Wem gehört Fendi? LVMH, Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Fendi

Fendi gehört seit über zwei Jahrzehnten zum französischen Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Das 1925 in Rom von Adele und Edoardo Fendi gegründete Modehaus wurde 1999 zunächst von LVMH und Prada gemeinsam übernommen, bevor LVMH 2001 den Prada-Anteil kaufte und danach auch die Familienanteile einsammelte. Hinter LVMH steht die Familie Arnault, die seit Februar 2026 mehr als die Hälfte des Konzernkapitals hält. Stand 2026 ist Fendi eine Marke mit römischen Wurzeln, Pariser Eigentümer und neuer Kreativchefin.

Key Takeaways

  • Fendi gehört vollständig zum börsennotierten Luxuskonzern LVMH (Paris), Sparte Mode und Lederwaren.
  • Übernahme in Etappen: 1999 kauften LVMH und Prada gemeinsam 51 Prozent, 2001 übernahm LVMH den Prada-Anteil, 2002 stieg die Beteiligung auf 84 Prozent.
  • Größter LVMH-Aktionär ist die Familie Arnault mit 50,01 Prozent des Kapitals und 65,94 Prozent der Stimmrechte (Stand Februar 2026).
  • Gegründet 1925 in Rom von Adele und Edoardo Fendi; die fünf Töchter übernahmen 1946 mit je 20 Prozent.
  • Karl Lagerfeld prägte die Marke von 1965 bis 2019; Kim Jones leitete die Damenmode von 2020 bis Oktober 2024.
  • Seit Oktober 2025 ist Maria Grazia Chiuri Chief Creative Officer; ihre erste Schau zeigte sie im Februar 2026 in Mailand.
  • LVMH erzielte 2025 einen Konzernumsatz von 80,8 Mrd. Euro; Fendi veröffentlicht keine eigenen Umsatzzahlen.
NameFendi S.r.l.
Gegründet1925 in Rom von Adele und Edoardo Fendi
BrancheLuxusmode, Lederwaren, Pelz, Accessoires
EigentümerLVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE (Paris), kontrolliert von der Familie Arnault
SitzPalazzo della Civiltà Italiana, Rom
UmsatzFendi: keine Einzelausweisung, 2018 über 1 Mrd. Euro; LVMH-Konzern 2025: 80,8 Mrd. Euro
MitarbeiterFendi rund 3.000 (Stand 2018); LVMH-Konzern über 211.000 (Ende 2025)

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Fendi beginnt 1925 in der Via del Plebiscito in Rom, wo Adele Casagrande und ihr Mann Edoardo Fendi ein Geschäft für Pelze und Lederwaren eröffneten. 1946 traten die fünf Töchter Paola, Anna, Franca, Carla und Alda in das Unternehmen ein, jede mit 20 Prozent, und machten aus dem Familienbetrieb ein international bekanntes Modehaus.

Der entscheidende kreative Schub kam 1965 mit Karl Lagerfeld. Er entwarf 1966 das doppelte „F“, das bis heute als Logo dient, und blieb bis zu seinem Tod 2019 Kreativdirektor für Pelz und Damenmode. 1977 folgte die erste Prêt-à-porter-Kollektion. 1994 trat mit Silvia Venturini Fendi die dritte Generation ein; sie entwarf 1997 die „Baguette“-Tasche und 2009 die „Peekaboo“. Ende der 1990er-Jahre brauchte das Familienunternehmen Kapital für die Expansion und eine Nachfolgelösung – der Verkauf war die Folge.

Eigentümerstruktur im Detail

Infografik: Eigentümerkette von der Familie Arnault über LVMH zu Fendi sowie Kennzahlen und Meilensteine, Stand 2026
Wem gehört Fendi? LVMH, Eigentümer und Struktur 2026 2

Im Oktober 1999 erwarben LVMH und Prada gemeinsam 51 Prozent an Fendi und setzten sich dabei gegen Gucci durch. Der Kaufpreis lag bei rund 545 Mio. US-Dollar; jeder Partner hielt 25,5 Prozent, die Familie behielt 49 Prozent. Im November 2001 einigten sich beide Konzerne darauf, dass LVMH den Prada-Anteil für 295 Mio. Euro übernimmt und zum Jahresende 2001 allein 51 Prozent kontrolliert.

Anschließend stockte LVMH auf: Im Juli 2002 stieg die Beteiligung auf 67 Prozent, kurz darauf für 190 Mio. Euro auf 84 Prozent. Die verbliebenen 16 Prozent, die bei Carla Fendi lagen, übernahm LVMH in den Folgejahren ebenfalls. Heute führt der Konzern Fendi als eines seiner Maisons der Sparte Mode und Lederwaren.

Wer Fendi gehört, entscheidet sich also in Paris. LVMH ist an der Euronext Paris notiert und Teil des CAC 40. Größter Aktionär ist die Familie Arnault, die ihre Anteile über die Holdings Agache, Financière Agache und Christian Dior SE hält. Am 19. Februar 2026 überschritt sie erstmals die Marke von 50 Prozent: Sie hält seither 50,01 Prozent des Kapitals und 65,94 Prozent der Stimmrechte, der Rest liegt im Streubesitz. Im September 2026 kündigte die Familie an, alle Beteiligungen in einer einzigen Holding namens Agache zu bündeln. Bernard Arnault führt LVMH seit 1989 als Vorsitzender und CEO.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

2025 feierte Fendi sein 100-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsschau fand am 26. Februar 2025 in Mailand statt, entworfen von Silvia Venturini Fendi und eröffnet von Zwillingen aus der fünften Familiengeneration. Bereits im Oktober 2024 hatte Kim Jones das Haus nach vier Jahren als Kreativdirektor der Damenmode verlassen; Venturini Fendi übernahm danach vorübergehend alle Linien.

Am 29. September 2025 gab Silvia Venturini Fendi die kreative Leitung ab und wurde Ehrenpräsidentin. Am 14. Oktober 2025 bestätigte Fendi die Nachfolge: Maria Grazia Chiuri, die ihre Karriere einst bei Fendi begonnen hatte und zuletzt Dior leitete, wurde Chief Creative Officer und berichtet an Ramon Ros, Vorsitzender und CEO von Fendi. Ihr Debüt zeigte Chiuri Ende Februar 2026 in Mailand unter dem Motto „Less I, More Us“; ihre erste Couture-Kollektion präsentierte sie am 9. Juli 2026 in Rom.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Fendi verdient sein Geld mit Lederwaren, Damen- und Herrenmode, Pelz, Schuhen, Accessoires und der Wohnlinie „Fendi Casa“. Die Marke betreibt ein weltweites Netz eigener Boutiquen; 2025 waren es 253 Geschäfte. Die letzten öffentlich genannten Einzelzahlen stammen aus dem Jahr 2018, als Fendi einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro mit rund 3.000 Mitarbeitern und 215 Geschäften erzielte. Seit 2015 residiert das Haus im Palazzo della Civiltà Italiana in Rom und finanzierte die Restaurierung des Trevi-Brunnens mit rund 2,2 Mio. Euro.

Auf Konzernebene liegen aktuelle Zahlen vor. LVMH erzielte 2025 einen Umsatz von 80,8 Mrd. Euro, ein Minus von 5 Prozent gegenüber 84,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Sparte Mode und Lederwaren, zu der Fendi gehört, kam auf 37,8 Mrd. Euro, ein Rückgang um 8 Prozent. Das operative Ergebnis sank auf 17,8 Mrd. Euro, der Nettogewinn auf 10,9 Mrd. Euro. Ende 2025 beschäftigte LVMH über 211.000 Menschen und führte mehr als 75 Maisons, darunter Louis Vuitton, Dior und Fendi.

FAQ

Wem gehört Fendi? Fendi gehört vollständig dem französischen Luxuskonzern LVMH. LVMH wird von der Familie Arnault kontrolliert, die seit Februar 2026 50,01 Prozent des Kapitals und 65,94 Prozent der Stimmrechte hält.

Wann hat LVMH Fendi übernommen? 1999 kauften LVMH und Prada gemeinsam 51 Prozent. 2001 übernahm LVMH den Prada-Anteil, 2002 stieg die Beteiligung auf 84 Prozent, danach folgten die restlichen Familienanteile.

Ist die Familie Fendi noch beteiligt? Kapitalanteile hält die Familie nicht mehr. Silvia Venturini Fendi, Enkelin der Gründerin, war bis September 2025 Kreativdirektorin und ist heute Ehrenpräsidentin des Hauses.

Wer ist aktuell Kreativdirektorin von Fendi? Seit Oktober 2025 ist Maria Grazia Chiuri Chief Creative Officer. Sie folgte auf Silvia Venturini Fendi; Kim Jones hatte die Damenmode bereits im Oktober 2024 verlassen.

Wie hoch ist der Umsatz von Fendi? Fendi veröffentlicht keine eigenen Zahlen. Zuletzt wurde für 2018 ein Umsatz von über 1 Mrd. Euro genannt. Der Mutterkonzern LVMH erzielte 2025 einen Umsatz von 80,8 Mrd. Euro.

Wo hat Fendi seinen Sitz? Der Hauptsitz liegt seit 2015 im Palazzo della Civiltà Italiana in Rom; der Eigentümer LVMH sitzt in Paris.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Fendi?“ lautet Stand 2026 eindeutig: LVMH. Was 1925 als Pelzgeschäft in Rom begann, ist seit der Übernahme ab 1999 fester Bestandteil des Pariser Luxuskonzerns, hinter dem die Familie Arnault mit absoluter Kapitalmehrheit steht. Die Familie Fendi ist nur noch über die Ehrenpräsidentin Silvia Venturini Fendi präsent, während Maria Grazia Chiuri seit Oktober 2025 die kreative Richtung vorgibt. Für Anleger bleibt Fendi ein Baustein in der LVMH-Aktie.