Wem gehört Getränke Hoffmann? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Getränke Hoffmann

Getränke Hoffmann ist mit rund 600 Filialen in zwölf Bundesländern der größte filialisierte Getränkefacheinzelhändler Deutschlands. Das 1966 in West-Berlin gegründete Unternehmen gehört seit 1989 zu 100 Prozent zur Radeberger Gruppe in Frankfurt am Main, einer Tochter der Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Hinter der Kette steht damit die Unternehmerfamilie Oetker. 2026 sorgt vor allem die vom Bundeskartellamt freigegebene Einkaufskooperation mit Edeka für Aufsehen in der Branche.

Key Takeaways

  • Getränke Hoffmann gehört seit 1989 vollständig zur Radeberger Gruppe, dem Bier- und Getränkebereich des Oetker-Konzerns.
  • Oberste Muttergesellschaft ist die Dr. August Oetker KG in Bielefeld, die sich im Besitz der Familie Oetker befindet und nicht börsennotiert ist.
  • Gegründet wurde das Unternehmen am 4. März 1966 von Hubert Hoffmann in Berlin-Neukölln.
  • Der Umsatz liegt nach Unternehmensangaben bei rund 595 Mio. Euro (Stand 2026), rund 2.000 Beschäftigte und etwa 250 Handelspartner betreiben das Netz vom Hauptsitz Blankenfelde-Mahlow aus.
  • Durch Zukäufe wie Dursty (2018), Lippert (2019), Hüsch und Trink & Spare (2023) sowie Huster (2024) ist die Kette stark gewachsen.
  • Seit Juli 2026 kauft Getränke Hoffmann gemeinsam mit Edeka bei überregionalen Lieferanten ein und verlässt dafür zum Jahresende 2026 den Einkaufsring EKR.
NameGetränke Hoffmann GmbH
Gegründet4. März 1966 in West-Berlin (Hubert Hoffmann)
SitzBlankenfelde-Mahlow, Ortsteil Groß Kienitz (Brandenburg)
BrancheGetränkefacheinzelhandel (Getränkefachmärkte)
Eigentümer100 % Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main; diese gehört zur Dr. August Oetker KG, Bielefeld (Familie Oetker) (Stand 2026)
GeschäftsführungMario Benedikt (CEO der Getränke Hoffmann Gruppe)
Umsatz/Mitarbeiterrund 595 Mio. Euro Umsatz (Unternehmensangabe, Stand 2026); rund 2.000 Beschäftigte, ca. 600 Filialen (2025)

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln von Getränke Hoffmann liegen im West-Berlin der frühen 1960er Jahre. Hubert Hoffmann betrieb zunächst mit einem Geschäftspartner einen Getränkelieferdienst, bevor er am 4. März 1966 in der Hobrechtstraße in Berlin-Neukölln seinen ersten Abholmarkt unter dem Namen „H. Hoffmann Discount-Spezial“ eröffnete. In den 1980er Jahren nahm das Unternehmen den bis heute gültigen Namen „Getränke Hoffmann“ an und wuchs im Berliner Stadtgebiet zu einer regionalen Kette heran.

1989 folgte der entscheidende Eigentümerwechsel: Der Bier- und Getränkebereich des Oetker-Konzerns, damals noch als Binding-Gruppe firmierend, übernahm Getränke Hoffmann vollständig. Seit der Umbenennung der Binding-Gruppe im Jahr 2002 heißt die Muttergesellschaft Radeberger Gruppe.

Unter dem Dach von Oetker begann die Expansion über Berlin und Brandenburg hinaus. 2010 kamen die Big-Box-Getränkefachmärkte aus Lingen und die Riepen-Getränkemärkte aus Bordesholm hinzu; bereits 2013 galt Getränke Hoffmann als größter Getränkemarktbetreiber Deutschlands. 2018 wurden die Dursty Getränkemärkte integriert, 2019 folgte die Lippert-Gruppe mit den Abholmärkten „Cash Getränke“ und „Trinkkult“ in Nordbayern, Thüringen und Sachsen. Der Hauptsitz wanderte im Zuge des Wachstums nach Groß Kienitz, einem Ortsteil von Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Getränke Hoffmann? Eigentümerkette über Radeberger Gruppe und Oetker, Kennzahlen und Meilensteine 2026
Wem gehört Getränke Hoffmann? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette von Getränke Hoffmann ist dreistufig. Die Getränke Hoffmann GmbH gehört zu 100 Prozent der Radeberger Gruppe KG in Frankfurt am Main, Deutschlands größter Brauereigruppe mit Marken wie Radeberger Pilsner, Jever, Schöfferhofer Weizen, Berliner Kindl, Clausthaler und Selters; sie hält nach eigenen Angaben rund 15 Prozent des deutschen Biermarktes (Stand 2019). Vorsitzender der Geschäftsführung ist Guido Mockel. Zur Radeberger Gruppe gehört seit 2020 auch der Getränkelieferdienst Flaschenpost, ein Schwesterunternehmen von Getränke Hoffmann.

Die Radeberger Gruppe wiederum ist eine Tochtergesellschaft der Dr. August Oetker KG in Bielefeld, zu der neben dem Getränkegeschäft unter anderem die Lebensmittelsparte Dr. Oetker und die Sektkellereien Henkell Freixenet gehören. Die Oetker-Gruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 7,1 Mrd. Euro (plus 0,3 Prozent) und beschäftigt weltweit knapp 29.000 Menschen; Gewinnzahlen veröffentlicht der Konzern nicht.

Weder Getränke Hoffmann noch die Radeberger Gruppe oder die Dr. August Oetker KG sind börsennotiert; Eigentümer der Oetker-Gruppe sind die Mitglieder der Familie Oetker. Anleger können daher nicht direkt in Getränke Hoffmann investieren. Unterhalb der GmbH existieren regionale Gesellschaften wie die Getränke Hoffmann WEST GmbH & Co. KG in Hagen und die Getränke Hoffmann Süd GmbH in Hof sowie die zugekauften Linien Dursty, Lippert, Huster und Trink & Spare.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

2023 brachte den bislang größten Wachstumsschub: Im Juli übernahm Getränke Hoffmann die sieben Märkte der Kette Hüsch vom Niederrhein, im Herbst folgten 51 Filialen von Trink & Spare im Ruhrgebiet, 2024 wurden bis zu 60 Huster-Märkte integriert. Das Netz wuchs so von gut 480 auf rund 600 Standorte.

Im Juli 2025 kündigte Geschäftsführer Mario Benedikt eine Einkaufskooperation mit Edeka an: Beide Unternehmen kaufen das Sortiment überregional tätiger Getränkelieferanten gemeinsam ein, Vertrieb und Vermarktung bleiben getrennt. Benedikt betonte, man bleibe „Wettbewerber, die sich im Kampf um Marktanteile und Verbraucher nichts schenken werden“. Das Bundeskartellamt gab die Allianz nach rund einem Jahr Prüfung frei; seit Juli 2026 läuft die gemeinsame Beschaffung. Als Konsequenz kündigte Getränke Hoffmann im Juni 2026 seine Mitgliedschaft im Einkaufsring der Deutschen Getränkemärkte (EKR) zum Jahresende 2026.

Auch die Netzverdichtung geht weiter: Zum 10. November 2025 übernahm Getränke Hoffmann fünf Filialen von Getränkeland Heidebrecht in Guben, Nauen, Beeskow, Fredersdorf und Bernau und stärkte damit seine Heimatregion Brandenburg. Seit dem 1. Januar 2026 übernimmt außerdem die Team Beverage Einzelhandel GmbH die Vermarktung gegenüber Industrielieferanten für rund 120 Partnermärkte der Getränke Hoffmann Gruppe, also für selbstständige Händler, die unter der Marke auftreten.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Getränke Hoffmann setzt auf ein Mischmodell: Ein Teil der Märkte wird von festangestellten Mitarbeitenden geführt, ein großer Teil von rund 250 selbstständigen Handelspartnern, die Sortiment, Logistik und Marketing der Zentrale nutzen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 2.000 Menschen (Stand 2025). Das Sortiment umfasst rund 14.000 Artikel, darunter etwa 2.800 Biere und 5.200 alkoholfreie Getränke (Stand 2026). Das Absatzvolumen liegt bei 3,7 Mio. Hektolitern pro Jahr; 92 Prozent der Biere und alkoholfreien Getränke werden in Mehrweg verkauft, wofür das Unternehmen 2023 den Mehrweg-Innovationspreis der Deutschen Umwelthilfe erhielt.

Beim Umsatz nennt Getränke Hoffmann auf seiner Website rund 595 Mio. Euro (Stand 2026, ohne Jahresangabe); Branchenmedien bezifferten ihn Mitte 2023 auf rund 560 Mio. Euro. Zu den Eigenmarken zählen Herren Premium-Bier, Lausitzer Mineralwasser, Ernteglück-Säfte, Hoffmann-Sekt und Volksmund-Wein.

FAQ

Wem gehört Getränke Hoffmann? Getränke Hoffmann gehört zu 100 Prozent der Radeberger Gruppe in Frankfurt am Main. Diese ist eine Tochter der Dr. August Oetker KG in Bielefeld, hinter der die Familie Oetker steht.

Seit wann gehört Getränke Hoffmann zu Oetker? Seit 1989. Damals übernahm die Binding-Gruppe, der Getränkebereich von Oetker, das Berliner Unternehmen; 2002 wurde die Binding-Gruppe in Radeberger Gruppe umbenannt.

Ist Getränke Hoffmann börsennotiert? Nein. Weder Getränke Hoffmann noch die Radeberger Gruppe oder die Oetker-Gruppe sind an der Börse notiert, Aktien gibt es nicht.

Wie viele Filialen hat Getränke Hoffmann? Rund 600 Märkte in zwölf Bundesländern (Stand 2025). Schwerpunkte sind Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Wie hoch ist der Umsatz von Getränke Hoffmann? Nach Unternehmensangaben rund 595 Mio. Euro (Stand 2026); Branchenmedien nannten 2023 rund 560 Mio. Euro.

Was bedeutet die Kooperation mit Edeka? Seit Juli 2026 kaufen Getränke Hoffmann und Edeka bei überregionalen Getränkelieferanten gemeinsam ein. Im Verkauf bleiben beide Wettbewerber; das Bundeskartellamt hat die Kooperation freigegeben.

Fazit

Getränke Hoffmann ist längst kein Berliner Familienbetrieb mehr, sondern die Handelssparte eines der größten deutschen Familienkonzerne. Seit 1989 gehört die Kette vollständig zur Radeberger Gruppe und damit zur Oetker-Gruppe, die ihr die Expansion auf rund 600 Märkte ermöglicht hat. Mit der 2026 gestarteten Einkaufsallianz mit Edeka rüstet sich das Unternehmen für den Preiswettbewerb mit Discountern und Supermärkten. Wer fragt, wem Getränke Hoffmann gehört, landet also in Bielefeld bei der Familie Oetker, die mit Radeberger, Flaschenpost und Getränke Hoffmann die Kette vom Brauen bis zum Endkunden kontrolliert.