Bitburger gehört auch 2026 vollständig der Unternehmerfamilie Simon aus Bitburg in der Eifel. Die Bitburger Braugruppe GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Familienholding Th. Simon GmbH & Co. KG, die daneben die Mehrheit am Mineralbrunnen Gerolsteiner und am Werkzeughersteller Wera hält. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert, wird in siebter Generation geführt und erzielte 2025 mit den Marken Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Licher einen Umsatz von 753 Millionen Euro, 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
Key Takeaways
- Eigentümerin ist die Familie Simon; Dachgesellschaft ist die Th. Simon GmbH & Co. KG in Bitburg.
- Die Bitburger Braugruppe GmbH gehört der Familienholding laut Konzernabschluss 2023 zu 100 Prozent.
- Die Bitburger Holding GmbH bündelt seit 1998 die Beteiligungen außerhalb des Biergeschäfts, darunter 51,55 Prozent an Gerolsteiner.
- Der Gesamtkonzern Th. Simon erwirtschaftete 2023 rund 1,42 Milliarden Euro Umsatz mit 4.446 Beschäftigten.
- Die Braugruppe setzte 2025 753 Millionen Euro um (2024: 798 Millionen Euro) und kam auf 5,2 Millionen Hektoliter Ausstoß.
- Wernesgrüner gehört seit dem Verkauf an Carlsberg Deutschland (2020/2021) nicht mehr zur Gruppe; Benediktiner ist eine Vertriebspartnerschaft.
- 2025/2026 wurde die Geschäftsführung fast komplett neu besetzt; Familiengesellschafter Jan Niewodniczanski schied Ende September 2025 aus.
- Bitburger ist offizieller Partner der DFB-Nationalmannschaft zur Fußball-WM 2026 und Marktführer im alkoholfreien 0,0-Prozent-Segment.
| Name | Bitburger Braugruppe GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1817 als Brauerei von Johann Peter Wallenborn in Bitburg |
| Sitz | Bitburg, Eifel (Rheinland-Pfalz) |
| Rechtsform | GmbH; Konzernmutter Th. Simon GmbH & Co. KG |
| Branche | Brauwirtschaft, Getränke |
| Umsatz | 753 Millionen Euro (2025); Konzern Th. Simon: 1,42 Milliarden Euro (2023) |
| Mitarbeiter | rund 1.400 in der Braugruppe; 4.446 im Gesamtkonzern (2023) |
| Eigentümer | Familie Simon (siebte Generation), nicht börsennotiert |
| Geschäftsführung | Dr. Stefan Schmitz, Markus Spanier, Sebastian Ellies (Stand September 2026) |
| Vermögensbasis | Braugruppe, Mehrheit an Gerolsteiner und Wera, Minderheitsbeteiligungen an Dürr Dental, Avista Oil und Schülke |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln reichen ins Jahr 1817, als Johann Peter Wallenborn in Bitburg eine Hausbrauerei gründete. Nach seinem Tod 1839 führte seine Witwe den Betrieb weiter; 1842 heiratete Tochter Elisabeth den Brauer Ludwig Bertrand Simon, der die Leitung übernahm und den Ausschank „Zum Simonbräu“ eröffnete. Damit begann die bis heute andauernde Ära der Familie Simon.
Sein Sohn Theobald Simon, Namensgeber der heutigen Konzernholding, startete 1876 ein Versandgeschäft mit Fassbierlieferungen an Gasthäuser. 1883 wurde das erste Bier nach Pilsener Brauart gebraut, 1938 lag der Ausstoß bei 100.000 Hektolitern, 1973 bei über einer Million. Der Slogan „Bitte ein Bit“ stammt von 1951. Zur Braugruppe wuchs das Unternehmen durch Zukäufe: 1991 Köstritzer in Thüringen, 2002 Wernesgrüner, 2004 die König-Brauerei in Duisburg und die Licher Privatbrauerei in Hessen. Wernesgrüner wurde Ende 2020 an Carlsberg Deutschland verkauft.
Eigentümerstruktur im Detail

An der Spitze steht die Th. Simon GmbH & Co. KG mit Sitz in Bitburg. Sie ist die Konzernobergesellschaft, deren Kommanditanteile bei der Familie Simon liegen; Komplementärin ist die Th. Simon Verwaltungs GmbH. Die genaue Verteilung der Anteile innerhalb der Familie ist nicht öffentlich. Darunter liegen zwei Säulen: die Bitburger Braugruppe GmbH für das Biergeschäft, laut Konzernabschluss 2023 eine hundertprozentige Tochter, und die 1998 gegründete Bitburger Holding GmbH, die alle Beteiligungen außerhalb des Kerngeschäfts Bier bündelt.
Die wichtigste Beteiligung neben der Brauerei ist der Gerolsteiner Brunnen, an dem die Familie seit 1969 die Mehrheit von 51,55 Prozent hält. Der Werkzeughersteller Wera aus Wuppertal ist seit 2016 vollständig Teil des Konzerns. Als Minderheitsbeteiligungen führt die Holding den Dentalgerätehersteller Dürr Dental (seit 2011, rund 35 Prozent), den Altölaufbereiter Avista Oil (seit 2019) und seit 2023 den Desinfektionsmittelhersteller Schülke. Über die 2018 gegründete Bitburger Ventures GmbH und die Venture-Einheit Simon Capital beteiligt sich die Gruppe an Start-ups. Abgegeben wurden zuletzt Poli-Tape (2024) sowie Sterntaler und HTS tentiQ (2025).
Zum Segment Brauereien gehören die Marken Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Licher sowie die Regionalmarken Königsbacher und Nette Pils. Die Weißbiermarke Benediktiner wird nur über eine Vertriebspartnerschaft vermarktet, ist also keine Eigentumsposition. Zusätzlich betreibt der Konzern einen eigenen Getränkefachgroßhandel.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Jahr 2025 war für Bitburger schwierig. Der Umsatz der Braugruppe sank um 5,7 Prozent von 798 auf 753 Millionen Euro; das Unternehmen führt dies neben der Branchenkrise vor allem auf eine im Alleingang durchgesetzte Preiserhöhung zurück. Die Stammmarke Bitburger verlor 6,4 Prozent Umsatz, auch König Pilsener, Köstritzer und Licher gingen zurück. Nach dem BarthHaas-Bericht 2025/2026 fiel der Ausstoß um zehn Prozent auf 5,2 Millionen Hektoliter, womit Bitburger weltweit auf Rang 35 der größten Brauereigruppen steht.
Wachstum kam aus dem alkoholfreien Bereich: Die Bitburger-0,0-Prozent-Range legte beim Umsatz um über zwölf Prozent zu und hält nach Unternehmensangaben mehr als 30 Prozent Marktanteil in diesem Segment; „Bitburger Herb 0,0 %“ wuchs um 36 Prozent, Benediktiner um 4,4 Prozent. Für 2026 kündigte die Geschäftsführung im Februar Wachstum an, gestützt auf die Partnerschaft mit der DFB-Nationalmannschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft und neue Produkte. Über 80 Millionen Euro fließen in die Standorte, etwa in die modernisierte Abfüllung in Lich und ein neues Sudhaus in Duisburg.
Kennzahlen und Geschäftsmodell
Der Konzern Th. Simon erzielte 2023 einen Umsatz von 1.417,3 Millionen Euro (2022: 1.351,3 Millionen Euro) und beschäftigte im Jahresdurchschnitt 4.446 Mitarbeiter. Davon entfielen 649,6 Millionen Euro auf das Segment Brauereien, 343,5 Millionen Euro auf den Mineralbrunnen Gerolsteiner, 187,7 Millionen Euro auf den Getränkefachgroßhandel und 236,6 Millionen Euro auf sonstige Beteiligungen. Die Braugruppe selbst nennt rund 1.400 Beschäftigte und Exporte in mehr als 70 Länder. 2024 war noch ein Wachstumsjahr mit einem Umsatzplus von 2,9 Prozent auf 798 Millionen Euro.
Das Geschäftsmodell ruht auf der Fassbierführerschaft in der Gastronomie, Premium-Pils und zunehmend alkoholfreien Varianten; die Diversifizierung über Mineralwasser, Werkzeuge und Medizintechnik macht die Familie weniger abhängig vom schrumpfenden Biermarkt.
Führung und Management
Die Geschäftsführung der Braugruppe erlebt seit 2025 einen tiefgreifenden Umbruch. Jan Niewodniczanski, Gesellschafter in siebter Generation und seit 2006 Geschäftsführer Technik und Umwelt, beendete seine operative Tätigkeit zum 30. September 2025 wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung; er bleibt Gesellschafter. Sein Ressort übernimmt ab Januar 2027 Jens Hoffmann von der Warsteiner Brauerei. Im Vertrieb folgte zum 1. Juni 2026 Sebastian Ellies auf Sebastian Holtz. Finanzchef Markus Spanier scheidet Ende Januar 2027 aus; Kathrin Heck übernimmt ab Februar 2027. Kontinuität sichert Dr. Stefan Schmitz (Personal und Recht), der seit 1. Januar 2025 zugleich die Bitburger Holding führt, wo er Matthäus Niewodniczanski nach 30 Jahren ablöste. Dort gehören auch Dieter Henne und Dr. Hans-Gerd Wienands zur Geschäftsführung.
FAQ
Wem gehört Bitburger? Bitburger gehört der Familie Simon. Die Bitburger Braugruppe GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Familienholding Th. Simon GmbH & Co. KG mit Sitz in Bitburg.
Ist Bitburger börsennotiert? Nein. Weder die Braugruppe noch die Holding sind an der Börse; sämtliche Anteile liegen bei der Familie Simon.
Gehört Gerolsteiner zu Bitburger? Ja, mehrheitlich. Die Familie Simon hält über die Bitburger Holding seit 1969 51,55 Prozent am Gerolsteiner Brunnen.
Welche Biermarken gehören zur Bitburger Braugruppe? Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Licher sowie die Regionalmarken Königsbacher und Nette Pils. Benediktiner wird nur im Vertrieb betreut, Wernesgrüner wurde 2020 an Carlsberg verkauft.
Wie viel Umsatz macht Bitburger? Die Braugruppe setzte 2025 753 Millionen Euro um, nach 798 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Gesamtkonzern Th. Simon kam 2023 auf rund 1,42 Milliarden Euro.
Wer führt Bitburger 2026? Die Geschäftsführung besteht aus Dr. Stefan Schmitz, Markus Spanier und Sebastian Ellies. 2027 kommen Jens Hoffmann (Technik) und Kathrin Heck (Finanzen) hinzu.
Fazit
Bitburger bleibt ein reines Familienunternehmen: Die Familie Simon kontrolliert über die Th. Simon GmbH & Co. KG die Braugruppe vollständig und hat ihre Beteiligungen mit Gerolsteiner, Wera und Medizintechnik breit gestreut. Das schwache Bierjahr 2025 und der Umbau der Geschäftsführung zeigen, dass auch ein über 200 Jahre alter Traditionskonzern unter Druck steht. Die Antwort lautet Alkoholfrei, Gastronomie, WM-Sponsoring und Investitionen in die Standorte, ohne dass Anteile an Dritte gehen.
Weiterlesen in Finanzen
- Wem gehört BMW? Aktionäre und Struktur aktuell
- Wem gehört Bitpanda? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Birkenstock? L Catterton und die Familie
- Wem gehört die Bild-Zeitung? Die Kette bis KKR
- Wem gehört Boehringer Ingelheim? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Buderus? Eigentümer und Struktur 2026