Dress for Less gehört seit April 2024 zur britischen Secret Sales Group, die bis Juni 2026 als Lifestyle Retail Group (LRG) firmierte. Das 1999 in Kelsterbach gegründete Online-Outlet gehörte zuvor dem spanischen Shopping-Club Privalia und von 2016 bis 2023 Signa Retail aus dem Reich von René Benko. Mit dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe stellte die dress-for-less GmbH am 22. Dezember 2023 zum zweiten Mal einen Insolvenzantrag. Seither läuft die Marke auf der Plattform von Secret Sales weiter, die alte GmbH wird liquidiert.
Key Takeaways
- Eigentümer von Dress for Less ist seit dem 3. April 2024 die Londoner Secret Sales Group (bis Juni 2026 Lifestyle Retail Group) unter CEO Chris Griffin.
- Die Website wird seit dem 26. März 2024 von der LRG Online Ltd. verwaltet; die dress-for-less GmbH in Kelsterbach ist eine Gesellschaft in Liquidation.
- Gegründet wurde das Unternehmen 1999 von Mirco Schultis und Holger Hengstler in Kelsterbach.
- 2011 kaufte Privalia das Unternehmen, 2015 folgte ein Management-Buy-out, im Juni 2016 die erste Insolvenz.
- Von August 2016 bis Ende 2023 gehörte Dress for Less zu Signa Retail – seit 2024 ist das Geschichte.
- Im Geschäftsjahr 2021/22 erzielte das Unternehmen laut Horizont 48 Mio. Euro Umsatz bei 12,3 Mio. Euro Jahresfehlbetrag und 184 Beschäftigten.
- Die Secret Sales Group ist 2026 in sieben europäischen Märkten aktiv und meldete für Dress for Less in Deutschland ein Wachstum von 58 Prozent.
| Name | Dress for Less (Online-Outlet, dress-for-less.de) |
|---|---|
| Gegründet | 1999 von Mirco Schultis und Holger Hengstler |
| Sitz | ursprünglich Kelsterbach (Hessen); Betrieb heute über LRG Online Ltd., London |
| Branche | Online-Handel, Off-Price-Mode (Marktplatz) |
| Eigentümer | Secret Sales Group (bis Juni 2026: Lifestyle Retail Group), Großbritannien |
| Muttergesellschaft | Secret Sales Group / LRG Online Ltd.; frühere Eigentümer: Signa Retail (2016–2023), Privalia (2011–2015) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 48 Mio. Euro Umsatz, 184 Beschäftigte (Geschäftsjahr 2021/22, laut Horizont); rund 100 Mio. Euro Umsatz 2023 (Angabe des Käufers) |
| Vermögensbasis | Marke, Domain und Kundenstamm innerhalb der Secret Sales Group; Warenangebot über die Marktplatz-Plattform des Eigentümers |
Geschichte und Herkunft
Dress for Less zählt zu den Pionieren des deutschen Online-Modehandels. Mirco Schultis und Holger Hengstler gründeten das Unternehmen 1999 in Kelsterbach bei Frankfurt als digitales Outlet für Überhänge und Vorsaisonware bekannter Marken, zeitweise aktiv in 13 Ländern mit den Kernmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlande.
2007 stieg laut Retail News der Finanzinvestor Palamon Capital Partners ein. Im März 2011 übernahm der spanische Shopping-Club Privalia das Unternehmen; Privalia bezifferte den Kaufpreis später laut FashionUnited auf rund 120 Mio. Euro. Die deutsche Tochter blieb defizitär, und im Herbst 2015 reichte Privalia sie per Management-Buy-out an die Geschäftsführung um Antonio Gonzalo weiter. Privalia selbst wurde 2016 von Vente-privee (heute Veepee) übernommen – Dress for Less war da nicht mehr an Bord, eine Veepee-Eigentümerschaft hat es nie gegeben.
Am 8. Juni 2016 stellte die dress-for-less GmbH beim Amtsgericht Darmstadt ihren ersten Insolvenzantrag; rund 260 Beschäftigte arbeiteten damals in Kelsterbach. Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner fand rasch einen Käufer: Am 1. August 2016 gab Signa Retail, die Handelssparte der österreichischen Signa Holding von René Benko, die Übernahme bekannt. Rund 245 Arbeitsplätze blieben erhalten, das Verfahren wurde im April 2017 abgeschlossen.
Eigentümerstruktur im Detail

Seit dem 3. April 2024 gehört Dress for Less zur Lifestyle Retail Group aus London, die sich am 10. Juni 2026 in Secret Sales Group umbenannt hat. Die Gruppe wird von den Gründern Chris Griffin (CEO) und Matt Purt geführt, die 2019 das britische Online-Outlet Secret Sales von dessen Gründern Nish und Sach Kukadia übernommen und zum Marktplatz umgebaut haben. Die Gruppe ist privat gehalten, eine Aktionärsstruktur mit Prozentanteilen wird nicht veröffentlicht.
Operativ ist die Struktur zweigeteilt. Die dress-for-less GmbH in Kelsterbach, der Rechtsträger aus der Signa-Zeit, wird im Handelsregister als Gesellschaft in Liquidation geführt. Marke, Domain und Kundenstamm gingen an den Käufer über: Laut Exciting Commerce wird die Website „mit Wirkung vom 26. März“ 2024 von der LRG Online Ltd. verwaltet. Dress for Less behält Namen und Markenidentität, läuft aber auf der Technologie von Secret Sales. Kaufpreis und Mitarbeiterübernahme wurden nicht veröffentlicht.
Die Eigentümerkette lautet damit: Secret Sales Group (Holding, London) – LRG Online Ltd. (Betreibergesellschaft) – Marke Dress for Less. Schwestermarken sind Secret Sales, Dreivip (Spanien, seit 2023), Afound (Schweden, 2024 von der H&M-Gruppe gekauft) sowie V&D und To Be Dressed (Benelux, seit 2025).
Die Signa-Zeit 2016 bis 2023
Unter Signa Retail wurde Dress for Less im Januar 2020 mit dem europäischen Geschäft von Saks Off 5th zu einem Omnichannel-Off-Price-Händler mit Zentrale in Frankfurt am Main zusammengelegt. Als die Signa Holding Ende November 2023 Insolvenz anmeldete, riss sie ihre Handelstöchter mit: Nach Signa Sports United, Tennis-Point, Internetstores und SportScheck stellte auch die dress-for-less GmbH am 22. Dezember 2023 beim Amtsgericht Darmstadt einen Insolvenzantrag, vorläufiger Verwalter wurde erneut Jan Markus Plathner. Das Verfahren wurde am 1. März 2024 eröffnet.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im März 2024 nahm Dress for Less seinen Shop kurzzeitig vom Netz und startete einen Lagerverkauf, Beobachter rechneten mit einer Zerschlagung. Stattdessen verkündete Secret Sales am 3. April 2024 die Übernahme und bezifferte den Umsatz von Dress for Less für 2023 auf rund 100 Mio. Euro. Deutschland wurde der sechste Markt der Gruppe.
Im Juli 2025 kaufte die Gruppe die niederländische Traditionsmarke V&D (Vroom & Dreesmann) sowie To Be Dressed. Zum Rebranding im Juni 2026 nannte die Secret Sales Group laut FashionNetwork rund 17 Millionen registrierte Nutzer, 4.878 Marken und 1,5 Millionen Produkte. Der Bruttowarenwert (GMV) sei um 41 Prozent gestiegen, für Dress for Less in Deutschland wurde ein Plus von 58 Prozent ausgewiesen. Konzernweite Umsatz- oder Gewinnzahlen der privat gehaltenen Gruppe sind nicht öffentlich.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Dress for Less war ursprünglich ein Outlet-Händler mit eigenem Einkauf und Lager. Unter Secret Sales gilt das Marktplatz-Prinzip: Marken und Händler listen Überbestände auf der Plattform, die Gruppe stellt Technologie, Reichweite und Abwicklung und lässt den Marken die Kontrolle über Preis und Positionierung.
Die letzten belastbaren Einzelzahlen stammen aus dem Geschäftsjahr 2021/22: Laut Horizont lag der Umsatz bei 48 Mio. Euro (plus 19 Prozent), der Jahresfehlbetrag bei 12,3 Mio. Euro, beschäftigt waren 184 Menschen. Die vom Käufer für 2023 genannten 100 Mio. Euro sind nicht durch einen veröffentlichten Jahresabschluss belegt, und seit 2024 weist die Secret Sales Group keine separaten Zahlen für Dress for Less aus.
FAQ
Wem gehört Dress for Less heute? Der britischen Secret Sales Group (bis Juni 2026 Lifestyle Retail Group) mit Sitz in London. Die Website betreibt die Konzerngesellschaft LRG Online Ltd., CEO der Gruppe ist Chris Griffin.
Gehört Dress for Less noch zu Signa? Nein. Signa Retail war von August 2016 bis Ende 2023 Eigentümer. Im April 2024 erwarb Secret Sales die Marke aus dem Insolvenzverfahren.
Wer hat Dress for Less gegründet? Mirco Schultis und Holger Hengstler gründeten das Unternehmen 1999 in Kelsterbach bei Frankfurt am Main.
Hat Veepee beziehungsweise Vente-privee jemals Dress for Less besessen? Nein. Vente-privee kaufte 2016 den früheren Eigentümer Privalia, doch Privalia hatte die deutsche Tochter bereits 2015 an das Management abgegeben.
Wie oft war Dress for Less insolvent? Zweimal: am 8. Juni 2016 und am 22. Dezember 2023, jeweils beim Amtsgericht Darmstadt.
Existiert dress-for-less.de 2026 noch? Ja. Der Shop läuft unter dem gewohnten Namen auf der Marktplatz-Plattform von Secret Sales weiter; die Gruppe meldete im Juni 2026 für Deutschland ein Wachstum von 58 Prozent.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Dress for Less?“ hat 2026 eine klare Antwort: der Secret Sales Group aus London, die die Marke im April 2024 aus der zweiten Insolvenz übernommen hat. Die Signa-Episode ist abgeschlossen, die Kelsterbacher GmbH wird abgewickelt. Geblieben ist eine Marke mit über 25 Jahren Geschichte, die als deutscher Ableger eines paneuropäischen Off-Price-Marktplatzes weiterläuft – ohne eigene veröffentlichte Bilanz, aber mit einem Eigentümer, der weiter zukauft.