
General Motors (GM) ist der größte Autohersteller der USA und gehört keinem einzelnen Eigentümer, sondern seinen Aktionären: Die Aktie ist an der New Yorker Börse notiert (NYSE: GM), rund 90 Prozent der Anteile liegen bei institutionellen Investoren. Die größten Pakete halten BlackRock mit rund 8,8 Prozent, Vanguard mit zusammen rund 11,6 Prozent und State Street mit rund 5,1 Prozent (Stand Mitte 2026). Geführt wird der Konzern seit 2014 von Mary Barra. 2025 setzte GM 185,0 Mrd. US-Dollar um und beschäftigte rund 155.000 Menschen.
Key Takeaways
- General Motors ist eine Publikumsgesellschaft im Streubesitz ohne Mehrheitsaktionär, Ankerinvestor oder Gründerfamilie.
- Größter Einzelaktionär ist BlackRock mit rund 8,8 Prozent, gefolgt von den beiden Vanguard-Einheiten mit zusammen rund 11,6 Prozent und State Street mit rund 5,1 Prozent.
- Die Hauptversammlungsunterlagen 2026 nennen BlackRock, State Street und Vanguard als die einzigen Aktionäre mit mehr als 5 Prozent.
- Nach der Insolvenz 2009 war die US-Regierung zeitweise Mehrheitsaktionärin und stieg im Dezember 2013 mit einem Verlust von 10,3 Mrd. US-Dollar aus.
- 2025 erzielte GM 185,0 Mrd. US-Dollar Umsatz, aber nur 2,7 Mrd. US-Dollar Nettogewinn, weil Abschreibungen von 7,9 Mrd. US-Dollar auf das E-Auto-Geschäft anfielen.
- US-Zölle kosteten 2025 rund 3,1 Mrd. US-Dollar bereinigtes EBIT, und die Robotaxi-Tochter Cruise wurde Ende 2024 eingestellt.
| Name | General Motors Company (GM) |
|---|---|
| Gegründet | 16. September 1908 durch William C. Durant; heutige Gesellschaft seit 10. Juli 2009 |
| Sitz | Detroit, Michigan (seit Januar 2026 im Komplex „Hudson’s Detroit“) |
| Eigentümer | Streubesitz; BlackRock ca. 8,8 %, Vanguard ca. 11,6 % (zwei Einheiten), State Street ca. 5,1 % |
| Börsennotierung | New York Stock Exchange (NYSE: GM), S&P 500 |
| Führung | Mary Barra, Chair und CEO (CEO seit 2014, Chair seit 2016) |
| Branche | Automobilbau; Marken Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac; Autobank GM Financial |
| Umsatz 2025 | 185,0 Mrd. US-Dollar; Nettogewinn 2,7 Mrd. US-Dollar |
| Mitarbeiter | rund 155.000 (Stand 31. Dezember 2025) |
Eigentümerstruktur im Detail

Wer wissen will, wem General Motors gehört, findet keinen Namen, sondern eine Aktionärsliste. GM ist eine klassische Publikumsgesellschaft ohne Gründerfamilie, Staatsbeteiligung oder strategischen Investor. Zum 15. Januar 2026 waren laut Geschäftsbericht rund 904 Millionen Stammaktien ausgegeben; durch Rückkäufe sank die Zahl bis Mitte 2026 auf rund 877 Millionen.
Nach den Pflichtmeldungen zum 30. Juni 2026 hielt BlackRock rund 77,3 Millionen Aktien oder 8,81 Prozent. Vanguard meldet seine Position seit 2026 über zwei Gesellschaften: Vanguard Capital Management mit 7,29 Prozent und Vanguard Portfolio Management mit 4,32 Prozent, zusammen rund 11,6 Prozent. State Street kommt auf 5,06 Prozent. Dahinter folgen mit deutlich kleineren Paketen Putnam (rund 2,9 Prozent), Geode Capital Management (rund 2,5 Prozent), Capital Research and Management (rund 2,2 Prozent) sowie D. E. Shaw, Fidelity und Dimensional Fund Advisors mit jeweils unter 2 Prozent.
Das deckt sich mit den offiziellen Angaben: In der Einladung zur Hauptversammlung 2026 führt GM ausschließlich BlackRock, State Street und The Vanguard Group als Aktionäre mit 5 Prozent oder mehr auf. Insgesamt liegen etwa 86 bis 91 Prozent der Aktien bei institutionellen Anlegern, der Rest bei Privatanlegern. Die Spitzeninvestoren sind überwiegend passive Indexfondsanbieter. Das Management besitzt nur einen Bruchteil: Führungskräfte und Verwaltungsräte halten zusammen weniger als 1 Prozent, und auch Mary Barra ist lediglich Kleinaktionärin mit vergütungsbedingtem Aktienbesitz.
Geschichte und Herkunft
William C. Durant gründete General Motors am 16. September 1908 als Holding um Buick, zu der bald Cadillac und weitere Marken kamen. 1920 verlor Durant die Kontrolle an die Familie Du Pont; Alfred P. Sloan formte den Konzern ab 1923 zum jahrzehntelang größten Autobauer der Welt.
Der tiefste Einschnitt kam in der Finanzkrise: Am 8. Juni 2009 meldete GM Insolvenz nach Chapter 11 an. Die US-Regierung steckte 49,5 Mrd. US-Dollar in die Rettung und wurde Mehrheitsaktionärin der am 10. Juli 2009 neu gegründeten General Motors Company; die Altaktionäre gingen leer aus. Im November 2010 kehrte GM an die Börse zurück, am 9. Dezember 2013 verkaufte das Finanzministerium seine letzten Anteile mit einem Verlust von 10,3 Mrd. US-Dollar. 2017 verkaufte GM Opel und Vauxhall für 2,2 Mrd. US-Dollar an PSA, heute Stellantis.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
GM verkauft unter den Marken Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac; in China kommen über Gemeinschaftsunternehmen mit SAIC Baojun und Wuling hinzu. 2025 setzte der Konzern weltweit rund 6,18 Millionen Fahrzeuge ab, davon 2,85 Millionen in den USA (17,2 Prozent Marktanteil) und 1,88 Millionen in China. Der Umsatz sank leicht auf 185,0 Mrd. US-Dollar, das bereinigte EBIT lag bei 12,7 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn brach um 55 Prozent auf 2,7 Mrd. US-Dollar ein, weil Sonderbelastungen von 9,8 Mrd. US-Dollar anfielen, davon 7,9 Mrd. US-Dollar für die E-Auto-Kapazitäten in Nordamerika.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Rückzug von der reinen Elektro-Strategie
2021 wollte GM bis 2035 keine Verbrenner mehr bauen und eine Kapazität von einer Million Elektroautos pro Jahr schaffen. Dieses Ziel wurde 2025 weitgehend kassiert. Nachdem die US-Regierung die Kaufprämie von 7.500 US-Dollar Ende September 2025 auslaufen ließ, schrieb GM im dritten Quartal 1,6 Mrd. US-Dollar und im Januar 2026 weitere 6 Mrd. US-Dollar auf Fabriken und Batterieproduktion ab; im zweiten Quartal 2026 folgten 2,3 Mrd. US-Dollar. Der Konzern setzt wieder stärker auf Verbrenner und Hybride.
Aus für Cruise
Im Dezember 2024 stoppte GM die Finanzierung der Robotaxi-Tochter Cruise, in die mehr als 10 Mrd. US-Dollar geflossen waren. Im Februar 2025 übernahm GM die restlichen Anteile der zuvor zu rund 90 Prozent gehaltenen Gesellschaft und gliederte Technik und Teile der Belegschaft in die Entwicklung des Fahrassistenzsystems Super Cruise ein. Der Ausstieg soll bis zu 1 Mrd. US-Dollar pro Jahr sparen.
Zölle und Ausblick
Die 2025 eingeführten US-Importzölle belasteten das bereinigte EBIT laut Geschäftsbericht mit rund 3,1 Mrd. US-Dollar. Für 2026 kalkulierte GM zunächst mit 3 bis 4 Mrd. US-Dollar; nach dem Urteil des Supreme Court gegen die IEEPA-Zölle im Februar 2026 wurde die Spanne auf 2,5 bis 3,5 Mrd. US-Dollar gesenkt. Als Antwort investiert GM rund 4 Mrd. US-Dollar in die US-Werke Orion, Fairfax und Spring Hill, wo ab 2027 unter anderem der bisher in Mexiko gebaute Chevrolet Equinox entstehen soll.
Finanziell bleibt der Konzern robust: Im Januar 2026 erhöhte GM die Quartalsdividende um 20 Prozent auf 0,18 US-Dollar je Aktie und genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm über 6 Mrd. US-Dollar. Im Juli 2026 hob das Management die Prognose zum zweiten Mal an, auf 14 bis 16 Mrd. US-Dollar bereinigtes EBIT. Im Januar 2026 bezog GM zudem seine neue Zentrale im Komplex „Hudson’s Detroit“.
FAQ
Wem gehört General Motors heute? General Motors gehört seinen Aktionären. Die größten Anteile halten die Vermögensverwalter BlackRock (rund 8,8 Prozent), Vanguard (zusammen rund 11,6 Prozent) und State Street (rund 5,1 Prozent).
Gehört General Motors noch dem amerikanischen Staat? Nein. Die US-Regierung war nach der Insolvenz 2009 vorübergehend Mehrheitsaktionärin, verkaufte ihre letzten Anteile aber im Dezember 2013.
Ist Mary Barra Eigentümerin von General Motors? Nein. Mary Barra ist seit 2014 CEO und seit 2016 Chair des Verwaltungsrats, hält aber nur einen sehr kleinen Aktienanteil aus ihrer Vergütung. Alle Führungskräfte und Verwaltungsräte zusammen besitzen weniger als 1 Prozent.
Welche Marken gehören zu General Motors? Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac sowie über chinesische Gemeinschaftsunternehmen Baojun und Wuling. Opel und Vauxhall wurden 2017 an PSA verkauft und gehören heute zu Stellantis.
Wie viel Umsatz macht General Motors? 2025 erzielte GM einen Umsatz von 185,0 Mrd. US-Dollar, ein bereinigtes EBIT von 12,7 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 2,7 Mrd. US-Dollar.
Fazit
General Motors ist das Musterbeispiel eines Konzerns im Streubesitz: Kein Eigentümer gibt den Ton an, passive Indexfondsanbieter wie BlackRock, Vanguard und State Street bündeln die größten Pakete, und das Management hält kaum Anteile. Die Phase als Staatsunternehmen nach der Insolvenz 2009 ist seit 2013 Geschichte.
Strategisch steht GM 2026 mitten im Kurswechsel: Milliardenabschreibungen auf das E-Auto-Geschäft, das Ende von Cruise und die Zollbelastungen zeigen die Abhängigkeit von der US-Politik. Zugleich bleibt das Kerngeschäft so profitabel, dass GM Dividende und Aktienrückkäufe ausweitet und die Prognose für 2026 mehrfach anheben konnte.