clever fit ist die standortstärkste Fitnessstudiokette Deutschlands und war fast zwei Jahrzehnte lang ein gründergeführtes Franchiseunternehmen aus Landsberg am Lech. Stand September 2026 gehört die clever fit GmbH vollständig der niederländischen Basic-Fit N.V., die die Kette am 27. Oktober 2025 für 160 Millionen Euro in bar plus bis zu 15 Millionen Euro erfolgsabhängige Nachzahlung übernahm und den Kauf am 10. November 2025 abschloss. Gründer Alfred Enzensberger, der clever fit 2004 mit einem Pilotstudio in München startete und 2007 als Franchisesystem aufsetzte, ist damit nicht mehr Eigentümer. Basic-Fit führt die rund 440 Franchisestudios als eigenes Franchisegeschäft weiter und will die Marke schrittweise auf Basic-Fit umstellen.
Key Takeaways
- Gründer und langjähriger Geschäftsführer ist der Diplom-Kaufmann Alfred Enzensberger; die clever fit GmbH wurde 2007 in Landsberg am Lech gegründet.
- Seit November 2025 gehört clever fit zu 100 Prozent der börsennotierten Basic-Fit N.V. aus Hoofddorp (Niederlande), Europas größtem Fitnessstudiobetreiber.
- Kaufpreis: 160 Millionen Euro in bar, dazu ein Earn-out von bis zu 15 Millionen Euro; finanziert über eine neue Bankkreditlinie von ABN AMRO, ING und Rabobank.
- Zum Zeitpunkt der Übernahme: 493 Studios in sieben Ländern (406 in Deutschland), davon 454 Franchisebetriebe, rund eine Million Mitglieder, bereinigtes EBITDA 2024 von 14,5 Millionen Euro.
- Im ersten Halbjahr 2026 zählte Basic-Fit 441 clever-fit-Franchiseclubs (386 in Deutschland, 23 in der Schweiz, 16 in Österreich); die eigenbetriebenen Studios werden auf Basic-Fit umgeflaggt.
- Ein Betrugsfall durch Social Engineering kostete clever fit Deutschland im Februar 2026 laut Halbjahresbericht 4,2 Millionen Euro.
- Im zweiten Halbjahr 2026 will Basic-Fit ein Franchiseangebot unter eigener Marke starten; die Umstellung bestehender Franchisestudios hängt von den jeweiligen Verträgen ab.
| Name | clever fit GmbH |
| Gegründet | 2004 Pilotstudio München; 2007 Gründung der clever fit GmbH |
| Sitz | Landsberg am Lech (Bayern) |
| Branche | Fitnessstudios (Discount-Segment), Franchise |
| Eigentümer | Basic-Fit N.V., Hoofddorp, 100 Prozent seit 10. November 2025 (laut Basic-Fit-Pressemitteilungen); Stand September 2026 |
| Führung | Konzernchef Basic-Fit: René Moos (CEO); Gründer Alfred Enzensberger führte clever fit bis zum Verkauf |
| Umsatz / Mitarbeiter | Bereinigtes EBITDA 2024: 14,5 Mio. Euro (Basic-Fit-Angabe); Umsatz und Mitarbeiterzahl: keine offiziellen Angaben |
Geschichte: Wie clever fit den Discount-Fitnessmarkt prägte
Die Geschichte von clever fit beginnt 2004 mit einem Pilotstudio in München. Der Diplom-Kaufmann Alfred Enzensberger erprobte dort ein Konzept, das damals in Deutschland noch neu war: große Trainingsflächen, moderne Geräte, lange Öffnungszeiten und ein monatlicher Beitrag deutlich unter dem Niveau klassischer Fitnessclubs. Nach der Pilotphase gründete Enzensberger 2007 die clever fit GmbH in Landsberg am Lech und setzte von Beginn an auf Franchising, also auf selbstständige Partner, die unter der Marke eigene Studios betreiben und dafür Gebühren an die Systemzentrale zahlen. 2009 wurde clever fit als Wort-Bild-Marke eingetragen, 2010 wurde das Unternehmen Vollmitglied im Deutschen Franchiseverband.
Die Expansion verlief schnell: 2012 eröffnete das 100. Studio, und in den folgenden zehn Jahren wuchs das Netz laut Wikipedia auf über 500 Standorte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Tschechien und den Niederlanden. clever fit gilt als Wegbereiter des Discount-Fitnessmarkts in Deutschland und war nach Standorten zeitweise die größte Kette des Landes. Weniger glänzend war die Rechtsbilanz: Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagte wegen unzulässiger Preiserhöhungen, die österreichische Arbeiterkammer wegen Servicepauschalen und Chipgebühren; in mehreren Verfahren unterlag clever fit laut Wikipedia.
Eigentümerstruktur im Detail: Vom Gründer zu Basic-Fit
Bis Herbst 2025 war clever fit ein inhabergeführtes Unternehmen. Alfred Enzensberger trat nach außen als Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe auf, so beschreibt es die Unternehmenswebsite bis heute. Neben der clever fit GmbH mit der Systemzentrale in Landsberg gehörten weitere Gesellschaften zur Gruppe, die eigene Studios betrieben; laut Basic-Fit waren zum Zeitpunkt der Übernahme 39 der 493 Studios eigenbetrieben, 454 wurden von Franchisenehmern geführt. Ob neben Enzensberger weitere Personen Anteile an der Systemzentrale hielten, ist öffentlich nicht dokumentiert; Angaben dazu stammen ausschließlich aus nicht verifizierbaren Sekundärquellen und werden hier nicht wiedergegeben.
Am 27. Oktober 2025 gab die Basic-Fit N.V. per Pressemitteilung bekannt, clever fit vollständig zu übernehmen. Der Kaufpreis beträgt 160 Millionen Euro in bar, hinzu kommen Earn-out-Zahlungen von bis zu 15 Millionen Euro, die an die Entwicklung des Studionetzes gekoppelt sind. Finanziert wurde der Kauf über eine neue Kreditlinie der Banken ABN AMRO, ING und Rabobank; eine kartellrechtliche Freigabe war laut Basic-Fit nicht erforderlich. Konzernchef René Moos sprach von einem „transformativen Schritt“ und dem Einstieg von Basic-Fit in das Franchising. Am 10. November 2025 meldete Basic-Fit den Vollzug der Transaktion (Pressemitteilung „Basic-Fit completes Clever Fit acquisition“). Beraten wurde der Käufer laut eigener Mitteilung von der Kanzlei Hogan Lovells.
Damit ist die Eigentümerkette seither eindeutig: Die clever fit GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Basic-Fit N.V. Deren Aktien werden an der Euronext Amsterdam gehandelt, das Unternehmen befindet sich also im Streubesitz institutioneller und privater Aktionäre; geführt wird es von Mitgründer und CEO René Moos. Enzensberger hält nach dem Verkauf keine Anteile mehr an der Kette; Handelsregisterdaten zeigen, dass er seine Immobiliengesellschaften in Landsberg und Schongau 2026 neu geordnet hat, was aber mit clever fit nichts mehr zu tun hat.
Geschäftsmodell und Zahlen
Das Geschäftsmodell von clever fit ist ein klassisches Franchisesystem. Die Systemzentrale entwickelt das Studiokonzept, die Marke, das Marketing, die IT und den Einkauf; die Franchisenehmer investieren in Fläche und Geräte und führen die Studios in eigener Verantwortung. Einnahmen der Zentrale sind Einstiegs- und laufende Franchisegebühren sowie die Erlöse der eigenbetriebenen Studios. Für Basic-Fit war genau dieses Modell der Kaufgrund: Franchisewachstum bindet kaum eigenes Kapital, während der Konzern bisher jedes Studio selbst baute.
Belastbare Zahlen stammen aus den Basic-Fit-Veröffentlichungen. Zum Kaufzeitpunkt hatte clever fit 493 Studios in sieben Ländern: 406 in Deutschland, 48 in Österreich, 20 in der Schweiz, 15 in Slowenien, zwei in Rumänien und je eines in Kroatien und Tschechien, mit rund einer Million Mitgliedern. Das bereinigte EBITDA 2024 lag bei 14,5 Millionen Euro. Im Geschäftsbericht 2025 (veröffentlicht am 11. März 2026) nennt Basic-Fit zum Jahresende 491 clever-fit-Clubs; in den zwei Monaten nach dem Closing trug clever fit 10,8 Millionen Euro zum Konzernumsatz von 1.420,5 Millionen Euro bei. Einen eigenen Jahresumsatz für clever fit weist Basic-Fit nicht aus, uamr.de nennt daher keinen. Der Gesamtkonzern zählte Ende 2025 5,8 Millionen Mitgliedschaften und Ende Juni 2026 rund 2.190 Clubs mit 6,1 Millionen Mitgliedern.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Integration und Markenwechsel
Seit dem Closing arbeitet Basic-Fit an der Integration. Die 56 eigenbetriebenen clever-fit-Studios in Deutschland und Österreich sollen laut Geschäftsbericht 2025 in Basic-Fit-Clubs umbenannt werden; die 23 deutschen Eigenstudios wurden bereits in das Basic-Fit-Netz eingegliedert, das dadurch bis Mitte 2026 auf 74 eigene Clubs in Deutschland wuchs. Zugleich reduziert der Konzern seine eigenen Neueröffnungen von rund 100 auf etwa 50 pro Jahr, um Verschuldung abzubauen und die Rendite zu stabilisieren.
Der Halbjahresbericht vom 28. Juli 2026 zeigt den Stand des Franchisegeschäfts: 441 Franchiseclubs, davon 386 in Deutschland, 23 in der Schweiz und 16 in Österreich. Basic-Fit bezeichnet das Franchising als kapitalarmes Wachstumsfeld und kündigte an, im zweiten Halbjahr 2026 ein Franchiseangebot unter der Marke Basic-Fit zu starten. Bestehende clever-fit-Franchisenehmer sollen schrittweise und abhängig von ihren Verträgen umgestellt werden; bis dahin bleibt die Marke clever fit im Markt sichtbar. Belastet wurde das erste Halbjahr durch einen Social-Engineering-Betrug bei clever fit Deutschland im Februar 2026, den Basic-Fit mit 4,2 Millionen Euro als Sonderaufwand verbuchte. Für Mitglieder ändert sich nach Angaben des Konzerns zunächst nichts an bestehenden Verträgen.
FAQ
Wem gehört clever fit? Seit dem 10. November 2025 gehört die clever fit GmbH zu 100 Prozent der Basic-Fit N.V. aus den Niederlanden. Der Kaufpreis betrug 160 Millionen Euro plus bis zu 15 Millionen Euro Earn-out (Stand September 2026).
Wer hat clever fit gegründet? Alfred Enzensberger, Diplom-Kaufmann aus Landsberg am Lech. Er startete 2004 ein Pilotstudio in München und gründete 2007 die clever fit GmbH als Franchisesystem.
Werden clever-fit-Studios zu Basic-Fit? Die eigenbetriebenen Studios werden umbenannt. Franchisestudios sollen schrittweise folgen, abhängig von den jeweiligen Franchiseverträgen. Basic-Fit plant ab dem zweiten Halbjahr 2026 ein Franchiseangebot unter eigener Marke.
Wie viele Studios hat clever fit? Zum Kaufzeitpunkt 493 Studios in sieben Ländern; Mitte 2026 zählte Basic-Fit 441 clever-fit-Franchiseclubs plus die inzwischen eingegliederten Eigenstudios.
Wer ist Basic-Fit? Basic-Fit N.V. mit Sitz in Hoofddorp ist Europas größter Fitnessstudiobetreiber mit rund 2.190 Clubs und 6,1 Millionen Mitgliedern (Juni 2026). Das Unternehmen ist an der Euronext Amsterdam notiert; CEO ist Mitgründer René Moos.
Fazit
Die Eigentümerfrage bei clever fit ist seit November 2025 klar beantwortet: Aus dem Franchisesystem des Gründers Alfred Enzensberger wurde eine Konzerntochter der Basic-Fit N.V., die damit erstmals ins Franchising eingestiegen ist und in Deutschland Marktführer wurde. Für die rund 440 Franchisepartner bedeutet das eine neue Systemzentrale mit anderen Zielen, für Mitglieder mittelfristig einen Markenwechsel. Wie schnell die Marke clever fit verschwindet, hängt davon ab, wie viele Franchisenehmer den Wechsel zu Basic-Fit mitgehen.
Weiterlesen in Finanzen
- Wem gehört Chio Chips? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört comdirect? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Charlotte Tilbury? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Colgate? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Chevrolet? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Berkshire Hathaway? Eigentümer und Struktur 2026