
Die Baller League ist die Hallenfußball-Liga, die im Januar 2024 mit Mats Hummels und Lukas Podolski als Gesichtern in der Kölner Motorworld startete. Hinter der Marke steht die Baller League GmbH mit Sitz in Berlin, die seit dem Ausstieg der Mitgründer Hummels und Thomas de Buhr von Gründer und CEO Felix Starck kontrolliert wird; größter Mitgesellschafter ist die Familie des Krombacher-Chefs Bernhard Schadeberg, dazu kommen Finanzinvestoren wie EQT Ventures. Stand September 2026 ruht der Spielbetrieb in Deutschland, während die Liga in Großbritannien und den USA weiterläuft.
Key Takeaways
- Die Baller League GmbH wurde am 13. August 2023 im Handelsregister Berlin-Charlottenburg eingetragen (HRB 255509) und hat ihren Sitz in Berlin, nicht in Köln.
- Zum Start hielten Felix Starck, Thomas de Buhr und Mats Hummels laut OMR je 33,33 Prozent; Hummels und de Buhr sind 2024 als Gesellschafter ausgeschieden.
- Ende November 2024 hielt Starck 48 Prozent, Bernhard Schadeberg und Familie 28 Prozent, zehn weitere Geldgeber zusammen 24 Prozent.
- Im Dezember 2024 sammelte das Unternehmen in einer Series A rund 25 Millionen US-Dollar ein, angeführt von EQT Ventures; zuvor waren rund 8 Millionen US-Dollar von Business Angels geflossen.
- Für Season 1 (Januar bis April 2024) bewarben sich mehr als 16.000 Amateurspieler; Meister wurden Streets United, das Team von Lukas Podolski.
- Seit März 2025 gibt es die Baller League UK mit YouTuber KSI als Präsident, seit März 2026 die Baller League USA in Miami mit Streamer IShowSpeed.
- Am 28. Januar 2026 wurde die für Köln geplante Season 4 abgesagt und der Deutschland-Betrieb „vorerst“ pausiert.
| Unternehmen | Baller League GmbH (HRB 255509, Amtsgericht Charlottenburg); Holding: Baller League International Ltd, London |
|---|---|
| Gegründet | 2023 (Handelsregistereintrag 13. August 2023); erster Spieltag 22. Januar 2024 |
| Hauptsitz | Berlin (Kastanienallee 6); Spielorte Köln, Düsseldorf, Berlin, London, Miami |
| Eigentümer | Felix Starck (Mehrheit, Stand Nov. 2024: 48 Prozent), Familie Schadeberg (28 Prozent), Finanzinvestoren, u. a. EQT Ventures, Apex, Courtside Ventures |
| Branche | Sport-Entertainment / Hallenfußball (Sechs gegen Sechs), Medienrechte, Sponsoring |
| Führung | Felix Starck (Gründer und CEO) |
| Mitarbeiter / Umsatz | Umsatz laut Starck (Juli 2025) im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“, nicht profitabel; Mitarbeiterzahl nicht veröffentlicht |
Geschichte und Herkunft
Die Idee stammt vom Filmemacher und Unternehmer Felix Starck („Pedal the World“). Gemeinsam mit dem ehemaligen DAZN-Deutschlandchef Thomas de Buhr sowie den Weltmeistern Mats Hummels und Lukas Podolski als Präsidenten entwickelte er ein Format aus Kleinfeldfußball, Streaming-Kultur und Show: zwölf Teams, sechs Spieler pro Seite, zwei Halbzeiten à 15 Minuten. Die Gesellschaft wurde im August 2023 in Berlin eingetragen.
Am 22. Januar 2024 begann Season 1 in der Motorworld Köln am Butzweilerhof mit Platz für nur rund 500 Zuschauer. Mehr als 16.000 Amateurspieler hatten sich beworben. Die Teams führten Streamer und Ex-Profis wie Podolski (Streets United), Knossi oder MontanaBlack. Joyn zeigte alle 66 Spiele plus Final Four, ProSieben Maxx montags ein Topspiel, parallel streamten die Manager auf Twitch. Das erste Final Four im PSD Bank Dome Düsseldorf gewann Streets United am 8. April 2024 mit 7:5 gegen Calcio Berlin.
Season 2 lief von Juli bis Oktober 2024 erneut in Köln (Meister: Las Ligas Ladies), Season 3 im Frühjahr 2025 im Hangar 7 des früheren Flughafens Tempelhof in Berlin (Meister: Streets United). Laut OMR kam Season 1 auf Twitch im Schnitt auf 2,9 Millionen Views pro Spieltag mit bis zu 453.083 gleichzeitigen Zuschauern; das Finale von Season 3 erreichte laut DWDL auf ProSieben Maxx mehr als 100.000 Zuschauer.
Eigentümerstruktur im Detail
Laut OMR hielten zum Start die beiden CEOs Felix Starck und Thomas de Buhr sowie Mitgründer und Präsident Mats Hummels jeweils 33,33 Prozent der Anteile. Lukas Podolski war Präsident und Team-Manager, wird in dieser ursprünglichen Gesellschafterliste jedoch nicht genannt; ob er heute Anteile hält, ist nicht öffentlich belegt. Bereits Anfang 2024 berichtete der Kicker, dass Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg als Gesellschafter eingestiegen war.
Im Juli 2024 zog sich Hummels zurück, wenig später verließ auch de Buhr Geschäftsführung und Gesellschafterkreis; Starck und Schadeberg übernahmen deren Anteile. Ende November 2024 lag die Verteilung laut OMR bei 48 Prozent für Starck, 28 Prozent für Schadeberg und Familienmitglieder sowie 24 Prozent für zehn Geldgeber aus Kanada, Malta, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA – der Kicker titelte „Hummels raus, Dubai, Malta und USA rein“.
Im Dezember 2024 folgte die Series A über rund 25 Millionen US-Dollar (etwa 23 Millionen Euro) unter Führung des schwedischen Wagniskapitalgebers EQT Ventures, beteiligt waren Courtside Ventures und die Plattform Apex, über die Profis wie Diogo Jota und Mason Mount einstiegen. Zuvor hatten Business Angels rund 8 Millionen US-Dollar investiert. Wie stark die Runde die Altgesellschafter verwässert hat, ist nicht veröffentlicht. Für das internationale Geschäft besteht seit Oktober 2024 die Londoner Holding Baller League International Ltd; seit Januar 2025 weist das britische Register dort keine Person mit maßgeblicher Kontrolle mehr aus, was zu einer breiteren Investorenstruktur passt. Offizielle Angaben zum Privatvermögen der Eigentümer gibt es nicht; uamr.de nennt daher keine Beträge.
Führung und Strategie
Operativ führt Felix Starck das Unternehmen als CEO. Seine Strategie setzt auf Reichweite statt Werbebudget: Nach eigenen Angaben gibt die Liga „0 Euro“ für klassisches Marketing aus und nutzt die Communities ihrer Team-Manager – in Großbritannien KSI, John Terry, Alan Shearer und Jens Lehmann, in den USA IShowSpeed, Ronaldinho, Usain Bolt und Odell Beckham Jr. Erlöse kommen aus Sponsoring (zeitweise Xing als Hauptpartner, dazu u. a. Vodafone, Samsung, Krombacher Spezi), Medienrechten und Tickets. Im Juli 2025 sprach Starck gegenüber OMR von Umsätzen im mittleren zweistelligen Millionenbereich bei fehlender Profitabilität und stellte eine Milliardenbewertung sowie einen Börsengang in Aussicht; eine aktuelle Bewertung ist nicht öffentlich.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Expansion nach Großbritannien startete am 24. März 2025 in der Copper Box Arena in London; Sky Sports und NOW übertragen. Meister wurden SDS FC (Season 1) und Wembley Rangers AFC (Season 2). Am 25. Mai 2026 gewann KSIs Team Prime FC das Final Four von Season 3 in der ausverkauften O2 Arena mit 5:2 gegen NDL FC; laut Starck war es die bislang meistgesehene UK-Saison. In den USA startete die Liga nach einer Verschiebung von Januar auf März 2026 in einer eigens gebauten Arena im Tropical Park in Miami: Der Auftakt am 26. März 2026 war mit rund 3.500 Zuschauern ausverkauft und erreichte laut Complex über 3,5 Millionen Unique Viewer, CBS Sports überträgt. Erster US-Meister wurde Super Niños FC mit 6:2 gegen Club 360.
Im Heimatmarkt lief es anders. Season 4 sollte am 3. November 2025 im Kölner XPost nahe dem Hansaring beginnen, wurde wegen Bauverzögerungen auf Januar 2026 verschoben und am 28. Januar 2026 abgesagt. Baller League International begründete den Schritt damit, der deutsche Markt habe „momentan nicht die Größe und die strukturellen Voraussetzungen“ für die langfristigen Ziele; man sei zugleich „hochliquide und solvent“ und offen für eine Rückkehr. Hauptsponsor Xing hatte seinen Vertrag nach Season 3 planmäßig beendet, die Konkurrenz durch Icon League (Sport1) und Kings League (DAZN) war gewachsen. Ex-Nationalspieler Marco Reus war bereits als Manager eines neuen Teams vorgestellt worden, Streamer Simon „GamerBrother“ Schildgen deutete einen Rechtsstreit mit der Liga an. Stand September 2026 ist keine Wiederaufnahme in Deutschland angekündigt.
FAQ
Wem gehört die Baller League? Der Baller League GmbH und ihrer Londoner Holding. Größter Anteilseigner ist Gründer und CEO Felix Starck, gefolgt von der Familie des Krombacher-Chefs Bernhard Schadeberg; seit Dezember 2024 sind zudem EQT Ventures, Courtside Ventures und die Spielerplattform Apex beteiligt.
Gehört die Liga noch Mats Hummels und Lukas Podolski? Hummels hielt zum Start ein Drittel der Anteile, schied aber 2024 als Präsident und Gesellschafter aus. Podolski ist weiterhin als Manager von Streets United das Gesicht der Liga; eine Beteiligung von ihm ist nicht öffentlich belegt.
Wo sitzt die Baller League GmbH? Der Firmensitz ist Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 255509). Köln war lediglich Spielort der ersten beiden Saisons in der Motorworld am Butzweilerhof.
Wie viel Geld hat die Baller League eingesammelt? Rund 8 Millionen US-Dollar von Business Angels 2024 sowie rund 25 Millionen US-Dollar in einer Series A im Dezember 2024 unter Führung von EQT Ventures.
Warum gibt es keine Baller League mehr in Deutschland? Im Januar 2026 pausierte das Unternehmen den deutschen Spielbetrieb, weil der Markt aus seiner Sicht nicht groß genug für die langfristigen Ziele ist. Der Fokus liegt nun auf Großbritannien und den USA.
Wer überträgt die Baller League? In Deutschland liefen die Spiele bei Joyn, ProSieben Maxx und auf Twitch, in Großbritannien bei Sky Sports und NOW, in den USA bei CBS Sports; weltweit werden Spiele auf YouTube und Twitch gestreamt.
Fazit
Die Baller League ist längst kein Hummels-Podolski-Projekt mehr, sondern ein von Felix Starck geführtes, wagniskapitalfinanziertes Sport-Entertainment-Unternehmen mit Berliner GmbH, Londoner Holding und Krombacher-Kapital im Rücken. Der Rückzug aus Deutschland im Januar 2026 zeigt, dass das Modell hohe Reichweiten, aber noch keine Gewinne liefert – und dass die Zukunft der Liga vor allem in London und Miami entschieden wird.
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