
Duolingo gehört keinem Konzern, sondern ist seit Juli 2021 als Duolingo, Inc. an der Nasdaq notiert (Kürzel DUOL). Die Kontrolle liegt dennoch bei den beiden Gründern: Luis von Ahn und Severin Hacker halten über stimmrechtsstarke Class-B-Aktien laut Proxy Statement 2026 zusammen rund 75,8 Prozent der Stimmrechte. 2025 überschritt das Unternehmen aus Pittsburgh erstmals die Marke von einer Milliarde US-Dollar Umsatz, im zweiten Quartal 2026 nutzten 58,7 Millionen Menschen die App täglich. An der Börse hat Duolingo seit dem Hoch 2024 allerdings deutlich an Wert verloren.
Key Takeaways
- Duolingo, Inc. ist eine börsennotierte US-Aktiengesellschaft mit Sitz in Pittsburgh, Pennsylvania, und seit dem 28. Juli 2021 an der Nasdaq gelistet.
- Die Gründer Luis von Ahn (CEO) und Severin Hacker (CTO) kontrollieren das Unternehmen über Class-B-Aktien mit 20 Stimmen je Aktie.
- Laut Proxy Statement vom April 2026 entfallen 40,0 Prozent der Stimmrechte auf von Ahn und 35,8 Prozent auf Hacker.
- Größte institutionelle Class-A-Aktionäre sind Baillie Gifford (12,1 Prozent der Class A), BlackRock (8,5 Prozent), FMR (6,8 Prozent) und Capital World Investors (5,8 Prozent).
- Der Umsatz 2025 lag laut Geschäftsbericht bei 1,04 Mrd. US-Dollar (plus 39 Prozent), der Nettogewinn bei 414,1 Mio. US-Dollar.
- Im zweiten Quartal 2026 zählte Duolingo 58,7 Millionen tägliche und 140,6 Millionen monatliche Nutzer sowie 12,7 Millionen zahlende Abonnenten.
- Die Marktkapitalisierung lag Ende September 2026 bei rund 6,8 Mrd. US-Dollar, nach 14,3 Mrd. US-Dollar Ende 2024.
| Name | Duolingo, Inc. |
|---|---|
| Gegründet | 2011 in Pittsburgh (Beta im November 2011, öffentlicher Start im Juni 2012) |
| Sitz | 5900 Penn Avenue, Pittsburgh, Pennsylvania, USA |
| Branche | Bildungstechnologie, Sprachlern-App, Sprachtests |
| Eigentümer | Börsennotiert (Nasdaq: DUOL); Gründer halten rund 75,8 Prozent der Stimmrechte über Class-B-Aktien |
| Muttergesellschaft | Keine, eigenständige Aktiengesellschaft |
| Umsatz / Mitarbeiter | 1,04 Mrd. US-Dollar (2025) / mehr als 900 Beschäftigte (Stand Dezember 2025) |
| Vermögensbasis | Abo-Erlöse (Super Duolingo, Duolingo Max), Werbung, Duolingo English Test; Marktkapitalisierung rund 6,8 Mrd. US-Dollar (September 2026) |
Geschichte und Herkunft
Duolingo entstand an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Luis von Ahn, geboren 1978 in Guatemala-Stadt, war dort Informatikprofessor, nachdem er mit reCAPTCHA ein Unternehmen aufgebaut hatte, das 2009 an Google ging; 2006 hatte er ein MacArthur-Stipendium erhalten. Severin Hacker, geboren 1984 in Zug in der Schweiz, hatte an der ETH Zürich studiert und promovierte bei von Ahn. Ab 2009 arbeiteten beide an der Idee, Sprachunterricht kostenlos für jeden zugänglich zu machen.
Im November 2011 startete eine geschlossene Beta-Version, am 19. Juni 2012 wurde die App öffentlich freigeschaltet. Das Freemium-Modell mit Gamification-Elementen wie Streaks und Ranglisten sorgte für schnelles Wachstum; 2019 bewertete eine Finanzierungsrunde das Unternehmen laut Wikipedia mit 1,5 Mrd. US-Dollar. Am 28. Juli 2021 folgte der Börsengang an der Nasdaq: Die Aktien wurden zu 102 US-Dollar ausgegeben, Duolingo nahm 521 Mio. US-Dollar ein, und der Kurs schloss am ersten Handelstag laut CNBC bei 141,40 US-Dollar, was einem Börsenwert von knapp 5 Mrd. US-Dollar entsprach.
Eigentümerstruktur im Detail

Duolingo hat zwei Aktiengattungen. Class-A-Aktien werden an der Nasdaq gehandelt und tragen eine Stimme je Aktie. Class-B-Aktien sind nicht börsengehandelt, tragen 20 Stimmen je Aktie und liegen fast vollständig bei den beiden Gründern. Zum Stichtag 7. April 2026 waren laut Proxy Statement 40.425.975 Class-A-Aktien und 6.356.052 Class-B-Aktien im Umlauf.
Luis von Ahn hält demnach 55,2 Prozent der Class-B-Aktien und damit 40,0 Prozent aller Stimmrechte, Severin Hacker 47,7 Prozent der Class B und 35,8 Prozent der Stimmrechte (die Class-B-Werte übersteigen in Summe 100 Prozent, weil ausübbare Optionen eingerechnet sind). Zusammen kontrollieren die Gründer rund 75,8 Prozent der Stimmen, alle übrigen Aktionäre nur rund 24,2 Prozent, obwohl die Gründer wirtschaftlich nur einen Bruchteil des Kapitals halten; alle Vorstände und Direktoren als Gruppe kommen auf 76,0 Prozent. Übernahmen gegen den Willen der Gründer sind damit praktisch ausgeschlossen.
Institutionelle Aktionäre
Unter den Class-A-Aktionären führt das Proxy Statement 2026 vier Investoren mit mehr als 5 Prozent auf: die schottische Fondsgesellschaft Baillie Gifford mit 12,1 Prozent der Class A (2,9 Prozent der Stimmrechte), BlackRock mit 8,5 Prozent (2,1 Prozent), FMR, die Muttergesellschaft von Fidelity, mit 6,8 Prozent (1,6 Prozent) sowie Capital World Investors mit 5,8 Prozent (1,4 Prozent). Der Rest liegt bei weiteren Fonds und Privatanlegern. Frühere Wagniskapitalgeber wie CapitalG tauchen in der Liste der Großaktionäre nicht mehr auf.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 war das bislang stärkste Jahr. Der Umsatz stieg laut Geschäftsbericht auf 1,04 Mrd. US-Dollar (plus 39 Prozent), die Buchungen auf 1,16 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn von 414,1 Mio. US-Dollar enthält einen Steuereffekt von 256,7 Mio. US-Dollar; das bereinigte EBITDA lag bei 305,9 Mio. US-Dollar. Im vierten Quartal 2025 zählte Duolingo 52,7 Millionen tägliche und 133,1 Millionen monatliche Nutzer sowie 12,2 Millionen zahlende Abonnenten.
Die Börse reagierte dennoch negativ. Nach Vorlage der Jahreszahlen am 26. Februar 2026 fiel die Aktie laut „Der Aktionär“ um 21 Prozent, weil das Management für 2026 nur 15 bis 18 Prozent Umsatzwachstum in Aussicht stellte und Nutzerwachstum und Lernqualität bewusst vor kurzfristige Finanzziele setzt. Hinzu kamen Sorgen, KI-Angebote großer Tech-Konzerne könnten Sprachlern-Apps überflüssig machen. Zugleich beschloss der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm über 400 Mio. US-Dollar.
Das zweite Quartal 2026 bestätigte den Kurs: Der Umsatz wuchs laut Aktionärsbrief vom 5. August 2026 um 18 Prozent auf 298,5 Mio. US-Dollar, die täglichen Nutzer um 23 Prozent auf 58,7 Millionen, die zahlenden Abonnenten auf 12,7 Millionen. Die Buchungen legten mit 8 Prozent deutlich langsamer zu. Bis Anfang August 2026 hatte Duolingo eigene Aktien für 71,9 Mio. US-Dollar zurückgekauft. Die Marktkapitalisierung lag am 25. September 2026 bei rund 6,8 Mrd. US-Dollar, nach 14,3 Mrd. US-Dollar Ende 2024 und 8,1 Mrd. US-Dollar Ende 2025.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Duolingo verdient sein Geld überwiegend mit Abonnements. Die Basisversion ist kostenlos und werbefinanziert; die Abos Super Duolingo und Duolingo Max entfernen Werbung und schalten KI-Funktionen frei. 2025 entfielen laut Geschäftsbericht 996,3 Mio. US-Dollar der Buchungen auf Abonnements. Weitere Erlösquellen sind Werbung, In-App-Käufe und der Duolingo English Test, ein Online-Sprachzertifikat für Hochschulbewerbungen. Dividenden zahlt Duolingo nicht.
Zum Jahresende 2025 bot die App über 250 Sprachkurse an, dazu Kurse in Mathematik, Musik und Schach. Das Unternehmen beschäftigte mehr als 900 Mitarbeiter, darunter über 430 Ingenieure, mit Büros unter anderem in New York, Berlin und Peking. Mittelfristig peilt das Management 100 Millionen tägliche Nutzer an.
FAQ
Wem gehört Duolingo? Duolingo, Inc. ist eine börsennotierte Gesellschaft. Das Kapital liegt überwiegend bei Fonds und Privatanlegern, die Kontrolle jedoch bei den Gründern Luis von Ahn und Severin Hacker, die über Class-B-Aktien rund 75,8 Prozent der Stimmrechte halten.
Wer hat Duolingo gegründet? Der Guatemalteke Luis von Ahn und der Schweizer Severin Hacker gründeten Duolingo 2011 an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Von Ahn ist bis heute CEO und Chairman, Hacker CTO und Mitglied des Verwaltungsrats.
Wie viel Umsatz macht Duolingo? 2025 erzielte Duolingo laut Geschäftsbericht 1,04 Mrd. US-Dollar Umsatz und 414,1 Mio. US-Dollar Nettogewinn. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 16 Prozent.
Wie viele Nutzer hat Duolingo? Im zweiten Quartal 2026 nutzten 58,7 Millionen Menschen die App täglich und 140,6 Millionen monatlich; 12,7 Millionen zahlten für ein Abo.
Warum ist die Duolingo-Aktie 2026 gefallen? Nach den Jahreszahlen im Februar 2026 verlor die Aktie an einem Tag 21 Prozent, weil die Prognose unter den Erwartungen lag und Anleger KI-Konkurrenz fürchten. Die Marktkapitalisierung liegt im September 2026 bei rund 6,8 Mrd. US-Dollar.
Fazit
Duolingo ist ein gründergeführtes Unternehmen im Gewand einer Publikumsgesellschaft. Baillie Gifford und BlackRock halten zwar große Aktienpakete, doch dank der Class-B-Struktur bestimmen Luis von Ahn und Severin Hacker die Richtung. Operativ läuft das Geschäft mit über einer Milliarde US-Dollar Umsatz und fast 60 Millionen täglichen Nutzern so gut wie nie, an der Börse hat sich der Wert seit Ende 2024 jedoch mehr als halbiert. Ob die Wette auf Nutzerwachstum statt kurzfristiger Marge aufgeht, entscheidet sich in den kommenden Jahren.
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