Wem gehört Eisenmann? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Eisenmann GmbH?

Eisenmann ist ein Anlagenbauer aus Böblingen, bekannt für Lackieranlagen und Fördertechnik in der Automobilindustrie. Das 1951 von Eugen Eisenmann gegründete Familienunternehmen meldete im Juli 2019 als Eisenmann SE Insolvenz an und wurde zerschlagen. Das Kerngeschäft lebte ab Oktober 2020 als neu gegründete Eisenmann GmbH unter dem niederländischen Investor Nimbus weiter. Seit dem 1. Juli 2026 gehört die Eisenmann GmbH zu 100 Prozent dem japanischen Automatisierungskonzern Daifuku Co., Ltd.

Key Takeaways

  • Die Eisenmann GmbH gehört seit dem 1. Juli 2026 vollständig der japanischen Daifuku Co., Ltd., die alle Anteile vom Investor Nimbus übernommen hat.
  • Bis zur Insolvenz hielten die vier Kinder von Sabine Eisenmann alle Aktien der Eisenmann SE über die Schweizer Holding Grubenhaus AG.
  • Am 29. Juli 2019 beantragte die Eisenmann SE mit rund 3.000 Beschäftigten und zuletzt 723 Mio. Euro Umsatz Insolvenz.
  • Insolvenzverwalter Joachim Exner verkaufte die Gruppe in Einzelteilen; Nimbus erhielt die Lackieranlagen-Sparte samt Markenrechten.
  • Unter Nimbus wuchs die neue Eisenmann GmbH auf über 280 Beschäftigte und 87,7 Mio. Euro Gesamtleistung (2024).
  • Die Geschäftsführung mit Matthias Haarer, Normen Lamb und Jochen Straub bleibt im Amt; in Gärtringen entsteht für 25 bis 30 Mio. Euro ein neuer Hauptsitz.
NameEisenmann GmbH (Kerngeschäft der früheren Eisenmann SE)
Gegründet1951 (Ingenieurbüro Eugen Eisenmann); Eisenmann GmbH neu gegründet im Oktober 2020
SitzBöblingen, Baden-Württemberg; neuer Hauptsitz in Gärtringen im Bau
EigentümerDaifuku Co., Ltd. (Japan), 100 Prozent seit 1. Juli 2026; zuvor Nimbus (Niederlande), davor Familie Eisenmann
UmsatzGesamtleistung 2024: 87,7 Mio. Euro; für 2025 wurden über 100 Mio. Euro erwartet
MitarbeiterÜber 280 weltweit, Gesellschaften in sechs Ländern

Geschichte und Herkunft

1951 gründete der Verkaufsingenieur Eugen Eisenmann ein Ingenieurbüro, das zunächst Holztrocknungsanlagen entwickelte. Bald folgten Lackieranlagen, mit denen sich die Firma in der Automobilindustrie einen Namen machte. 1960 baute Eisenmann die ersten Kreisförderer für Lackieranlagen, 1968 die erste Pulverbeschichtungsanlage, 1976 ging in Böblingen die erste kathodische Tauchlackieranlage Deutschlands in Betrieb.

Über die Jahrzehnte wuchs der Mittelständler zu einem internationalen Systemanbieter mit den Sparten Lackieranlagen, Oberflächentechnik, Fördertechnik, Thermoprozesstechnik und Umwelttechnik. 1995 schloss Eisenmann mit Seat den ersten Betreibervertrag ab, 2002 wurde die Firma zur Aktiengesellschaft, 2014 zur Europäischen Gesellschaft (SE). Rund 70 Prozent der Konzernumsätze kamen aus dem Ausland.

Der Absturz kam schnell: 2018 führte die Abwicklung mehrerer Großprojekte zu erheblichen Verlusten. Im März 2019 startete eine Restrukturierung, am 29. Juli 2019 beantragte die Eisenmann SE beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz – zusammen mit der Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG, der Eisenmann Lactec GmbH und der Softwaretochter Enisco. Betroffen waren rund 3.000 Beschäftigte weltweit, der zuletzt ausgewiesene Jahresumsatz lag bei 723 Mio. Euro. Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Eisenmann? Eigentümerstruktur des Anlagenbauers mit Daifuku und Nimbus 2026
Wem gehört Eisenmann? Eigentümer und Struktur 2026 2

Bis zur Insolvenz war Eisenmann ein klassisches Familienunternehmen. Sämtliche Aktien der Eisenmann SE lagen bei den vier Kindern von Sabine Eisenmann, der Ehefrau von Peter Eisenmann, und wurden über die Holding Grubenhaus AG im Schweizer Kanton Schwyz gehalten. Ein Börsengang fand nie statt.

Mit der Insolvenz endete die Ära der Familie. Insolvenzverwalter Exner fand keinen Käufer für die gesamte Gruppe und verkaufte sie in Einzelteilen. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Nimbus übernahm per Asset Deal die Kernsparten Automotive Systems und General Finishing – inklusive Namensrechten, Patenten und Internetdomain. Dafür wurde im Oktober 2020 die Eisenmann GmbH in Böblingen neu gegründet. Sie startete mit 110 Beschäftigten und übernahm das Service- und Ersatzteilgeschäft für mehr als 500 installierte Eisenmann-Lackieranlagen weltweit.

Der nächste Eigentümerwechsel folgte 2026. Im März 2026 gaben Eisenmann und Daifuku bekannt, dass der japanische Konzern 100 Prozent der Anteile von Nimbus übernimmt; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss erfolgte am 1. Juli 2026. Damit gehört Eisenmann heute zu einem 1937 gegründeten, an der Tokioter Börse notierten Konzern, der in 24 Ländern und Regionen vertreten ist und sein Kerngeschäft in Materialflusssystemen und Automobilproduktionsanlagen hat. Die Eigentümerkette lautet: Daifuku Co., Ltd. (Japan) → Eisenmann GmbH (Böblingen) → lokale Gesellschaften in sechs Ländern.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Die heutige Eisenmann GmbH konzentriert sich auf industrielle Lackieranlagen, Oberflächenbehandlung, Fördertechnik und Prozesslösungen für die Automobil-, Metall- und Räderindustrie. Neben dem Neuanlagenbau ist das Service- und Ersatzteilgeschäft für die installierte Basis eine wichtige Ertragssäule.

2021 erwirtschaftete die Eisenmann GmbH 24,0 Mio. Euro Umsatz mit 126 Beschäftigten. Die Gesamtleistung lag 2024 bei 87,7 Mio. Euro, für 2025 rechnete das Unternehmen mit über 100 Mio. Euro. Zum Zeitpunkt der Daifuku-Übernahme beschäftigte Eisenmann weltweit über 280 Menschen mit Gesellschaften in sechs Ländern, darunter Deutschland, die USA, Mexiko, Italien, die Türkei und Saudi-Arabien.

Geführt wird das Unternehmen von drei Geschäftsführern: Matthias Haarer (Jahrgang 1983), zuvor Finanzchef der Sparte Paint & Assembly Systems, Normen Lamb (Jahrgang 1964), Elektroingenieur mit langjähriger Automobilerfahrung, sowie Jochen Straub (Jahrgang 1987), der 2024 dazukam. Haarer und Lamb führen das Unternehmen seit 2020.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das erste prägende Ereignis ist der Umzug: Im Juli 2024 stimmte der Gemeinderat von Gärtringen der Ansiedlung im Industriegebiet Riedbrunnen zu. Auf rund 1,6 Hektar entstehen eine etwa 6.000 Quadratmeter große Fertigungshalle sowie ein Bürogebäude für bis zu 250 Beschäftigte. Der Spatenstich fand Ende September 2025 statt, die Investition beziffert das Unternehmen auf 25 bis 30 Mio. Euro.

Das zweite ist der Eigentümerwechsel. Nimbus bezeichnete den Verkauf als „nächsten logischen Schritt“, nachdem der Investor das Unternehmen nach eigenen Angaben zu einem profitablen Anbieter von Lackier- und Fördertechnik umgebaut hatte. Daifuku will damit sein Geschäft mit Automobilproduktionssystemen außerhalb Japans ausbauen. Für Eisenmann soll sich zunächst wenig ändern: Geschäftsführung, Unternehmenskultur und Kundenkontakte bleiben bestehen, der Name wird weitergeführt.

Was aus den übrigen Sparten wurde

Die Thermoprozesstechnik ging im Januar 2020 mit rund 200 Beschäftigten an den südkoreanischen Onejoon-Konzern, die Fördertechnik im August 2020 an die österreichische Pentanova, die auch die früheren Auslandstöchter in Brasilien, China, den USA und Mexiko weiterführt. Laut Insolvenzverwalter blieben rund 515 Arbeitsplätze in Deutschland und etwa 1.000 im Ausland erhalten.

FAQ

Wem gehört Eisenmann heute? Seit dem 1. Juli 2026 gehört die Eisenmann GmbH zu 100 Prozent der japanischen Daifuku Co., Ltd. Verkäufer war der niederländische Investor Nimbus.

Ist Eisenmann noch ein Familienunternehmen? Nein. Bis zur Insolvenz 2019 hielten die vier Kinder von Sabine Eisenmann über die Grubenhaus AG alle Aktien. Seit 2020 ist die Familie nicht mehr beteiligt.

Warum ging Eisenmann 2019 insolvent? Die Abwicklung mehrerer Großprojekte verursachte 2018 hohe Verluste. Am 29. Juli 2019 folgte der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stuttgart.

Wie groß ist die Eisenmann GmbH heute? Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 280 Menschen in sechs Ländern. Die Gesamtleistung betrug 2024 87,7 Mio. Euro, für 2025 wurden über 100 Mio. Euro erwartet.

Wer führt die Eisenmann GmbH? Die Geschäftsführung besteht aus Matthias Haarer, Normen Lamb und Jochen Straub und bleibt auch unter Daifuku im Amt.

Wo sitzt Eisenmann in Zukunft? Der Stammsitz zieht von Böblingen nach Gärtringen, wo seit September 2025 für 25 bis 30 Mio. Euro ein neuer Hauptsitz gebaut wird.

Fazit

Die Geschichte von Eisenmann ist ein Lehrstück über Aufstieg, Fall und Neuanfang im schwäbischen Mittelstand. Aus dem 1951 gegründeten Familienbetrieb wurde ein Konzern mit 723 Mio. Euro Umsatz, der an Großprojekten scheiterte und 2019 zerschlagen wurde. Der Kern überlebte unter Nimbus, wuchs auf über 280 Beschäftigte und gehört seit Juli 2026 dem japanischen Daifuku-Konzern. Die Frage „Wem gehört Eisenmann?“ hat damit 2026 eine klare Antwort – und mit dem Neubau in Gärtringen bleibt die Marke in der Region.