
American Express gehört keinem Einzelnen, sondern Hunderttausenden Aktionären: Die American Express Company ist an der New Yorker Börse notiert (Kürzel AXP) und Mitglied im Dow Jones Industrial Average. Größter Anteilseigner ist mit rund 22 Prozent die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway, die ihre Position seit den 1990er Jahren hält, gefolgt von den Vermögensverwaltern Vanguard, State Street und BlackRock. Geführt wird der Konzern seit 2018 von Stephen Squeri als Chairman und CEO. 2025 erzielte American Express einen Umsatz von 72,2 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 10,8 Milliarden US-Dollar – bei rund 76.800 Beschäftigten und 152,8 Millionen Karten weltweit.
Key Takeaways
- American Express wurde am 18. März 1850 in Buffalo (New York) von Henry Wells, William G. Fargo und John Butterfield als Frachtexpress-Unternehmen gegründet.
- Das Unternehmen ist eine börsennotierte Publikumsgesellschaft; rund zwei Drittel der Aktien liegen bei institutionellen Investoren.
- Berkshire Hathaway hält mit rund 151,6 Millionen Aktien etwa 22 Prozent und ist mit Abstand der größte Aktionär; Vanguard folgt mit 5,58 Prozent (Stand 31. März 2026).
- Stephen Squeri führt den Konzern seit Februar 2018 als Chairman und CEO, Finanzchef ist Christophe Le Caillec.
- 2025 stiegen die Umsätze nach Zinsaufwand um 10 Prozent auf 72,2 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 7 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar.
- Im zweiten Quartal 2026 legte der Umsatz um 10 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar zu; die Prognose für das Gesamtjahr wurde auf rund 10 Prozent Umsatzwachstum angehoben.
- Im Juni 2026 kündigte American Express die Übernahme der europäischen Reservierungsplattform TheFork von Tripadvisor für 700 Millionen US-Dollar an.
- Die im September 2025 neu aufgelegte Platinum Card kostet in den USA 895 US-Dollar Jahresgebühr und ist laut Konzern das am schnellsten wachsende Portfolio im US-Privatkundengeschäft.
| Unternehmen | American Express Company (NYSE: AXP) |
|---|---|
| Gegründet | 18. März 1850 in Buffalo, New York (Henry Wells, William G. Fargo, John Butterfield) |
| Hauptsitz | 200 Vesey Street, New York City (American Express Tower) |
| Eigentümer | Streubesitz; größte Aktionäre: Berkshire Hathaway ca. 22 %, Vanguard 5,58 %, State Street ca. 4,3 %, BlackRock (Stand Ende 2025 / März 2026) |
| Branche | Zahlungsverkehr, Kreditkarten, Bankdienstleistungen, Reise- und Gastronomie-Services |
| Führung | Stephen J. Squeri (Chairman & CEO, seit 2018), Christophe Le Caillec (CFO) |
| Mitarbeiter / Umsatz | ca. 76.800 Beschäftigte (31.12.2025) / 72,2 Mrd. USD Umsatz nach Zinsaufwand, 10,8 Mrd. USD Nettogewinn (2025) |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von American Express liegen im Transportgeschäft. Am 18. März 1850 schlossen Henry Wells, William G. Fargo und John Butterfield in Buffalo im Bundesstaat New York ihre konkurrierenden Expressdienste zur American Express Company zusammen, die Fracht, Wertpapiere und Bargeld durch die USA beförderte. Wells und Fargo gründeten 1852 zusätzlich Wells Fargo, das den Westen bediente und heute eine eigenständige Großbank ist.
Der Wandel zum Finanzdienstleister begann Ende des 19. Jahrhunderts: 1882 führte American Express Postanweisungen ein, 1891 den Travellers Cheque. 1958 folgte die erste Charge Card, zunächst noch aus Papier, 1966 die Gold Card, 1984 die Platinum Card und 1999 die exklusive Centurion Card. Spätere Diversifizierungen wurden wieder zurückgenommen: Die Investmentbank Lehman Brothers wurde 1994 abgespalten, die Beratungssparte Ameriprise Financial 2005.
In der Finanzkrise 2008 wandelte sich American Express in eine Bankholding um, verkaufte die American Express Bank an Standard Chartered und nahm 2009 vorübergehend staatliche Hilfen in Anspruch, die noch im selben Jahr zurückgezahlt wurden. Seitdem konzentriert sich das Unternehmen auf Karten, Zahlungsverkehr und Kundenbindung im Premiumsegment.
Eigentümerstruktur im Detail
American Express ist eine Publikumsgesellschaft ohne Mehrheitseigner. Laut Auswertungen der 13F-Meldungen hielten institutionelle Investoren im ersten Quartal 2026 rund 66 Prozent der Aktien, verteilt auf mehr als 4.300 Fonds, Banken und Versicherer. Den Rest halten Privatanleger und kleinere Adressen. Eine Gründerfamilie spielt seit Langem keine Rolle mehr.
Herausragend ist die Position von Berkshire Hathaway. Die Holding hielt zum 31. Dezember 2025 rund 151,6 Millionen Aktien, etwa 22,1 Prozent des Grundkapitals; zum 31. März 2026 wurde der Anteil mit 22,5 Prozent angegeben. Berkshire kauft seit Jahren keine zusätzlichen Papiere, der Anteil wächst dennoch, weil American Express kontinuierlich eigene Aktien zurückkauft. Die Beteiligung stammt aus den 1990er Jahren und gilt als eine der langfristigsten Positionen im Berkshire-Portfolio. Zum Privatvermögen einzelner Personen macht uamr.de keine Angaben.
Dahinter folgen die großen Vermögensverwalter: Vanguard meldete in einem Schedule-13G-Filing vom April 2026 einen Anteil von 5,58 Prozent (rund 38,3 Millionen Aktien). State Street kam Ende 2025 auf rund 4,3 Prozent, allein die Tochter BlackRock Institutional Trust auf 3,75 Prozent; alle BlackRock-Gesellschaften zusammen liegen höher. Weitere Adressen wie JP Morgan Asset Management, Geode Capital oder Fidelity halten jeweils ein bis gut zwei Prozent.
Führung und Strategie
An der Spitze steht seit Februar 2018 Stephen J. Squeri, zugleich Chairman des Board of Directors und seit 1985 im Unternehmen. Finanzvorstand ist Christophe Le Caillec; der langjährige Direktor Daniel Vasella schied 2026 altersbedingt aus dem Board aus.
Strategisch setzt American Express auf ein geschlossenes Netzwerk: Anders als Visa und Mastercard gibt der Konzern die meisten Karten selbst aus, führt die Kundenbeziehung und betreibt zugleich das Zahlungsnetz. Erlöse entstehen vor allem durch Händlergebühren auf den Kartenumsatz, ergänzt um Jahresgebühren und Zinserträge. Das Unternehmen ist in vier Segmente gegliedert (US Consumer Services, Commercial Services, International Card Services, Global Merchant and Network Services) und über Partner in rund 110 Ländern vertreten. Wachstumstreiber sind Premiumkarten mit Jahresgebühr, jüngere Kunden und das Auslandsgeschäft: Laut Finanzchef Le Caillec stellten Millennials und die Generation Z im September 2026 rund 65 Prozent der neuen Konten.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025 schloss American Express mit Rekordwerten ab: Die Umsätze nach Zinsaufwand stiegen um 10 Prozent auf 72,2 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 7 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar, das Ergebnis je Aktie auf 15,38 US-Dollar. Der weltweite Kartenumsatz erreichte 1,67 Billionen US-Dollar, zum Jahresende waren 152,8 Millionen Karten im Umlauf (86,6 Millionen eigene, 66,2 Millionen über Netzwerkpartner). Die Quartalsdividende wurde um rund 16 Prozent auf 0,95 US-Dollar je Aktie erhöht.
2026 setzte sich der Trend fort: Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 11 Prozent auf 18,9 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 15 Prozent auf knapp 3,0 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal folgten 19,6 Milliarden US-Dollar Umsatz (plus 10 Prozent) und 3,1 Milliarden US-Dollar Gewinn (plus 8 Prozent). Der Konzern hob die Umsatzprognose für 2026 auf rund 10 Prozent Wachstum an und bestätigte die Gewinnspanne von 17,30 bis 17,90 US-Dollar je Aktie. Ein wesentlicher Treiber ist die im September 2025 neu aufgelegte US-Platinum Card: Die Jahresgebühr stieg von 695 auf 895 US-Dollar, im Gegenzug kamen unter anderem ein Hotelguthaben von 600 US-Dollar sowie Guthaben für Resy, lululemon, Uber One und Oura hinzu. Neu sind zudem die Graphite Business Cash Unlimited Card und ein Business-Sparkonto.
Am 15. Juni 2026 kündigte der Konzern den Kauf von TheFork an, der führenden Restaurant-Reservierungsplattform Europas mit mehr als 50.000 Partnerrestaurants in elf Ländern. Verkäufer ist Tripadvisor, der Kaufpreis beträgt 700 Millionen US-Dollar in bar, der Abschluss ist bis Ende 2026 geplant. Nach Resy (2019) und Tock ist es die dritte Gastronomie-Plattform im Portfolio. Regulatorisch bleibt das Umfeld in Bewegung: Der im Januar 2026 erneut in den US-Kongress eingebrachte Credit Card Competition Act zielt vor allem auf Visa und Mastercard und sieht für geschlossene Netzwerke wie American Express eine Ausnahme vor, ist aber bislang nicht verabschiedet. Im August 2025 sprach eine Jury in einem Sammelklageverfahren über 12 Millionen US-Dollar Schadenersatz wegen der sogenannten Anti-Steering-Regeln zu, wies die kartellrechtlichen Vorwürfe jedoch überwiegend ab.
FAQ
Wem gehört American Express? American Express ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist Berkshire Hathaway mit rund 22 Prozent, gefolgt von Vanguard, State Street und BlackRock; rund 66 Prozent der Aktien liegen bei institutionellen Investoren.
Ist American Express eine Bank? Ja. Seit 2008 ist American Express eine Bankholding unter Aufsicht der US-Notenbank; Kartenausgabe, Kredite und Sparkonten laufen über die Tochter American Express National Bank.
Wer ist der Chef von American Express? Stephen J. Squeri ist seit Februar 2018 Chairman und Chief Executive Officer. Finanzvorstand ist Christophe Le Caillec.
Wie viel Umsatz macht American Express? 2025 erzielte der Konzern Umsätze nach Zinsaufwand von 72,2 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 10,8 Milliarden US-Dollar. Für 2026 erwartet das Management rund 10 Prozent Umsatzwachstum.
Wie viele Mitarbeiter und Karten hat American Express? Ende 2025 beschäftigte American Express rund 76.800 Menschen, davon etwa 25.900 in den USA. Weltweit waren 152,8 Millionen Karten im Umlauf.
Gehört Wells Fargo zu American Express? Nein. Zwei der Gründer, Henry Wells und William Fargo, gründeten 1852 zusätzlich Wells Fargo. Beide Unternehmen sind seit jeher eigenständig.
Fazit
American Express gehört seinen Aktionären – und unter ihnen dominiert mit rund 22 Prozent Berkshire Hathaway, dessen Anteil durch die Aktienrückkäufe des Konzerns von Jahr zu Jahr wächst. Den Rest teilen sich Indexfonds-Riesen wie Vanguard, State Street und BlackRock sowie Tausende weitere Investoren. Operativ präsentiert sich das 1850 gegründete Unternehmen 2026 in starker Verfassung: zweistelliges Umsatzwachstum, steigende Gebührenerträge aus Premiumkarten, junge Neukunden und Zukäufe wie TheFork. Offen bleibt, wie sich die regulatorischen Debatten um Kartengebühren in den USA entwickeln – die geschlossene Netzwerkstruktur verschafft American Express hier bislang eher Vorteile als Risiken.
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