Wem gehört Volvic? Danone, nicht Nestlé

Wem gehört Volvic

Kurze Antwort: Volvic gehört seit 1993 zu Danone – nicht zu Nestlé. Die französische Société des Eaux de Volvic ist im Konzernbericht 2025 als Konzerngesellschaft ausgewiesen. Danone selbst hat keinen Großaktionär: Der größte Anteilseigner ist BlackRock mit 6,9 Prozent.

Die Muttergesellschaft

  • Firmierung: Danone S.A., 59–61 rue La Fayette, 75009 Paris
  • Handelsregister: RCS Paris 552 032 534
  • ISIN FR0000120644, Ticker BN, Euronext Paris Compartiment A
  • Indizes: CAC 40 und Euro Stoxx 50; zusätzlich ein Hinterlegungsscheinprogramm unter DANOY im US-Freiverkehr
  • Grundkapital: 681.394.483 Aktien

Die Aktionäre

Stand 31. Dezember 2025:

Anteilseigner Kapital Netto-Stimmrechte
BlackRock 6,9 % 6,9 %
Artisan Partners 5,9 % 8,8 %
Mitarbeiterfonds „Fonds Danone“ 1,7 % –
Eigene Aktien 6,1 % ohne Stimmrecht
Übrige 79,5 % –

Die Differenz bei Artisan Partners erklärt sich durch das französische Doppelstimmrecht für langfristig gehaltene Namensaktien. Außer diesen beiden hält kein Aktionär mehr als fünf Prozent. 2025 fiel The Capital Group Companies unter die Schwelle.

Nach der Erhebung von Dezember 2025 verteilen sich die Anteile so: institutionelle Investoren 77 Prozent (USA 37, Frankreich 11, Großbritannien 9, Schweiz 4, Deutschland 4), Privatanleger und Mitarbeiterfonds 10 Prozent, eigene Aktien 6 Prozent.

Die Quelle und der Vertrieb

Die Quelle liegt in Volvic im Département Puy-de-Dôme in der Auvergne. Jährlich werden dort rund 2,7 Millionen Kubikmeter abgefüllt; der Export geht in rund 60 Länder, mit Schwerpunkt Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Das Werk wurde 2025 umgebaut; evian und Volvic waren in diesem Jahr zu 100 Prozent auf recyceltes PET umgestellt.

Die Abfüllung an diesem Standort geht auf 1938 zurück; die Société des Eaux de Volvic wurde 1958 durch die Gruppe Sellier Leblanc gegründet. Seit 1993 gehört sie zu Danone.

In Deutschland vertreibt die Danone Deutschland GmbH, Am Hauptbahnhof 18, 60329 Frankfurt am Main, Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 112989, USt-IdNr. DE 175 657 037; Geschäftsführung: Richard Trechman und Stephanie Enzinger.

Der Streit um die Wasserentnahme

Ein Fischzüchter aus Malauzat und drei Vereine gingen vor dem Verwaltungsgericht Clermont-Ferrand gegen den französischen Staat vor. Der Vorwurf: Die Präfektur habe der Société des Eaux de Volvic „exzessive“ Wasserentnahmen genehmigt. Gefordert wurden 32 Millionen Euro Schadensersatz vom Staat; die Verhandlung fand am 4. Juli 2025 statt.

Am 18. Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht die Klage ab und gab der Präfektur recht. Ein früheres Verfahren desselben Klägers war bereits im Mai 2022 vor demselben Gericht anhängig.

Zur Einordnung: Die Klage richtete sich gegen den Staat, nicht gegen Danone – und sie wurde abgewiesen. Wir konnten den Urteilstext selbst nicht einsehen; die Belege sind Medienberichte, deren Aktenzeichen nicht vorliegen.

Das Markenportfolio von Danone

  • Wasser: evian, Volvic, Font Vella, Lanjarón, Badoit
  • Milch und Pflanzliches: Activia, Actimel, Alpro, Danone, Danette, Danio, Danonino, YoPro
  • Spezialnahrung: Aptamil, Nutricia, Nutrilon, Neocate

Häufige Falschannahmen

  • „Volvic gehört Nestlé.“ Nein – Danone seit 1993. Zu Nestlé gehören Vittel, Perrier und S.Pellegrino.
  • „Danone hat einen Mehrheits- oder Familienaktionär.“ Nein – größter Aktionär ist BlackRock mit 6,9 Prozent.
  • „Volvic ist eine deutsche Marke.“ Französische Quelle, deutscher Vertrieb über die Danone Deutschland GmbH.
  • „Danone wurde wegen der Wasserentnahme verurteilt.“ Die belegte Entscheidung vom 18. Juli 2025 richtete sich gegen den Staat und wurde abgewiesen.

Was sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen lässt

  • Aktenzeichen und Volltext der Entscheidungen zur Wasserentnahme
  • Die aktuell genehmigten Entnahmemengen
  • Der Umsatz der Marke Volvic
  • Berichte vom Sommer 2026 über eine Verurteilung wegen irreführender Werbung in Frankreich – sie ließen sich nicht im Volltext verifizieren und bleiben deshalb hier unerwähnt

Quellen

Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.