Fenty Beauty ist die Kosmetikmarke der Sängerin Rihanna und seit dem Start im September 2017 ein Joint Venture mit dem Luxuskonzern LVMH. Die Anteile sind je zur Hälfte aufgeteilt: 50 Prozent hält Rihanna, 50 Prozent LVMH über seine Beauty-Tochter Kendo Brands. Stand 2026 steht diese Struktur vor dem Umbruch: LVMH prüft seit Oktober 2025 den Verkauf seiner Hälfte, und seit Herbst 2026 gilt die von Jay-Z mitgegründete Investmentfirma MarcyPen Capital Partners als wahrscheinlicher Käufer.
Key Takeaways
- Fenty Beauty gehört zu je 50 Prozent Rihanna und LVMH; die LVMH-Hälfte liegt bei Kendo Brands, das die Marke betreibt.
- Start am 8. September 2017 bei der LVMH-Tochter Sephora, mit 40 Foundation-Nuancen und in 17 Ländern gleichzeitig.
- Laut Reuters lag der Nettoumsatz 2024 bei rund 450 Mio. US-Dollar.
- Im Oktober 2025 meldete Reuters, dass LVMH mit Evercore den Verkauf seiner 50 Prozent prüft; Bewertung laut Insidern 1 bis 2 Mrd. US-Dollar.
- Seit Juni 2026 gilt MarcyPen Capital Partners als Favorit; laut „Puck“ war Ende September 2026 ein Abschluss binnen Wochen möglich. Stand 13. Oktober 2026 ist nichts unterzeichnet.
- Fenty Skin (2020), Fenty Eau de Parfum (2021) und Fenty Hair (2024) gehören zum Joint Venture; Savage X Fenty ist eine eigenständige Firma. Ein Börsengang ist nicht geplant.
| Name | Fenty Beauty by Rihanna |
|---|---|
| Gegründet | 8. September 2017 (Markteinführung bei Sephora) |
| Branche | Kosmetik (Make-up, Hautpflege, Haarpflege, Düfte) |
| Eigentümer | Rihanna (50 %) und LVMH über Kendo Brands (50 %); Verkauf der LVMH-Hälfte in Verhandlung |
| Sitz | Betrieb über Kendo Brands, San Francisco (USA) |
| Umsatz | rund 450 Mio. US-Dollar Nettoumsatz 2024 (laut Reuters) |
| Vertrieb | Sephora, Ulta Beauty, Amazon, eigene Onlineshops; Partner in Afrika, China und Indien |
Geschichte und Herkunft
Die Marke trägt den Familiennamen ihrer Gründerin: Robyn Rihanna Fenty, geboren am 20. Februar 1988 auf Barbados, seit 2010 bei Jay-Zs Management Roc Nation unter Vertrag. 2016 vereinbarte sie mit LVMH eine eigene Kosmetiklinie, die der Konzern über seinen Markeninkubator Kendo Brands entwickelte. Kendo war 2010 vom damaligen Sephora-Americas-Chef David Suliteanu gegründet und 2014 von LVMH übernommen worden.
Der Start am 8. September 2017 gilt als Lehrbuchbeispiel: Fenty Beauty kam in 17 Ländern gleichzeitig zu Sephora und bot die Foundation „Pro Filt’r“ von Beginn an in 40 Nuancen an. Das Magazin „Time“ zählte die Marke 2017 zu den 25 besten Erfindungen des Jahres, LVMH-Chef Bernard Arnault bezifferte den Umsatz Ende 2018 auf knapp 500 Mio. Euro. Das 2019 gemeinsam gestartete Modehaus „Fenty“ stellte LVMH 2021 wieder ein; die Beauty-Partnerschaft lief weiter.
Eigentümerstruktur im Detail

Fenty Beauty ist als Joint Venture organisiert. Rihanna hält 50 Prozent der Anteile, die anderen 50 Prozent liegen beim LVMH-Konzern, der sie über Kendo Brands hält. Diese Aufteilung bestätigten Reuters im Oktober 2025 ebenso wie Kendo selbst. Kendo übernimmt Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Vertrieb. Der Vorteil lag im Konzernverbund: Mit Sephora gehört LVMH auch der wichtigste Handelspartner. In den USA kam im März 2022 Ulta Beauty hinzu, später Amazon und eigene Onlineshops. Die Marke ist nicht börsennotiert. Kendo selbst hat sich zuletzt verkleinert: Im September 2025 ging KVD Beauty an den Investor Windsong Global, neben den Fenty-Marken verbleibt vor allem Ole Henriksen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 21. Oktober 2025 berichtete Reuters, dass LVMH gemeinsam mit der Investmentbank Evercore den Verkauf seiner 50-Prozent-Beteiligung prüft. Als Bewertung nannten Insider 1 bis 2 Mrd. US-Dollar, deutlich weniger als die 2,8 Mrd. US-Dollar, die „Forbes“ 2021 geschätzt hatte. Im Mai 2026 bestätigte die „Financial Times“ die Verkaufsabsicht als Teil des größten Portfolioumbaus in der Geschichte von LVMH. Der Konzern hatte 2025 einen Umsatz von 80,8 Mrd. Euro erzielt, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr.
Im Juni 2026 berichtete „Beauty Independent“, dass MarcyPen Capital Partners als führender Bieter gilt. Die Firma entstand 2024 aus der Fusion von Marcy Venture Partners, das Jay-Z mitgegründet hatte, mit Pendulum Opportunities. Ende September 2026 meldete „Puck“, der Vertrag könne binnen drei bis vier Wochen unterschrieben werden; Konditionen wurden nicht genannt. Stand 13. Oktober 2026 liegt keine offizielle Bestätigung vor. Käme der Deal zustande, bliebe Rihanna mit 50 Prozent an Bord, während LVMH aussteigt; offen ist die künftige Rolle von Kendo und Sephora. Parallel expandiert die Marke: Im April 2026 startete Fenty Beauty in Indien über Reliance Retail mit den Plattformen Tira und Sephora India.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Fenty Beauty verkauft Make-up im mittleren Prestige-Segment, die meisten Produkte kosten 20 bis 40 US-Dollar; Bestseller sind die Foundation „Pro Filt’r“ und der Lipgloss „Gloss Bomb“. Belegte Unternehmenszahlen sind rar: Für die ersten 15 Monate nannte „Forbes“ 570 Mio. US-Dollar Umsatz, für 2024 meldete Reuters rund 450 Mio. US-Dollar Nettoumsatz. Das Wachstum hat sich damit abgeflacht, während Wettbewerber wie Rare Beauty oder Rhode zulegten.
Geografisch wuchs die Marke stetig: 2019 eröffnete die Marke einen Flagship-Store auf Alibabas Tmall Global, im Mai 2022 folgte der Start in acht afrikanischen Ländern, darunter Südafrika, Nigeria, Kenia und Ghana, am 1. April 2024 der Einzug in die Sephora-Filialen auf dem chinesischen Festland und 2026 der Markteintritt in Indien.
Markenfamilie: Fenty Skin, Fenty Hair und Savage X Fenty
Unter dem Dach des Joint Ventures entstanden weitere Linien. Fenty Skin startete am 31. Juli 2020 mit Reiniger, Toner-Serum und Sonnenschutz. Am 10. August 2021 folgte „Fenty Eau de Parfum“, der erste Duft der Marke, innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. Am 13. Juni 2024 kam die Haarpflegelinie Fenty Hair hinzu. Alle drei Linien betreibt Kendo; ein Eigentümerwechsel würde sie mit erfassen.
Savage X Fenty ist davon klar zu trennen. Die Wäschemarke wurde 2018 als Gemeinschaftsunternehmen von Rihanna und der TechStyle Fashion Group gegründet; LVMH ist nicht beteiligt. Zu den Investoren zählen L Catterton, Marcy Venture Partners und Neuberger Berman; bis Januar 2022 hatte die Firma 310 Mio. US-Dollar Kapital eingeworben. Rihanna gab den CEO-Posten im Juni 2023 ab; ihr Anteil ist nicht öffentlich belegt. Persönliche Vermögenswerte Rihannas nennt uamr.de grundsätzlich nicht; „Forbes“ führt sie seit 2021 als Milliardärin.
FAQ
Wem gehört Fenty Beauty aktuell? Je zur Hälfte Rihanna und LVMH, das seine 50 Prozent über Kendo Brands hält. LVMH verhandelt Stand Oktober 2026 über den Verkauf seiner Hälfte an MarcyPen Capital Partners.
Ist Fenty Beauty an der Börse? Nein. Fenty Beauty ist ein privat gehaltenes Joint Venture; Pläne für einen Börsengang sind nicht bekannt.
Wie viel Umsatz macht Fenty Beauty? Laut Reuters rund 450 Mio. US-Dollar Nettoumsatz im Jahr 2024; offizielle Geschäftsberichte gibt es nicht.
Was ist Kendo Brands? Der 2010 gegründete Markeninkubator von LVMH mit Sitz in San Francisco. Er betreibt Fenty Beauty, Fenty Skin, Fenty Hair und Ole Henriksen.
Gehört Savage X Fenty auch zu LVMH? Nein. Die Wäschemarke entstand 2018 mit der TechStyle Fashion Group; Investoren sind unter anderem L Catterton und Marcy Venture Partners.
Wer ist MarcyPen Capital Partners? Eine 2024 aus Marcy Venture Partners und Pendulum Opportunities fusionierte Investmentfirma, die Jay-Z mitgegründet hat. Sie verwaltet rund 1,1 Mrd. US-Dollar.
Fazit
Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Fenty Beauty?“ lautet Stand 2026 noch immer: zur Hälfte Rihanna, zur Hälfte LVMH über Kendo Brands. LVMH will sich im Zuge seines Portfolioumbaus von der Beteiligung trennen, und mit MarcyPen Capital Partners steht ein Käufer bereit, der über Roc Nation und Savage X Fenty ohnehin eng mit Rihanna verbunden ist. Bis ein Vertrag unterzeichnet ist, bleibt die 50/50-Struktur bestehen.
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