 und 2032 ältere Airbus A319 und A320 ersetzen; dazu bestehen 60 Optionen. Die Jets werden über das Luftverkehrsbetreiberzeugnis der maltesischen Eurowings Europe registriert. Die bestehende Flotte umfasste im Mai 2026 rund 90 Airbus-Maschinen der A319-, A320- und A321-Familie unter deutschem Kennzeichen.
Zum 1. Februar 2026 übernahm Max Kownatzki, zuvor Chef von SunExpress, die Führung von Eurowings. Jens Bischof, seit März 2020 an der Spitze, schied zum Jahresende 2025 aus. Kownatzki setzt auf Berlin, wo Eurowings im Winter 2026/27 elf Flugzeuge stationiert und mittelfristig größter Anbieter werden will, während das Angebot in Hamburg wegen hoher Standortkosten vorerst eingefroren bleibt. Zudem streikten die in der Vereinigung Cockpit organisierten Piloten am 13. April 2026 im Streit um die Betriebsrenten, parallel zu Ausständen bei der Konzernmutter.
Auf Konzernebene gab Lufthansa im Mai 2026 bekannt, den Anteil an ITA Airways von 41 auf 90 Prozent aufzustocken; der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Für 2026 erwartet die Lufthansa Group weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum.
FAQ
Wem gehört Eurowings? Eurowings gehört zu 100 Prozent der Deutsche Lufthansa AG. Indirekt sind damit deren Aktionäre die Eigentümer, allen voran die Kühne Holding mit über 20 Prozent.
Seit wann gehört Eurowings zu Lufthansa? Lufthansa stieg 2001 mit 24,9 Prozent ein und übernahm 2011 alle Anteile.
Ist Eurowings dasselbe wie Discover Airlines? Nein. Discover Airlines hieß bis September 2023 Eurowings Discover, ist aber eine eigene Langstrecken-Ferienfluglinie der Lufthansa Group mit Sitz in Frankfurt.
Wo hat Eurowings ihren Sitz? Der Firmensitz der Eurowings GmbH liegt in Düsseldorf, die Schwestergesellschaft Eurowings Europe Ltd. sitzt auf Malta.
Wer leitet Eurowings? Seit dem 1. Februar 2026 ist Max Kownatzki CEO. Er folgte auf Jens Bischof, der die Airline seit März 2020 geführt hatte.
Wie groß ist Eurowings? 2025 beförderte Eurowings 23,7 Millionen Passagiere zu rund 150 Zielen und erwirtschaftete 3,08 Milliarden Euro Umsatz.
Fazit
Eurowings ist keine eigenständige Firma mit eigenen Eigentümern, sondern ein vollständig in die Lufthansa Group integrierter Billigflieger. Wer die Airline besitzt, besitzt Lufthansa-Aktien, und dort hält die Kühne Holding seit 2026 erstmals über 20 Prozent; nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne liegt die Zukunft des Pakets bei seiner Stiftung. Operativ wächst Eurowings, kämpft aber mit sinkender Marge, Standortkosten und Tarifstreit, bevor die Boeing 737 ab 2027 die nächste Etappe einleitet.
Weiterlesen in Finanzen
- Wem gehört Fahrrad.de? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Expedia? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Etsy? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Café Extrablatt? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Faber-Castell? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Facebook? Eigentümer und Kontrolle bei Meta 2026