Wem gehört Airbnb? Eigentümer, Aktionäre und Struktur

Wem gehört Airbnb?

Airbnb, Inc. ist seit Dezember 2020 an der Nasdaq notiert – kontrolliert wird das Unternehmen aber weiterhin von seinen drei Gründern. Brian Chesky, Nathan Blecharczyk und Joe Gebbia halten über stimmrechtsstarke Klasse-B-Aktien die große Mehrheit der Stimmen, obwohl ihnen wirtschaftlich nur rund ein Viertel des Unternehmens gehört. Die übrigen Anteile liegen im Streubesitz, angeführt von Vanguard und BlackRock. Mit 12,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2025 und rund 100 Milliarden US-Dollar Börsenwert zählt Airbnb zu den wertvollsten Reiseunternehmen der Welt.

Key Takeaways

  • Airbnb wurde im August 2008 in San Francisco von Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk gegründet und ging am 10. Dezember 2020 an die Nasdaq.
  • Zum Stichtag 8. April 2026 waren 418,9 Millionen Klasse-A-Aktien (eine Stimme) und 175,6 Millionen Klasse-B-Aktien (zwanzig Stimmen) ausstehend; die Klasse B vereint knapp 90 Prozent aller Stimmen.
  • Laut SEC-Meldungen vom August 2026 kontrolliert Brian Chesky rund 65,5 Millionen Aktien, Nathan Blecharczyk rund 46,2 Millionen und Joe Gebbia rund 33,8 Millionen – überwiegend Klasse B.
  • Die drei Gründer sind seit Dezember 2020 durch einen Stimmrechtsvertrag verbunden und kommen zusammen auf rund 70 bis 80 Prozent der Stimmrechte.
  • Größte institutionelle Anteilseigner der Klasse A sind Vanguard mit rund 9 Prozent und BlackRock mit rund 7 Prozent.
  • 2025 erzielte Airbnb 12,2 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,5 Milliarden US-Dollar Nettogewinn; Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 8.200 Mitarbeiter.
NameAirbnb, Inc.
GegründetAugust 2008 in San Francisco (als „Airbed & Breakfast“)
Sitz888 Brannan Street, San Francisco, Kalifornien, USA
BrancheOnline-Plattform für Unterkünfte, Erlebnisse und Reisedienstleistungen
EigentümerBörsennotiert (Nasdaq: ABNB); Stimmrechtskontrolle durch die Gründer Chesky, Blecharczyk und Gebbia über Klasse-B-Aktien; Streubesitz mit Vanguard und BlackRock als größten Fondshaltern
FührungBrian Chesky (CEO und Mitgründer), Nathan Blecharczyk (Chief Strategy Officer), Kenneth Chenault (Lead Independent Director)
Umsatz / Mitarbeiter12,2 Mrd. USD Umsatz, 2,5 Mrd. USD Nettogewinn, rund 8.200 Mitarbeiter (Geschäftsjahr 2025)

Von der Luftmatratze zum Weltkonzern

Die Designer Brian Chesky und Joe Gebbia vermieteten 2008 während einer ausgebuchten Konferenz in San Francisco Luftmatratzen in ihrem Wohnzimmer – daher der Name „Airbed & Breakfast“. Mit dem Programmierer Nathan Blecharczyk gründeten sie im August 2008 das Unternehmen, das 2009 zu „Airbnb“ verkürzt wurde.

Nach Deutschland kam Airbnb 2011 durch die Übernahme des Hamburger Anbieters Accoleo. Die Corona-Pandemie kostete 2020 rund 1.900 Stellen, dennoch gelang am 10. Dezember 2020 der Börsengang an der Nasdaq. 2022 zog sich Airbnb aus dem chinesischen Inlandsmarkt zurück; im selben Jahr verließ Joe Gebbia das operative Geschäft, blieb aber Mitglied des Verwaltungsrats.

Eigentümerstruktur im Detail: Zwei Klassen, drei Gründer

Wer Airbnb gehört, entscheidet sich weniger an der Zahl der Aktien als an deren Klasse. Laut Proxy Statement zur Hauptversammlung am 5. Juni 2026 waren zum Stichtag 8. April 2026 rund 418,9 Millionen Klasse-A-Aktien mit je einer Stimme und rund 175,6 Millionen Klasse-B-Aktien mit je zwanzig Stimmen ausstehend. Rechnerisch kontrolliert die Klasse B damit knapp 90 Prozent aller Stimmen, obwohl sie weniger als ein Drittel des Kapitals ausmacht.

Die Klasse B liegt fast vollständig bei den Gründern. Nach den Beteiligungsmeldungen an die US-Börsenaufsicht SEC vom 14. August 2026 kontrolliert Brian Chesky rund 65,5 Millionen Aktien, darunter rund 62,5 Millionen Klasse-B-Aktien persönlich und über Trusts; bei Umwandlung in Klasse A entspräche das 13,6 Prozent dieser Aktienklasse. Nathan Blecharczyk kommt auf rund 46,2 Millionen Aktien (9,9 Prozent), fast ausschließlich Klasse B in Trusts; weitere 13,3 Millionen Klasse-B-Aktien liegen in Familien-Trusts, die dem Stimmrechtsvertrag ebenfalls unterliegen. Joe Gebbia hält rund 33,8 Millionen Aktien (7,5 Prozent), davon rund 31,1 Millionen Klasse B.

Entscheidend ist der Stimmrechtsvertrag vom 4. Dezember 2020, der die Gründer und ihre Trusts als Gruppe bindet. Hochgerechnet mit dem Faktor zwanzig kommen Chesky, Blecharczyk und Gebbia zusammen auf gut 70 Prozent aller Stimmen, einschließlich der Familien-Trusts auf knapp 80 Prozent – bei einem wirtschaftlichen Anteil von zusammen rund 27 Prozent. Auswertungen des Proxy Statements 2026 taxieren Chesky allein auf etwa 32 Prozent der Stimmen, Blecharczyk auf 31 und Gebbia auf 18 Prozent. Bei den frei handelbaren Klasse-A-Aktien führen The Vanguard Group mit rund 9 Prozent und BlackRock mit rund 7 Prozent.

Geschäftsmodell und Zahlen 2025

Airbnb besitzt keine Unterkünfte, sondern vermittelt sie: Über fünf Millionen Gastgeber bieten mehr als neun Millionen Inserate in über 220 Ländern und Regionen an. Seit Mai 2025 ergänzen „Airbnb Services“ – etwa Mietwagen, Flughafentransfers oder Gepäckaufbewahrung – und neu gestaltete „Experiences“ das Angebot.

Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 10 Prozent auf 12,2 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag bei 2,5 Milliarden, der freie Cashflow bei 4,6 Milliarden US-Dollar. Das Bruttobuchungsvolumen erreichte 91,3 Milliarden US-Dollar bei 533 Millionen gebuchten Nächten und Plätzen; für Aktienrückkäufe gab Airbnb rund 3,8 Milliarden US-Dollar aus. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern rund 8.200 Mitarbeiter.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Wachstum hat 2026 angezogen: Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 17 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar zu, der Nettogewinn erreichte 816 Millionen US-Dollar. Die Jahresprognose wurde angehoben. Am 11. September 2026 notierte die Aktie bei 193,45 US-Dollar, was einem Börsenwert von rund 100,7 Milliarden US-Dollar entspricht.

Gegenwind kommt von Regulierern. New York hat Kurzzeitvermietungen 2023 faktisch verboten, deutsche Städte wie Berlin und München ahnden Zweckentfremdung mit Bußgeldern. In der EU gilt seit dem 20. Mai 2026 eine Verordnung, die Plattformen zur Prüfung von Registrierungsnummern und zur Datenweitergabe verpflichtet; im September 2026 kündigte die Kommission zudem einen „Affordable Housing Act“ an. Für Aufsehen sorgte 2025 Mitgründer Joe Gebbia: Er schloss sich der von Elon Musk geführten Behörde DOGE an und wurde im August 2025 zum ersten „Chief Design Officer“ der US-Regierung ernannt; Airbnb distanzierte sich öffentlich, im Verwaltungsrat sitzt Gebbia weiterhin.

Die Eigentümer: Vermögensbasis

Die wirtschaftliche Basis der drei Gründer ist ihre Beteiligung an Airbnb selbst: die Klasse-B-Pakete, die sie über Trusts strukturiert halten. Brian Chesky wird als CEO nach eigenen Angaben des Unternehmens im Wesentlichen aktienbasiert vergütet; konkrete Zahlen dazu nennt uamr.de nicht. Joe Gebbia hat mit dem Fertighaus-Start-up Samara und einem Sitz im Verwaltungsrat von Tesla weitere Standbeine. Alle drei werden in den Milliardärslisten von Forbes geführt; offizielle Vermögenszahlen existieren nicht, und uamr.de nennt keine Beträge.

FAQ

Wem gehört Airbnb heute? Airbnb ist eine an der Nasdaq notierte Aktiengesellschaft im Streubesitz. Die Kontrolle liegt aber bei den Gründern Chesky, Blecharczyk und Gebbia, die über Klasse-B-Aktien mit zwanzigfachem Stimmrecht die große Mehrheit der Stimmen halten.

Wie viel Airbnb gehört Brian Chesky? Laut SEC-Meldung vom August 2026 kontrolliert Chesky rund 65,5 Millionen Aktien, überwiegend Klasse B. Wirtschaftlich hält er rund 11 Prozent des Unternehmens, stimmrechtlich aber etwa ein Drittel.

Warum haben die Gründer so viel Macht bei so wenig Kapital? Jede Klasse-B-Aktie zählt zwanzig Stimmen, jede Klasse-A-Aktie eine. Da die Klasse B fast ausschließlich bei den Gründern liegt, kontrollieren diese die Stimmenmehrheit mit nur rund einem Viertel des Kapitals.

Wer sind die größten institutionellen Aktionäre? Bei den Klasse-A-Aktien führen The Vanguard Group mit rund 9 Prozent und BlackRock mit rund 7 Prozent.

Ist Joe Gebbia noch bei Airbnb? Gebbia hat sich 2022 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, sitzt aber weiterhin im Verwaltungsrat und hält rund 33,8 Millionen Aktien. Seit August 2025 ist er zudem „Chief Design Officer“ der US-Regierung.

Fazit

Airbnb ist formal ein Unternehmen seiner Aktionäre – faktisch aber ein gründergeführter Konzern. Chesky, Blecharczyk und Gebbia besitzen rund ein Viertel des Kapitals, kontrollieren aber über Klasse-B-Aktien die große Mehrheit der Stimmen. Solange sie ihre Pakete halten, bestimmt Brian Chesky den Kurs.