Wem gehört Festool? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Festool

Festool, der Premiumhersteller für Elektrowerkzeuge aus Wendlingen am Neckar, gehört auch 2026 vollständig der Gründerfamilie Stoll. Die Festool GmbH ist die größte Gesellschaft der TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG, einer Familienholding ohne externe Investoren, die seit der Realteilung im Jahr 2000 unabhängig vom Automatisierungskonzern Festo besteht. Den Aufsichtsrat führt mit Barbara Austel eine Enkelin des Gründerehepaares Gottlieb und Berta Stoll. Die TTS-Gruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 807 Millionen Euro und beschäftigt rund 3.000 Menschen.

Key Takeaways

  • Festool ist nicht börsennotiert und befindet sich in dritter Generation im Besitz der Familie Stoll beziehungsweise ihrer Linie Maier-Stoll.
  • Die Muttergesellschaft heißt seit Februar 2026 TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG; Komplementärin ist die TTS Holding SE, die die bisherige TTS Tooltechnic Systems Holding AG abgelöst hat.
  • Das Unternehmen entstand 1925 in Esslingen als Fezer & Stoll, wurde zu Festo und im Jahr 2000 per Realteilung von der Automatisierungssparte getrennt.
  • Zur TTS-Gruppe gehören neben Festool die Marken Tanos, SawStop, Shaper und exoIQ, die seit 2022 als eigenständige Gesellschaften arbeiten.
  • Der Gruppenumsatz sank von rund 932 Millionen Euro (2022) über 869 Millionen Euro (2023) und 830 Millionen Euro (2024) auf 807 Millionen Euro im Jahr 2025.
  • Seit Februar 2026 führen Dr. Birgit Braches und Dr. Wolfgang Knorr die Gruppe als gleichberechtigte Co-CEOs, nachdem Vorstandschef Sascha Menges im August 2025 ausgeschieden war.
  • Rund 80 Prozent der Festool-Maschinen werden in Deutschland gefertigt, vor allem in Neidlingen, Weilheim an der Teck und Illertissen.
  • Ab 2027 gehen die Produkte der US-Tochter Shaper im Festool-Portfolio auf, wie die Gruppe im August 2026 bekannt gab.
NameFestool GmbH (Teil der TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG)
Gegründet1925 in Esslingen am Neckar als Fezer & Stoll; Festool GmbH seit 2000
BrancheElektrowerkzeuge und Systemzubehör für das Handwerk
EigentümerFamilie Stoll (Linie Maier-Stoll) über die TTS-Familienholding, keine externen Investoren
SitzWendlingen am Neckar, Baden-Württemberg
GeschäftsführungCo-CEOs Dr. Birgit Braches und Dr. Wolfgang Knorr (seit Februar 2026); Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Austel
Umsatz807 Mio. Euro (TTS-Gruppe, 2025); 830 Mio. Euro (2024)
Mitarbeiterrund 3.000 in der TTS-Gruppe (Stand August 2026), davon über 2.600 bei Festool

Geschichte und Herkunft

1925 gründeten Albert Fezer und Gottlieb Stoll in Esslingen am Neckar die Firma Fezer & Stoll, zunächst als Reparaturbetrieb für Holzbearbeitungsmaschinen. Aus den Anfangsbuchstaben der Gründernamen entstand die Marke Festo. Fezer schied Anfang der 1930er-Jahre aus, 1933 firmierte der Betrieb als Festo Maschinenfabrik Gottlieb Stoll. Früh setzte das Unternehmen auf tragbare Werkzeuge, etwa 1951 den ersten Schwingschleifer und 1962 die erste Führungsschiene.

Nach dem Tod von Gottlieb Stoll 1971 übernahmen seine Söhne Kurt und Wilfried Stoll die Leitung und bauten die Pneumatiksparte auf, aus der der heutige Festo-Konzern hervorging. Zur zweiten Generation gehörte auch die Tochter Gerda Maier-Stoll. 1992 wurde die Werkzeugsparte als Festo Tooltechnic verselbstständigt, 2000 folgte die Realteilung: Die Automatisierungstechnik blieb als Festo in Esslingen, die Elektrowerkzeuge wurden als Festool GmbH unter der neuen Holding TTS Tooltechnic Systems ausgegliedert. Gerda Maier-Stoll wurde Hauptgesellschafterin, die Verwaltung zog nach Wendlingen.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Festool? Eigentümerkette von der Familie Stoll über die TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG bis zur Festool GmbH 2026
Wem gehört Festool? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette ist kurz: Die Familie Stoll, konkret die Linie Maier-Stoll, hält die TTS-Familienholding, und diese hält die Festool GmbH sowie die Schwestergesellschaften. Laut Nachhaltigkeitsbericht gibt es keine externen Investoren, die meisten Töchter gehören zu 100 Prozent zur Gruppe.

Die Holding firmierte von 2006 bis Anfang 2026 als TTS Tooltechnic Systems AG & Co. KG mit der TTS Tooltechnic Systems Holding AG als persönlich haftender Gesellschafterin. Mit der Handelsregistereintragung vom 2. Februar 2026 trat an deren Stelle die TTS Holding SE, die Gesellschaft heißt seither TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG. Als Kommanditisten tauchen in Registerveröffentlichungen Verwaltungsgesellschaften wie die Reußenstein Verwaltungs GmbH & Co. KG und die KM Verwaltungs GmbH & Co. KG auf. Wie die Anteile innerhalb der Familie verteilt sind, ist nicht öffentlich bekannt.

Die Familie tritt vor allem über den Aufsichtsrat in Erscheinung. Vorsitzende ist Barbara Austel, Tochter von Gerda Maier-Stoll und Enkelin des Gründerehepaares; das Unternehmen nennt sie ausdrücklich als Gesellschafterin. Dem sechsköpfigen Gremium gehörten 2023 zwei Familienmitglieder ohne Managementfunktion und vier externe Mitglieder an. Die Vermögensbasis der Familie beruht auf der Beteiligung an der TTS-Gruppe; offizielle Zahlen dazu existieren nicht, und uamr.de nennt keine Beträge.

Unter dem Dach der Holding arbeiten seit 2022 fünf eigenständige Markengesellschaften: Festool als größte Einheit, der Systainer-Hersteller Tanos in Illertissen, der 2017 übernommene US-Tischkreissägenhersteller SawStop aus Oregon, das 2019 übernommene Robotik-Unternehmen Shaper Tools aus San Francisco und der Exoskelett-Anbieter exoIQ.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

2025 feierte Festool sein 100-jähriges Bestehen; zum Jubiläum nannte das Unternehmen über 2.600 Beschäftigte, fast 900 Patente und mehr als 60 iF Design Awards. Geschäftlich war das Jahr kein Selbstläufer: Der Gruppenumsatz ging auf 807 Millionen Euro zurück, nach 830 Millionen Euro 2024 und 869 Millionen Euro 2023. Die Mitarbeiterzahl der Gruppe lag Mitte 2025 bei 3.300 und im August 2026 bei rund 3.000.

An der Spitze gab es einen Wechsel. Sascha Menges, seit September 2021 Vorstandsvorsitzender, verließ das Unternehmen im August 2025. Finanzvorständin Dr. Birgit Braches und Technikvorstand Dr. Wolfgang Knorr übernahmen zunächst gemeinsam die Leitung; am 19. Februar 2026 ernannte der Aufsichtsrat beide zu gleichberechtigten Co-CEOs. Braches verantwortet Finanzen, IT, Recht und Lieferkette, Knorr Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Strategie und Personal sowie die Marken SawStop, Shaper, Tanos und exoIQ.

Im August 2026 kündigte die Gruppe zudem an, dass die Produkte von Shaper ab 2027 Teil des Festool-Portfolios werden; Festool fertigt bereits den Shaper Origin. Nicht zu verwechseln ist das mit Festo, das im Mai 2026 den Abbau von rund 1.300 Stellen in Deutschland ankündigte; Festool ist davon nicht betroffen.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Festool verkauft ein System: Maschinen, Absaugung, Führungsschienen und Systainer sind aufeinander abgestimmt, Zielgruppe sind Schreiner, Holzbauer und Maler, der Vertrieb läuft über ein selektives Fachhandelsnetz. Nach Unternehmensangaben ist Festool in 68 Ländern präsent, unterhält Tochtergesellschaften in 25 Ländern und exportiert 76 Prozent der Produktion. Produziert wird vor allem in Neidlingen, das mehrfach als „Fabrik des Jahres“ ausgezeichnet wurde, in Weilheim an der Teck, in Illertissen und im tschechischen Česká Lípa; in Lebanon (Indiana) läuft seit 2017 eine US-Fertigungslinie für Führungsschienen.

Gewinnzahlen veröffentlicht die Familienholding nicht. 2012 verhängte das Bundeskartellamt ein Bußgeld von 8,2 Millionen Euro, weil Fachhändler zur Einhaltung der unverbindlichen Preisempfehlung gedrängt worden waren. Die Milliardenumsätze des Festo-Konzerns haben mit Festool nichts zu tun.

FAQ

Wem gehört Festool? Festool gehört der Gründerfamilie Stoll, genauer der Linie Maier-Stoll, über die TTS Tooltechnic Systems SE & Co. KG in Wendlingen. Externe Investoren gibt es nicht, das Unternehmen ist nicht börsennotiert.

Gehört Festool zu Festo? Nein. Beide haben denselben Ursprung, wurden aber im Jahr 2000 per Realteilung getrennt. Festo (Automatisierungstechnik, Esslingen) und Festool (Elektrowerkzeuge, Wendlingen) gehören unterschiedlichen Zweigen der Familie Stoll.

Wer führt Festool 2026? Seit Februar 2026 leiten Dr. Birgit Braches und Dr. Wolfgang Knorr die TTS-Gruppe als Co-CEOs. Den Aufsichtsrat führt Barbara Austel, Enkelin des Gründers Gottlieb Stoll und Gesellschafterin.

Welche Marken gehören zur TTS-Gruppe? Neben Festool sind das Tanos (Systainer), SawStop (Tischkreissägen mit Sicherheitstechnik), Shaper (handgeführte CNC-Fräsen) und exoIQ (Exoskelette). Die Shaper-Produkte werden ab 2027 unter der Marke Festool geführt.

Wie hoch ist der Umsatz von Festool? Festool allein weist keinen Umsatz aus. Die TTS-Gruppe, deren größte Gesellschaft Festool ist, erzielte 2025 einen Umsatz von 807 Millionen Euro, nach 830 Millionen Euro 2024.

Ist ein Verkauf oder Börsengang geplant? Dafür gibt es keine Anzeichen. Die Familie hat 2026 die Holdingstruktur auf eine SE umgestellt und die Führung neu geordnet, hält aber weiterhin alle Anteile.

Fazit

Festool ist ein Lehrbuchbeispiel für ein schwäbisches Familienunternehmen: 1925 gegründet, 2000 per Realteilung von Festo getrennt und seither in dritter Generation vollständig in der Hand der Familie Stoll beziehungsweise Maier-Stoll. Die Holding wurde 2026 in eine SE & Co. KG überführt und wird von einer Co-CEO-Doppelspitze geführt, Barbara Austel leitet den Aufsichtsrat. Trotz rückläufiger Umsätze bleibt die Gruppe mit 807 Millionen Euro Umsatz einer der großen Premiumanbieter im Elektrowerkzeugmarkt, ein Eigentümerwechsel ist nicht in Sicht.