Discover Airlines ist die Ferienfluggesellschaft der Lufthansa Group in Deutschland und gehört zu 100 Prozent der Deutschen Lufthansa AG. Die 2021 als Eurowings Discover gestartete Airline firmiert rechtlich als EW Discover GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, betreibt 2026 eine Flotte von 33 Airbus-Jets und beschäftigt rund 2.200 Menschen. Wer die Eigentümerfrage stellt, landet damit beim Mutterkonzern: Die börsennotierte Lufthansa erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 39,6 Mrd. Euro, ihr größter Einzelaktionär war mit 20 Prozent der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, der im August 2026 verstarb.
Key Takeaways
- Discover Airlines (EW Discover GmbH) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG und nicht börsennotiert.
- Die Airline startete am 24. Juli 2021 als Eurowings Discover und wurde am 5. September 2023 in Discover Airlines umbenannt.
- Die Flotte umfasst 2026 laut Unternehmensangaben 33 Flugzeuge (15 Airbus A330, 18 Airbus A320); ab Mitte 2027 sollen schrittweise 13 Airbus A350-900 hinzukommen.
- Seit dem 1. Dezember 2025 führt Ulrich Lindner die Airline als CEO; sein Vorgänger Bernd Bauer konzentriert sich wieder ganz auf die Schweizer Schwestergesellschaft Edelweiss.
- Der Mutterkonzern Lufthansa Group erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 39,6 Mrd. Euro, ein Adjusted EBIT von 1,96 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von 1,34 Mrd. Euro.
- Größter Lufthansa-Aktionär ist die Kühne Aviation GmbH mit 20 Prozent (Stand Mai 2026); nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne am 24. August 2026 soll die Beteiligung unter dem Dach der Kühne-Stiftung weitergeführt werden.
| Name | Discover Airlines (EW Discover GmbH) |
|---|---|
| Gegründet | Januar 2021 (Betriebsstart 24. Juli 2021 als Eurowings Discover) |
| Sitz | Frankfurt am Main; Basen in Frankfurt und München |
| Branche | Luftverkehr, Ferienfluggesellschaft |
| Eigentümer | Deutsche Lufthansa AG (100 Prozent) |
| Muttergesellschaft | Lufthansa Group, Köln (börsennotiert, Kühne Aviation GmbH hält 20 Prozent) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Keine eigene Umsatzveröffentlichung; rund 2.200 Beschäftigte (Stand 2025/2026) |
| Vermögensbasis | Flotte von 33 Airbus-Jets, Streckennetz mit rund 60 Zielen, Zugriff auf Vertrieb, Vielfliegerprogramm und Bilanz der Lufthansa Group |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln der Airline reichen in den Juni 2019 zurück, als die Lufthansa unter dem Arbeitstitel „Ocean“ eine neue Ferienfluggesellschaft für Frankfurt und München plante, um das touristische Langstreckengeschäft im eigenen Konzern abzudecken. Im Januar 2021 beantragte die neu gegründete EW Discover GmbH ihr Luftverkehrsbetreiberzeugnis, am 24. Juli 2021 hob der erste Flug unter dem Namen Eurowings Discover von Frankfurt nach Mombasa und Sansibar ab.
Trotz des Namens war die Gesellschaft nie eine Tochter von Eurowings, sondern von Beginn an direkt bei der Deutschen Lufthansa AG angesiedelt. Am 5. September 2023 erfolgte die Umbenennung in Discover Airlines, verbunden mit einem neuen Erscheinungsbild. Die Münchner Basis, im Juni 2022 eröffnet und im März 2023 vorübergehend geschlossen, wurde im Sommer 2024 wiedereröffnet; seit März 2025 startet Discover auch Langstreckenflüge aus München.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette ist kurz: Alleinige Gesellschafterin der EW Discover GmbH ist die Deutsche Lufthansa AG mit Sitz in Köln. Discover Airlines hat keine externen Anteilseigner, ist nicht börsennotiert und wird im Konzernabschluss konsolidiert; eigene Zahlen zu Umsatz oder Ergebnis veröffentlicht der Konzern nicht. Wem Discover wirtschaftlich gehört, entscheidet sich deshalb auf der Aktionärsebene der Lufthansa.
Die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG
Die Deutsche Lufthansa AG wurde 1953 gegründet und ist seit 1997 vollständig privatisiert. Größter Einzelaktionär ist die Kühne Aviation GmbH, eine Gesellschaft der Kühne Holding AG. Sie stockte ihre Beteiligung laut Stimmrechtsmitteilung vom 11. Mai 2026 von gut 15 auf 20 Prozent auf und sprach von einem „strategischen Investment“. Zweitgrößter bekannter Aktionär ist die US-Fondsgesellschaft Capital Group mit rund 5,2 Prozent. Die übrigen knapp 75 Prozent befinden sich im Streubesitz institutioneller und privater Anleger. Die Marktkapitalisierung lag im September 2026 laut finanzen.net bei rund 9,2 Mrd. Euro.
Klaus-Michael Kühne, der die Beteiligung seit 2022 schrittweise aufgebaut hatte und das Lufthansa-Management wiederholt öffentlich kritisierte, starb in der Nacht zum 24. August 2026 im Alter von 89 Jahren. Seine Beteiligungen, darunter die Anteile an Kühne + Nagel, Hapag-Lloyd und Lufthansa, sollen laut Medienberichten an die Kühne-Stiftung übergehen. Karl Gernandt, Verwaltungsratspräsident der Kühne Holding, sitzt seit Mai 2023 im Aufsichtsrat der Lufthansa. An der Struktur von Discover Airlines ändert das nichts: Die Airline bleibt eine Konzerntochter der Lufthansa.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Discover Airlines befindet sich auf Wachstumskurs. Im Oktober 2025 kündigte die Airline an, ihre Flotte bis Mitte 2028 auf 40 Flugzeuge auszubauen. 2026 kamen zwei weitere A320 hinzu, fünf zusätzliche A330-300 werden eingeflottet und die drei älteren A330-200 ausgemustert. Im April 2026 stockte die Lufthansa Group im Zuge eines verschärften Sparkurses die A350-Zusage von vier auf 13 Maschinen auf; die ersten kommen ab Mitte 2027, neun weitere ab 2029. Laut Unternehmensangaben umfasst die Flotte 2026 insgesamt 33 Flugzeuge, davon 15 A330 und 18 A320.
An der Spitze gab es einen Wechsel: Zum 1. Dezember 2025 übernahm Ulrich Lindner, zuvor Leiter des Bereichs „Offer Steering and Ancillaries“ der Lufthansa Group, den CEO-Posten. Bernd Bauer, der Discover seit Oktober 2022 in Doppelfunktion mit Edelweiss geführt hatte, konzentriert sich seither auf die Schweizer Ferienairline. Im Streckennetz kamen 2026 unter anderem Shannon, Larnaka, Brindisi und Oulu hinzu; für den Sommer 2027 sind erstmals britische Ziele (Bristol, Glasgow, Inverness) angekündigt. Beim Mutterkonzern prägten 2026 dagegen Streiks von Kabinen- und Cockpitgewerkschaften, gestiegene Kerosinpreise infolge des Iran-Konflikts und ein Sparprogramm mit dem Ziel von 4.000 abgebauten Verwaltungsstellen bis 2030 das Bild. Discover selbst hatte seinen ersten Tarifkonflikt 2024 ausgetragen: Nach einem ersten Tarifvertrag mit Verdi streikten Ufo und Vereinigung Cockpit im Spätsommer 2024 für eigene Abschlüsse.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Discover Airlines bedient von Frankfurt und München aus rund 60 Ziele: auf der Kurz- und Mittelstrecke Mittelmeer, Kanaren und Nordafrika, auf der Langstrecke Nordamerika, die Karibik, Afrika und den Indischen Ozean. Anders als reine Billigflieger bietet die Airline auf der Langstrecke drei Klassen (Economy, Premium Economy, Business Class), ist in das Vielfliegerprogramm Miles & More eingebunden und verkauft Codeshare-Flüge mit Air Canada und United Airlines.
Die wirtschaftliche Basis liefert der Konzern. Die Lufthansa Group meldete für 2025 laut Geschäftsbericht einen Umsatz von 39,6 Mrd. Euro (plus 5 Prozent), ein Adjusted EBIT von 1,96 Mrd. Euro (plus 19 Prozent), ein Konzernergebnis von 1,34 Mrd. Euro und 135 Millionen Passagiere bei einem Rekord-Sitzladefaktor von 83,2 Prozent. Zum Jahresende 2025 beschäftigte der Konzern 103.255 Mitarbeitende; der Vorstand schlug eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor.
Bedeutung für den deutschen Markt
Mit Discover Airlines hat sich die Lufthansa Group das touristische Segment ab Deutschland zurückgeholt, das nach dem Verkauf der Condor-Anteile 2009 lange dem Wettbewerb überlassen war. Im Ferienflugmarkt konkurriert Discover vor allem mit Condor, TUIfly und den Billigfliegern. Die geplante A350-Flotte zeigt, dass der Konzern Discover als festen Baustein seiner Langstreckenstrategie versteht.
FAQ
Wem gehört Discover Airlines? Discover Airlines gehört zu 100 Prozent der Deutschen Lufthansa AG. Die Airline firmiert als EW Discover GmbH und ist nicht börsennotiert.
Gehört Discover Airlines zu Eurowings? Nein. Trotz des früheren Namens Eurowings Discover war die Gesellschaft nie eine Tochter von Eurowings, sondern immer direkt der Deutschen Lufthansa AG zugeordnet. Seit September 2023 heißt sie Discover Airlines.
Wer ist der größte Aktionär der Lufthansa? Die Kühne Aviation GmbH hält seit Mai 2026 20 Prozent der Lufthansa-Aktien. Nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne im August 2026 soll die Beteiligung unter dem Dach der Kühne-Stiftung weitergeführt werden.
Wie groß ist die Flotte von Discover Airlines? Laut Unternehmensangaben umfasst die Flotte 2026 33 Flugzeuge, darunter 15 Airbus A330 und 18 Airbus A320. Ab Mitte 2027 sollen schrittweise 13 Airbus A350-900 hinzukommen, bis Mitte 2028 ist eine Flotte von 40 Maschinen geplant.
Wer leitet Discover Airlines? Seit dem 1. Dezember 2025 ist Ulrich Lindner CEO von Discover Airlines. Er folgte auf Bernd Bauer, der die Airline seit Oktober 2022 parallel zu Edelweiss geführt hatte.
Fazit
Die Eigentümerfrage bei Discover Airlines ist eindeutig: Die Ferienairline gehört vollständig der Deutschen Lufthansa AG und damit indirekt deren Aktionären, allen voran der Kühne Aviation GmbH mit 20 Prozent und dem breiten Streubesitz. In fünf Jahren hat sich Discover vom Projekt „Ocean“ zu einer Airline mit 33 Flugzeugen und rund 2.200 Beschäftigten entwickelt, die mit 13 zugesagten A350-900 und einem Ausbau auf 40 Maschinen bis 2028 zum tragenden Pfeiler der Lufthansa-Langstreckenstrategie werden soll. Der Tod von Großaktionär Klaus-Michael Kühne im August 2026 verändert die Verhältnisse auf Aktionärsebene, an der Konzernzugehörigkeit von Discover Airlines ändert er nichts.