Wem gehört Fendt? AGCO, Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Fendt

Fendt ist die bekannteste deutsche Traktorenmarke, doch das Unternehmen aus Marktoberdorf im Allgäu gehört seit Januar 1997 vollständig dem US-Landtechnikkonzern AGCO Corporation. Rechtlich firmiert Fendt heute als AGCO GmbH, die Marke wird aber eigenständig geführt. AGCO ist an der New Yorker Börse notiert; größter Einzelaktionär ist der indische Traktorenhersteller TAFE. Stand 2026 beschäftigt Fendt in Deutschland mehr als 6.300 Menschen und ist Marktführer bei Traktoren.

Key Takeaways

  • Fendt gehört seit Ende Januar 1997 zu 100 Prozent der AGCO Corporation aus Duluth im US-Bundesstaat Georgia.
  • Der Kaufpreis lag laut Unternehmenschroniken bei rund 320 Mio. US-Dollar, bei einem damaligen Fendt-Jahresumsatz von etwa 580 Mio. US-Dollar.
  • Die deutsche Gesellschaft heißt seit 2009 AGCO GmbH mit Sitz in Marktoberdorf; Vorsitzender der Fendt-Geschäftsführung ist Christoph Gröblinghoff.
  • AGCO ist börsennotiert (NYSE: AGCO). Größte Aktionäre sind laut Proxy Statement 2026 TAFE (16,8 Prozent), Vanguard, BlackRock und T. Rowe Price.
  • 2025 beendeten AGCO und TAFE ihren Streit: TAFE kaufte AGCOs 20,7-Prozent-Beteiligung an TAFE für 260 Mio. US-Dollar zurück, Vollzug am 30. September 2025.
  • Der AGCO-Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 10,1 Mrd. US-Dollar und beschäftigt rund 22.000 Menschen. Konzernchef ist Eric Hansotia.
  • Fendt entstand 1930 mit dem „Dieselross“ der Brüder Hermann und Xaver Fendt; 2025 jährte sich diese Premiere zum 95. Mal. Im selben Jahr wurden in Deutschland 6.326 neue Fendt-Traktoren zugelassen, mehr als bei jeder anderen Marke.
NameFendt (Marke der AGCO GmbH)
Gegründet1930 in Marktoberdorf (erstes „Dieselross“), Handelsregister 1937
BrancheLandtechnik (Traktoren, Erntetechnik, Pflanzenschutz)
EigentümerAGCO Corporation, Duluth (Georgia, USA), 100 Prozent seit 1997
SitzMarktoberdorf, Bayern
GeschäftsführungChristoph Gröblinghoff (Vorsitzender), Ingrid Bußjäger-Martin, Dr. Josef Mayer, Dr. Jan Cachay
UmsatzKeine Einzelausweisung; AGCO-Konzern 2025: 10,1 Mrd. US-Dollar
MitarbeiterÜber 6.300 in Deutschland, über 10.000 weltweit (2026); AGCO rund 22.000

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln von Fendt liegen in einem Handwerksbetrieb in Marktoberdorf, den Johann Georg Fendt 1898 übernahm. Seine Söhne Hermann und Xaver bauten 1930 den ersten „Dieselross“-Kleinschlepper mit 6 PS. 1937 ließen die Brüder das Unternehmen als „Xaver Fendt & Co., Maschinen- und Schlepperfabrik“ im Handelsregister Kempten eintragen.

1985 wurde Fendt erstmals Marktführer in Westdeutschland, 1995 präsentierte es mit dem Favorit 926 Vario den ersten serienreifen Großtraktor mit stufenlosem Getriebe. Dieses Vario-Getriebe ist bis heute das technische Markenzeichen und wird seit 2009 in jeder Baureihe verbaut.

Ende Januar 1997 verkaufte die Familie Fendt das Unternehmen an die AGCO Corporation. Der Konzern war erst 1990 aus den nordamerikanischen Aktivitäten von Deutz-Allis entstanden und expandierte danach durch Zukäufe wie Massey Ferguson. Für Fendt zahlte AGCO laut Unternehmenschroniken rund 320 Mio. US-Dollar. Die Familie knüpfte den Verkauf an Bedingungen: Der Name Fendt bleibt erhalten, und das Werk Marktoberdorf wird weiter betrieben. Beide Zusagen gelten bis heute.

Eigentümerstruktur im Detail

Infografik: Wem gehört Fendt? Eigentümerkette von den AGCO-Aktionären bis zur Marke Fendt, Stand 2026
Wem gehört Fendt? AGCO, Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette ist kurz: Die Marke Fendt gehört der AGCO GmbH in Marktoberdorf, die 2009 aus der Fendt GmbH hervorging und eine hundertprozentige Tochter der AGCO Corporation ist. Innerhalb von AGCO ist Fendt neben Massey Ferguson, Valtra und der Technologiesparte PTx eine der vier Kernmarken.

AGCO selbst hat keinen beherrschenden Eigentümer. Laut Proxy Statement vom März 2026 hält der indische Hersteller Tractors and Farm Equipment Limited (TAFE) mit 16,8 Prozent den größten Anteil, gefolgt von den Vermögensverwaltern Vanguard (9,2 Prozent), BlackRock (8,6 Prozent) und T. Rowe Price (7,0 Prozent). Die restlichen rund 58 Prozent liegen im Streubesitz, überwiegend bei weiteren institutionellen Investoren. Verwaltungsratschef und CEO ist Eric Hansotia.

Das Verhältnis zu TAFE war jahrelang belastet: AGCO kündigte im April 2024 alle Handelsbeziehungen, es folgten Klagen um die Markenrechte an Massey Ferguson in Indien. Am 1. Juli 2025 verkündeten beide Seiten eine Einigung: TAFE kauft die 20,7-Prozent-Beteiligung von AGCO an TAFE für 260 Mio. US-Dollar zurück, erhält die Massey-Ferguson-Markenrechte für Indien, Nepal und Bhutan und verpflichtet sich, seinen AGCO-Anteil nicht aufzustocken und bei Hauptversammlungen den Empfehlungen des Verwaltungsrats zu folgen. Alle Verfahren wurden zurückgezogen; der Vollzug wurde am 30. September 2025 gemeldet. An den Besitzverhältnissen von Fendt ändert das nichts.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Nach den Rekordjahren bis 2023 ist der weltweite Landtechnikmarkt eingebrochen. Fendt meldete im Sommer 2024 an drei Standorten Kurzarbeit an, dementierte im Dezember 2024 aber einen massiven Stellenabbau. Im April 2025 straffte das Unternehmen sein Programm: Die Ladewagenbaureihe Tigo lief aus, Strautmann wurde Partner für Ladewagen, die von Sennebogen gebauten Teleskoplader vertreibt Sennebogen künftig selbst. Christoph Gröblinghoff begründete das mit dem Marktrückgang und höheren Stückkosten.

Trotzdem blieb Fendt 2025 Marktführer in Deutschland: Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte 24.440 neu zugelassene Traktoren ab 51 PS, davon 6.326 von Fendt, also rund ein Viertel. Im DLG-Image-Barometer 2025/26 lag Fendt zum 19. Mal in Folge vorn. Im August 2025 kündigte Marktoberdorf fünf neue Traktorengenerationen an, darunter den 300 Vario Gen5 und den 1000 Vario Gen4. Zum 1. August 2026 übernahm Dr. Jan Cachay die Produktionsleitung von Ekkehart Gläser.

Auf Konzernebene sank der AGCO-Umsatz 2025 um 13,5 Prozent auf 10,1 Mrd. US-Dollar, die bereinigte operative Marge lag bei 7,7 Prozent. Für 2026 rechnet AGCO mit 10,4 bis 10,7 Mrd. US-Dollar Umsatz. Europa steht für 64 Prozent des Konzernumsatzes, was die Bedeutung von Fendt unterstreicht.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Fendt ist Komplettanbieter im Premiumsegment. Kern sind die stufenlosen Vario-Traktoren vom Spezialtraktor bis zum Raupentraktor 1100 Vario MT, dazu Mähdrescher, der Feldhäcksler Katana, Ballenpressen, die Pflanzenschutzspritze Rogator und die Digitalplattform FendtONE. Vertrieben wird über rund 480 Händler in 46 Ländern.

Produziert wird an elf Standorten: in Deutschland Marktoberdorf (Traktoren und Getriebe), Asbach-Bäumenheim (Kabinen), Hohenmölsen (Katana und Rogator), Feucht (Futtererntetechnik) und Wolfenbüttel (Rundballenpressen), dazu Breganze in Italien (Mähdrescher), drei Werke in den USA und zwei in Brasilien. Stand 2026 arbeiten mehr als 6.300 Beschäftigte an den deutschen Standorten, weltweit über 10.000.

Weil Fendt keine eigene Bilanz veröffentlicht, lässt sich die Marke nur über den Konzern bewerten: 10,1 Mrd. US-Dollar Umsatz, rund 22.000 Mitarbeiter und Händler in rund 140 Ländern. 2024 übernahm AGCO zudem für 2 Mrd. US-Dollar 85 Prozent des Agrargeschäfts von Trimble und formte daraus PTx Trimble, deren Präzisionstechnik auch in Fendt-Maschinen steckt.

FAQ

Wem gehört Fendt? Fendt gehört zu 100 Prozent der AGCO Corporation aus Duluth, Georgia (USA). Die deutsche Gesellschaft heißt AGCO GmbH, Sitz Marktoberdorf.

Seit wann ist Fendt ein amerikanisches Unternehmen? Die Familie Fendt übertrug Ende Januar 1997 alle Anteile an AGCO. Der Kaufpreis lag laut Unternehmenschroniken bei rund 320 Mio. US-Dollar.

Wem gehört AGCO? AGCO ist börsennotiert und hat keinen Mehrheitseigentümer. Größte Aktionäre sind TAFE aus Indien mit 16,8 Prozent sowie Vanguard, BlackRock und T. Rowe Price; der Rest liegt im Streubesitz.

Wer leitet Fendt? Vorsitzender der Fendt-Geschäftsführung ist Christoph Gröblinghoff. Konzernchef von AGCO ist Eric Hansotia.

Ist Fendt noch Marktführer in Deutschland? Ja. 2025 entfielen 6.326 der 24.440 neu zugelassenen Traktoren ab 51 PS auf Fendt, mehr als auf jede andere Marke.

Wo werden Fendt-Traktoren gebaut? Alle Fendt-Traktoren entstehen in Marktoberdorf, die Kabinen kommen aus Asbach-Bäumenheim. Erntetechnik entsteht unter anderem in Hohenmölsen, Feucht, Wolfenbüttel und Breganze.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Fendt?“ ist seit fast drei Jahrzehnten dieselbe: der AGCO Corporation. Entscheidend ist, dass der US-Konzern Fendt als eigenständige Premiummarke mit Zentrale in Marktoberdorf führt und die 1997 zugesagten Bedingungen einhält. Die Einigung mit dem Großaktionär TAFE hat 2025 eine jahrelange Belastung auf Konzernebene beseitigt, während der Landtechnikmarkt deutlich schrumpfte. Stand 2026 bleibt Fendt deutscher Marktführer und ein zentraler Umsatzträger in Europa, der wichtigsten AGCO-Region.