
BAUHAUS ist die umsatzstärkste Baumarktkette Deutschlands und gehört bis heute der Familie des Gründers Heinz-Georg Baus. Die Konzernspitze, die Bauhaus AG, sitzt im schweizerischen Belp bei Bern; das Vermögen der Gruppe ist über Stiftungen und Holdings gebunden. Stand September 2026 betreibt das Unternehmen laut eigenen Angaben über 290 Fachcentren in 19 europäischen Ländern, davon mehr als 160 in Deutschland, und erlöste 2024 nach Branchenstatistik rund 8,3 Milliarden Euro. Mit der Übernahme von sieben Standorten aus der Hellweg-Insolvenz baut der Konzern sein Netz gerade weiter aus.
Key Takeaways
- BAUHAUS wurde 1960 von Heinz-Georg Baus (1934–2016) in Mannheim gegründet und eröffnete dort am 9. April 1960 den ersten Baumarkt Deutschlands.
- Eigentümerin ist die Familie Baus; die 2016 eingetragene Heinz Baus Privatstiftung in Linz soll laut Registerangaben die Bauhaus-Gruppe als Familienunternehmen erhalten.
- Die Konzernobergesellschaft Bauhaus AG ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Belp bei Bern, die deutsche Zentrale sitzt in Mannheim.
- Mit 8,3 Milliarden Euro Gesamtumsatz und 4,4 Milliarden Euro Inlandsumsatz 2024 lag BAUHAUS laut Dähne-Statistik vor Obi und Hornbach.
- Seit dem 1. Januar 2026 führt Johannes Harter als neu geschaffener Konzern-CEO das Unternehmen; sein Vorgänger Stefan Wolsiffer ging Mitte 2026 in den Ruhestand.
- Zum 1. Dezember 2026 übernimmt BAUHAUS sechs Hellweg-Standorte und einen BayWa-Bau-&-Garten-Markt und will rund 400 Arbeitsplätze sichern.
| Name | Bauhaus AG (Marke BAUHAUS) |
| Gegründet | 1960 in Mannheim |
| Hauptsitz | Belp bei Bern (Schweiz); Deutschland-Zentrale Mannheim |
| Branche | Bau- und Heimwerkermärkte |
| Eigentümer | Familie Baus über Stiftungen und Holdings (u. a. Heinz Baus Privatstiftung, Linz) |
| Führung | Johannes Harter (CEO seit 1. Januar 2026) |
| Umsatz | rund 8,3 Milliarden Euro (2024, Dähne-Statistik, inkl. Ausland); 4,4 Milliarden Euro in Deutschland |
| Mitarbeiter | über 34.500 (2018, letzte belegte Angabe) |
Vom Schreinersohn zum Erfinder des deutschen Baumarkts
Heinz-Georg Baus wurde 1934 in Heidelberg geboren und lernte in der väterlichen Schreinerei in Schriesheim das Handwerk. Am 9. April 1960 öffnete im Mannheimer Quadrat U3 das erste Geschäft: 250 Quadratmeter, sechs Abteilungen, rund 2.500 Artikel. Die Idee, Markenprodukte verschiedener Fachsortimente in Selbstbedienung unter einem Dach anzubieten, hatte Baus aus den USA mitgebracht – laut Wikipedia gilt der Laden als erster Baumarkt Deutschlands.
Die Expansion folgte rasch: 1967 West-Berlin, 1972 Österreich als erstes Ausland, 1989 die 100. Niederlassung in Flensburg, 1993 Tschechien. Der Gründer galt als extrem öffentlichkeitsscheu; die Schweizer „Bilanz“ nannte ihn 2005 den „geheimnisvollsten Unternehmer Europas“. 1969 verlegte er seinen Wohnsitz nach Thun, später nach Monaco. Er starb am 10. Mai 2016 im Alter von 82 Jahren.
Wem gehört BAUHAUS heute?
Kurz gesagt: der Familie Baus. Anders als Hornbach ist BAUHAUS nicht börsennotiert, anders als Obi (Tengelmann) oder toom (Rewe) gehört die Kette keinem Handelskonzern. Die Anteile liegen laut Wikipedia in einem komplexen Geflecht aus Holdings und Servicegesellschaften in der Schweiz, in Luxemburg und in der Karibik, das 2021 die deutsche Steuerfahndung wegen des Vorwurfs verkürzter Steuern für die Jahre 2007 bis 2018 untersuchte.
Zur Sicherung der Nachfolge ließ Heinz-Georg Baus kurz vor seinem Tod eine österreichische Privatstiftung errichten. Die Heinz Baus Privatstiftung mit Sitz in Linz wurde am 29. Januar 2016 ins Firmenbuch eingetragen; als Zweck nennt das Register laut North Data „die Sicherung und Erhaltung der Bauhaus-Gruppe als Familienunternehmen“ sowie die Versorgung der Begünstigten. Der Sohn des Gründers, Bernd Baus, ist laut dem Portal Die Deutsche Wirtschaft als Geschäftsführer der Bauhaus AG in Mannheim eingetragen; als Nachfolger an der Gruppenspitze nennt Wikipedia den Anwalt Peter Lutz. Die „Bilanz“ führte den Gründer in ihrer Liste der 300 Reichsten der Schweiz, Forbes zählte ihn zu den Milliardären.
Konzernstruktur: Schweizer Dach, Mannheimer Zentrale
Die Bauhaus AG als Obergesellschaft saß seit 1970 in Zug und ist seit 2014 in Belp registriert. Darunter arbeiten 19 Landesgesellschaften, in Deutschland die Bauhaus AG in Mannheim. Anders als Obi setzt BAUHAUS nicht auf Franchisenehmer, sondern auf eigene Regionalgesellschaften. Im Februar 2026 berichtete die Lebensmittel Zeitung, dass die Gruppe erstmals eine CEO-Position auf Konzernebene geschaffen und die deutsche Unternehmensleitung neu geordnet hat.
Neuer CEO ist seit dem 1. Januar 2026 Johannes Harter, seit über 30 Jahren im Unternehmen, wie das Fachmagazin stores+shops meldete. Sein Vorgänger Stefan Wolsiffer trat zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand.
Geschäftsmodell und Zahlen
BAUHAUS veröffentlicht keine Geschäftsberichte; die Zahlen stammen aus Branchenstatistiken. Nach der „Statistik Baumarkt + Garten 2025“ des Dähne Verlags erzielte die Gruppe 2024 rund 8,3 Milliarden Euro Umsatz und lag damit erstmals vor Obi (8,2 Milliarden Euro) und Hornbach (6,9 Milliarden Euro). Im Inland kam BAUHAUS auf 4,4 Milliarden Euro, ein Plus von 0,5 Prozent in einem um 0,9 Prozent geschrumpften deutschen Markt. Schon 2023 hatte BAUHAUS Obi als deutschen Marktführer abgelöst.
Kennzeichen des Konzepts sind sehr große Häuser mit 15 Fachabteilungen; das Fachcentrum in Frechen gilt mit über 30.000 Quadratmetern als größter Baumarkt Europas. Hinzu kommen Formate wie Drive-in-Arena und Bäderwelt, die Plus Card für Gewerbekunden und seit 2014 ein Online-Shop. Die Mitarbeiterzahl bezifferte Wikipedia zuletzt für 2018 mit über 34.500 in Europa. Zum Ausbildungsstart 2026 begannen rund 500 Nachwuchskräfte.
Aktuelle Entwicklung 2025 und 2026
Die deutsche Baumarktbranche steckt in einer Konsolidierung. Mitte Juni 2026 beantragte die Hellweg-Gruppe mit 68 Hellweg- und 46 BayWa-Bau-&-Garten-Märkten und rund 4.000 Beschäftigten Insolvenz in Eigenverwaltung; nur etwa 35 der 114 Filialen fanden Käufer. BAUHAUS nutzt die Gelegenheit: Wie stores+shops am 1. September 2026 berichtete, übernimmt der Konzern zum 1. Dezember 2026 die Hellweg-Standorte Beckum, Dahlwitz-Hoppegarten, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen, Iserlohn und Potsdam sowie den BayWa-Markt in Backnang. Nach Umbau sollen sie im Frühjahr 2027 als BAUHAUS-Fachcentren wiedereröffnen.
Parallel läuft die Expansion weiter: In Gelsenkirchen steht laut baumarktmanager.de eine Eröffnung bevor, in Nagold wurde im Juli 2026 Richtfest gefeiert, in Düsseldorf ist der vierte Standort geplant.
FAQ
Wem gehört BAUHAUS?
Der Familie des Gründers Heinz-Georg Baus. Die Anteile sind über Holdings in der Schweiz und Luxemburg sowie die Heinz Baus Privatstiftung in Linz gebunden.
Hat BAUHAUS etwas mit der Kunstschule Bauhaus zu tun?
Nein. Der Name wurde 1960 als Marke eingetragen; eine Klage des Bauhaus-Archivs gegen die Namensrechte scheiterte 1971.
Ist BAUHAUS an der Börse notiert?
Nein. Die Bauhaus AG ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Belp und veröffentlicht keine Geschäftsberichte.
Wie viel Umsatz macht BAUHAUS?
Laut Dähne-Statistik rund 8,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, davon 4,4 Milliarden Euro in Deutschland.
Wer leitet BAUHAUS?
Seit dem 1. Januar 2026 ist Johannes Harter Konzern-CEO. Bernd Baus, Sohn des Gründers, ist als Geschäftsführer der Bauhaus AG in Mannheim eingetragen.
Wie viele Fachcentren hat BAUHAUS?
Über 290 in 19 europäischen Ländern, davon mehr als 160 in Deutschland. Ab Frühjahr 2027 kommen sieben ehemalige Hellweg- und BayWa-Standorte hinzu.
Fazit
BAUHAUS ist ein Sonderfall im deutschen Handel: Marktführer im Inland, Milliardenumsätze in 19 Ländern – und dennoch ein verschwiegenes Familienunternehmen ohne Börsennotiz, ohne Geschäftsbericht und mit einer Eigentümerstruktur aus Schweizer Holdings und einer österreichischen Stiftung. Der Gründer hat diese Diskretion zum Prinzip gemacht, seine Erben führen sie fort.
Stand September 2026 steht der Konzern stark da: Während Hellweg aufgeben musste, übernimmt BAUHAUS Standorte, eröffnet neue Fachcentren und hat mit Johannes Harter erstmals einen Konzern-CEO. Die Frage „Wem gehört BAUHAUS?“ lässt sich klar beantworten: der Familie Baus – und daran dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern.
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