Charlotte Tilbury Beauty gehört heute mehrheitlich dem spanischen Beauty-Konzern Puig Brands S.A., der die Londoner Luxuskosmetikmarke im Juni 2020 übernommen hat. Im Mai 2026 stockte Puig seinen Anteil von 77,5 auf 85 Prozent auf; die restlichen 15 Prozent sollen bis 2031 folgen. Puig selbst ist seit dem Börsengang im Mai 2024 in Madrid notiert, wird aber weiterhin von der Gründerfamilie Puig über die Holding Exea kontrolliert. Gründerin Charlotte Tilbury bleibt Stand 2026 Chairman, President und Chief Creative Officer ihrer Marke.
Key Takeaways
- Charlotte Tilbury Beauty Ltd wurde 2013 von der britischen Make-up-Artistin Charlotte Tilbury in London gegründet.
- Im Juni 2020 übernahm der spanische Konzern Puig die Mehrheit; Medien berichteten über eine Unternehmensbewertung von rund 1,3 Mrd. Pfund.
- Im Mai 2026 erhöhte Puig seine Beteiligung auf 85 Prozent, die restlichen 15 Prozent sollen bis 2031 übernommen werden.
- Puig Brands ging am 3. Mai 2024 an die spanischen Börsen; die Emission von rund 2,6 Mrd. Euro war der größte Börsengang Europas in diesem Jahr.
- Die Familie Puig hält über die Holding Exea rund 74 Prozent des Kapitals und 93,2 Prozent der Stimmrechte an Puig Brands (Stand Ende 2025).
- Puig erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 5,042 Mrd. Euro; Charlotte Tilbury war der wichtigste Wachstumstreiber im Make-up-Segment.
| Name | Charlotte Tilbury Beauty Ltd |
|---|---|
| Gegründet | 2013 in London |
| Sitz | London, Vereinigtes Königreich |
| Branche | Luxuskosmetik (Make-up, Hautpflege, Düfte) |
| Eigentümer | Puig Brands S.A. (85 Prozent, Stand 2026); Minderheitsanteil bei Gründerin Charlotte Tilbury |
| Muttergesellschaft | Puig Brands S.A., Barcelona (Familie Puig über Exea: rund 74 Prozent Kapital, 93,2 Prozent Stimmrechte) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Charlotte Tilbury Beauty Ltd: 487,3 Mio. Pfund Umsatz (2024), 853 Mitarbeiter; Puig-Konzern: 5,042 Mrd. Euro Nettoumsatz (2025) |
| Vermögensbasis | Charlotte Tilbury: Minderheitsbeteiligung an der eigenen Marke, Rolle als Chairman und Chief Creative Officer; Familie Puig: Kontrollmehrheit an Puig Brands über Exea |
Geschichte und Herkunft
Charlotte Tilbury, geboren 1973 in London, arbeitete jahrzehntelang als Make-up-Artistin, unter anderem für Kampagnen von Tom Ford und Burberry. Im September 2013 startete sie ihre eigene Marke mit rund 200 Produkten bei Selfridges in London. 2014 folgte der Schritt in die USA, 2015 der erste eigene Store in Covent Garden. „Charlotte’s Magic Cream“ und die „Pillow Talk“-Linie wurden zu Bestsellern.
Vor dem Einstieg von Puig war das Unternehmen investorenfinanziert: 2017 beteiligte sich Sequoia Capital, daneben hielten Venrex und Samos Investments Anteile. Im Geschäftsjahr 2018 lag der Umsatz bei 100,9 Mio. Pfund. Im Juni 2020 übernahm Puig die Mehrheit; Medien berichteten über eine Bewertung von rund 1,3 Mrd. Pfund. Die Gründerin behielt einen „signifikanten Minderheitsanteil“ und blieb operativ an der Spitze.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette hat drei Ebenen. An der Spitze steht die Familie Puig, die ihre Anteile über die Holding Exea bündelt. Laut Corporate-Governance-Bericht 2025 hält Exea sämtliche A-Aktien mit je fünf Stimmen sowie einen Teil der B-Aktien, insgesamt 93,21 Prozent der Stimmrechte und rund 74 Prozent des Kapitals (Stand 31. Dezember 2025). Der Streubesitz besteht nur aus B-Aktien und macht rund 24 Prozent des Kapitals aus. Marc Puig ist Chairman und CEO von Puig Brands, Manuel Puig Vice-Chairman.
Puig Brands S.A. hält die Beteiligung an Charlotte Tilbury Beauty. Der 2020 erworbene Mehrheitsanteil wurde im Dezember 2024 in einer verlängerten Partnerschaft neu geregelt: Die Zusammenarbeit läuft bis Ende 2030, zwischen 2026 und 2031 greifen Kauf- und Verkaufsoptionen, mit denen Puig schrittweise die volle Kontrolle übernimmt. Im Mai 2026 folgte der erste Schritt: Puig erhöhte seinen Anteil von 77,5 auf 85 Prozent, indem es Aktien von Charlotte Tilbury selbst und der früheren CEO Demetra Pinsent erwarb. Die restlichen 15 Prozent liegen bei der Gründerin und weiteren Minderheitsaktionären und sollen bis 2031 an Puig übergehen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 war für Charlotte Tilbury ein außergewöhnlich starkes Jahr. Puig nannte die Marke im Geschäftsbericht den größten Beitrag zum Make-up-Segment, das um 13,7 Prozent auf 845 Mio. Euro wuchs. Charlotte Tilbury hielt Platz eins unter den Prestige-Make-up-Marken in Großbritannien und Platz drei in den USA. Neue Produkte, der Einstieg bei Amazon in den USA und der Markteintritt in Mexiko trieben das Wachstum.
2026 stand der Mutterkonzern im Zentrum der Branche: Am 23. März 2026 bestätigten Puig und Estée Lauder Fusionsgespräche, am 21. Mai 2026 wurden sie ohne Einigung beendet. Danach erhöhte Puig seine Beteiligung an Charlotte Tilbury auf 85 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 meldete Puig einen Nettoumsatz von 2,354 Mrd. Euro (plus 4,4 Prozent vergleichbar), wobei Make-up „angeführt von Charlotte Tilbury“ erneut überdurchschnittlich wuchs.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Charlotte Tilbury verkauft Make-up, Hautpflege und Düfte im Prestige-Segment über eigene Boutiquen, Onlineshop, Kaufhäuser und Partner wie Sephora in 76 Ländern. Die britische Gesellschaft Charlotte Tilbury Beauty Ltd steigerte ihren Umsatz von 448,5 Mio. Pfund (2023) auf 487,3 Mio. Pfund (2024); der Vorsteuergewinn lag 2024 bei 18,3 Mio. Pfund, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei 853. Seit dem Einstieg von Puig hat sich der Nettoumsatz der Marke nach Konzernangaben mehr als verdreifacht.
Der Mutterkonzern Puig erwirtschaftete 2025 erstmals mehr als 5 Mrd. Euro Nettoumsatz (5,042 Mrd. Euro, plus 7,8 Prozent vergleichbar), ein bereinigtes EBITDA von 1,045 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 594 Mio. Euro. Das Parfümgeschäft mit Rabanne, Carolina Herrera und Jean Paul Gaultier bleibt mit 3,646 Mrd. Euro der größte Bereich, Make-up und Hautpflege wachsen jedoch schneller.
Die Menschen hinter Charlotte Tilbury
Charlotte Tilbury ist Gesicht und kreative Instanz der Marke. Auch sechs Jahre nach dem Mehrheitsverkauf führt sie das Unternehmen als Chairman, President und Chief Creative Officer; 2018 wurde sie mit dem MBE ausgezeichnet. Ihre wirtschaftliche Basis sind die verbliebene Minderheitsbeteiligung und ihre Führungsrolle. Marc Puig, Chairman und CEO von Puig Brands, verantwortet die Konzernstrategie; die Familie führt das 1914 von Antonio Puig in Barcelona gegründete Unternehmen in dritter Generation.
FAQ
Wem gehört Charlotte Tilbury heute? Charlotte Tilbury Beauty gehört zu 85 Prozent dem spanischen Konzern Puig Brands S.A. (Stand 2026). Die restlichen 15 Prozent liegen bei der Gründerin und weiteren Minderheitsaktionären und sollen bis 2031 an Puig übergehen.
Wem gehört Puig, der Mutterkonzern? Puig Brands ist seit Mai 2024 börsennotiert. Die Gründerfamilie Puig hält über die Holding Exea rund 74 Prozent des Kapitals und 93,2 Prozent der Stimmrechte, der Streubesitz liegt bei rund 24 Prozent des Kapitals.
Welche Rolle spielt Charlotte Tilbury noch im Unternehmen? Sie ist weiterhin Chairman, President und Chief Creative Officer und prägt Produktentwicklung und Markenauftritt. Zudem behält sie bis zur vollständigen Übernahme durch Puig einen Minderheitsanteil.
Ist Charlotte Tilbury börsennotiert? Nein, Charlotte Tilbury Beauty Ltd ist eine private Gesellschaft. Börsennotiert ist nur die Muttergesellschaft Puig Brands S.A., deren B-Aktien seit dem 3. Mai 2024 an den spanischen Börsen gehandelt werden.
Was wurde aus der Fusion von Puig und Estée Lauder? Die im März 2026 bestätigten Gespräche wurden am 21. Mai 2026 ohne Einigung beendet. Puig bleibt ein eigenständiger börsennotierter Konzern und hat danach seine Beteiligung an Charlotte Tilbury ausgebaut.
Fazit
Charlotte Tilbury zeigt, wie eine Gründermarke unter das Dach eines Familienkonzerns wandert. Puig hält seit 2020 die Mehrheit, seit Mai 2026 sind es 85 Prozent, und bis 2031 soll die Marke vollständig zum Konzern gehören. Dahinter steht die Familie Puig, die trotz des Börsengangs 2024 über die Holding Exea die Kontrolle behält.
Für Puig ist Charlotte Tilbury der wichtigste Wachstumsmotor jenseits des Parfümgeschäfts. Solange die Gründerin als Chairman und Chief Creative Officer an Bord bleibt, dürfte sich an der kreativen Handschrift wenig ändern, an den Eigentumsverhältnissen dagegen Schritt für Schritt bis 2031.
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