Wem gehört Finish? Eigentümer, Geschichte und Konzernstruktur

Wem gehört Finish

Finish gehört dem britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Group plc, der seit 2021 unter dem Kurznamen Reckitt auftritt und seinen Sitz in Slough bei London hat. Die Geschirrspülmittelmarke wurde 1953 vom US-Unternehmen Economics Laboratory (heute Ecolab) entwickelt und kam 1987 über den Kauf der Ecolab-Konsumgütersparte zum deutschen Traditionshaus Benckiser, das 1999 mit Reckitt & Colman fusionierte. In Deutschland hieß das Produkt bis 2010 Calgonit; heute ist die RB Hygiene Home Deutschland GmbH in Heidelberg für die Marke zuständig. Finish zählt zu den elf „Powerbrands“, die Reckitt beim Verkauf seiner Sparte Essential Home Ende 2025 ausdrücklich behalten hat. Stand: September 2026.

Key Takeaways

  • Markeninhaber ist die börsennotierte Reckitt Benckiser Group plc (London Stock Exchange); es gibt keinen beherrschenden Großaktionär, die größten Anteilseigner sind Fondsgesellschaften mit jeweils unter sechs Prozent.
  • Finish wurde 1953 in den USA von Economics Laboratory eingeführt; Benckiser übernahm die Marke 1987 mit der Konsumgütersparte von Ecolab, laut englischer Wikipedia.
  • In Deutschland vertrieb Benckiser ab 1964 das Maschinengeschirrspülmittel Calgonit; erst Anfang 2010 wurde es laut Horizont und W&V in Finish umbenannt.
  • Reckitt erzielte 2025 laut Jahresergebnis einen Konzernumsatz von 14,2 Milliarden Pfund; das Kerngeschäft „Core Reckitt“ mit Finish wuchs organisch um 5,2 Prozent.
  • Zum 31. Dezember 2025 verkaufte Reckitt die Sparte Essential Home (Air Wick, Calgon, Cillit Bang) an Advent International – Finish war nicht Teil des Pakets.
  • Für Deutschland ist laut Impressum von finish.de die RB Hygiene Home Deutschland GmbH, Heidelberg, verantwortlich (Amtsgericht Mannheim, HRB 733366).
  • CEO des Konzerns ist seit Oktober 2023 Kris Licht, Chairman seit Mai 2024 Sir Jeremy Darroch.
NameFinish (Geschirrspülmittelmarke; in Deutschland bis 2010 Calgonit)
Gegründet1953 (Economics Laboratory, USA); Calgonit 1964 (Benckiser, Deutschland)
SitzReckitt Benckiser Group plc, Slough (Großbritannien); Deutschland: Heidelberg
BrancheHaushaltsreiniger, Maschinengeschirrspülmittel (Segment Hygiene)
EigentümerReckitt Benckiser Group plc, Streubesitz; größte Aktionäre laut MarketScreener u. a. MFS (rund 5,1 %), Morgan Stanley IM (rund 4,7 %), Vanguard, BlackRock, Norges Bank
FührungKris Licht (CEO), Sir Jeremy Darroch (Chairman), Shannon Eisenhardt (CFO); Deutschland: Thomas Stopp u. a. (Geschäftsführer RB Hygiene Home Deutschland GmbH)
Umsatz / MitarbeiterKonzern 2025: 14,2 Mrd. GBP Umsatz, rund 36.000 Beschäftigte; für Finish selbst keine offiziellen Angaben

Geschichte der Marke Finish

Finish ist eine amerikanische Erfindung. Das Unternehmen Economics Laboratory aus St. Paul in Minnesota, das später zum Industriereiniger-Konzern Ecolab wurde, brachte die Marke 1953 als Premiumprodukt für die damals noch seltenen Haushaltsgeschirrspüler auf den Markt, parallel zur Schwestermarke Electrasol. Das Know-how stammte aus der Reinigung von Molkereien und Lebensmittelbetrieben. Laut englischer Wikipedia folgten 1969 das erste Pulver mit Enzymen, 1995 die zweischichtige Tablette, 1999 die Powerball-Tab und 2008 die Dreikammer-Kapsel Quantum.

Die deutsche Linie der Geschichte beginnt in Ludwigshafen. Die 1823 von Johann Adam Benckiser in Pforzheim gegründete Chemiefirma Joh. A. Benckiser erhielt 1932 ein Patent für Reinigungsmittel auf Phosphatbasis und machte ab 1935 den Wasserenthärter Calgon zum Verkaufsschlager. 1964 folgte laut deutscher Wikipedia das Maschinengeschirrspülmittel Calgonit, das über Jahrzehnte den deutschen Markt prägte. 1987 kaufte Benckiser die Konsumgütersparte von Ecolab – und damit Finish und Electrasol. Fortan verkaufte Benckiser dasselbe Produkt unter drei Namen: Calgonit in Deutschland und Teilen Europas, Finish in Großbritannien, Italien und anderen Märkten, Electrasol in Nordamerika.

1999 fusionierte die börsennotierte Benckiser N.V. mit dem britischen Konzern Reckitt & Colman zu Reckitt Benckiser. Zehn Jahre später beschloss der Konzern, die Geschirrspülmarke weltweit zu vereinheitlichen: Ab Januar 2010 wurde Calgonit in Deutschland schrittweise in Finish umbenannt. Laut Horizont trugen die Packungen zunächst beide Logos, TV-Spots wiesen auf den Namenswechsel hin; in Nordamerika verschwand parallel der Name Electrasol. Seit März 2021 tritt der Konzern verkürzt als Reckitt auf.

Eigentümerstruktur im Detail: Wem gehört Finish?

Inhaberin der Markenrechte ist die Reckitt Benckiser Group plc mit Sitz in Slough westlich von London. Das Unternehmen ist im britischen Leitindex FTSE 100 notiert. Einen Ankeraktionär gibt es nicht mehr: Die Familie Reimann, die Benckiser über Generationen besessen hatte, hielt nach der Fusion 1999 zunächst einen erheblichen Anteil – laut einer Börsenmitteilung vom April 2003 nach ersten Verkäufen noch 15,7 Prozent – und hat ihre Beteiligung über die Luxemburger JAB Holding seither schrittweise abgebaut; in den aktuellen Aktionärslisten taucht JAB nicht mehr auf. Laut Finanzdatendienst MarketScreener sind die größten Aktionäre heute Fondsgesellschaften: Massachusetts Financial Services mit rund 5,1 Prozent, Morgan Stanley Investment Management mit rund 4,7 Prozent, gefolgt von Vanguard, BlackRock und dem norwegischen Staatsfonds Norges Bank mit jeweils zwei bis drei Prozent. Der Rest befindet sich im breiten Streubesitz.

Geführt wird Reckitt seit Oktober 2023 von Kris Licht; Chairman ist seit Mai 2024 der frühere Sky-Chef Sir Jeremy Darroch, Finanzchefin Shannon Eisenhardt. Für den deutschen Markt ist laut Impressum von finish.de die RB Hygiene Home Deutschland GmbH mit Sitz in der Darwinstraße in Heidelberg zuständig, eingetragen beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 733366; als Geschäftsführer werden Thomas Stopp, Apol-Lonia Capó Adrover und Niels van der Knaap genannt. Heidelberg ist zugleich der deutsche Hauptsitz des Konzerns; Österreich wird aus Wien, die Schweiz aus Wallisellen betreut.

Entscheidend für die Zukunft der Marke war der Konzernumbau der Jahre 2024 und 2025. Im Juli 2024 kündigte Reckitt an, das Portfolio in „Core Reckitt“ und die zum Verkauf stehende Sparte „Essential Home“ zu teilen. Finish wurde dabei ausdrücklich als eine von elf Powerbrands des Kerngeschäfts eingestuft – neben Lysol, Dettol, Harpic, Vanish, Durex, Veet, Nurofen, Strepsils, Gaviscon und Mucinex. Zu Essential Home gehörten dagegen Air Wick, Calgon, Cillit Bang, Mortein, Woolite und rund 75 weitere Marken mit zusammen etwa zwei Milliarden Pfund Umsatz. Am 18. Juli 2025 vereinbarte Reckitt den Verkauf von Essential Home an den Finanzinvestor Advent International zu einem Unternehmenswert von bis zu 4,8 Milliarden US-Dollar; Reckitt behielt 30 Prozent. Der Abschluss erfolgte laut Pressemitteilung am 31. Dezember 2025. Finish blieb vollständig bei Reckitt – die Schwestermarke Calgon aus dem alten Benckiser-Erbe wechselte dagegen zu Advent.

Geschäftsmodell und Zahlen

Reckitt veröffentlicht keine Umsätze einzelner Marken. Der Konzern erzielte 2025 laut Jahresergebnis vom März 2026 einen Nettoumsatz von 14,2 Milliarden Pfund, der bereinigte operative Gewinn lag bei rund 3,5 Milliarden Pfund. Das Kerngeschäft Core Reckitt, zu dem Finish zählt, kam auf 10,2 Milliarden Pfund und wuchs organisch um 5,2 Prozent – getrieben von den Schwellenländern (plus 14,6 Prozent), während Europa um 1,4 Prozent schrumpfte. Seit Januar 2025 berichtet Reckitt nicht mehr nach Geschäftseinheiten, sondern nach den Regionen Nordamerika, Europa und Emerging Markets. Der Konzern beschäftigt laut MarketScreener rund 36.000 Menschen.

Das Geschäftsmodell von Finish ist das eines Premium-Markenartikels im Massenmarkt: Reckitt entwickelt Rezepturen zentral, produziert in eigenen Werken und verkauft über Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien und Onlinehändler. Das Sortiment umfasst Tabs und Kapseln (Classic, All in 1, Quantum, Ultimate), Klarspüler, Spezialsalz, Maschinenreiniger und Spülmaschinendeos. Die Marke profitiert vom hohen Bestand an Geschirrspülern in Europa und Nordamerika und steht zugleich unter Druck durch Handelsmarken, die im Preiswettbewerb deutlich günstiger sind. Hauptkonkurrent in Deutschland ist Somat von Henkel.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Mit dem Abschluss des Essential-Home-Verkaufs zum Jahreswechsel 2025/2026 hat Reckitt seinen Umbau weitgehend vollzogen. Der Konzern kehrte rund 2,3 Milliarden Pfund über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück und zahlte im Februar 2026 eine Sonderdividende von rund 1,6 Milliarden Pfund aus dem Verkaufserlös. Für 2026 erwartet das Management laut Jahresergebnis für Core Reckitt ein organisches Wachstum innerhalb des mittelfristigen Korridors von vier bis fünf Prozent. Ein Sparprogramm unter dem Titel „Fuel for Growth“ soll Fixkosten senken und Investitionen in die Powerbrands finanzieren.

Für Finish bedeutet das: Die Marke ist als Kernmarke gesetzt, ein Verkauf steht nicht zur Debatte. Reckitt investiert weiter in Produktneuheiten – in den USA kündigte der Konzern laut einer Pressemitteilung über PR Newswire mit „Finish Free & Clear“ eine duft- und farbstofffreie Variante an. Eine Änderung der Zuständigkeiten in Deutschland war zum Stand September 2026 nicht bekannt.

FAQ

Ist Finish dasselbe wie Calgonit? Ja. Calgonit war der deutsche Name der Marke, den Benckiser 1964 einführte. Anfang 2010 stellte Reckitt Benckiser die Marke in Deutschland auf den internationalen Namen Finish um.

Gehört Finish zu Henkel? Nein. Henkel stellt den Konkurrenten Somat her. Finish gehört zum britischen Konzern Reckitt.

Wurde Finish 2025 mit Calgon und Air Wick verkauft? Nein. An Advent International ging die Sparte Essential Home mit Air Wick, Calgon, Cillit Bang und weiteren Marken. Finish ist eine der elf Powerbrands, die bei Reckitt bleiben.

Wer steckt hinter Reckitt? Reckitt ist ein börsennotierter Konzern im Streubesitz. Die größten Aktionäre sind Fondsgesellschaften wie MFS, Morgan Stanley, Vanguard und BlackRock mit Anteilen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Gründerfamilie Reimann ist nicht mehr beteiligt.

Wo wird Finish in Deutschland verwaltet? Von der RB Hygiene Home Deutschland GmbH in Heidelberg, die zum Reckitt-Konzern gehört.

Fazit

Finish ist eine amerikanische Erfindung mit deutscher Vergangenheit und britischem Eigentümer. Über Economics Laboratory, Benckiser und die Fusion mit Reckitt & Colman gelangte die Marke in den heutigen Reckitt-Konzern, der sie 2010 in Deutschland vom Namen Calgonit auf Finish umstellte. Beim großen Portfolioumbau 2025 hat Reckitt Finish als Kernmarke behalten, während Calgon und Air Wick an Advent gingen. Eigentümer ist damit unverändert die Reckitt Benckiser Group plc im Streubesitz. Stand: September 2026.