Wem gehört De’Longhi? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört DeLonghi?

De’Longhi gehört zu gut 53 Prozent der Gründerfamilie De’Longhi, die ihre Anteile über die Luxemburger Holding De Longhi Industrial S.A. hält; die übrigen Aktien der De’Longhi S.p.A. befinden sich im Streubesitz an der Mailänder Börse. Stand 2026 kontrolliert die Familie dank Mehrstimmrechten sogar rund 69 Prozent der Stimmrechte. Der Konzern aus Treviso erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von rund 3,8 Mrd. Euro und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören auch Kenwood, Braun Haushaltsgeräte, Ariete, Nutribullet, La Marzocco und Eversys.

Key Takeaways

  • Die Familienholding De Longhi Industrial S.A. hält 53,5 Prozent des Kapitals und 69,4 Prozent der Stimmrechte der De’Longhi S.p.A.
  • Die Aktie ist seit Juli 2001 an der Borsa Italiana in Mailand notiert und im Index FTSE Italia Mid Cap enthalten.
  • Fabio de‘ Longhi ist seit April 2025 Chairman und CEO in Personalunion; Nicola Serafin führt als General Manager das operative Geschäft.
  • Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf 3.801,5 Mio. Euro, der Nettogewinn auf 316,3 Mio. Euro.
  • Wichtige Zukäufe waren Kenwood (2001), die Braun-Haushaltsgerätelizenz (2012), Nutribullet (2020), Eversys (2021) und La Marzocco (2024).
  • Die Profi-Sparte mit La Marzocco und Eversys wuchs 2025 um mehr als 45 Prozent auf 488,2 Mio. Euro Umsatz.
  • Im Juli 2026 hob der Konzern seine Prognose für das bereinigte EBITDA 2026 auf 670 bis 690 Mio. Euro an.
Unternehmen / NameDe’Longhi S.p.A. (De’Longhi Group)
Gegründet / Geboren1902 als Werkstatt, 1950 als Unternehmen eingetragen
Sitz / WohnortTreviso, Italien
Branche / BerufHaushaltsgeräte, Kaffeemaschinen, Klima- und Heizgeräte, professionelle Kaffeemaschinen
Eigentümer / VermögensbasisDe Longhi Industrial S.A. (Familie De’Longhi) 53,5 % des Kapitals, 69,4 % der Stimmrechte; Rest Streubesitz (Borsa Italiana, Ticker DLG)
Umsatz / Mitarbeiter3.801,5 Mio. Euro Umsatz (2025); 10.553 Mitarbeiter (2025)

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört De'Longhi? Eigentümerstruktur mit Familienholding De Longhi Industrial und Streubesitz 2026
Wem gehört De'Longhi? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die De’Longhi S.p.A. ist ein börsennotiertes Familienunternehmen. Größter Aktionär ist die De Longhi Industrial S.A. mit Sitz in Luxemburg, die Beteiligungsgesellschaft der Familie um Patriarch Giuseppe De’Longhi. Laut den Angaben zur Hauptversammlung 2025 hält die Holding 53,511 Prozent des Grundkapitals. Weil De’Longhi ein Modell mit erhöhten Stimmrechten für langjährige Aktionäre nutzt, entfallen auf die Familienholding 69,408 Prozent aller Stimmrechte.

Die übrigen rund 46 Prozent des Kapitals verteilen sich auf institutionelle und private Anleger. Zu den größten Einzelinvestoren zählen laut Finanzdatenanbietern der kanadische Vermögensverwalter Mawer Investment Management mit rund 5,2 Prozent und der niederländische Pensionsfondsmanager APG Asset Management mit rund 3 Prozent. Etwa 1,3 Prozent der Aktien hält De’Longhi selbst aus Rückkaufprogrammen. Insgesamt sind 151.294.737 Stammaktien ausgegeben (Stand Mai 2025).

An der Spitze steht die zweite Generation. Fabio de‘ Longhi, Sohn des Firmenpatriarchen, ist seit September 2022 erneut CEO und wurde am 30. April 2025 zusätzlich zum Chairman gewählt. Seine Schwester Silvia de‘ Longhi ist seit demselben Zeitpunkt stellvertretende Vorsitzende. Das Tagesgeschäft führt Nicola Serafin, seit 1. Januar 2023 General Manager und seit April 2025 auch Verwaltungsratsmitglied. Giuseppe De’Longhi, Jahrgang 1939, hatte den Vorsitz zuvor jahrzehntelang inne; Forbes führt ihn in seiner Milliardärsliste.

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln von De’Longhi reichen bis 1902 zurück, als die Familie in Treviso eine kleine Werkstatt für Industrieteile eröffnete. 1950 wurde daraus eine eingetragene Gesellschaft. Der Wandel zum Markenhersteller begann 1974 mit dem ersten eigenen Produkt, einem ölgefüllten Radiator. Ab 1977 richtete Giuseppe De’Longhi das Unternehmen auf Haushaltsgeräte aus; 1986 folgte mit dem mobilen Klimagerät „Pinguino“ ein weiterer Bestseller.

2001 markierte den großen Sprung: Im Juli ging De’Longhi an die Mailänder Börse, im selben Jahr übernahm der Konzern den britischen Küchengerätehersteller Kenwood für 45,9 Mio. Pfund, mit dem auch die italienische Marke Ariete in die Gruppe kam. 2012 sicherte sich De’Longhi von Procter & Gamble die zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechte an der Marke Braun für Haushaltskleingeräte, für 140 Mio. Euro (50 Mio. Euro sofort, 90 Mio. Euro über 15 Jahre). 2020 folgte für 420 Mio. Euro die Übernahme des US-Unternehmens Capital Brands mit den Mixermarken Nutribullet und Magic Bullet.

Marken und Geschäftsfelder

De’Longhi gliedert sein Geschäft in zwei Divisionen. Die Haushaltssparte mit den Marken De’Longhi, Kenwood, Braun, Ariete und Nutribullet erzielte 2025 einen Umsatz von 3.318,6 Mio. Euro. Wachstumstreiber ist das Kaffeesegment, das 2025 im hohen einstelligen Prozentbereich zulegte; daneben stehen Küchen-, Klima- und Heizgeräte.

Die zweite Säule ist die Profi-Sparte. 2017 stieg De’Longhi mit 40 Prozent beim Schweizer Vollautomatenhersteller Eversys ein und übernahm 2021 die restlichen Anteile. Im Dezember 2023 kündigte der Konzern die Zusammenführung von Eversys mit dem Florentiner Espressomaschinenbauer La Marzocco (gegründet 1927) an. Dabei kaufte die De’Longhi S.p.A. für 374 Mio. US-Dollar 41,2 Prozent an La Marzocco von der Familienholding De Longhi Industrial und hält seit dem Abschluss Anfang 2024 61,4 Prozent an der neuen Profi-Kaffee-Einheit. 2025 erreichte die Division 488,2 Mio. Euro Umsatz, ein Plus von 45,8 Prozent, und stand im ersten Quartal 2026 bereits für rund 18 Prozent des Konzernumsatzes.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Rekordjahr 2025 stieg der Umsatz um 8,7 Prozent auf 3.801,5 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 625,1 Mio. Euro (Marge 16,4 Prozent), der Nettogewinn bei 316,3 Mio. Euro. Die Nettofinanzposition war mit rund 770 Mio. Euro positiv, die Mitarbeiterzahl lag bei 10.553. Die Hauptversammlung im April 2026 beschloss eine Dividende von 0,85 Euro je Aktie; zusätzlich kaufte der Konzern 2025 eigene Aktien für 60,6 Mio. Euro zurück.

Auch 2026 setzt sich das Wachstum fort. Im ersten Quartal legte der Umsatz um 6,6 Prozent zu konstanten Wechselkursen auf 777,7 Mio. Euro zu, der Nettogewinn stieg um 7,5 Prozent auf 61,7 Mio. Euro. Im zweiten Quartal sprang der Nettogewinn um 34,5 Prozent auf 79,7 Mio. Euro. Daraufhin hob das Management im Juli 2026 die Prognose für das bereinigte EBITDA von 640 bis 660 auf 670 bis 690 Mio. Euro an; beim Umsatz erwartet der Konzern ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. An der Eigentümerstruktur hat sich nichts geändert: Die Familienholding hält ihre Mehrheit, und Fabio de‘ Longhi kommentiert die Quartalszahlen 2026 weiterhin als Chairman und CEO.

FAQ

Wem gehört De’Longhi? Die De’Longhi S.p.A. gehört mehrheitlich der Gründerfamilie, die über die Luxemburger Holding De Longhi Industrial S.A. rund 53,5 Prozent des Kapitals und 69,4 Prozent der Stimmrechte hält. Der Rest ist Streubesitz an der Mailänder Börse.

Ist De’Longhi ein italienisches Unternehmen? Ja. Der Konzern hat seinen Sitz in Treviso, wird von der italienischen Familie De’Longhi kontrolliert und ist an der Borsa Italiana notiert.

Gehört Braun zu De’Longhi? Die Haushaltskleingeräte der Marke Braun ja: De’Longhi erwarb 2012 von Procter & Gamble die unbegrenzten Nutzungsrechte für dieses Segment. Die Marke Braun selbst bleibt im Besitz von Procter & Gamble, das etwa Rasierer weiterhin selbst führt.

Wer führt De’Longhi? Fabio de‘ Longhi ist seit April 2025 Chairman und CEO in Personalunion. General Manager ist Nicola Serafin, stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Silvia de‘ Longhi, Finanzchef Stefano Biella.

Gehört La Marzocco zu De’Longhi? Ja. Seit Anfang 2024 hält die De’Longhi S.p.A. 61,4 Prozent an der Profi-Kaffee-Einheit, in der La Marzocco und Eversys zusammengefasst sind.

Wie viel Umsatz macht De’Longhi? Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe 3.801,5 Mio. Euro Umsatz und 316,3 Mio. Euro Nettogewinn.

Fazit

De’Longhi ist trotz Börsennotierung ein klassisches Familienunternehmen: Die Holding De Longhi Industrial S.A. sichert der Familie mit gut 53 Prozent des Kapitals und fast 70 Prozent der Stimmrechte die Kontrolle. Mit dem Rekordjahr 2025, der wachsenden Profi-Sparte und der angehobenen Prognose für 2026 steht der Konzern wirtschaftlich so stark da wie nie.