Bethesda Softworks gehört Microsoft. Der Publisher hinter The Elder Scrolls, Fallout und Doom ist eine Tochter der ZeniMax Media Inc., die Microsoft am 9. März 2021 übernommen hat – für einen Kaufpreis, den der Konzern in seinem Jahresabschluss mit 8,1 Milliarden US-Dollar bezifferte. Seither ist Bethesda Teil von Microsoft Gaming, der Xbox-Sparte des Konzerns. Stand September 2026 hat sich das Umfeld allerdings stark verändert: Nach dem Rückzug von Xbox-Chef Phil Spencer im Februar 2026 und dem im Juli 2026 verkündeten Stellenabbau von rund 3.200 Jobs wird ZeniMax umgebaut und auf fünf Kernmarken konzentriert.
Key Takeaways
- Bethesda Softworks wurde 1986 von Christopher Weaver gegründet und ist seit 1999 eine Tochter der Holding ZeniMax Media mit Sitz in Rockville, Maryland.
- Microsoft kündigte die Übernahme von ZeniMax im September 2020 für 7,5 Milliarden US-Dollar an; der Abschluss erfolgte am 9. März 2021, der endgültige Kaufpreis lag laut Wikipedia bei 8,1 Milliarden US-Dollar.
- Bethesda gehört damit zu 100 Prozent zu Microsoft Gaming; frühere Mitgründer wie Robert Altman oder Investoren halten keine Anteile mehr.
- Seit dem 20. Februar 2026 führt Asha Sharma Microsoft Gaming als CEO; Phil Spencer ging nach 38 Jahren bei Microsoft in den Ruhestand, Matt Booty wurde Chief Content Officer.
- Am 6. Juli 2026 kündigte Microsoft den Abbau von 3.200 Stellen in der Gaming-Sparte bis Juni 2027 an, rund 20 Prozent des Personals; ZeniMax ist stark betroffen.
- ZeniMax soll sich künftig auf Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein konzentrieren; The Elder Scrolls VI ist laut Todd Howard das Hauptprojekt von Bethesda Game Studios.
- Operativ leitet Jill Braff seit Dezember 2023 die Studios von Bethesda und ZeniMax; Umsatzzahlen für Bethesda weist Microsoft nicht gesondert aus.
| Name | Bethesda Softworks LLC (Tochter der ZeniMax Media Inc.) |
| Gegründet | 28. Juni 1986 (Bethesda); 1999 (ZeniMax Media) |
| Sitz | Rockville, Maryland, USA |
| Branche | Videospiel-Publisher und -Entwickler |
| Eigentümer | Microsoft Corporation zu 100 Prozent über Microsoft Gaming / ZeniMax Media (seit 9. März 2021) |
| Führung | Jill Braff (Head of Studios, Bethesda/ZeniMax); Asha Sharma (CEO Microsoft Gaming); Matt Booty (Chief Content Officer) |
| Umsatz / Mitarbeiter | keine offiziellen Angaben – Microsoft weist Bethesda nicht gesondert aus |
Geschichte: Von Christopher Weaver bis zum Microsoft-Deal
Bethesda Softworks wurde am 28. Juni 1986 von Christopher Weaver gegründet und war zunächst ein kleiner Entwickler von Sportspielen, wie die englische Wikipedia in ihrer Firmengeschichte nachzeichnet. Der Durchbruch kam 1994 mit The Elder Scrolls: Arena, dem ersten Teil der Rollenspielreihe, die später mit Morrowind, Oblivion und vor allem Skyrim zur wichtigsten Marke des Hauses wurde. 1999 gründeten Weaver und der Jurist Robert A. Altman die Holding ZeniMax Media, in die Bethesda als Tochter eingebracht wurde. Unter dem Dach von ZeniMax entstand in den folgenden Jahren ein Studioverbund: 2007 sicherte sich das Unternehmen die Rechte an Fallout, 2009 kam id Software (Doom, Quake) dazu, 2010 folgten Arkane Studios (Dishonored) und MachineGames (Wolfenstein), außerdem ZeniMax Online Studios mit dem Online-Rollenspiel The Elder Scrolls Online.
Bethesda Softworks übernahm dabei die Rolle des Publishers für alle Studios, während das Entwicklungsstudio Bethesda Game Studios unter Todd Howard die hauseigenen Rollenspiele produzierte. Im September 2020 gab Microsoft bekannt, ZeniMax Media samt aller Studios für 7,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen – damals die größte Akquisition in der Geschichte der Xbox-Sparte. Nach Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden wurde der Kauf am 9. März 2021 abgeschlossen. Wikipedia nennt unter Verweis auf Microsofts Berichterstattung einen endgültigen Kaufpreis von 8,1 Milliarden US-Dollar, der Anpassungen wie übernommene Barmittel enthält.
Eigentümerstruktur im Detail: Eine Kette bis zu Satya Nadella
Die Eigentümerkette ist heute kurz und eindeutig. Bethesda Softworks ist eine hundertprozentige Tochter der ZeniMax Media Inc., und ZeniMax Media gehört seit März 2021 vollständig der Microsoft Corporation, wie die englische Wikipedia unter Berufung auf die Übernahmemitteilungen festhält. Innerhalb des Konzerns ist ZeniMax der Sparte Microsoft Gaming zugeordnet, die 2022 als Dach für Xbox Game Studios, ZeniMax und – seit Oktober 2023 – Activision Blizzard geschaffen wurde. Die früheren Eigentümer, darunter die Gründer Weaver und Altman sowie externe Investoren, die ZeniMax in den 2000er-Jahren finanziert hatten, sind seit dem Verkauf nicht mehr beteiligt. Auch Christopher Weaver hatte das Unternehmen bereits Jahre zuvor verlassen; Robert Altman starb 2021.
An der Spitze der Kette steht damit Microsoft-Chef Satya Nadella. Ihm berichtet seit dem 20. Februar 2026 Asha Sharma als Executive Vice President und CEO von Microsoft Gaming. Laut dem offiziellen Microsoft-Blog war Sharma zuvor zwei Jahre bei Microsoft, davor Chief Operating Officer bei Instacart und Vice President bei Meta. Ihr Vorgänger Phil Spencer, der die Übernahme von ZeniMax verantwortet hatte, ging nach 38 Jahren bei Microsoft in den Ruhestand und begleitete den Übergang bis zum Sommer beratend. Xbox-Präsidentin Sarah Bond verließ den Konzern zeitgleich, während Matt Booty als Executive Vice President und Chief Content Officer die Verantwortung für alle Studios übernahm und direkt an Sharma berichtet, wie CNBC und Variety berichteten.
Auf Ebene von Bethesda und ZeniMax führt Jill Braff die Studios. Sie wurde im Dezember 2023 zum Head of Studios für Bethesda und ZeniMax ernannt, wie Video Games Chronicle meldete – wenige Wochen nachdem der langjährige Publishing-Chef Pete Hines im Oktober 2023 in den Ruhestand gegangen war. Todd Howard bleibt als Game Director und Executive Producer das kreative Gesicht von Bethesda Game Studios. Eigene Anteile halten diese Manager nicht; Bethesda ist kein eigenständiges Unternehmen mit Gesellschaftern mehr, sondern eine Konzerneinheit.
Geschäftsmodell und Zahlen
Bethesda verdient Geld mit dem Verkauf von Spielen, mit Erweiterungen und Abonnements für The Elder Scrolls Online sowie – seit der Microsoft-Übernahme – über den Game Pass, in dem Bethesda-Titel zum Start enthalten sind. Zum Studioverbund gehören laut Wikipedia Bethesda Game Studios mit Standorten in Rockville, Austin, Dallas und Montreal, id Software in Richardson (Texas) und Frankfurt, Arkane Studios in Lyon, MachineGames in Uppsala und Sundsvall sowie ZeniMax Online Studios in Hunt Valley. Zuletzt veröffentlichte der Publisher Indiana Jones und der Große Kreis (Dezember 2024, MachineGames), The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered (April 2025) und Doom: The Dark Ages (Mai 2025, id Software).
Konkrete Umsatz- oder Gewinnzahlen für Bethesda oder ZeniMax veröffentlicht Microsoft nicht; die Erlöse gehen im Segment „More Personal Computing“ unter „Gaming“ auf. Auch die Mitarbeiterzahl nennt der Konzern nicht offiziell. Sichtbar wurde die Größenordnung nur indirekt: Bei den Entlassungen im Sommer 2026 meldete Microsoft nach Angaben von Game File und Kotaku 379 betroffene Stellen bei ZeniMax in Maryland und 158 in Texas, darunter 96 bei id Software in Richardson. Bethesda Game Studios ist seit 2024 gewerkschaftlich organisiert; Microsoft hatte mit der Communications Workers of America eine Neutralitätsvereinbarung geschlossen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Konsolidierung bei ZeniMax begann bereits im Mai 2024, als Microsoft Arkane Austin und Alpha Dog Games schloss und Tango Gameworks an den südkoreanischen Publisher Krafton verkaufte. Der eigentliche Umbruch kam 2026. Am 6. Juli 2026 verkündete Asha Sharma einen Abbau von rund 3.200 Stellen in der Gaming-Sparte bis Juni 2027 – etwa 20 Prozent der Belegschaft –, von denen 1.600 sofort umgesetzt wurden. Vier Studios (Compulsion Games, Double Fine, Ninja Theory und Undead Labs) werden ausgegliedert. Laut Sharmas Mitteilung, die PC Gamer zitiert, werden Ressourcen bei Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King, Mojang und Xbox Game Studios auf Projekte mit höherer Priorität verlagert.
Für ZeniMax bedeutet das laut Bloomberg-Reporter Jason Schreier eine „erhebliche Überarbeitung“: Der Verbund soll sich auf die fünf Marken Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein konzentrieren. Jill Braff erklärte am selben Tag, das Unternehmen müsse „den Kurs ändern“ und werde vom studiozentrierten Modell zu einer markenorientierten Planung übergehen, wie play3.de berichtete. Besonders hart traf es ZeniMax Online Studios, wo laut Kotaku Studiochef Jo Burba, Executive Producer Susan Kath und Game Director Rich Lambert entlassen wurden. Über die Zukunft von Arkane Lyon, das an Marvel’s Blade arbeitet, gab es im Juni und Juli 2026 Berichte über eine mögliche Abgabe an einen Investor; eine offizielle Entscheidung lag im September 2026 nicht vor.
Todd Howard meldete sich am 17. Juli 2026 zu Wort: The Elder Scrolls VI sei „unser primärer Entwicklungsfokus“, die Mehrheit des Teams arbeite daran; Fallout 5 und weitere Fallout-Projekte entstünden parallel, Starfield werde weiter mit Inhalten versorgt. Am Eigentum ändert all das nichts – Bethesda bleibt vollständig bei Microsoft. Verändert hat sich die Rolle: aus einem weitgehend autonom geführten Publisher wird eine auf wenige Marken fokussierte Einheit eines Konzerns, der seine Gaming-Kosten senkt.
FAQ
Wem gehört Bethesda? Bethesda Softworks gehört über die Holding ZeniMax Media vollständig der Microsoft Corporation. Die Übernahme wurde am 9. März 2021 abgeschlossen; Bethesda ist Teil der Sparte Microsoft Gaming.
Was hat Microsoft für Bethesda bezahlt? Angekündigt wurden 7,5 Milliarden US-Dollar für ZeniMax Media; der endgültige Kaufpreis lag laut Wikipedia unter Verweis auf Microsofts Berichte bei 8,1 Milliarden US-Dollar.
Wer leitet Bethesda heute? Jill Braff führt seit Dezember 2023 die Studios von Bethesda und ZeniMax. Über ihr stehen Matt Booty als Chief Content Officer und Asha Sharma als CEO von Microsoft Gaming (seit Februar 2026).
Welche Studios gehören zu ZeniMax? Bethesda Game Studios, id Software, Arkane Studios (Lyon), MachineGames und ZeniMax Online Studios. Arkane Austin und Alpha Dog wurden 2024 geschlossen, Tango Gameworks wurde an Krafton verkauft.
Erscheinen Bethesda-Spiele noch für die PlayStation? Ja. Indiana Jones und der Große Kreis sowie Doom: The Dark Ages und Oblivion Remastered erschienen 2025 auch für PlayStation 5. Microsoft veröffentlicht Bethesda-Titel plattformübergreifend, wobei sie im Game Pass zum Start enthalten sind.
Fazit
Bethesda ist seit 2021 ein Teil von Microsoft – vollständig, ohne Minderheitsgesellschafter, eingebettet in Microsoft Gaming. Was sich 2025 und 2026 verändert hat, ist nicht das Eigentum, sondern die Führung und die Strategie: Mit Asha Sharma an der Spitze der Xbox-Sparte, dem Abbau von 3.200 Stellen und der Konzentration von ZeniMax auf fünf Marken wird aus dem einst eigenständigen Publisher eine schlankere Konzerneinheit. Für Spieler zählt vor allem eine Botschaft aus Rockville: The Elder Scrolls VI hat, Stand September 2026, oberste Priorität.
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