Bitpanda, die größte Krypto- und Investmentplattform Österreichs, gehört bis heute mehrheitlich ihren Gründern Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer. Externe Anteile halten vor allem Valar Ventures aus dem Umfeld von Peter Thiel sowie Speedinvest. Seit 2022 bündelt die Schweizer Holding Bitpanda Group AG die Beteiligungen, das operative Geschäft läuft weiterhin über die Bitpanda GmbH in Wien. Ein für das erste Halbjahr 2026 geplanter Börsengang in Frankfurt wurde im September 2026 vorerst verschoben.
Key Takeaways
- Bitpanda wurde 2014 in Wien von Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer gegründet.
- Die drei Gründer hielten nach der letzten Finanzierungsrunde 2021 zusammen rund 75 Prozent der Anteile und sind damit weiterhin die Kontrollaktionäre.
- Wichtigster externer Investor ist Valar Ventures, der Fonds von PayPal-Mitgründer Peter Thiel; weitere Geldgeber sind Speedinvest, DST Global und Jump Capital.
- Die Series C im August 2021 über 263 Millionen US-Dollar bewertete Bitpanda mit 4,1 Milliarden US-Dollar.
- Dachgesellschaft ist seit Juni 2022 die Bitpanda Group AG mit Sitz in Zürich; die operative Bitpanda GmbH sitzt in Wien.
- 2025 stieg der bereinigte Umsatz um 16 Prozent auf 371 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA sank jedoch von 52 auf 13 Millionen Euro; die Zahl der registrierten Nutzer wuchs auf 7,4 Millionen.
- Seit April 2025 hält Bitpanda MiCA-Lizenzen in Österreich (FMA), Deutschland (BaFin) und Malta (MFSA).
- Der für 2026 geplante Börsengang in Frankfurt mit einer angestrebten Bewertung von 4 bis 5 Milliarden Euro ist verschoben; CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad verlässt das Unternehmen im ersten Quartal 2027, Mitgründer Christian Trummer ist seit September 2026 Co-CEO.
| Name | Bitpanda (Bitpanda Group AG, Bitpanda GmbH) |
|---|---|
| Gründung | 2014 in Wien (als Coinimal GmbH, seit 2018 Bitpanda GmbH) |
| Sitz | Holding: Zürich; operatives Geschäft: Wien |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht (Holding), GmbH (Österreich) |
| Branche | Fintech, Krypto-Broker, Investmentplattform |
| Umsatz | 371 Millionen Euro bereinigt (2025), 7,7 Milliarden Euro unbereinigt |
| Mitarbeiter | rund 730 (2023, letzte veröffentlichte Angabe) |
| Eigentümer | Gründer Demuth, Klanschek, Trummer (Mehrheit); Valar Ventures, Speedinvest, DST Global und weitere Investoren |
| Führung | Eric Demuth (Executive Chairman), Lukas Enzersdorfer-Konrad und Christian Trummer (Co-CEOs) |
Geschichte und Herkunft
Bitpanda entstand 2014 in Wien als Coinimal GmbH; die Gründer wollten den Kauf von Bitcoin so einfach machen wie eine Online-Bestellung. 2018 folgte die Umbenennung in Bitpanda GmbH, 2019 kamen Edelmetalle und der Token „BEST“ hinzu, 2021 mit einer Wertpapierlizenz Aktien und ETFs.
Den Durchbruch brachte der Krypto-Boom 2020/2021: Im September 2020 führte Valar Ventures eine Series A über 52 Millionen US-Dollar an, Speedinvest beteiligte sich ebenfalls. Im März 2021 folgte eine Series B über 170 Millionen US-Dollar, die Bitpanda mit 1,2 Milliarden US-Dollar bewertete und zum ersten österreichischen Einhorn machte. Im August 2021 sammelte das Unternehmen weitere 263 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 4,1 Milliarden US-Dollar ein. Im Krypto-Winter 2022 baute Bitpanda rund ein Drittel der Belegschaft ab, wuchs ab 2023 aber wieder, unter anderem durch Partnerschaften mit Deutsche Bank, Raiffeisen, LBBW und N26.
Eigentümerstruktur im Detail

Bitpanda ist nicht börsennotiert, eine vollständige Aktionärsliste wird nicht veröffentlicht. Belegt ist, dass die drei Gründer nach der Series C 2021 laut dem Branchenportal Sifted zusammen rund 75 Prozent hielten. Da seitdem keine weitere Finanzierungsrunde bekannt wurde, besitzen sie nach heutigem Kenntnisstand weiterhin die klare Mehrheit. Paul Klanschek betonte bei seinem Rückzug im August 2025, dass er Gesellschafter bleibt.
Auf der Investorenseite dominiert Valar Ventures, die Wagniskapitalgesellschaft von Peter Thiel, die sowohl die Series A 2020 als auch die Runden 2021 anführte. Weitere Anteilseigner sind der Wiener Frühphaseninvestor Speedinvest, DST Global, der britische Hedgefonds-Manager Alan Howard, LeadBlock Partners, Jump Capital und Redo Ventures. Die genaue Verteilung der übrigen rund 25 Prozent ist nicht öffentlich bekannt.
Rechtlich ist die Gruppe seit dem 28. Juni 2022 unter der Bitpanda Group AG mit Sitz an der Hardstrasse 201 in Zürich organisiert. Sie hält die operative Bitpanda GmbH in Wien, die von der BaFin regulierte Bitpanda Asset Management GmbH in Berlin, die maltesische BP CA 23 Ltd. sowie weitere Töchter wie Bitpanda Payments und Bitpanda Technology Solutions.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 und 2026 stehen im Zeichen eines tiefgreifenden Führungswechsels. Im August 2025 zog sich Paul Klanschek als Co-CEO in den Aufsichtsrat zurück, der langjährige Deputy CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad rückte nach. Am 3. November 2025 übergab auch Eric Demuth nach elf Jahren den Chefposten und wurde Executive Chairman.
Am 15. September 2026 kündigte Bitpanda an, dass Enzersdorfer-Konrad das Unternehmen im ersten Quartal 2027 in Richtung Erste Group verlässt; Mitgründer Christian Trummer, bislang Chief Scientist, übernahm mit sofortiger Wirkung als Co-CEO. Zugleich bestätigte das Unternehmen, dass der ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 geplante Börsengang in Frankfurt verschoben wird. Laut Bloomberg waren Goldman Sachs, Citigroup und Deutsche Bank mandatiert, angestrebt war eine Bewertung von 4 bis 5 Milliarden Euro. Man sei bereit, müsse aber den richtigen Marktzeitpunkt abwarten, hieß es. Im August 2026 verhängte die österreichische Finanzmarktaufsicht zudem die erste veröffentlichte MiCA-Strafe des Landes über 70.000 Euro gegen Bitpanda wegen formaler Versäumnisse bei einem Krypto-Whitepaper.
Kennzahlen und Geschäftsmodell
Bitpanda verdient an Spreads und Gebühren beim Handel mit über 650 Kryptowerten, Aktien, ETFs, Edelmetallen und Krypto-Indizes; hinzu kommen Erträge aus Staking und der Infrastruktursparte Bitpanda Technology Solutions, über die Banken den Handel mit digitalen Assets in ihre Apps einbinden. Die Zahl dieser Enterprise-Kunden stieg 2025 von 9 auf 16.
Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der bereinigte Umsatz um 16 Prozent von 321 auf 371 Millionen Euro, unbereinigt lag er bei 7,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA fiel allerdings von 52 auf 13 Millionen Euro, weil Bitpanda in Produktentwicklung, Regulierung und die Expansion nach Lateinamerika, Asien-Pazifik und Großbritannien investierte. Die Zahl der registrierten Nutzer stieg von 5,9 auf 7,4 Millionen. Seit April 2025 hält Bitpanda als erstes Unternehmen vollständige MiCA-Lizenzen in Österreich, Deutschland und Malta und darf damit im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten.
Führung und Management
An der Spitze steht Eric Demuth als Executive Chairman. Das operative Geschäft führen bis zum Frühjahr 2027 Lukas Enzersdorfer-Konrad und Christian Trummer als Co-CEOs, danach soll ein interner oder externer Nachfolger benannt werden. Paul Klanschek sitzt im Aufsichtsrat, Finanzchefin ist seit Juli 2026 Barbara Edelmann. Demuth gründete Ende 2025 die Privatstiftung „Piccolina“, die unter anderem Tierschutzorganisationen fördern soll; ob Bitpanda-Anteile eingebracht wurden, ist nicht öffentlich bekannt.
FAQ
Wem gehört Bitpanda? Bitpanda gehört mehrheitlich den Gründern Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer, die 2021 zusammen rund 75 Prozent hielten. Die übrigen Anteile liegen bei Investoren wie Valar Ventures, Speedinvest und DST Global.
Ist Bitpanda börsennotiert? Nein. Ein Börsengang in Frankfurt war für das erste Halbjahr 2026 geplant, wurde im September 2026 aber wegen des Marktumfelds verschoben.
Welche Rolle spielt Peter Thiel bei Bitpanda? Thiels Fonds Valar Ventures führte die großen Finanzierungsrunden 2020 und 2021 an und ist der wichtigste externe Anteilseigner. Thiel selbst ist nicht operativ tätig.
Wo hat Bitpanda seinen Sitz? Die Holding Bitpanda Group AG sitzt in Zürich, das operative Geschäft der Bitpanda GmbH wird von Wien aus geführt.
Wer ist aktuell CEO von Bitpanda? Seit September 2026 führen Lukas Enzersdorfer-Konrad und Christian Trummer das Unternehmen als Co-CEOs. Enzersdorfer-Konrad scheidet im ersten Quartal 2027 aus.
Wie viel Umsatz macht Bitpanda? 2025 erzielte Bitpanda einen bereinigten Umsatz von 371 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 13 Millionen Euro.
Fazit
Bitpanda ist trotz Milliardenbewertung ein gründergeführtes Unternehmen geblieben: Demuth, Klanschek und Trummer kontrollieren die Mehrheit, Valar Ventures und Speedinvest sind die wichtigsten Mitgesellschafter. Die Schweizer Holding ist auf einen Börsengang vorbereitet, der Zeitpunkt hängt jedoch vom Kapitalmarkt und davon ab, ob die neue Führung die 2025 gesunkene Profitabilität wieder steigert. Wer Bitpanda-Aktien kaufen möchte, muss vorerst warten.