Converse gehört seit 2003 vollständig zum US-Sportartikelkonzern Nike Inc., der die Kultmarke für rund 305 Mio. US-Dollar kaufte und als eigenes Segment mit Sitz in Boston führt. Hinter Nike steht die Familie des Mitgründers Phil Knight, die über die Holding Swoosh, LLC die stimmrechtsstarken Class-A-Aktien kontrolliert; Vanguard und BlackRock sind die größten Halter der Class-B-Aktien. Stand 2026 steckt Converse in einer Umsatzkrise und wird unter dem neuen Markenchef Aaron Cain umgebaut.
Key Takeaways
- Converse ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der börsennotierten Nike Inc. aus Beaverton, Oregon.
- Nike zahlte für die Übernahme im Juli 2003 rund 305 Mio. US-Dollar.
- Die Marke wurde 1908 von Marquis Mills Converse in Malden, Massachusetts, gegründet und meldete im Januar 2001 Insolvenz an.
- Bei Nike hält die Holding Swoosh, LLC der Familie Knight 78,5 Prozent der Class-A-Aktien, die den Großteil des Verwaltungsrats wählen (Stand Juli 2025).
- Der Converse-Umsatz fiel im Nike-Geschäftsjahr 2025 um 19 Prozent auf 1,7 Mrd. US-Dollar und im Geschäftsjahr 2026 um weitere 31 Prozent auf 1,2 Mrd. US-Dollar.
- Seit Sommer 2025 führt Nike-Manager Aaron Cain die Marke; im Februar 2026 folgte ein Stellenabbau in Boston.
| Name | Converse Inc. |
|---|---|
| Gegründet | 1908 in Malden, Massachusetts (USA), durch Marquis Mills Converse |
| Sitz | Boston, Massachusetts (Lovejoy Wharf, seit 2013) |
| Branche | Sneaker, Freizeitschuhe, Bekleidung und Accessoires |
| Eigentümer | Nike Inc. (100 Prozent, seit 2003) |
| Muttergesellschaft | Nike Inc., Beaverton, Oregon; notiert an der New Yorker Börse |
| Umsatz / Mitarbeiter | Converse: 1,2 Mrd. US-Dollar im Geschäftsjahr 2026 (bis 31. Mai 2026); Nike-Konzern: 46,4 Mrd. US-Dollar Umsatz, rund 73.000 Beschäftigte |
| Vermögensbasis | Familie Knight: Nike-Beteiligung über Swoosh, LLC und Familientrusts; Aaron Cain: angestellter Nike-Manager |
Geschichte und Herkunft
Im Februar 1908 gründete Marquis Mills Converse in Malden bei Boston die Converse Rubber Shoe Company, zunächst als Hersteller von Gummischuhen. 1917 kam der Basketballschuh „All Star“ auf den Markt; in den 1920er-Jahren stieß der Basketballspieler Chuck Taylor als Markenbotschafter hinzu, dessen Unterschrift seither das Emblem des „Chuck Taylor All Star“ ziert.
Eigenständig blieb Converse nicht: Ab 1972 gehörte die Firma zu Eltra, von 1979 bis 1982 zu Allied und von 1986 bis 1994 zu Interco. Am 22. Januar 2001 meldete Converse Insolvenz an, die letzten US-Fabriken schlossen. Im April 2001 übernahm die Investorengruppe Footwear Acquisitions die Marke und sanierte sie. Am 9. Juli 2003 gab Nike die Übernahme bekannt: Für rund 305 Mio. US-Dollar in bar plus bestimmte Verbindlichkeiten aus dem Umlaufvermögen wechselte Converse komplett zum Konzern aus Oregon. 2013 zog die Zentrale von North Andover an den Lovejoy Wharf in Boston.
Eigentümerstruktur im Detail

Converse Inc. ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Nike Inc.; außenstehende Anteilseigner an der Marke gibt es nicht. Nike weist Converse als eigenes Segment aus, das Sneaker, Bekleidung und Accessoires unter Marken wie „Chuck Taylor“, „All Star“, „One Star“ und „Jack Purcell“ entwirft, vertreibt und lizenziert.
Entscheidend ist deshalb die Eigentümerstruktur von Nike. Der Konzern hat seit dem Börsengang 1980 zwei Aktiengattungen: nicht gehandelte Class-A-Aktien, die den Großteil des Verwaltungsrats wählen, und börsennotierte Class-B-Aktien. Zum Stichtag 9. Juli 2025 waren rund 288,9 Mio. Class-A- und rund 1,19 Mrd. Class-B-Aktien ausgegeben. Die Class-A-Aktien liegen fast vollständig bei der Familie Knight: Die 2015 gegründete Holding Swoosh, LLC hält 78,5 Prozent, Phil Knight persönlich 9,5 Prozent und der Travis A. Knight 2009 Irrevocable Trust II, ein Trust zugunsten von Knights Sohn Travis und dessen Familie, 9,4 Prozent; die restlichen 2,6 Prozent liegen bei sonstigen Haltern. Bei der Hauptversammlung 2025 wählten die Class-A-Aktionäre neun der zwölf Verwaltungsratsmitglieder, 2026 acht von elf.
Bei den Class-B-Aktien dominieren Fondsgesellschaften: The Vanguard Group hielt laut Nike-Hauptversammlungsunterlagen 2025 rund 9,0 Prozent, BlackRock rund 7,3 Prozent. Wirtschaftlich gehört Converse damit einem breit gestreuten Aktionärskreis, die Kontrolle liegt aber bei der Familie Knight.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Converse ist für Nike zum Sorgenkind geworden. Im Geschäftsjahr 2025 (bis 31. Mai 2025) sank der Umsatz um 19 Prozent auf 1,7 Mrd. US-Dollar, im Geschäftsjahr 2026 erneut um 31 Prozent auf 1,2 Mrd. US-Dollar mit Rückgängen in allen Regionen. Im Geschäftsjahr 2023 waren es noch 2,4 Mrd. US-Dollar; der „Boston Globe“ sprach im Mai 2026 vom niedrigsten Quartalsumsatz seit 2011.
Nike reagierte mit einem Führungswechsel: Im Juli 2025 kündigte der Konzern an, dass Nike-Manager Aaron Cain Converse-Chef Jared Carver ablöst. Im Februar 2026 folgte laut Bloomberg ein Stellenabbau in der Bostoner Zentrale, dessen Umfang Converse nicht bezifferte. Cain setzt auf weniger Produkte, die Klassiker „Chuck Taylor“ und „Jack Purcell“ sowie Schlüsselstädte wie New York, London und Shanghai. Nike-Chef Elliott Hill hat sich trotz der Krise zur Marke bekannt.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Converse verdient sein Geld mit Lifestyle-Sneakern, allen voran dem „Chuck Taylor All Star“ mit laut Wikipedia über 600 Millionen verkauften Paaren. Zum 31. Mai 2026 betrieb Converse 60 eigene Geschäfte in den USA und 54 außerhalb der USA. Gewinnzahlen weist Nike für Converse nicht separat aus. Der Mutterkonzern erzielte im Geschäftsjahr 2026 46,4 Mrd. US-Dollar Umsatz und 3,1 Mrd. US-Dollar Nettogewinn und beschäftigte weltweit rund 73.000 Menschen.
Die Menschen hinter Converse
Converse-Chef ist seit Sommer 2025 Aaron Cain, der die Marke als angestellter Manager im Auftrag von Nike führt; sein Vorgänger Jared Carver hatte sie seit Mai 2023 geleitet. Über der Marke steht Nike-CEO Elliott Hill, seit Oktober 2024 im Amt. Die eigentliche Macht liegt bei der Familie Knight: Phil Knight gründete Nike 1964 mit Bill Bowerman; seine Vermögensbasis ist die Nike-Beteiligung, die er 2015 überwiegend in Swoosh, LLC eingebracht hat. Forbes führt ihn in seiner Milliardärsliste. Sein Sohn Travis Knight, Chef des Animationsstudios Laika, sitzt im Nike-Verwaltungsrat.
FAQ
Wem gehört Converse heute? Converse gehört zu 100 Prozent der Nike Inc., die die Marke im Juli 2003 für rund 305 Mio. US-Dollar übernahm und als eigenes Segment mit Sitz in Boston führt.
Wem gehört Nike, der Mutterkonzern von Converse? Nike ist börsennotiert. Die Familie Knight kontrolliert über Swoosh, LLC, Phil Knight persönlich und einen Familientrust mehr als 97 Prozent der Class-A-Aktien und wählt damit den Großteil des Verwaltungsrats. Größte Halter der Class-B-Aktien sind Vanguard mit rund 9,0 Prozent und BlackRock mit rund 7,3 Prozent (Stand Juli 2025).
Warum ging Converse 2001 in die Insolvenz? Nach mehreren Eigentümerwechseln und wachsendem Konkurrenzdruck meldete Converse am 22. Januar 2001 Insolvenz an. Die Investorengruppe Footwear Acquisitions übernahm die Marke und verkaufte sie 2003 an Nike.
Wie viel Umsatz macht Converse? Im Nike-Geschäftsjahr 2026 erzielte Converse 1,2 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Rückgang um 31 Prozent. Im Geschäftsjahr 2025 waren es 1,7 Mrd. US-Dollar, 2023 noch 2,4 Mrd. US-Dollar.
Wer führt Converse? Seit Sommer 2025 leitet der langjährige Nike-Manager Aaron Cain die Marke. Er ersetzte Jared Carver und setzt auf weniger Produkte und die Klassiker „Chuck Taylor“ und „Jack Purcell“.
Will Nike Converse verkaufen? In Medien wurde 2026 über einen Verkauf spekuliert. Nike hat sich jedoch zur Marke bekannt; konkrete Verkaufspläne sind nicht öffentlich bekannt.
Fazit
Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Converse?“ lautet seit mehr als zwei Jahrzehnten: Nike. Der Kauf für rund 305 Mio. US-Dollar galt lange als Glücksgriff, weil Converse zeitweise mehr als 2 Mrd. US-Dollar im Jahr umsetzte. Hinter Nike steht die Familie Knight, die über Swoosh, LLC den Konzern und damit die Kultmarke kontrolliert.
Stand 2026 ist Converse jedoch ein Sanierungsfall: Der Umsatz hat sich seit 2023 in etwa halbiert, Stellen wurden gestrichen, und Aaron Cain muss beweisen, dass sich der „Chuck Taylor All Star“ neu beleben lässt. An den Eigentumsverhältnissen ändert das vorerst nichts.
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