
AMD (Advanced Micro Devices) gehört keinem einzelnen Eigentümer, sondern einem breit gestreuten Kreis von Aktionären. Der Chipkonzern aus Santa Clara ist seit 2015 an der Nasdaq notiert, die größten Anteile halten die US-Vermögensverwalter Vanguard, BlackRock und State Street, die vor allem Indexfonds bündeln. Kein Aktionär kommt auf mehr als rund 6,5 Prozent, einen kontrollierenden Großaktionär gibt es nicht. Geführt wird das Unternehmen seit 2014 von Lisa Su, die AMD im KI-Boom zu einem Rekordumsatz von 34,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 geführt hat.
Key Takeaways
- AMD ist eine Publikumsgesellschaft im Streubesitz. Rund 72 Prozent der Aktien lagen Anfang 2026 bei institutionellen Investoren.
- Größte Einzelaktionäre sind Vanguard (rund 6,5 Prozent), BlackRock (rund 5,7 Prozent) und State Street (rund 4,6 Prozent), jeweils Stand Ende 2025.
- Lisa Su ist seit Oktober 2014 CEO und zugleich Vorsitzende des Verwaltungsrats.
- 2025 erzielte AMD einen Rekordumsatz von 34,6 Milliarden US-Dollar (plus 34 Prozent) und einen Nettogewinn von rund 4,3 Milliarden US-Dollar.
- Mit den Übernahmen von Xilinx (2022) und ZT Systems (2025) hat sich AMD zum Komplettanbieter für Rechenzentren entwickelt.
- Im Oktober 2025 vereinbarte AMD mit OpenAI die Lieferung von 6 Gigawatt an KI-Beschleunigern und räumte OpenAI Optionsscheine auf bis zu 160 Millionen Aktien ein.
| Unternehmen | Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) |
|---|---|
| Gegründet | 1. Mai 1969 in Kalifornien von Jerry Sanders und weiteren ehemaligen Fairchild-Semiconductor-Mitarbeitern |
| Hauptsitz | Santa Clara, Kalifornien, USA |
| Eigentümer | Streubesitz; größte Aktionäre Vanguard (ca. 6,5 %), BlackRock (ca. 5,7 %), State Street (ca. 4,6 %), Stand 31. Dezember 2025; börsennotiert an der Nasdaq |
| Branche | Halbleiter (Prozessoren, Grafikchips, KI-Beschleuniger, FPGAs) |
| Führung | Lisa Su (CEO und Chair, seit 2014), Jean Hu (CFO), Mark Papermaster (CTO) |
| Mitarbeiter / Umsatz | Rund 31.000 Mitarbeiter (2025) / 34,6 Mrd. US-Dollar Umsatz, 4,3 Mrd. US-Dollar Nettogewinn (2025) |
Geschichte und Herkunft
AMD wurde am 1. Mai 1969 in Kalifornien gegründet. Treibende Kraft war Jerry Sanders, der mit Kollegen von Fairchild Semiconductor ein eigenes Unternehmen aufbaute; Startkapital kam unter anderem von Intel-Mitgründer Robert Noyce. Lange galt AMD als ewiger Zweiter hinter Intel.
2006 übernahm AMD den kanadischen Grafikchip-Spezialisten ATI Technologies für rund 5,4 Milliarden US-Dollar und holte damit die Marke Radeon ins Haus. 2008 gliederte der Konzern seine Fabriken in das Gemeinschaftsunternehmen GlobalFoundries aus und konzentriert sich seither auf das Chipdesign. Erst die Chips für PlayStation 4 und Xbox One und später die Zen-Architektur mit Ryzen und EPYC brachten die Wende; 2022 überholte AMD Intel erstmals beim Börsenwert.
Eigentümerstruktur im Detail
Auf die Frage „Wem gehört AMD?“ gibt es keine Antwort mit einem einzelnen Namen. AMD ist eine klassische Publikumsgesellschaft ohne Ankeraktionär, Familienstiftung oder Staatsbeteiligung. Nach Daten von Anfang 2026 hielten institutionelle Investoren rund 72 Prozent der Aktien, verteilt auf mehr als 5.000 Fonds, Vermögensverwalter, Pensionskassen und Banken.
An der Spitze stehen die drei großen US-Indexfondsanbieter: Vanguard kam zum 31. Dezember 2025 auf rund 6,5 Prozent, BlackRock auf rund 5,7 Prozent und State Street auf rund 4,6 Prozent. Dahinter folgen mit jeweils etwa 2,3 Prozent Geode Capital Management und eine zweite Vanguard-Einheit. Rund 79 Prozent der Aktien verteilen sich auf sonstige Anleger, darunter Privatanleger, kleinere Fonds und Mitarbeiter.
Vanguard, BlackRock und State Street halten ihre Pakete überwiegend treuhänderisch für Fondsanleger, etwa über ETFs auf den S&P 500 oder den Nasdaq-100. Sie verfolgen keine industrielle Strategie und mischen sich nicht ins Tagesgeschäft ein. Die Kontrolle liegt damit faktisch beim Verwaltungsrat und dem Management. Eine Besonderheit kam im Oktober 2025 hinzu: AMD räumte OpenAI Optionsscheine auf bis zu 160 Millionen Aktien ein, die in Tranchen fällig werden, gekoppelt an Liefermeilensteine, Kursziele der AMD-Aktie und Ziele von OpenAI. Werden alle Tranchen ausgeübt, könnte OpenAI zu einem der größten Einzelaktionäre aufsteigen.
Führung und Strategie
Seit dem 8. Oktober 2014 steht Lisa Su an der Spitze von AMD, zunächst als CEO, inzwischen auch als Vorsitzende des Verwaltungsrats. Sie gilt als Architektin des Comebacks und setzte auf die Zen-Architektur, das Rechenzentrumsgeschäft und die KI-Beschleuniger der Instinct-Reihe. Zum Führungsteam gehören Finanzchefin Jean Hu und Technikchef Mark Papermaster.
Strategisch hat AMD sein Portfolio durch Zukäufe verbreitert. Die 2020 angekündigte und 2022 abgeschlossene Übernahme des FPGA-Spezialisten Xilinx brachte programmierbare Chips für Industrie und Telekommunikation, 2022 folgte der Netzwerkspezialist Pensando für rund 1,9 Milliarden US-Dollar, 2024 der finnische KI-Softwareentwickler Silo AI für rund 665 Millionen US-Dollar. Der größte Schritt zum Komplettanbieter war der Kauf des Serverherstellers ZT Systems für rund 4,9 Milliarden US-Dollar, abgeschlossen im Frühjahr 2025. AMD behielt die Design- und Kundensupport-Teams, verkaufte die reine Fertigungssparte aber im Oktober 2025 für bis zu 3 Milliarden US-Dollar an den Auftragsfertiger Sanmina weiter.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025 war das erfolgreichste der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um 34 Prozent auf 34,6 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn nach GAAP um 164 Prozent auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Das Rechenzentrumssegment erlöste 16,6 Milliarden US-Dollar, Client und Gaming 14,6 Milliarden US-Dollar, das Embedded-Geschäft rund 3,5 Milliarden US-Dollar. Lisa Su sprach von einem „prägenden Jahr“ mit Rekordumsatz und Rekordgewinn.
Der Schwung hielt 2026 an. Im zweiten Quartal 2026 meldete AMD einen Rekordumsatz von rund 11,5 Milliarden US-Dollar (plus 50 Prozent) und einen Nettogewinn von 2,3 Milliarden US-Dollar; das Rechenzentrumsgeschäft verdoppelte sich auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal stellt AMD rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Der Börsenwert lag Anfang August 2026 bei knapp 850 Milliarden US-Dollar.
Treiber sind die neuen KI-Beschleuniger der Serie Instinct MI400 und die Serverplattform „Helios“, die laut AMD unter anderem von OpenAI, Meta, Microsoft und Anthropic eingesetzt wird. Mit OpenAI vereinbarte AMD im Oktober 2025 die Lieferung von insgesamt 6 Gigawatt an Instinct-GPUs, beginnend mit einem Gigawatt MI450-Chips in der zweiten Jahreshälfte 2026; AMD erwartet daraus Erlöse in zweistelliger Milliardenhöhe. Mit Anthropic kündigte AMD eine Zusammenarbeit über bis zu 2 Gigawatt an MI450-GPUs an.
Bedeutung für den Markt
AMD ist neben Nvidia und Intel einer von drei Konzernen, die den Markt für Hochleistungsprozessoren prägen. Bei Server-CPUs nahm AMD Intel stetig Marktanteile ab und kam Mitte 2025 auf rund 36,5 Prozent. Bei KI-Beschleunigern bleibt Nvidia dominant, doch AMD hat sich als wichtigste Alternative etabliert. Als Schwergewicht in S&P 500 und Nasdaq-100 ist AMD in nahezu jedem breiten US-Indexfonds enthalten, was die Eigentümerstruktur erklärt.
FAQ
Wem gehört AMD? AMD befindet sich im Streubesitz. Die größten Aktionäre sind Vanguard (rund 6,5 Prozent), BlackRock (rund 5,7 Prozent) und State Street (rund 4,6 Prozent), Stand Ende 2025. Einen kontrollierenden Eigentümer gibt es nicht.
Wer führt AMD? Lisa Su ist seit Oktober 2014 CEO und zugleich Vorsitzende des Verwaltungsrats. Finanzchefin ist Jean Hu, Technikchef Mark Papermaster.
Wie viel Umsatz macht AMD? Im Geschäftsjahr 2025 erzielte AMD 34,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und rund 4,3 Milliarden US-Dollar Nettogewinn. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz bei rund 11,5 Milliarden US-Dollar.
Ist OpenAI an AMD beteiligt? Noch nicht direkt. AMD hat OpenAI im Oktober 2025 Optionsscheine auf bis zu 160 Millionen Aktien eingeräumt, die nur bei Erreichen von Liefer-, Kurs- und Geschäftsmeilensteinen ausgeübt werden können.
Welche Firmen hat AMD übernommen? Zu den wichtigsten Zukäufen zählen ATI Technologies (2006), Xilinx (2022), Pensando (2022), Silo AI (2024) und ZT Systems (2025). Die Fertigungssparte von ZT Systems ging 2025 an Sanmina.
Wo ist AMD börsennotiert? Die AMD-Aktie wird seit Januar 2015 an der Nasdaq gehandelt und ist Bestandteil der Indizes S&P 500, S&P 100 und Nasdaq-100.
Fazit
AMD gehört niemandem allein, sondern im Wesentlichen den Anlegern großer Indexfonds und tausenden weiteren Investoren. Vanguard, BlackRock und State Street führen die Aktionärsliste an, ohne operativ Einfluss zu nehmen. Die eigentliche Prägung geht von Lisa Su aus, die AMD seit 2014 vom Sanierungsfall zum KI-Schwergewicht mit 34,6 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz entwickelt hat. Mit den Partnerschaften mit OpenAI und Anthropic sowie der MI400-Generation baut AMD seine Rolle als wichtigste Nvidia-Alternative weiter aus.