Wem gehört Chio Chips? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Chio Chips?

Chio Chips gehört heute der Intersnack Group GmbH & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf, dem größten Hersteller salziger Snacks in Deutschland und der Nummer zwei in Europa hinter PepsiCo. Intersnack wiederum ist eine Beteiligung der Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG aus Köln, einer Holding der Unternehmerfamilien Pfeifer und Langen, die vollständig in Familienbesitz ist. Die Marke Chio entstand 1962, als die Familie von Opel auf ihrem Hofgut Petersau bei Frankenthal die ersten Kartoffelchips Deutschlands produzierte. Stand 2026 gehört Chio damit seit fast fünf Jahrzehnten zu dem Konzern, der 2025 rund 4,5 Mrd. Euro umsetzte.

Key Takeaways

  • Chio Chips ist eine Marke der Intersnack Group GmbH & Co. KG, die ihren Sitz in Düsseldorf hat und nicht börsennotiert ist.
  • Hinter Intersnack steht die Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG aus Köln, die sich seit ihrer Gründung 1870 zu 100 Prozent in Familienbesitz befindet.
  • Die Marke wurde 1962 von der Familie von Opel gegründet; der Name setzt sich aus den Initialen von Carlo, Heinz und Irmgard von Opel zusammen.
  • 1977 verkaufte die Familie von Opel Chio an funny-frisch; aus der gemeinsamen Convent-Gruppe entstand 1995 durch Fusion mit Josef Wolf die Intersnack.
  • Intersnack erzielte 2025 rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz, beschäftigt rund 14.500 Menschen und ist in mehr als 30 Ländern aktiv.
  • Im Juli 2026 kündigte Intersnack den Einstieg in den US-Markt an: Der Konzern übernimmt 50 Prozent am Snackhersteller Utz Brands, der mit 2,9 Mrd. US-Dollar bewertet wird.
NameChio (Marke der Intersnack Group GmbH & Co. KG)
Gegründet1962 auf dem Hofgut Petersau bei Frankenthal (Pfalz)
SitzIntersnack Group: Düsseldorf; Intersnack Deutschland SE: Köln
BrancheSalzige Snacks, Kartoffelchips, Tortilla-Chips, Popcorn
EigentümerIntersnack Group GmbH & Co. KG (nicht börsennotiert)
MuttergesellschaftPfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG, Köln (100 Prozent Familienbesitz)
Umsatz / MitarbeiterIntersnack Group: rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz (2025), rund 14.500 Mitarbeiter
VermögensbasisFamilien Pfeifer und Langen: Zuckerproduktion (Pfeifer & Langen), Beteiligungen an Intersnack, Krüger, Rügenwalder Mühle und weiteren Lebensmittelfirmen

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Chio beginnt mit einer Amerikareise: Irmgard von Opel, Enkelin des Automobilpioniers Adam Opel, brachte die Idee der Kartoffelchips aus den USA mit nach Deutschland. Ihr Sohn Carlo von Opel erkundete 1961 in Amerika die Herstellungsverfahren. 1962 errichtete die Familie auf dem eigenen Hofgut Petersau bei Frankenthal in der Pfalz die erste Produktionsanlage. Der Markenname ist ein Akronym aus den Initialen von Carlo, Heinz und Irmgard von Opel. Chio gilt damit als erste Kartoffelchipsmarke im deutschen Handel.

Anfangs wurden nur Kartoffeln vom eigenen Hofgut verarbeitet, das Geschäft wuchs bis in die frühen 1970er-Jahre rasant. 1977 verkaufte die Familie von Opel die Firma an funny-frisch, die damals zur Pfeifer & Langen-Gruppe gehörte; beide Marken wurden in der Convent-Gruppe zusammengefasst. 1995 fusionierte Convent mit der Josef Wolf GmbH aus Darmstadt-Eberstadt, dem Hersteller von goldfischli und Pom-Bär, zur Intersnack. Seither ist Chio eine der Kernmarken dieses Konzerns.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Chio Chips? Eigentümerstruktur mit Intersnack und Pfeifer & Langen 2026
Wem gehört Chio Chips? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette von Chio ist dreistufig. An der Spitze steht die Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG mit Sitz in Köln. Sie wurde 1870 als erste rheinische Zuckerfabrik gegründet und ist seit der Gründung zu 100 Prozent in Familienbesitz; persönlich haftende Gesellschafter sind Dr. Guido Colsman und Uwe Schöneberg. Die Holding bündelt neben dem Zuckergeschäft Lebensmittelbeteiligungen wie Intersnack, Krüger (Schokolade, Kaffee), Rügenwalder Mühle und endori food. Die genaue Höhe ihrer Beteiligung an Intersnack veröffentlicht die Holding nicht.

Auf der zweiten Ebene steht die Intersnack Group GmbH & Co. KG, die seit 2008 ihren Sitz in Düsseldorf hat. Sie ist nicht börsennotiert und wird von einer Geschäftsführung um CEO Johan van Winkel geleitet. Unter ihrem Dach arbeiten Landesgesellschaften wie die Intersnack Deutschland SE in Köln mit rund 1.800 Beschäftigten oder die 2007 übernommene Kelly Ges.m.b.H. in Österreich. Chio selbst ist keine eigenständige Gesellschaft mehr, sondern eine Marke innerhalb dieses Verbunds.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Die wichtigste Nachricht des Jahres 2026 kam am 21. Juli: Intersnack kündigte den Einstieg in den US-Markt an. Der Konzern übernimmt 50 Prozent am börsennotierten Snackhersteller Utz Brands aus Pennsylvania, der 2025 rund 1,44 Mrd. US-Dollar umsetzte. Intersnack zahlt 14,25 US-Dollar je Aktie, was einer Bewertung von 2,9 Mrd. US-Dollar entspricht. Die Gründerfamilien Rice und Lissette sollen nach Abschluss die anderen 50 Prozent halten; Utz wird von der Börse genommen. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Auch in Deutschland investiert der Chio-Eigentümer: Im Februar 2025 kündigte Intersnack an, rund 250 Mio. Euro in den Ausbau des Werks Wevelinghoven in Grevenbroich zu stecken, wo unter anderem Chio Tortilla Chips entstehen. Ein Verkauf der Marke Chio oder ein Eigentümerwechsel bei Intersnack war Stand September 2026 nicht angekündigt.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Intersnack erzielte 2025 nach eigenen Angaben rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz und verkaufte 724.000 Tonnen Snacks. Der Konzern beschäftigt rund 14.500 Menschen, ist in mehr als 30 Ländern in Europa, Asien, Australien und Neuseeland tätig und betreibt mehr als 40 Produktionsstandorte. Zum Portfolio gehören über 30 Marken, darunter funny-frisch, Chio, Pom-Bär, ültje und Tyrrells. Das Wachstum kam vor allem durch Zukäufe wie KP Snacks (2012) und Tyrrells (2018). In Deutschland produziert Intersnack in fünf Werken: Alsbach-Hähnlein, Olsberg, Schwerte, Frankenthal und Grevenbroich. Eigene Umsatzzahlen für die Marke Chio veröffentlicht der Konzern nicht.

Marken und Produkte von Chio

Chio positioniert sich heute als „erste deutsche Chips-Marke“. Das Sortiment umfasst Kartoffelchips wie Red Paprika und Hot Peperoni, Chio Tortillas, Chio Taccos, Popcorn sowie Dips. Laut Stadt Frankenthal kennen rund 90 Prozent der Deutschen die Marke; am Gründungsstandort arbeiten rund 130 Beschäftigte. In Österreich, der Schweiz und Slowenien vertreibt die Intersnack-Tochter Kelly die Marke.

FAQ

Wem gehört Chio Chips heute? Chio ist eine Marke der Intersnack Group GmbH & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf. Intersnack gehört zur Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG in Köln, die vollständig im Besitz der Familien Pfeifer und Langen ist.

Wer hat Chio gegründet? Die Familie von Opel gründete Chio 1962 auf ihrem Hofgut Petersau bei Frankenthal. Der Name setzt sich aus den Initialen von Carlo, Heinz und Irmgard von Opel zusammen; die Idee brachte Irmgard von Opel von einer Reise in die USA mit.

Ist Chio Chips börsennotiert? Nein. Weder Chio noch die Intersnack Group oder die Pfeifer & Langen-Holding sind an der Börse gelistet; alle drei Ebenen sind in privater Hand.

Gehören funny-frisch und Chio zum selben Unternehmen? Ja. Beide Marken gehören seit 1977 zusammen, zunächst in der Convent-Gruppe und seit 1995 unter dem Namen Intersnack. Auch Pom-Bär, ültje und Tyrrells sind Intersnack-Marken.

Wo werden Chio Chips produziert? Chio-Produkte entstehen am Gründungsstandort Petersau in Frankenthal sowie in weiteren deutschen Intersnack-Werken, etwa in Wevelinghoven bei Grevenbroich, wo Chio Tortilla Chips hergestellt werden.

Was ist 2026 bei Intersnack neu? Im Juli 2026 kündigte Intersnack an, 50 Prozent am US-Snackhersteller Utz Brands zu übernehmen, der mit 2,9 Mrd. US-Dollar bewertet wird. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Fazit

Chio Chips ist seit fast 50 Jahren keine Familienfirma der Opels mehr, sondern eine Marke im Portfolio von Intersnack. Die Eigentümerkette endet bei der Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG in Köln, einer der großen, wenig sichtbaren Familienholdings der deutschen Lebensmittelindustrie.

Mit rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz, dem 250-Mio.-Euro-Ausbau in Grevenbroich und dem Milliarden-Einstieg bei Utz Brands setzt der Konzern Stand 2026 weiter auf Wachstum. Für die Marke Chio bedeutet das Stabilität: Ein Verkauf steht nicht an, und die Produktion am Gründungsort Frankenthal läuft weiter.