Cetaphil gehört dem Schweizer Dermatologiekonzern Galderma Group AG mit Sitz in Zug, der seit dem 22. März 2024 an der Schweizer Börse SIX notiert ist. Galderma entstand 1981 als Joint Venture von Nestlé und L’Oréal, gehörte ab 2014 ganz zu Nestlé und wurde 2019 für 10,2 Mrd. Franken an ein Konsortium um den Finanzinvestor EQT verkauft. Im März 2026 hat sich das EQT-Konsortium komplett zurückgezogen. Größter Aktionär ist Stand 2026 L’Oréal mit 20 Prozent, rund 80 Prozent der Aktien sind Streubesitz.
Key Takeaways
- Cetaphil ist eine Marke der börsennotierten Galderma Group AG aus Zug, die keinen beherrschenden Eigentümer mehr hat.
- Die Marke wurde 1947 von einem Apotheker in Texas entwickelt und ist heute in mehr als 70 Ländern erhältlich.
- Galderma war von 1981 bis 2014 ein Joint Venture von Nestlé und L’Oréal und danach bis 2019 eine Nestlé-Tochter.
- 2019 kaufte ein Konsortium aus EQT, der Abu Dhabi Investment Authority und PSP Investments den Konzern für 10,2 Mrd. Franken.
- L’Oréal stieg im August 2024 mit 10 Prozent ein und hält nach einer weiteren Transaktion seit Anfang 2026 20 Prozent.
- Im März 2026 verkaufte das EQT-Konsortium seine letzten Aktien zu 143,75 Franken je Stück, der Streubesitz stieg auf rund 80 Prozent.
- Galderma erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 5,207 Mrd. US-Dollar; Cetaphil überschritt bereits 2023 die Marke von 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.
| Name | Cetaphil (Marke der Galderma Group AG) |
|---|---|
| Gegründet | 1947 in Texas (Marke); Galderma 1981 |
| Sitz | Zug, Schweiz |
| Branche | Dermatologische Hautpflege, Dermatologie |
| Eigentümer | Galderma Group AG, börsennotiert an der SIX Swiss Exchange seit März 2024 |
| Muttergesellschaft | Galderma Group AG; größter Aktionär L’Oréal mit 20 Prozent (Stand 2026) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 5,207 Mrd. US-Dollar Konzernumsatz 2025; mehr als 7.000 Mitarbeiter; Cetaphil über 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz (seit 2023) |
| Vermögensbasis | Kein Familieneigentümer; breit gestreuter Aktionärskreis |
Geschichte und Herkunft
Cetaphil wurde 1947 von einem Apotheker in Texas entwickelt. Das erste Produkt, die „Cetaphil Cleansing Lotion“, wird heute als „Cetaphil Gentle Skin Cleanser“ verkauft und ist bis heute der Bestseller der Marke. Von Anfang an richtete sich Cetaphil an Menschen mit empfindlicher Haut und wurde vor allem über Empfehlungen von Hautärzten bekannt. Galdermas Wurzeln in den USA reichen bis zum 1961 in Dallas gegründeten Dermatologieunternehmen Owen zurück, über das die texanische Marke Teil des späteren Konzernportfolios wurde.
Galderma selbst wurde 1981 als Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé und L’Oréal gegründet. 2014 übernahm Nestlé den 50-Prozent-Anteil von L’Oréal und führte das Geschäft als Nestlé Skin Health weiter. Am 2. Oktober 2019 folgte der Verkauf an ein Konsortium aus dem EQT-Fonds VIII, der Luxinva (einer Tochter der Abu Dhabi Investment Authority), dem kanadischen Pensionsfonds PSP Investments und weiteren institutionellen Investoren. Der Kaufpreis lag bei 10,2 Mrd. Franken.
Eigentümerstruktur im Detail

Am 22. März 2024 ging Galderma an die Schweizer Börse SIX. Der Ausgabepreis lag am oberen Ende der Spanne bei 53 Franken, der erste Kurs bei 61 Franken. Das Unternehmen sammelte rund 2,3 Mrd. Franken ein und wurde mit etwa 14,5 Mrd. Franken bewertet, das größte Platzierungsvolumen in der Schweiz seit 2017. Das Konsortium um EQT hielt danach noch rund 80 Prozent der Aktien.
Seither hat sich die Aktionärsstruktur grundlegend verändert. Im August 2024 kaufte L’Oréal dem Konsortium aus EQT, Abu Dhabi Investment Authority und Auba Investment ein Paket von 10 Prozent ab. 2025 folgten vier Platzierungen des Konsortiums zu 89, 97,75, 123 und 130 Franken je Aktie mit einem Gesamtvolumen von rund 7,9 Mrd. Franken. Am 8. Dezember 2025 vereinbarte L’Oréal den Kauf von rund 24 Millionen weiteren Aktien und stockte damit auf 20 Prozent auf; der Vollzug erfolgte im ersten Quartal 2026. Am 11. März 2026 verkaufte das Konsortium seine gesamte Restbeteiligung von rund 34 Millionen Aktien zu 143,75 Franken je Stück, ein Volumen von rund 4,9 Mrd. Franken. Galderma kaufte dabei 1,6 Millionen eigene Aktien für 232 Mio. Franken zurück. Stand 2026 hält L’Oréal 20 Prozent, der Streubesitz stieg von 65 auf rund 80 Prozent. Einen beherrschenden Aktionär gibt es damit nicht mehr.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Für EQT war Galderma nach eigenen Angaben der größte Wertschöpfungserfolg der Firmengeschichte; der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang fast verdreifacht. Mit dem Rückzug des Konsortiums verlassen auch dessen Vertreter den Verwaltungsrat; zur Generalversammlung am 22. April 2026 stellten sich stattdessen zwei Vertreter von L’Oréal zur Wahl. Eine Komplettübernahme durch L’Oréal ist nicht angekündigt; Galderma bleibt ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Galderma ist in rund 90 Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 7.000 Menschen. Der Umsatz stieg 2025 auf den Rekordwert von 5,207 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 17,7 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Core EBITDA) erreichte 1,211 Mrd. US-Dollar bei einer Marge von 23,3 Prozent. Drei Bereiche tragen dazu bei: Injizierbare Ästhetik mit Restylane, Dysport, Azzalure und Sculptra erlöste 2,572 Mrd. US-Dollar, die dermatologische Hautpflege mit Cetaphil und Alastin 1,449 Mrd. US-Dollar und die therapeutische Dermatologie mit Medikamenten wie Nemluvio 1,185 Mrd. US-Dollar. Für 2026 erwartet der Konzern 17 bis 20 Prozent Umsatzwachstum und schlägt eine Dividende von 0,35 Franken je Aktie vor.
Cetaphil ist die größte Hautpflegemarke des Konzerns und überschritt 2023 erstmals einen Jahresumsatz von 1 Mrd. US-Dollar. 2025 wuchs die Marke international zweistellig, besonders stark in China und Indien. Hergestellt werden die Produkte im größten Galderma-Werk in Baie-D’Urfé bei Montreal, das seit 2000 in Betrieb ist und mehr als 170 Millionen Einheiten pro Jahr produziert.
Die Menschen hinter Galderma
Geführt wird Galderma seit 2019 vom dänischen Arzt und Manager Flemming Ørnskov, zuvor Chef des Pharmaunternehmens Shire. Finanzchef ist Thomas Dittrich, den Verwaltungsrat leitet Thomas Ebeling. Eine Gründer- oder Eigentümerfamilie gibt es bei Cetaphil nicht: Die Marke ging von einem Konzern zum nächsten und gehört heute einem breit gestreuten Aktionärskreis, in dem L’Oréal die einzige große Einzelposition hält.
FAQ
Wem gehört Cetaphil heute? Cetaphil gehört der Galderma Group AG mit Sitz in Zug, die seit März 2024 an der SIX notiert ist. Größter Aktionär ist L’Oréal mit 20 Prozent, rund 80 Prozent sind Streubesitz (Stand 2026).
Gehört Cetaphil noch zu Nestlé? Nein. Nestlé war von 2014 bis 2019 Alleineigentümer von Galderma und verkaufte den Konzern im Oktober 2019 für 10,2 Mrd. Franken an ein Konsortium um EQT.
Welche Rolle spielt EQT noch bei Cetaphil? Keine mehr. Das EQT-Konsortium baute seine Beteiligung nach dem Börsengang schrittweise ab und verkaufte im März 2026 die letzten rund 34 Millionen Aktien zu 143,75 Franken je Stück.
Warum ist L’Oréal an Galderma beteiligt? L’Oréal war von 1981 bis 2014 Miteigentümer von Galderma. 2024 stieg der Konzern mit 10 Prozent wieder ein und stockte 2026 auf 20 Prozent auf, um Zugang zum Markt für ästhetische Behandlungen zu erhalten.
Wo wird Cetaphil hergestellt? Die weltweite Cetaphil-Produktion läuft im größten Galderma-Werk in Baie-D’Urfé in Kanada, das mehr als 170 Millionen Einheiten pro Jahr fertigt und Märkte weltweit beliefert.
Wie groß ist Cetaphil wirtschaftlich? Cetaphil überschritt 2023 erstmals 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz und ist die Hauptmarke der dermatologischen Hautpflege, die 2025 insgesamt 1,449 Mrd. US-Dollar Umsatz erzielte.
Fazit
Cetaphil hat mehrere Eigentümerwechsel erlebt: vom Nestlé-L’Oréal-Joint-Venture über die Nestlé-Tochter und den Finanzinvestor EQT bis zur eigenständigen Börsengesellschaft. Stand 2026 gehört die Marke der Galderma Group AG, an der L’Oréal mit 20 Prozent der größte Aktionär ist, während rund 80 Prozent der Aktien im Streubesitz liegen.
Ob L’Oréal seine Beteiligung weiter ausbaut, ist offen; angekündigt ist bislang nur eine engere Zusammenarbeit in der Forschung.
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