Wem gehört Globetrotter? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Globetrotter

Globetrotter ist der bekannteste Outdoor-Fachhändler Deutschlands, doch ein eigenständiges Hamburger Familienunternehmen ist die Globetrotter Ausrüstung GmbH längst nicht mehr. Seit Mitte 2015 gehört sie zu 100 Prozent zur Fenix Outdoor International AG, dem börsennotierten Mutterkonzern der Marke Fjällräven mit Sitz in Zug. Hinter Fenix Outdoor steht die schwedische Unternehmerfamilie Nordin, die über stimmrechtsstarke A-Aktien die Kontrolle hält. Stand 2026 betreibt Globetrotter 22 Filialen in Deutschland und steckt mitten in einem Umbau seines Geschäftsmodells.

Key Takeaways

  • Die Globetrotter Ausrüstung GmbH mit Sitz in Hamburg ist seit 2015 eine hundertprozentige Tochter der Fenix Outdoor International AG.
  • Fenix Outdoor ist an der Börse Stockholm notiert, sitzt seit 2014 in Zug und vereint Marken wie Fjällräven, Hanwag und Devold mit Handelsketten wie Naturkompaniet und Partioaitta.
  • Martin Nordin, ältester Sohn des Fjällräven-Gründers Åke Nordin, hält 15,4 Prozent des Kapitals, aber 52,9 Prozent der Stimmrechte und führt den Konzern als Executive Chairman und CEO.
  • Die Familie Nordin kontrolliert laut Geschäftsbericht 2025 zusammen mit verbundenen Gesellschaften 61,7 Prozent des Kapitals und 85,3 Prozent der Stimmen.
  • Globetrotter wurde im September 1979 von Klaus Denart und Peter Lechhart in Hamburg-Wandsbek gegründet und beschäftigt heute über 1.000 Menschen.
  • Das Frilufts-Segment von Fenix Outdoor erzielte 2025 in Deutschland Außenumsätze von 181,9 Mio. Euro, nach 189,9 Mio. Euro im Jahr 2024.
  • Im ersten Quartal 2026 fielen bei Globetrotter Restrukturierungskosten von 0,8 Mio. Euro an, während das Frilufts-Segment um 11,6 Prozent wuchs.
NameGlobetrotter Ausrüstung GmbH
GegründetSeptember 1979 in Hamburg-Wandsbek (Klaus Denart, Peter Lechhart)
SitzHamburg
Eigentümer100 % Fenix Outdoor International AG (Zug, Schweiz), Handelssparte Frilufts; kontrolliert von der Familie Nordin
BrancheOutdoor- und Reiseausrüstung, stationärer Handel und E-Commerce
Filialen22 Standorte in Deutschland (Stand 2026)
UmsatzRund 210 Mio. Euro netto 2023 (EHI); Frilufts-Außenumsatz Deutschland 181,9 Mio. Euro 2025
MitarbeiterÜber 1.000 aus mehr als 50 Nationen

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Globetrotter? Eigentümerkette von der Familie Nordin über Fenix Outdoor zur Globetrotter Ausrüstung GmbH 2026
Wem gehört Globetrotter? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Globetrotter Ausrüstung GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fenix Outdoor International AG. Formal hängt sie an der Handelsholding Frilufts Retail Europe AB, in der auch Naturkompaniet (Schweden), Partioaitta (Finnland), Friluftsland (Dänemark) und Trekitt (Großbritannien) gebündelt sind. Dieses Segment betrieb Ende 2025 insgesamt 107 Filialen, davon 22 in Deutschland einschließlich eines Franchise-Standorts.

Fenix Outdoor ist eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht mit Sitz in Zug, deren Aktien an der Nasdaq Stockholm gehandelt werden. Das Kapital teilt sich in 24,0 Mio. A-Aktien und rund 11,06 Mio. B-Aktien, wobei die A-Aktien ein deutlich höheres Stimmgewicht tragen. Genau das sichert der Gründerfamilie die Kontrolle: Martin Nordin hielt zum 31. Juli 2026 18,3 Mio. A-Aktien und damit 15,4 Prozent des Kapitals, aber 52,9 Prozent aller Stimmrechte. Er ist der älteste Sohn von Åke Nordin, der Fjällräven 1960 in Örnsköldsvik gründete, und führt Fenix Outdoor als Executive Chairman und CEO. Im Verwaltungsrat sitzt mit Susanne Nordin ein weiteres Familienmitglied.

Weitere große Anteilseigner sind laut Aktionärsliste Hak Holding Ltd (15,9 Prozent des Kapitals), Liselore AB (13,8 Prozent) und Pinkerton Holding AB (13,5 Prozent), die jeweils 1,9 Mio. A-Aktien halten. Der Geschäftsbericht 2025 fasst zusammen, dass die Familie Nordin mit verbundenen Unternehmen 61,7 Prozent des Kapitals und 85,3 Prozent der Stimmen vereint. Daneben halten Nordea Funds 12,9 Prozent und die dänische Modegruppe Bestseller United 10,0 Prozent des Kapitals. Strategische Entscheidungen über Globetrotter fallen damit in einem familiengeführten Konzern, nicht in Hamburg.

Geschichte und Herkunft

Globetrotter entstand im September 1979, als Klaus Denart und Peter Lechhart, die sich aus dem Alpenverein kannten, in Hamburg-Wandsbek ein Spezialgeschäft für Expeditions- und Reiseausrüstung eröffneten. Früh stieß Andreas Bartmann dazu, der bis heute der Geschäftsführung angehört. 1984 kam der Versandhandel mit dem Katalog „Handbuch“ hinzu, später der Online-Shop. Große Erlebnisfilialen mit Kältekammer und Kletterwand machten die Marke bundesweit bekannt.

Mit dem Aufstieg des Online-Handels geriet das Modell unter Druck. Im Geschäftsjahr 2011/12 schrieb Globetrotter erstmals seit 1998/99 Verluste, der Umsatz sank von rund 250 Mio. Euro auf 186 Mio. Euro im Jahr 2015. Anfang 2014 stieg der langjährige Lieferant Fenix Outdoor mit 20 Prozent ein; im November 2014 folgte die Holding Frilufts Retail Europe AB, an der Fenix 60 Prozent und die Altgesellschafter 40 Prozent hielten. Mitte 2015 übernahm Fenix auch diese 40 Prozent, die bisherigen Eigentümer erhielten dafür Aktien des Gesamtkonzerns.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Nach der Übernahme stellte Fenix den Händler auf Ertrag um: Unrentable Standorte wurden 2016 geschlossen, die Logistik wanderte 2018 von Hamburg in das Fenix-Logistikzentrum Ludwigslust. Ab 2017 setzte Globetrotter auf kompaktere City-Stores von rund 1.000 Quadratmetern, 2019 folgten fünf Neueröffnungen. Seit 2019 teilen sich Globetrotter, Naturkompaniet und Partioaitta ein einheitliches Erscheinungsbild mit grünem Bärenlogo.

Heute versteht sich Globetrotter als Omnichannel-Spezialist mit über 1.000 Beschäftigten aus mehr als 50 Nationen, rund 150 davon in der Hamburger Zentrale. Zum Konzept gehören Reparaturwerkstätten, ein 2020 gestarteter Ausrüstungsverleih und ein Secondhand-Angebot, das sich laut Andreas Bartmann jedes Jahr verdoppelt. Das EHI Retail Institute beziffert den Nettoumsatz 2023 auf rund 210 Mio. Euro. Fenix weist den Außenumsatz seines Frilufts-Segments in Deutschland, das im Wesentlichen aus Globetrotter besteht, mit 189,9 Mio. Euro für 2024 und 181,9 Mio. Euro für 2025 aus. Operativer Chef ist seit November 2020 Andreas Vogler; Henrik Hoffman, Andreas Bartmann und Ulf Gustafsson, der zugleich im Verwaltungsrat von Fenix Outdoor sitzt, gehören ebenfalls zur Geschäftsführung.

Der Mutterkonzern erzielte 2025 einen Umsatz von 694,7 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 5,3 Mio. Euro bei 3.021 Vollzeitkräften. Das Handelssegment Frilufts kam auf 339,7 Mio. Euro Außenumsatz (minus 2,3 Prozent) und blieb mit einem operativen Verlust von 5,0 Mio. Euro das Sorgenkind; eine höhere Effizienz bei Globetrotter habe das Ergebnis gestützt, so Fenix.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im September 2025 eröffnete Globetrotter einen rund 1.000 Quadratmeter großen City-Store in Münster mit Werkstatt und Secondhand-Fläche. Die Filialübersicht weist im Herbst 2026 22 Standorte aus, darunter sieben Erlebnisfilialen, ein Outlet in Rostock und einen „Active Store“ in Torfhaus im Harz.

Gleichzeitig läuft ein Umbau. Für 2026 kündigte Martin Nordin jährliche Einsparungen von bis zu 4 Mio. Euro an, die Dividende für 2025 wurde auf 7,50 Schwedische Kronen je B-Aktie halbiert. Im ersten Quartal 2026 verbuchte Fenix bei Globetrotter Restrukturierungskosten von 0,8 Mio. Euro; der Händler führte ein neues Servicemodell ein, in dessen Zuge größere Warenmengen an Fjällräven zurückgingen, und kämpfte mit einem neuen ERP-System. Das Frilufts-Segment wuchs im Quartal dennoch um 11,6 Prozent auf 74,1 Mio. Euro, der operative Verlust sank von 9,6 auf 5,6 Mio. Euro. Ein Eigentümerwechsel bei Globetrotter ist nicht angekündigt.

FAQ

Wem gehört Globetrotter heute? Die Globetrotter Ausrüstung GmbH gehört seit 2015 zu 100 Prozent der Fenix Outdoor International AG mit Sitz in Zug, dem Mutterkonzern von Fjällräven.

Wer kontrolliert Fenix Outdoor? Die schwedische Familie Nordin. Martin Nordin hält 52,9 Prozent der Stimmrechte, mit verbundenen Gesellschaften kommt die Familie auf 85,3 Prozent der Stimmen und 61,7 Prozent des Kapitals.

Ist Globetrotter noch ein Hamburger Unternehmen? Sitz und Zentrale mit rund 150 Beschäftigten liegen weiterhin in Hamburg, Mitgründer Andreas Bartmann sitzt nach wie vor in der Geschäftsführung. Die Eigentümerentscheidungen fallen jedoch im Fenix-Konzern.

Wie viele Filialen hat Globetrotter? Stand 2026 sind es 22 Standorte in Deutschland, darunter Erlebnisfilialen, City-Stores und ein Outlet in Rostock. Zuletzt kam im September 2025 Münster hinzu.

Wie viel Umsatz macht Globetrotter? Das EHI Retail Institute nennt für 2023 rund 210 Mio. Euro Nettoumsatz. Fenix Outdoor weist für sein deutsches Handelsgeschäft 181,9 Mio. Euro für 2025 aus; eine separate Globetrotter-Zahl veröffentlicht der Konzern nicht.

Fazit

Die Frage „Wem gehört Globetrotter?“ hat seit 2015 eine klare Antwort: der Fenix Outdoor International AG und damit indirekt der Familie Nordin, die den Fjällräven-Konzern über stimmrechtsstarke A-Aktien kontrolliert. Für Kunden ist davon wenig zu spüren, denn Marke, Hamburger Zentrale und Teile der Gründergeneration sind geblieben.

Wirtschaftlich ist Globetrotter jedoch kein Selbstläufer: Das Handelssegment des Konzerns schreibt operative Verluste, in Deutschland sank der Umsatz 2025, und 2026 steht im Zeichen von Restrukturierung und Kostensenkung. Wer die Zukunft des Händlers einschätzen will, muss auf die Quartalsberichte aus Zug blicken.