Coty Inc. gehört mehrheitlich der JAB Holding Company, der Beteiligungsgesellschaft der deutschen Unternehmerfamilie Reimann. JAB hält laut Aktionärsdaten vom September 2026 gut 51 Prozent der Anteile am börsennotierten Kosmetikkonzern aus New York, gefolgt von BlackRock mit rund 8 Prozent; der Rest liegt bei weiteren Institutionellen und im Streubesitz. Der Finanzinvestor KKR ist kein Coty-Aktionär, sondern übernahm ab 2020 das ausgegliederte Wella-Geschäft. Seit Januar 2026 führt Markus Strobel Coty als Executive Chairman und Interims-CEO durch eine tiefgreifende Restrukturierung.
Key Takeaways
- Größter Aktionär von Coty ist die JAB Holding Company der Familie Reimann mit rund 51,3 Prozent der Anteile (Stand September 2026).
- Coty wurde 1904 in Paris gegründet, gehörte von 1963 bis 1992 zu Pfizer und wurde dann für 440 Mio. US-Dollar von Joh. A. Benckiser übernommen.
- Der Börsengang in New York erfolgte 2013; 2016 kaufte Coty 41 Beauty-Marken von Procter & Gamble und wurde zum drittgrößten Kosmetikanbieter der Welt.
- Das Wella-Geschäft ging 2020 zu 60 Prozent für 2,5 Mrd. US-Dollar an KKR; die letzten 25,8 Prozent verkaufte Coty im Dezember 2025 für 750 Mio. US-Dollar.
- Im Geschäftsjahr 2026 (bis 30. Juni 2026) sank der Umsatz auf 5,81 Mrd. US-Dollar, unter dem Strich stand ein Verlust von 618 Mio. US-Dollar.
- CEO Sue Nabi und Chairman Peter Harf schieden zum Jahreswechsel 2025/2026 aus; Coty prüft den Verkauf der Consumer-Beauty-Sparte und gibt die Gucci-Lizenz 2027 vorzeitig zurück.
| Name | Coty Inc. |
|---|---|
| Gegründet | 1904 in Paris durch François Coty |
| Sitz | New York, USA (Aktie an der NYSE, Kürzel COTY) |
| Branche | Kosmetik: Düfte, dekorative Kosmetik, Hautpflege |
| Eigentümer | JAB Holding Company (rund 51,3 Prozent), BlackRock (rund 8,2 Prozent), Streubesitz und weitere Institutionelle (Stand September 2026) |
| Muttergesellschaft | JAB Holding Company, Luxemburg (kontrolliert von der Familie Reimann) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 5,81 Mrd. US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2026; rund 11.600 Mitarbeiter (Geschäftsjahr 2025) |
| Vermögensbasis | Familie Reimann über JAB: Beteiligungen an Coty, Keurig Dr Pepper, JDE Peet’s, Krispy Kreme, Panera Brands, Pret A Manger, Tierkliniken |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von Coty liegen in Paris: 1904 gründete der Parfümeur François Coty das Unternehmen. 1963 übernahm der US-Pharmakonzern Pfizer die Marke, 1992 verkaufte er sie für 440 Mio. US-Dollar an die Joh. A. Benckiser GmbH, die Vorläuferin der heutigen JAB Holding. Ab 1993 führte Peter Harf, der spätere JAB-Chef, das Kosmetikunternehmen, das durch Zukäufe wie Rimmel (1996) wuchs.
2013 brachte JAB den Konzern an die New Yorker Börse, der Börsengang spülte rund 1 Mrd. US-Dollar ein. Den größten Sprung machte Coty 2016 mit der Übernahme von 41 Beauty-Marken von Procter & Gamble, darunter Wella, CoverGirl, Max Factor und die Duftlizenzen für Gucci und Hugo Boss. Der Kaufpreis lag laut Wikipedia bei 12,5 Mrd. US-Dollar. Die Integration erwies sich als schwierig, die Schulden stiegen. 2019 stockte JAB seinen Anteil per Übernahmeangebot von rund 40 auf 60 Prozent auf, im September 2020 wurde die frühere L’Oréal-Managerin Sue Nabi CEO.
Eigentümerstruktur im Detail

Coty ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit einem klaren Ankeraktionär. Nach den Aktionärsdaten vom September 2026 hält die JAB Holdings B.V. rund 51,3 Prozent der Aktien. Zweitgrößter Aktionär ist BlackRock mit rund 8,2 Prozent, es folgen BNP Paribas Financial Markets und Amundi mit jeweils rund 3 Prozent.
Hinter JAB steht die Familie Reimann. Nach dem Tod von Albert Reimann junior 1984 erbten seine neun Kinder das Unternehmen; heute kontrollieren vier von ihnen – Matthias Reimann-Andersen, Renate Reimann-Haas, Stefan Reimann-Andersen und Wolfgang Reimann – zusammen rund 90 Prozent der Holding. JAB sitzt in Luxemburg und bündelt neben Coty Beteiligungen an Keurig Dr Pepper, JDE Peet’s, Krispy Kreme, Panera Brands und Pret A Manger.
Eine häufige Verwechslung betrifft KKR: Der US-Finanzinvestor hat nie Coty-Aktien gehalten. Er kaufte 2020 für 2,5 Mrd. US-Dollar 60 Prozent des ausgegliederten Professional-Geschäfts mit Wella, Clairol, OPI und ghd. 2021 gingen weitere rund 9 Prozent für 426,5 Mio. US-Dollar an KKR, im Dezember 2025 die verbliebenen 25,8 Prozent für 750 Mio. US-Dollar. Coty erhält zusätzlich 45 Prozent der Erlöse aus einem künftigen Wella-Verkauf oder -Börsengang, sobald KKR seine Vorzugsrendite erzielt hat.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Juni 2025 berichtete das Branchenmedium WWD, JAB prüfe den Verkauf von Coty, möglicherweise getrennt nach Luxus- und Consumer-Sparte; Coty äußerte sich nicht. Am 30. September 2025 kündigte der Konzern an, seine Duftgeschäfte enger zu verzahnen und die Consumer-Beauty-Sparte einer strategischen Überprüfung zu unterziehen. Zur Disposition stehen CoverGirl, Rimmel, Sally Hansen und Max Factor mit rund 1,2 Mrd. US-Dollar Umsatz. Düfte machen 69 Prozent des Coty-Umsatzes aus.
Im Dezember 2025 folgte der Führungswechsel: Peter Harf zog sich nach mehr als 30 Jahren aus dem Board zurück, Sue Nabi gab den CEO-Posten nach fünf Jahren ab. Zum 1. Januar 2026 übernahm Markus Strobel, zuvor 33 Jahre bei Procter & Gamble, als Executive Chairman und Interims-CEO. Hintergrund: Der Aktienkurs hatte sich binnen eines Jahres mehr als halbiert, und Coty verliert die Gucci-Lizenz, weil Kering sein Beauty-Geschäft an L’Oréal verkauft hat. Im Juli 2026 einigte sich Coty mit Kering auf eine vorzeitige Rückgabe der Lizenz zum 30. Juni 2027 gegen rund 400 Mio. US-Dollar.
Das Geschäftsjahr 2026 fiel schwach aus: Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 5,81 Mrd. US-Dollar, das bereinigte EBITDA um 22 Prozent auf 847 Mio. US-Dollar, der Nettoverlust weitete sich auf 618 Mio. US-Dollar aus. Der freie Cashflow stieg immerhin auf 348 Mio. US-Dollar, die Nettofinanzschulden sanken auf 2,91 Mrd. US-Dollar. Unter dem Programm „Coty.Curated“ konzentriert Strobel die Investitionen auf weniger, größere Marken und plant für 2027 ein Sparprogramm. Die Entscheidung über Consumer Beauty soll bis Ende 2026 fallen.
Geschäftsmodell und Marken
Coty berichtet in zwei Segmenten. Prestige erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2026 rund 3,81 Mrd. US-Dollar oder 66 Prozent des Umsatzes, vor allem mit Duftlizenzen von Modehäusern wie Burberry, Calvin Klein, Hugo Boss und Marc Jacobs. Consumer Beauty mit rund 2,0 Mrd. US-Dollar bündelt CoverGirl, Rimmel, Max Factor, Sally Hansen und Bourjois sowie Massenmarkt-Düfte wie Adidas. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 5,89 Mrd. US-Dollar, der Nettoverlust bei 381 Mio. US-Dollar; Coty beschäftigte rund 11.600 Menschen.
Zur Vermögensbasis der Familie Reimann nennt uamr.de keine Beträge, offizielle Zahlen existieren nicht. Ihre Einnahmequellen sind Dividenden und Wertsteigerungen aus den JAB-Beteiligungen, allen voran Kaffee, Getränke und Systemgastronomie.
FAQ
Wem gehört Coty? Coty gehört zu gut 51 Prozent der JAB Holding Company der Familie Reimann. Die übrigen Aktien halten Institutionelle wie BlackRock sowie Privatanleger.
Ist KKR Eigentümer von Coty? Nein. KKR übernahm 2020 die Mehrheit am ausgegliederten Wella-Geschäft und hält seit Dezember 2025 alle Wella-Anteile. An der Coty Inc. selbst ist KKR nicht beteiligt.
Wer führt Coty? Seit dem 1. Januar 2026 leitet Markus Strobel Coty als Executive Chairman und Interims-CEO. Er folgte auf Sue Nabi, die den Konzern von 2020 bis Ende 2025 geführt hatte.
Wie viel Umsatz macht Coty? Im Geschäftsjahr 2026 (bis 30. Juni 2026) erzielte Coty 5,81 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Minus von 2 Prozent. Unter dem Strich stand ein Verlust von 618 Mio. US-Dollar.
Steht Coty zum Verkauf? Im Juni 2025 gab es Berichte, JAB suche Käufer für Coty. Offiziell prüft Coty seit September 2025 einen Verkauf oder eine Abspaltung der Consumer-Beauty-Sparte; eine Entscheidung ist bis Ende 2026 angekündigt.
Fazit
Coty ist seit 1992 ein Unternehmen der Familie Reimann, die über die JAB Holding mit gut 51 Prozent das Sagen hat. Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt: Mit dem Ausstieg aus Wella, dem Abschied von Sue Nabi und Peter Harf, dem vorgezogenen Ende der Gucci-Lizenz und der Prüfung der Consumer-Beauty-Sparte stellt Interims-CEO Markus Strobel den Konzern neu auf. Ob Coty als fokussierter Duftkonzern weitermacht oder JAB einen Käufer findet, dürfte sich bis Ende 2026 entscheiden.
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