
Die Alibaba Group Holding Limited hat keinen Großaktionär mehr: Seit dem Ausstieg des japanischen Investors SoftBank im Jahr 2024 liegen die Aktien überwiegend im Streubesitz an den Börsen New York (NYSE: BABA) und Hongkong (HKEX: 9988). Laut Geschäftsbericht 2026 hält kein Anteilseigner fünf Prozent oder mehr; Gründer Jack Ma gilt mit etwas über vier Prozent als größter Einzelaktionär, Chairman Joseph Tsai kommt auf 1,5 Prozent. Die Kontrolle sichert sich das Management über die Alibaba Partnership, die die Mehrheit des Verwaltungsrats nominieren darf. Im Geschäftsjahr 2026 (bis 31. März 2026) erzielte der Konzern aus Hangzhou einen Umsatz von 1.023,7 Milliarden Yuan (rund 148,4 Milliarden US-Dollar) mit 131.462 Beschäftigten.
Key Takeaways
- Alibaba wurde am 28. Juni 1999 von Jack Ma und 17 Mitgründern in Hangzhou gegründet; die Holding ist auf den Cayman Islands registriert.
- Das Unternehmen ist seit September 2014 in New York und seit November 2019 in Hongkong notiert, seit August 2024 an beiden Plätzen als Primärlisting.
- SoftBank, einst mit rund einem Viertel der Anteile größter Aktionär, hat seine Beteiligung bis Mai 2024 vollständig abgebaut.
- Im Geschäftsbericht 2026 ist kein Aktionär mit fünf Prozent oder mehr ausgewiesen; Joseph Tsai hält 1,5 Prozent, Jack Ma laut Medienberichten etwas über vier Prozent.
- Die Alibaba Partnership mit aktuell 18 Mitgliedern darf eine einfache Mehrheit des Verwaltungsrats nominieren.
- Geführt wird der Konzern von CEO Eddie Wu und Chairman Joseph Tsai, beide seit September 2023 im Amt und beide Gründungsmitglieder.
- Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um drei Prozent auf 1.023,7 Milliarden Yuan, der Nettogewinn sank wegen hoher KI-Investitionen um 19 Prozent auf 102,1 Milliarden Yuan.
- Im August 2026 sammelte Alibaba über eine Aktienplatzierung in Hongkong 80 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 10,2 Milliarden US-Dollar) für den KI-Ausbau ein.
| Unternehmen | Alibaba Group Holding Limited |
|---|---|
| Gegründet | 28. Juni 1999 in Hangzhou durch Jack Ma und 17 Mitgründer |
| Hauptsitz | Hangzhou, Provinz Zhejiang, China (Holding registriert auf den Cayman Islands) |
| Eigentümer | Streubesitz; kein Aktionär mit fünf Prozent oder mehr. Jack Ma etwas über vier Prozent (Medienberichte), Joseph Tsai 1,5 Prozent (Stand Mai 2026); Board-Kontrolle durch die Alibaba Partnership |
| Branche | E-Commerce, Cloud Computing und künstliche Intelligenz, Logistik, digitale Medien |
| Führung | Eddie Wu (CEO), Joseph Tsai (Chairman), J. Michael Evans (President), Toby Xu (CFO) |
| Mitarbeiter / Umsatz | 131.462 Beschäftigte (31. März 2026); Umsatz 1.023,7 Milliarden Yuan im Geschäftsjahr 2026 (bis 31. März 2026) |
Geschichte und Herkunft
Der frühere Englischlehrer Jack Ma gründete Alibaba am 28. Juni 1999 mit 17 Freunden und Studenten in einer Wohnung der Siedlung Lakeside Gardens in Hangzhou, zunächst als B2B-Plattform Alibaba.com. Schon 2000 stieg SoftBank mit 20 Millionen US-Dollar ein; mit Taobao (2003), Alipay (2004) und Tmall (2008) folgte das Konsumentengeschäft.
Am 18. September 2014 ging die Holding an die New Yorker Börse und nahm 25 Milliarden US-Dollar ein, der damals größte Börsengang der Geschichte. Im November 2019 folgte eine Zweitnotierung in Hongkong mit rund 12,9 Milliarden US-Dollar Volumen. Am 10. September 2019 gab Jack Ma den Vorsitz an Daniel Zhang ab. Die 2010 ausgegliederte Bezahltochter firmiert heute als Ant Group, an der Alibaba 33 Prozent hält; deren Börsengang stoppten die Behörden im November 2020.
Im April 2021 verhängte die Marktaufsicht SAMR wegen Missbrauchs der Marktstellung eine Kartellstrafe von 18,2 Milliarden Yuan. Im März 2023 kündigte Alibaba mit dem Modell „1+6+N“ die tiefste Umstrukturierung seiner Geschichte an: Sechs eigenständige Geschäftsgruppen sollten teils an die Börse gehen; der Cloud-Börsengang wurde jedoch im November 2023 unter Verweis auf US-Chip-Exportbeschränkungen abgesagt. Im September 2023 übernahm Mitgründer Eddie Wu den CEO-Posten, Joseph Tsai den Vorsitz.
Eigentümerstruktur im Detail
Alibaba ist eine Publikumsgesellschaft mit einer Aktiengattung und einer Stimme pro Aktie; ein American Depositary Share an der NYSE verbrieft acht Aktien. Zum 18. Mai 2026 waren rund 18,67 Milliarden Aktien ausstehend, etwa 22,4 Prozent davon bei Aktionären mit US-Adresse. Über Jahrzehnte war SoftBank mit anfangs rund einem Viertel der Anteile größter Aktionär, baute die Position aber über Termingeschäfte ab: von etwa sieben Prozent im Dezember 2022 auf unter 0,5 Prozent im Mai 2023; im Mai 2024 bestätigte der Konzern den nahezu vollständigen Ausstieg.
Größter Einzelaktionär ist seit Anfang 2024 wieder Jack Ma. Die South China Morning Post berichtete im Januar 2024, sein Anteil sei nach Zukäufen im Schlussquartal 2023 auf etwas über 4,3 Prozent gestiegen. Da er weder Verwaltungsrat noch Geschäftsleitung angehört und unter fünf Prozent bleibt, taucht er in der Aktionärstabelle des Geschäftsberichts 2026 nicht auf. Joseph Tsai wird dort mit 1,5 Prozent der Aktien geführt, größtenteils über die Gesellschaften Parufam Limited und PMH Holding Limited. Alle Direktoren und Führungskräfte zusammen halten 1,9 Prozent; der Rest liegt bei Vermögensverwaltern wie Vanguard und BlackRock sowie Privatanlegern. Offizielle Angaben zum Privatvermögen der Eigentümer gibt es nicht; uamr.de nennt daher keine Beträge.
Entscheidend ist nicht der Aktienbesitz, sondern die Alibaba Partnership. Diese im Juli 2010 als „Lakeside Partners“ formalisierte Gruppe hat laut Satzung das exklusive Recht, eine einfache Mehrheit des Verwaltungsrats zu nominieren oder in bestimmten Fällen direkt zu ernennen. Sie zählt aktuell 18 Mitglieder, darunter Jack Ma und Joseph Tsai als Dauerpartner, Eddie Wu, E-Commerce-Chef Fan Jiang und Finanzchef Toby Xu; es gilt „ein Partner, eine Stimme“. Im Juni 2025 wurde der Kreis von 26 auf 17 Mitglieder verkleinert, unter anderem schieden Ex-CEO Daniel Zhang und Mitgründerin Lucy Peng aus. So kontrolliert der Gründerzirkel Alibaba, obwohl er nur einen Bruchteil der Aktien besitzt.
Führung und Strategie
An der Spitze stehen zwei Männer der ersten Stunde: Joseph Tsai, 1999 als Finanzexperte ins Gründungsteam gekommen, ist seit September 2023 Chairman; Eddie Wu führt seit dem 10. September 2023 als CEO die Geschäfte und verantwortet zugleich das Cloud-Geschäft. Der Verwaltungsrat hat zehn Mitglieder, darunter sechs unabhängige wie Yahoo-Mitgründer Jerry Yang. President ist J. Michael Evans, Finanzchef Toby Xu.
Wu hat den Konzern auf „Nutzer zuerst“ im E-Commerce und „KI-getrieben“ in allen Bereichen ausgerichtet. Berichtet wird in den Segmenten Alibaba China E-Commerce Group (Taobao, Tmall), Alibaba International Digital Commerce Group (AliExpress, Lazada, Trendyol), Cloud Intelligence Group und „Alle anderen“. Im Februar 2025 kündigte das Management an, über drei Jahre mindestens 380 Milliarden Yuan in KI- und Cloud-Infrastruktur zu investieren. Kern der KI-Strategie ist die Modellfamilie Qwen (Tongyi Qianwen), die seit 2023 überwiegend mit offenen Gewichten erscheint; mit Qwen3.7-Max und im August 2026 Qwen3.8-Max positioniert sich Alibaba als Chinas führender Anbieter von Basismodellen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 13. Mai 2026 legte Alibaba die Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 vor: Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 1.023,7 Milliarden Yuan, der Nettogewinn fiel um 19 Prozent auf 102,1 Milliarden Yuan, das bereinigte EBITA um 56 Prozent auf 76,4 Milliarden Yuan. Die Cloud Intelligence Group wuchs um 34 Prozent auf 158,1 Milliarden Yuan. Die Investitionen summierten sich auf 126,1 Milliarden Yuan; im Märzquartal rutschte der Konzern operativ in einen Verlust von 848 Millionen Yuan. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg binnen Jahresfrist von 124.320 auf 131.462.
Im Juniquartal 2026 stieg der Umsatz um neun Prozent auf 269,0 Milliarden Yuan, das Cloud-Geschäft um 45 Prozent auf 48,4 Milliarden Yuan. Der Nettogewinn brach um 75 Prozent auf 10,4 Milliarden Yuan ein, weil die Investitionsausgaben auf 67,7 Milliarden Yuan stiegen.
Zur Finanzierung platzierte Alibaba am 24. August 2026 in Hongkong 710 Millionen neue Aktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar und nahm 80 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 10,2 Milliarden US-Dollar) ein; der Abschlag von 8,4 Prozent drückte den Kurs zunächst deutlich. Kurz darauf kauften Jack Ma, Joseph Tsai und Eddie Wu laut South China Morning Post selbst Aktien zu. Die Marktkapitalisierung lag Mitte September 2026 bei rund 270 Milliarden US-Dollar, nach etwa 340 Milliarden Ende 2025.
FAQ
Wem gehört Alibaba heute? Alibaba befindet sich überwiegend im Streubesitz; laut Geschäftsbericht 2026 hält kein Aktionär fünf Prozent oder mehr. Jack Ma gilt mit etwas über vier Prozent als größter Einzelaktionär, Joseph Tsai hält 1,5 Prozent.
Wer kontrolliert Alibaba, wenn niemand die Mehrheit hat? Die Alibaba Partnership, ein Kreis von 18 Führungskräften um Jack Ma, Joseph Tsai und Eddie Wu, darf die Mehrheit des Verwaltungsrats nominieren und hält so die strategische Kontrolle.
Ist SoftBank noch an Alibaba beteiligt? Nein. SoftBank war seit 2000 investiert und lange größter Aktionär, bestätigte aber im Mai 2024 den nahezu vollständigen Ausstieg.
Ist Alibaba ein chinesisches Staatsunternehmen? Nein. Alibaba ist ein privat gegründetes, börsennotiertes Unternehmen mit Holding auf den Cayman Islands; das China-Geschäft läuft über Tochtergesellschaften und Variable Interest Entities.
Welche Rolle spielt Jack Ma heute noch? Jack Ma hat 2019 den Vorsitz abgegeben und sitzt weder im Verwaltungsrat noch in der Geschäftsleitung. Er bleibt Dauerpartner der Alibaba Partnership und größter Einzelaktionär.
Wie groß ist Alibaba 2026? Im Geschäftsjahr 2026 setzte der Konzern 1.023,7 Milliarden Yuan um und beschäftigte 131.462 Menschen; die Marktkapitalisierung lag Mitte September 2026 bei rund 270 Milliarden US-Dollar.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Alibaba?“ hat zwei Ebenen. Kapitalseitig ist der Konzern nach dem SoftBank-Ausstieg breit gestreut, mit Jack Ma und Joseph Tsai als größten bekannten Einzelaktionären. Machtseitig bleibt er in der Hand des Gründerzirkels, weil die Alibaba Partnership den Verwaltungsrat bestimmt. Mit über einer Billion Yuan Umsatz und Milliardeninvestitionen in Cloud und Qwen-Modelle stellt sich Alibaba 2026 als KI-Konzern neu auf, finanziert durch frisches Börsenkapital und begleitet vom Aktienkauf seiner Gründer.
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