Wem gehört Anker? Eigentümer und Struktur des Zubehör-Konzerns

Wem gehört Anker

Anker gehört mehrheitlich seinem Gründer: Yang Meng, im Westen als Steven Yang bekannt, hält laut Halbjahresbericht 2026 rund 43 Prozent der Anker Innovations Technology Co., Ltd., zusammen mit seiner Ehefrau He Li rund 47 Prozent. Das 2011 in Shenzhen gegründete Unternehmen mit Sitz in Changsha ist seit August 2020 an der Shenzhener Technologiebörse ChiNext (Kürzel 300866) und seit Juli 2026 zusätzlich in Hongkong (Kürzel 00668) notiert. Mit den Marken Anker, Eufy, Soundcore, Nebula und Anker SOLIX erwirtschaftete der Konzern 2025 einen Umsatz von 30,5 Milliarden Yuan und beschäftigte Ende 2025 rund 6.300 Mitarbeiter.

Key Takeaways

  • Anker Innovations wurde 2011 von Yang Meng (Steven Yang) gegründet, einem früheren Google-Ingenieur.
  • Yang Meng hält rund 43,4 Prozent der Aktien, seine Ehefrau He Li rund 3,6 Prozent; beide gelten als gemeinsame tatsächliche Kontrolleure (Stand 2026).
  • Zweitgrößter Aktionär ist Mitgründer und Präsident Zhao Dongping mit rund 11,8 Prozent.
  • Der Umsatz stieg von 17,5 Milliarden Yuan (2023) über 24,7 Milliarden Yuan (2024) auf 30,5 Milliarden Yuan (2025); der Nettogewinn 2025 lag bei rund 2,5 Milliarden Yuan.
  • Rund 96 Prozent des Umsatzes entstehen außerhalb Chinas, mehr als die Hälfte läuft über Amazon.
  • 2025 rief Anker weltweit über 2,38 Millionen Powerbanks wegen Brandgefahr zurück; in den USA forderte ein Kongressausschuss eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Zollumgehung.
  • Am 2. Juli 2026 folgte die Zweitnotierung in Hongkong; die Behauptung „2024 Umsatz über 5 Milliarden US-Dollar“ ist falsch, 24,7 Milliarden Yuan entsprachen rund 3,4 Milliarden US-Dollar.
UnternehmenAnker Innovations Technology Co., Ltd. (安克创新)
Gegründet2011 in Shenzhen
SitzChangsha, Provinz Hunan, China
EigentümerYang Meng (Steven Yang) rund 43,4 %, He Li rund 3,6 %, Zhao Dongping rund 11,8 %, Rest Streubesitz und Institutionen (2026)
RechtsformAktiengesellschaft nach chinesischem Recht, notiert an ChiNext Shenzhen (300866) und Hongkong (00668)
FührungYang Meng (Gründer, Vorstandsvorsitzender und CEO), Zhao Dongping (Präsident)
Umsatz30,5 Milliarden Yuan (2025)
Mitarbeiter6.304 (Stand 31. Dezember 2025)
Vermögensbasis der EigentümerAktienpaket am börsennotierten Konzern; Forbes führt Yang Meng in der Milliardärsliste 2026 – uamr.de nennt keine Beträge

Geschichte und Herkunft

Yang Meng studierte Informatik an der Peking-Universität, erwarb einen Master an der University of Texas in Austin und arbeitete anschließend als Algorithmus-Ingenieur bei Google in den USA. 2011 gründete er in Shenzhen ein Unternehmen, das zunächst Akkus und Ladegeräte ausschließlich über Amazon verkaufte – ein Vertriebsweg, der Anker bis heute prägt.

2014 stieß Zhao Dongping dazu, zuvor bei Google für den Online-Vertrieb in China zuständig; er ist seit 2020 Präsident und gilt als Mitgründer. 2016 kam die Smart-Home-Marke Eufy hinzu, 2018 Soundcore, später Nebula und 2023 Anker SOLIX für Balkonkraftwerke und Heimspeicher. Am 24. August 2020 folgte der Börsengang an der Shenzhener Wachstumsbörse ChiNext mit einem Erlös von rund 2,72 Milliarden Yuan (MarketScreener). Der Firmensitz wurde später nach Changsha verlegt.

Eigentümerstruktur im Detail

Laut Halbjahresbericht 2026 hält Yang Meng rund 43,4 Prozent der Aktien, seine Ehefrau He Li weitere rund 3,6 Prozent. Beide sind als gemeinsame tatsächliche Kontrolleure gemeldet, ihre Stimmrechte werden zusammengerechnet – insgesamt rund 47 Prozent.

Größter Aktionär außerhalb der Gründerfamilie ist Zhao Dongping mit rund 11,8 Prozent. Damit liegen rund 59 Prozent des Kapitals bei drei Personen aus dem Management. Der Rest verteilt sich auf chinesische Publikumsfonds, den staatlichen Sozialversicherungsfonds mit rund zwei Prozent, ausländische Investoren sowie seit Juli 2026 die H-Aktionäre in Hongkong, darunter laut Emissionsmitteilung Schroders, UBS Asset Management und Jane Street. Eine staatliche Beteiligung im engeren Sinne gibt es nicht.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Anker gliedert sein Geschäft in drei Segmente: „Laden und Energiespeicher“ (Netzteile, Powerbanks, SOLIX) setzte 2025 rund 15,4 Milliarden Yuan um, „Smart Innovation“ (Eufy, eufyMake) 8,3 Milliarden Yuan und „Smart Audio und Video“ (Soundcore, Nebula) 6,8 Milliarden Yuan. Der Konzernumsatz lag 2025 bei 30,51 Milliarden Yuan, ein Plus von 23,5 Prozent; der Nettogewinn stieg um rund 20 Prozent auf 2,55 Milliarden Yuan, die Bruttomarge betrug 45 Prozent (Geschäftsbericht 2025).

Nach Regionen entfielen 14,1 Milliarden Yuan auf Nordamerika und 8,2 Milliarden Yuan auf Europa, das mit 43 Prozent Wachstum der dynamischste Markt war; China steuert nur rund drei Prozent bei. 52 Prozent des Umsatzes liefen 2025 über Amazon. Die Forschungsausgaben stiegen um 37 Prozent auf 2,9 Milliarden Yuan; laut Frost & Sullivan war Anker 2025 nach Umsatz weltweit die Nummer eins bei mobilen Ladeprodukten.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Juni 2025 startete ein weltweiter Rückruf mehrerer Powerbank-Modelle, darunter A1257, A1647, A1681 und A1689, die auch in Deutschland verkauft wurden; fehlerhafte Lithium-Ionen-Zellen konnten überhitzen. Die US-Behörde CPSC meldete im September 2025 allein für die USA rund 481.000 betroffene Geräte und 33 Brand- oder Explosionsberichte. Laut Geschäftsbericht waren insgesamt über 2,38 Millionen Produkte betroffen, die Kosten bezifferte Anker auf 432 bis 557 Millionen Yuan. Der operative Cashflow brach 2025 um über 80 Prozent ein.

Politisch geriet Anker in den USA unter Druck: Im September 2025 forderte John Moolenaar, Vorsitzender des China-Sonderausschusses im Repräsentantenhaus, Handelsminister Howard Lutnick auf, das Unternehmen wegen mutmaßlicher Zollumgehung über Südostasien und Sicherheitsrisiken bei Eufy-Kameras zu untersuchen. Ein Ergebnis ist bis September 2026 nicht öffentlich bekannt. Parallel wurde die 3D-Drucker-Sparte AnkerMake 2025 eingestellt und Nebula in Soundcore integriert.

Der wichtigste Schritt 2026 war die Zweitnotierung in Hongkong: Anker bot 46,6 Millionen H-Aktien zu maximal 99,32 Hongkong-Dollar an, ein Volumen von bis zu 4,63 Milliarden Hongkong-Dollar; der Handel begann am 2. Juli 2026. Das erste Halbjahr 2026 brachte ein Umsatzplus von 29 Prozent auf 16,6 Milliarden Yuan und einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Yuan (plus 46 Prozent).

Vermögensbasis der Eigentümer

Die wirtschaftliche Grundlage von Yang Meng und He Li ist ihr Aktienpaket von rund 47 Prozent an Anker Innovations, dessen Wert mit dem Börsenkurs schwankt, sowie die jährliche Dividende, die Anker Innovations an alle Aktionäre ausschüttet. Forbes führt Yang Meng in seiner Milliardärsliste 2026. Offizielle Angaben zum Privatvermögen des Ehepaars existieren nicht, und uamr.de nennt keine Beträge zu Privatpersonen. Weitere Beteiligungen außerhalb von Anker sind nicht öffentlich bekannt.

FAQ

Wem gehört Anker?
Anker Innovations gehört mehrheitlich dem Gründer Yang Meng (Steven Yang) mit rund 43 Prozent; zusammen mit seiner Ehefrau He Li kontrolliert er rund 47 Prozent. Mitgründer Zhao Dongping hält rund 12 Prozent, der Rest ist Streubesitz.

Ist Anker ein chinesisches Unternehmen?
Ja, Anker hat seinen Sitz in Changsha und ist in Shenzhen und Hongkong börsennotiert; der wichtigste Absatzmarkt ist Nordamerika.

Welche Marken gehören zu Anker?
Anker (Ladetechnik), Anker SOLIX (Balkonkraftwerke und Speicher), Eufy (Saugroboter, Kameras), eufyMake (UV-Drucker), Soundcore (Audio) und Nebula (Projektoren, seit 2025 Teil von Soundcore).

Wie hoch ist der Umsatz von Anker?
2025 erzielte Anker Innovations 30,5 Milliarden Yuan Umsatz und rund 2,5 Milliarden Yuan Nettogewinn. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz um 29 Prozent auf 16,6 Milliarden Yuan.

Warum hat Anker 2025 Powerbanks zurückgerufen?
Fehlerhafte Lithium-Ionen-Akkus konnten überhitzen und Brände auslösen; weltweit waren über 2,38 Millionen Geräte betroffen.

Ist Anker auch in Hongkong börsennotiert?
Ja, seit dem 2. Juli 2026 werden Anker-Aktien unter dem Kürzel 00668 in Hongkong gehandelt.

Fazit

Anker ist trotz zweier Börsennotierungen ein Gründerunternehmen geblieben: Yang Meng und seine Ehefrau kontrollieren rund 47 Prozent der Aktien, mit Zhao Dongping liegt die Mehrheit beim Management. Der Umsatz stieg binnen zwei Jahren von 17,5 auf 30,5 Milliarden Yuan. Die Risiken sind ebenso klar: die Abhängigkeit von Amazon und dem US-Markt, handelspolitischer Druck aus Washington und die Rückrufwelle von 2025. Der Hongkonger Börsengang 2026 brachte frisches Kapital, ohne die Kontrolle des Gründers anzutasten.