Wem gehört Cartier? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Cartier?

Cartier ist eine hundertprozentige Tochter der Compagnie Financière Richemont SA mit Sitz in Bellevue bei Genf. Der börsennotierte Luxusgüterkonzern wird von der südafrikanischen Familie Rupert kontrolliert, die über die Compagnie Financière Rupert rund ein Zehntel des Kapitals, aber gut die Hälfte der Stimmrechte hält. Die Schmuckmaisons, zu denen Cartier gehört, standen im Geschäftsjahr 2025/26 für 74 Prozent des Richemont-Umsatzes von 22,4 Milliarden Euro. Stand 2026 führt Louis Ferla die Maison als CEO, Konzernpräsident ist Johann Rupert.

Key Takeaways

  • Cartier ist zu 100 Prozent eine Tochtergesellschaft der Compagnie Financière Richemont SA (Genf, Schweiz).
  • Die Compagnie Financière Rupert der Familie Rupert hält laut Richemont zum 31. März 2026 rund 10,2 Prozent des Kapitals und 50,6 Prozent der Stimmrechte.
  • Die Stimmrechtsmehrheit beruht auf nicht börsennotierten B-Aktien mit zehnfach niedrigerem Nennwert, aber gleichem Stimmrecht wie A-Aktien.
  • Die A-Aktien sind an der SIX Swiss Exchange (SMI) und in Johannesburg notiert und liegen überwiegend im Streubesitz.
  • Richemont setzte im Geschäftsjahr 2025/26 22,4 Milliarden Euro um; die Schmuckmaisons kamen auf 16,5 Milliarden Euro.
  • Cartier wurde 1847 in Paris gegründet; 1972 übernahm eine Investorengruppe um Robert Hocq und Joseph Kanoui das Pariser Haus.
  • CEO von Cartier ist seit 1. September 2024 Louis Ferla; im September 2026 wurde Anton Rupert Co-Vizepräsident des Richemont-Verwaltungsrats.
NameCartier (Cartier International SNC / Cartier SA)
Gegründet1847 in Paris durch Louis-François Cartier
HauptsitzParis (Maison); Konzernsitz Richemont: Bellevue, Kanton Genf
BrancheSchmuck, Uhren, Lederwaren, Accessoires
Eigentümer100 % Compagnie Financière Richemont SA; diese wird von der Familie Rupert über die Compagnie Financière Rupert kontrolliert
Rechtsform / BörseCartier nicht börsennotiert; Richemont-A-Aktien an SIX Swiss Exchange (SMI) und JSE Johannesburg
UmsatzRichemont-Konzern: 22,4 Mrd. € (GJ 2025/26, laut Jahresergebnis vom 22. Mai 2026); Schmuckmaisons: 16,5 Mrd. €; Cartier-Einzelumsatz wird nicht veröffentlicht
MitarbeiterRichemont-Konzern: rund 38.900 (Stand 2025, laut Wikipedia/Geschäftsbericht)
CEOLouis Ferla (seit September 2024)

Geschichte und Herkunft

1847 übernahm der Goldschmied Louis-François Cartier in Paris die Werkstatt seines Lehrmeisters. Sein Sohn Alfred und dessen Söhne Louis, Pierre und Jacques machten daraus eine internationale Marke mit Häusern in Paris, London und New York; Klassiker wie die „Santos“ (1904), die „Tank“ (1917) und das „Love“-Armband (1969) stammen aus dieser Zeit.

Nach dem Tod von Pierre Cartier 1964 wurden die drei Häuser getrennt an Investoren verkauft. 1972 erwarb eine Gruppe um den Industriellen Robert Hocq und den Finanzier Joseph Kanoui Cartier Paris, 1974 folgte London, 1976 New York; 1979 wurden die Häuser als „Cartier Monde“ wieder vereint. Unter Hocq und dem späteren Cartier-Chef Alain Dominique Perrin entstand die Linie „Les Must de Cartier“.

Parallel baute die südafrikanische Familie Rupert (Rembrandt-Gruppe, Rothmans) ihre Beteiligung an Cartier aus. 1988 gliederte Johann Rupert die internationalen Beteiligungen in die neu gegründete Compagnie Financière Richemont SA aus; Cartier wurde Teil des Schweizer Konzerns. 1993 bündelte Richemont seine Luxusmarken in der Londoner Vendôme Luxury Group (anfangs 70 Prozent Richemont), 1998 kaufte es die Minderheitsaktionäre heraus. Seither gehört Cartier vollständig zu Richemont.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Cartier? Eigentümerstruktur mit Richemont und Familie Rupert, Stimmrechte, Kennzahlen und Meilensteine 2026
Wem gehört Cartier? Eigentümer und Struktur 2026 2

Cartier ist eine hundertprozentige Tochter der Compagnie Financière Richemont SA; entscheidend sind also die Aktionäre von Richemont. Der Konzern hat 537.582.089 A-Aktien mit einem Nennwert von je 1,00 Franken und ebenso viele B-Aktien mit einem Nennwert von je 0,10 Franken. Beide Gattungen haben eine Stimme pro Aktie, so dass die B-Aktien mit nur 9,1 Prozent des Kapitals die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinen.

Sämtliche B-Aktien liegen bei der Compagnie Financière Rupert, der Holding der Familie Rupert, hinzu kommen 6.418.850 A-Aktien. Laut Richemonts Angaben zur Kapitalstruktur (Stand 31. März 2026) entspricht das 10,18 Prozent des Kapitals und 50,6 Prozent der Stimmrechte. Die Familie kontrolliert damit die Generalversammlung, obwohl sie wirtschaftlich nur rund ein Zehntel des Konzerns besitzt. Häufig wird das falsch wiedergegeben: Nicht Richemont hält 10 Prozent an Cartier, sondern die Familie Rupert hält rund 10 Prozent des Kapitals an Richemont.

Der Rest der Stimmrechte entfällt auf die börsennotierten A-Aktien. Einziger weiterer meldepflichtiger Aktionär ist laut Richemont die UBS Fund Management (Switzerland) AG mit 3,02 Prozent der Stimmrechte; die verbleibenden rund 46,4 Prozent liegen im Streubesitz aus institutionellen Anlegern, Fonds und Privataktionären.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Geschäftsjahr 2025/26 (bis 31. März 2026) schloss Richemont laut Mitteilung vom 22. Mai 2026 mit einem Umsatz von 22,4 Milliarden Euro ab, ein Plus von 11 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Der operative Gewinn lag bei 4,5 Milliarden Euro, der Reingewinn bei 3,5 Milliarden Euro. Die Schmuckmaisons Cartier, Van Cleef & Arpels, Buccellati und Vhernier wuchsen um 14 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 30,5 Prozent; als Treiber bei Cartier nannte Richemont unter anderem die Kollektionen „Love Unlimited“ und „Panthère“ sowie die Uhrenlinie „Santos“.

Im Quartal bis 30. Juni 2026 stieg der Konzernumsatz laut Richemont vom 15. Juli 2026 um 20 Prozent zu konstanten Kursen auf 6,3 Milliarden Euro; die Schmuckmaisons legten um 24 Prozent zu. Im Portfolio räumt der Konzern auf: 2025 ging Yoox Net-a-Porter an Mytheresa, im Mai 2026 wurde der Verkauf von Baume & Mercier an die italienische Damiani-Gruppe angekündigt.

Am 9. September 2026 ernannte der Verwaltungsrat Anton Rupert, den 39-jährigen Sohn des Konzernpräsidenten, zum nicht-exekutiven Co-Vizepräsidenten neben Bram Schot; Johann Rupert, 76, sprach laut swissinfo von einem „wichtigen Schritt im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung“. Bei Cartier führt seit dem 1. September 2024 Louis Ferla die Geschäfte; der frühere Chef von Vacheron Constantin löste Cyrille Vigneron ab.

Geschäftszahlen und Marken

Richemont veröffentlicht keine Umsatzzahlen einzelner Maisons. Analysten schätzen jedoch, dass Cartier etwa die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet; im Morgan-Stanley-Ranking der Schweizer Uhrenmarken liegt Cartier seit 2020 auf Platz zwei hinter Rolex. Sicher ist: Die Schmucksparte trug im Geschäftsjahr 2025/26 mit 16,5 Milliarden Euro 74 Prozent zum Konzernumsatz bei, während die Uhrenmanufakturen (unter anderem IWC, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin) mit 3,1 Milliarden Euro und einer operativen Marge von 3,4 Prozent deutlich schwächer abschnitten. Weitere Konzernmarken sind Montblanc, Chloé, Alaïa und Dunhill.

Die Eigentümer: Vermögensbasis

Die wirtschaftliche Grundlage der Familie Rupert ist die Beteiligung an Richemont, ergänzt um die südafrikanische Investmentgesellschaft Remgro und die Luxemburger Reinet Investments. Johann Rupert ist seit 2002 Präsident des Verwaltungsrats und war zuvor Konzernchef; Forbes und Bloomberg führen ihn regelmäßig als reichsten Menschen Südafrikas in ihren Milliardärslisten. uamr.de nennt aus Haftungsgründen keine Vermögensbeträge für Privatpersonen.

Entscheidend ist ohnehin, dass die Kontrolle nicht über eine Kapitalmehrheit, sondern über die Stimmrechtsstruktur ausgeübt wird. Wer Richemont-A-Aktien kauft, wird Miteigentümer von Cartier, hat aber praktisch keinen Einfluss auf die Strategie.

FAQ

Wem gehört Cartier heute? Cartier gehört zu 100 Prozent der Compagnie Financière Richemont SA in Bellevue bei Genf, die von der Familie Rupert kontrolliert wird.

Ist Cartier an der Börse notiert? Nein. Nur die A-Aktien der Muttergesellschaft Richemont werden an der SIX Swiss Exchange und in Johannesburg gehandelt.

Wie viel Prozent hält die Familie Rupert an Richemont? Laut Richemont hielt die Compagnie Financière Rupert zum 31. März 2026 rund 10,2 Prozent des Kapitals und 50,6 Prozent der Stimmrechte, möglich durch die B-Aktien mit niedrigem Nennwert, aber vollem Stimmrecht.

Wer leitet Cartier? CEO ist seit dem 1. September 2024 Louis Ferla, zuvor Chef von Vacheron Constantin; er folgte auf Cyrille Vigneron.

Hat die Gründerfamilie Cartier noch Anteile? Nein. Nach 1964 wurden die Häuser an Investoren verkauft; ab 1972 sammelte eine Gruppe um Robert Hocq und Joseph Kanoui sie wieder ein, bevor die Familie Rupert die Kontrolle übernahm.

Fazit

Cartier gehört Stand 2026 dem Schweizer Konzern Richemont und damit mittelbar der Familie Rupert, die über die Compagnie Financière Rupert mit rund zehn Prozent des Kapitals mehr als die Hälfte der Stimmrechte hält. Die Doppelstruktur aus A- und B-Aktien sichert der Familie die Kontrolle, während der Großteil des wirtschaftlichen Eigentums im Streubesitz liegt. Mit einem Konzernumsatz von 22,4 Milliarden Euro und einem starken Start ins neue Geschäftsjahr steht Cartier so gut da wie selten zuvor, und die Ernennung von Anton Rupert zeigt, dass die Eigentümerfamilie das Zepter auch in der nächsten Generation behalten will.