
GoodNotes zählt zu den bekanntesten Notiz-Apps für das iPad und wird nach Unternehmensangaben von mehr als 25 Millionen Menschen pro Monat genutzt. Hinter der App steht die Goodnotes Limited mit Sitz in London, deren Gründer und CEO Steven Chan laut britischem Handelsregister mindestens 75 Prozent der Anteile hält. Einziger bekannter externer Geldgeber ist der kalifornische Wagniskapitalgeber Race Capital, der 2020 eine Seed-Runde über 6 Mio. US-Dollar anführte. Ein Börsengang oder ein Verkauf an einen Konzern hat bis zum Stand 2026 nicht stattgefunden.
Key Takeaways
- GoodNotes gehört der Goodnotes Limited, einer 2020 in London eingetragenen Private Limited Company.
- Gründer Steven Chan ist laut Companies House die einzige Person mit maßgeblicher Kontrolle und hält mindestens 75 Prozent der Anteile.
- Die App entstand 2011 als Ein-Mann-Projekt während Chans Mathematikstudium in Australien und blieb bis 2015 ein Solo-Unternehmen.
- Die einzige öffentlich bekannte Finanzierungsrunde ist ein Seed-Investment von Race Capital über 6 Mio. US-Dollar aus dem Jahr 2020.
- Apple zeichnete GoodNotes 2022 als „iPad App of the Year“ aus; heute meldet das Unternehmen über 25 Millionen monatlich aktive Nutzer.
- Die britische Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr bis März 2025 nach den hinterlegten Jahresabschlüssen einen Umsatz von rund 103,8 Mio. Pfund.
- Im September 2025 startete das Unternehmen eine neue Goodnotes-App mit den Tarifen Essential und Pro, Whiteboards, Textdokumenten und der KI-Funktion „Goodnotes AI“.
| Name | Goodnotes Limited (Marke „Goodnotes“) |
|---|---|
| Gegründet | App 2011; britische Gesellschaft eingetragen am 18. September 2020 |
| Sitz | London (Canary Wharf), weiteres Büro in Hongkong |
| Eigentümer | Gründer und CEO Steven Chan (mindestens 75 % der Anteile); Minderheitsinvestor Race Capital |
| Branche | Software, Notiz- und Produktivitäts-App |
| Umsatz | rund 103,8 Mio. Pfund (britische Gesellschaft, Geschäftsjahr bis März 2025) |
| Mitarbeiter | rund 300 weltweit (Stand 2025) |
Eigentümerstruktur im Detail

Die Frage „Wem gehört GoodNotes?“ lässt sich klar beantworten, weil das Unternehmen seit 2020 im britischen Handelsregister Companies House geführt wird. Die Goodnotes Limited (Firmennummer 12889528) wurde am 18. September 2020 eingetragen und sitzt im Londoner Finanzviertel Canary Wharf. Als einzige „Person with significant control“ ist Ho Chuen Steven Chan registriert, geboren im Dezember 1989, Staatsangehörigkeit Hongkong. Das Register weist ihm „75 Prozent oder mehr“ der Anteile und Stimmrechte zu sowie das Recht, Geschäftsführer zu bestellen und abzuberufen.
Im April 2021 war kurzzeitig eine „Goodnotes Holding Company Limited“ (Cayman Islands) als kontrollierende Gesellschaft eingetragen; seit demselben Tag steht wieder Chan direkt im Register. Eine genauere Prozentangabe veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Den Rest der Anteile halten externe Investoren. Die einzige öffentlich dokumentierte Finanzierungsrunde ist ein Seed-Investment über 6 Mio. US-Dollar, das Race Capital im Jahr 2020 anführte; Datenbanken wie Crunchbase und CB Insights listen Race Capital als einzigen Investor. Steven Chan erklärte 2023 gegenüber „TechCrunch“, weitere Kapitalrunden seien nicht geplant. In den ersten rund neun Jahren kam GoodNotes ganz ohne Fremdkapital aus.
Direktoren der britischen Gesellschaft sind neben Chan die US-Amerikanerin Minh Ngan Tran, seit März 2024 im Amt und als COO tätig, sowie seit dem 30. März 2026 Paul Eric Onnen.
Geschichte und Herkunft
GoodNotes begann 2011 als Nebenprojekt eines Studenten. Steven Chan studierte Mathematik und Physik in Australien, laut „South China Morning Post“ an der University of Queensland. Weil ihn störte, dass seine Papiernotizbücher nach jedem Semester in einer Kiste landeten, schrieb er im letzten Studienabschnitt die erste Version der App für das damals neue iPad. Von Anfang an war GoodNotes kostenpflichtig; das Wachstum kam fast ausschließlich über Mundpropaganda.
Fünf Jahre lang blieb das Unternehmen ein Ein-Personen-Betrieb; erst mit dem Apple Pencil 2015 baute Chan ein Team auf. Von Hongkong aus wuchs GoodNotes zu einer der umsatzstärksten Produktivitäts-Apps im App Store heran; 2022 beschäftigte es laut „South China Morning Post“ mehr als 100 Menschen, davon rund 40 in Hongkong, während der Hauptsitz bereits in London lag.
Im November 2022 kürte Apple GoodNotes zur „iPad App of the Year“; Chan sprach damals von rund 19 Millionen Nutzern weltweit, von denen 99 Prozent über Empfehlungen zur App gekommen seien.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Lange verkaufte GoodNotes seine App gegen eine Einmalzahlung. Mit GoodNotes 6 führte das Unternehmen im August 2023 ein Abo-Modell ein und startete einen Marktplatz für digitale Sticker, Planer und Vorlagen. Zu dieser Zeit nutzten über 21 Millionen Menschen die App monatlich, das Team zählte mehr als 200 Beschäftigte.
Wie groß das Geschäft inzwischen ist, zeigen die beim Companies House hinterlegten Jahresabschlüsse: Für das Geschäftsjahr bis zum 31. März 2025 weist die Goodnotes Limited einen Umsatz von rund 103,8 Mio. Pfund aus, bei einem Verlust nach Steuern von rund 1,1 Mio. Pfund. Die britische Gesellschaft beschäftigte im Schnitt 78 Menschen; der Großteil der weltweit rund 300 Beschäftigten arbeitet also für andere Konzerngesellschaften, unter anderem in Hongkong.
Seit 2023 setzt GoodNotes auch auf Zukäufe: 2023 investierte es 1,9 Mio. US-Dollar in die südkoreanische Plattform WeBudding, im Januar 2024 folgte mit dem koreanischen KI-Start-up Dropthebit (Traw) die erste Übernahme, ohne Nennung eines Kaufpreises.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Jahr 2025 markiert den größten Umbau seit der Gründung. Im September 2025 stellte das Unternehmen eine neue Goodnotes-App vor, die über die klassische Handschrift-App hinausgeht: Hinzu kamen Whiteboards, Textdokumente, Echtzeit-Zusammenarbeit sowie „Goodnotes AI“, das Handschrift, Tippen, Skizzen und Sprache verarbeitet und etwa Besprechungsaufnahmen in strukturierte Notizen verwandelt. Verkauft wird die App in den Tarifen „Essential“ und „Pro“; nach Unternehmensangaben hat GoodNotes mehr als 25 Millionen monatlich aktive Nutzer und Tausende Firmenkunden. Den Start feierte das Unternehmen im September 2025 mit 36 Content-Creatorn in London.
Apple widmete GoodNotes im Juni 2025 ein Porträt auf seiner Entwicklerseite und nannte dabei rund 300 Beschäftigte in etwa 40 Ländern. Die App läuft inzwischen auch auf Android, Windows und im Browser. Im Oktober 2026 kostet Essential im US-App-Store 11,99 US-Dollar pro Jahr, Pro 35,99 US-Dollar pro Jahr.
An der Eigentümerstruktur hat sich 2025 und 2026 nichts geändert: Steven Chan bleibt Mehrheitseigner und CEO, Race Capital der einzige bekannte Investor. Eine neue Finanzierungsrunde, ein Börsengang oder Übernahmegespräche sind nicht öffentlich bekannt.
FAQ
Wem gehört GoodNotes? GoodNotes gehört der Goodnotes Limited in London. Gründer und CEO Steven Chan hält laut britischem Handelsregister mindestens 75 Prozent der Anteile und Stimmrechte, der Rest liegt bei Investoren wie Race Capital.
Ist GoodNotes ein Apple-Unternehmen? Nein. GoodNotes ist ein unabhängiges Unternehmen. Apple hat die App lediglich ausgezeichnet, 2022 als „iPad App of the Year“, und porträtiert sie auf seiner Entwicklerseite.
Wo hat GoodNotes seinen Sitz? Der Hauptsitz liegt seit 2020 in London (Canary Wharf). Das Unternehmen stammt aus Hongkong und unterhält dort weiterhin ein Büro.
Ist GoodNotes an der Börse? Nein. Die Goodnotes Limited ist eine private Gesellschaft. Die einzige bekannte Finanzierungsrunde war ein Seed-Investment von 6 Mio. US-Dollar durch Race Capital im Jahr 2020.
Wie viel Umsatz macht GoodNotes? Für das Geschäftsjahr bis März 2025 weist die britische Goodnotes Limited laut hinterlegtem Jahresabschluss rund 103,8 Mio. Pfund Umsatz aus. Konzernweite Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Fazit
GoodNotes ist eines der seltenen Beispiele für eine global erfolgreiche App, die weiterhin fest in der Hand ihres Gründers liegt. Steven Chan hat das Unternehmen fast ein Jahrzehnt ohne Fremdkapital aufgebaut, 2020 einen einzigen Investor an Bord geholt und hält mindestens 75 Prozent der Anteile. Mit dem Sitz in London, einem Umsatz jenseits der 100-Millionen-Pfund-Marke und der 2025 gestarteten KI-Plattform ist aus dem Studentenprojekt ein mittelgroßer Softwarekonzern geworden.
Hinter der App steht damit kein Konzern und kein Finanzinvestor, sondern ein Gründer, der das Produkt seit 2011 selbst verantwortet.
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