
Die Consorsbank gehört vollständig der französischen Großbank BNP Paribas. Seit 2002 ist der Nürnberger Online-Broker Teil des Pariser Konzerns, seit November 2014 wird er als eingetragene Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland geführt. Eigentümer sind damit letztlich die Aktionäre der börsennotierten BNP Paribas, allen voran BlackRock, der belgische Staat über die SFPI und ein breiter institutioneller Streubesitz. Stand 2026 betreut die Consorsbank rund 1,78 Millionen Kunden und zählt zu den größten Direktbanken Deutschlands.
Key Takeaways
- Die Consorsbank ist zu 100 Prozent im Besitz der BNP Paribas S.A. mit Sitz in Paris und wird als Marke der deutschen Niederlassung geführt.
- Gegründet wurde Consors 1994 von Karl Matthäus Schmidt als Discount-Broker der fränkischen Schmidtbank, der Börsengang folgte 1999.
- BNP Paribas übernahm Consors im Jahr 2002 für rund 485 Mio. Euro und verschmolz den Broker mit der eigenen Tochter Cortal zu Cortal Consors.
- Seit dem 8. Dezember 2014 tritt das Unternehmen unter dem Namen Consorsbank auf; 2016 kamen die Privatkunden der DAB Bank hinzu.
- Größte Einzelaktionäre der BNP Paribas sind BlackRock mit 7,1 Prozent und der belgische Staat über die SFPI mit 5,7 Prozent (Stand 30. Juni 2026).
- Der Mutterkonzern erzielte 2025 Erträge von 51,2 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 12,2 Mrd. Euro.
| Name | Consorsbank (Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland) |
|---|---|
| Gegründet | 1994 als Consors Discount-Broker (Tochter der Schmidtbank) |
| Sitz | Nürnberg, Bahnhofstraße 55 |
| Branche | Direktbank, Online-Brokerage, Girokonten, Sparprodukte |
| Eigentümer | BNP Paribas S.A., Paris (100 Prozent) |
| Muttergesellschaft | BNP Paribas S.A., börsennotiert in Paris |
| Umsatz / Mitarbeiter | BNP-Paribas-Konzern 2025: 51,2 Mrd. Euro Erträge, 12,2 Mrd. Euro Nettogewinn, rund 178.000 Mitarbeiter; Consorsbank: rund 1.700 Mitarbeiter, rund 1,78 Mio. Kunden, 92,4 Mrd. Euro Kundenvermögen (Stand Dezember 2024) |
| Vermögensbasis | Aktionäre der BNP Paribas: BlackRock, belgischer Staat (SFPI), Mitarbeiterfonds, breiter institutioneller Streubesitz |
Geschichte und Herkunft
1994 gründete Karl Matthäus Schmidt, Sohn der Inhaberfamilie der Schmidtbank aus Hof an der Saale, den Discount-Broker Consors als Tochter des elterlichen Instituts: Wertpapieraufträge ohne Beratung zu deutlich niedrigeren Gebühren als bei Filialbanken. 1998 wurde Consors Aktiengesellschaft, 1999 folgte der Börsengang am Neuen Markt. 2001 betreute die Bank rund 450.000 Kundendepots und expandierte in die Schweiz, nach Frankreich, Italien und Spanien.
Als die Schieflage der Schmidtbank Ende 2001 öffentlich wurde, stand das Consors-Paket zum Verkauf. Im Mai 2002 sicherte sich BNP Paribas den Broker: Für den Anteil der Schmidtbank von 66 Prozent zahlten die Franzosen 287 Mio. Euro, den übrigen Aktionären wurden 12,40 Euro je Aktie geboten; insgesamt wurde der Kaufpreis mit rund 485 Mio. Euro beziffert. Consors wurde mit der BNP-Tochter Cortal zu Cortal Consors verschmolzen, damals der größte Online-Broker Europas mit 1,2 Millionen Kunden.
Eigentümerstruktur im Detail

Rechtlich ist die Consorsbank heute kein eigenständiges Unternehmen mehr. Im November 2014 wurde Cortal Consors in die BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland eingegliedert, seit dem 8. Dezember 2014 lautet der Markenname Consorsbank. Eigentümer ist somit zu 100 Prozent die BNP Paribas S.A., beaufsichtigt von EZB, BaFin und den französischen Behörden.
Wer die Consorsbank besitzt, ist deshalb eine Frage nach den Aktionären der BNP Paribas, deren Marktkapitalisierung Ende Juli 2026 bei 120,8 Mrd. Euro lag. Nach Angaben des Konzerns zum 30. Juni 2026 hält BlackRock 7,1 Prozent und ist damit größter Einzelaktionär, die belgische Staatsholding SFPI 5,7 Prozent, der Mitarbeiterfonds FCPE 3,3 Prozent, das Großherzogtum Luxemburg 1,2 Prozent und direkt beteiligte Mitarbeiter 0,86 Prozent. Privatanleger halten 7,3 Prozent. Der Löwenanteil von 74,5 Prozent liegt bei institutionellen Investoren, davon 42,2 Prozent bei europäischen und 32,3 Prozent bei außereuropäischen Anlegern. Der Vermögensverwalter Amundi wurde Ende 2024 noch mit 5,0 Prozent geführt, taucht zur Jahresmitte 2026 aber nicht mehr gesondert auf. Der französische Staat ist entgegen verbreiteter Annahmen nicht beteiligt.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 war für den Mutterkonzern ein Umbaujahr: Am 1. Juli 2025 schloss BNP Paribas die Übernahme von AXA Investment Managers ab, im Oktober 2025 folgte in Deutschland das Private-Banking-Geschäft der HSBC. Am 5. Februar 2026 legte der Konzern seine Jahreszahlen vor: Erträge von 51,2 Mrd. Euro (plus 4,9 Prozent), Nettogewinn von 12,2 Mrd. Euro (plus 4,6 Prozent), eine harte Kernkapitalquote von 12,6 Prozent und eine vorgeschlagene Dividende von 5,16 Euro je Aktie.
Die Consorsbank selbst baut ihr Angebot aus: Im August 2025 startete die Consorsbank Pro App, im September 2025 das Jugendangebot RISE. Seit Oktober 2025 sind alle ETF-Sparpläne gebührenfrei, im November 2025 kamen die Handelsplätze gettex, Lang & Schwarz Exchange und Quotrix hinzu, im Mai 2026 Kryptowertpapiere. Ein Verkauf der Consorsbank steht nicht zur Debatte; BNP Paribas bezeichnet Deutschland als Kernmarkt der Gruppe.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Die Consorsbank ist eine reine Direktbank ohne Filialnetz. Kern ist das Wertpapierdepot mit Zugang zu 22 deutschen und neun internationalen Börsen, ergänzt um Girokonten, Tages- und Festgeld sowie Kreditkarten. Im Dezember 2024 betreute die Bank rund 1,78 Millionen Kunden mit einem Kundenvermögen von 92,4 Mrd. Euro; BNP Paribas Deutschland nennt rund 1.700 Mitarbeiter für die Consorsbank, die zur Geschäftseinheit Personal Investors gehört. BNP Paribas beschäftigt in Deutschland rund 6.000 Menschen, weltweit knapp 178.000 in 64 Ländern.
Marken und Schwestergesellschaften in Deutschland
Die Consorsbank ist eine von mehreren BNP-Paribas-Marken in Deutschland. Consors Finanz bietet Konsumentenkredite an, die DAB BNP Paribas wickelt Wertpapiergeschäfte unabhängiger Vermögensverwalter ab, Arval ist im Fahrzeugleasing tätig, Cardif im Versicherungsgeschäft. Die DAB Bank hatte BNP Paribas 2014 mehrheitlich von der UniCredit erworben und 2015 per Squeeze-out vollständig übernommen; ihre Privatkunden wurden im November 2016 auf die Consorsbank-Plattform migriert. Vorsitzender der deutschen Niederlassung ist Lutz Diederichs.
FAQ
Wem gehört die Consorsbank heute? Die Consorsbank gehört zu 100 Prozent der BNP Paribas S.A. in Paris. Sie ist keine eigene Gesellschaft, sondern eine Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland mit Sitz in Nürnberg.
Seit wann gehört die Consorsbank zu BNP Paribas? BNP Paribas übernahm Consors im Mai 2002 von der angeschlagenen Schmidtbank und den übrigen Aktionären für rund 485 Mio. Euro. Anschließend wurde der Broker mit der Tochter Cortal zu Cortal Consors verschmolzen.
Wer sind die größten Aktionäre der BNP Paribas? Zum 30. Juni 2026 hielt BlackRock 7,1 Prozent, die belgische Staatsholding SFPI 5,7 Prozent und der Mitarbeiterfonds FCPE 3,3 Prozent. Rund drei Viertel der Aktien liegen bei institutionellen Anlegern aus Europa und Übersee.
Ist die Consorsbank eine deutsche Bank? Operativ ja: Sitz, Handelsregistereintrag und Kundenservice sind in Nürnberg, die BaFin ist mit zuständig. Rechtlich ist sie jedoch Teil einer französischen Aktiengesellschaft unter Aufsicht der EZB und der französischen Behörden.
Warum hieß die Consorsbank früher Cortal Consors? Nach der Übernahme 2002 fusionierte BNP Paribas Consors mit der französischen Online-Bank Cortal. Der Doppelname blieb bis Dezember 2014 bestehen, danach wurde daraus die Consorsbank mit neuem blauen Logo.
Wie groß ist die Consorsbank? Ende 2024 betreute die Consorsbank rund 1,78 Millionen Kunden mit einem Kundenvermögen von 92,4 Mrd. Euro. Mit rund 1.700 Mitarbeitern zählt sie zu den größten Online-Brokern Deutschlands.
Fazit
Die Frage „Wem gehört die Consorsbank?“ hat seit 2002 eine eindeutige Antwort: der BNP Paribas. Was als fränkischer Discount-Broker der Schmidtbank begann, ist heute vollständig in die deutsche Niederlassung der französischen Großbank integriert; hinter dem Konzern steht ein breiter Kreis institutioneller Anleger mit BlackRock und dem belgischen Staat als größten Einzelaktionären.
Der Mutterkonzern zählt mit Erträgen von 51,2 Mrd. Euro und einem Nettogewinn von 12,2 Mrd. Euro im Jahr 2025 zu den ertragsstärksten Banken Europas. Stand September 2026 gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich an der Eigentümerstruktur der Consorsbank etwas ändert.
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