
CTS Eventim ist Europas größter Ticketvermarkter und nach eigenen Angaben der zweitgrößte Live-Entertainment-Veranstalter der Welt. Die Eigentümerfrage ist schnell beantwortet: Der Bremer Unternehmer Klaus-Peter Schulenberg kontrolliert über die KPS Stiftung rund 39 Prozent der Aktien und hält zusätzlich die Komplementärgesellschaft, die den Konzern führt. Die übrigen gut 61 Prozent liegen im Streubesitz. Stand 2026 ist CTS Eventim im MDAX notiert und hat 2025 erstmals mehr als drei Milliarden Euro Umsatz erzielt.
Key Takeaways
- Größter Aktionär ist die KPS Stiftung von Klaus-Peter Schulenberg mit rund 39 Prozent der 96 Millionen Aktien.
- Rund 61 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz, verteilt auf Fonds und Privatanleger.
- Die Rechtsform KGaA sichert Schulenberg die Führung: Die Geschäfte führt die EVENTIM Management AG, die vollständig der KPS Stiftung gehört.
- Schulenberg kaufte das Münchner Ticketing-Unternehmen CTS 1996 und brachte es im Februar 2000 an die Börse.
- 2015 übertrug er 50,2 Prozent der Aktien in die KPS Stiftung; 2019 sank der Anteil durch Platzierungen auf 38,8 Prozent.
- 2024 übernahm der Konzern See Tickets von Vivendi für rund 300 Millionen Euro und stockte bei France Billet auf 65 Prozent auf.
- Umsatz 2025: 3,08 Milliarden Euro, bereinigtes EBITDA 584 Millionen Euro, Konzernüberschuss 277,3 Millionen Euro.
| Name | CTS Eventim AG & Co. KGaA |
| Gegründet | 1989 in München (als CTS Computer Ticket Service) |
| Sitz | München (Handelsregister), Hauptverwaltung Bremen |
| Branche | Ticketing und Live Entertainment |
| Eigentümer | KPS Stiftung (Klaus-Peter Schulenberg) rund 39 %, Streubesitz rund 61 % |
| Umsatz (2025) | 3,08 Milliarden Euro |
| Mitarbeiter | rund 5.300 (2025) |
| Vermögensbasis/Struktur | Börsennotierte KGaA im MDAX; Geschäftsführung durch die EVENTIM Management AG, die zu 100 % der KPS Stiftung gehört |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln des Konzerns liegen in München. Dort gründeten die Konzertveranstalter Marcel Avram und Matthias Hoffmann 1989 die CTS Computer Ticket Service GmbH, einen frühen Anbieter für den elektronischen Ticketvertrieb. 1996 übernahm der Bremer Konzertveranstalter Klaus-Peter Schulenberg das Unternehmen und richtete es neu aus.
Am 1. Februar 2000 folgte der Börsengang in Frankfurt. Danach wuchs CTS Eventim vor allem durch Zukäufe: 2010 kam der Wettbewerber Ticket Online hinzu, dazu Hallen wie die Waldbühne Berlin und die Lanxess Arena in Köln sowie Veranstalter wie Semmel Concerts und FKP Scorpio unter dem Dach von EVENTIM LIVE. Heute ist der Konzern in mehr als 25 Ländern aktiv.
Eigentümerstruktur im Detail

Das Grundkapital der CTS Eventim AG & Co. KGaA ist in 96 Millionen Aktien aufgeteilt. Größter Einzelaktionär ist die KPS Stiftung mit Sitz in Hamburg, die laut Finanzdatenanbietern rund 39 Prozent hält (etwa 37,4 Millionen Aktien). Die restlichen rund 61 Prozent sind Streubesitz. Zu den größeren institutionellen Anlegern zählen laut finanzen.net Vanguard, M&G und MFS mit jeweils unter zwei Prozent; ein weiterer Großaktionär neben der Stiftung ist nicht bekannt.
Die KPS Stiftung als Ankeraktionär
Am 28. Dezember 2015 übertrug Klaus-Peter Schulenberg 48.194.000 Aktien, damals 50,2 Prozent des Kapitals, schenkweise auf die von ihm errichtete KPS Stiftung. Die BaFin befreite die Stiftung von einem Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre, weil sich lediglich eine direkte in eine indirekte Beteiligung wandelte. Anschließend reduzierte die Stiftung ihren Anteil in mehreren Platzierungen bei institutionellen Investoren; im November 2019 sank die Quote mit dem Verkauf von 4,2 Millionen Aktien von 43,2 auf 38,8 Prozent, der Streubesitz stieg auf gut 61 Prozent. Im August 2025 kaufte die Stiftung laut Directors-Dealings-Meldung wieder ein kleines Paket zu.
Warum die Rechtsform KGaA entscheidend ist
CTS Eventim ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Aktionäre sind Kommanditisten, die Geschäfte führt die persönlich haftende Gesellschafterin EVENTIM Management AG. Deren 50.000 Aktien gingen 2015 ebenfalls vollständig an die KPS Stiftung. Damit bestimmt Schulenberg die Unternehmensführung unabhängig davon, ob seine Stiftung eine Aktienmehrheit hält. Der Aufsichtsrat der KGaA unter dem Vorsitz von Bernd Kundrun kann den Vorstand nicht bestellen oder abberufen; das ist Sache der Komplementärin.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Juni 2024 schloss CTS Eventim die Übernahme des Festival- und internationalen Ticketing-Geschäfts von Vivendi ab, vor allem der britischen Marke See Tickets; der Kaufpreis lag bei rund 300 Millionen Euro. Am 2. Dezember 2024 erwarb der Konzern weitere 17 Prozent an France Billet von Fnac Darty und hält seitdem 65 Prozent an dem Anbieter, der jährlich rund 36 Millionen Tickets verkauft. Fnac Darty bleibt mit 35 Prozent beteiligt.
2025 stieg der Umsatz um 9,6 Prozent auf 3,08 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA um 7,7 Prozent auf 584 Millionen Euro; der Konzernüberschuss sank jedoch um 13 Prozent auf 277,3 Millionen Euro. Als der Vorstand am 26. März 2026 nur leichte Zuwächse für 2026 in Aussicht stellte, verlor die Aktie an einem Tag rund ein Fünftel ihres Wertes; die Marktkapitalisierung lag danach bei gut fünf Milliarden Euro. Im Vorstand gab es Wechsel: Seit Januar 2025 ist Karel Dörner Technikvorstand, seit Januar 2026 William Willms Finanzvorstand.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
CTS Eventim arbeitet mit zwei Segmenten. Das Ticketing ist die Gewinnmaschine: 2025 erlöste es 977 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 46 Prozent; der Konzern verarbeitet nach eigenen Angaben mehr als 300 Millionen Tickets pro Jahr. Das Segment Live Entertainment bündelt Veranstalter, Festivals, Tourneen und Hallen; es setzte 2025 rund 2,15 Milliarden Euro um, allerdings mit einer Marge von nur rund sechs Prozent.
2024 lag der Umsatz bei 2,81 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA bei 542 Millionen Euro. Zur Dividendenpolitik hat uamr.de einen eigenen Beitrag veröffentlicht.
Der Gründer hinter Eventim: Klaus-Peter Schulenberg
Klaus-Peter Schulenberg wurde 1951 in Bremen geboren. 1973 gründete er neben dem Studium eine Veranstaltungsagentur, die unter anderem Konzerte von Alice Cooper und den Rolling Stones ausrichtete. Der Kauf von CTS 1996 machte ihn zum Ticketing-Unternehmer. Er führt den Konzern bis heute als Vorstandsvorsitzender und lebt laut Wikipedia in Hamburg.
Forbes führt Schulenberg in seiner Milliardärsliste. Offizielle Angaben zu seinem Privatvermögen existieren nicht, und uamr.de nennt bewusst keine Beträge; seine Vermögensbasis ist die Beteiligung an CTS Eventim über die KPS Stiftung.
FAQ
Wem gehört Eventim? Rund 39 Prozent der Aktien hält die KPS Stiftung von Gründer Klaus-Peter Schulenberg, rund 61 Prozent sind Streubesitz. Der Stiftung gehört zudem die EVENTIM Management AG, die den Konzern führt.
Hat Schulenberg die Mehrheit an CTS Eventim? Nein, seit den Platzierungen bis 2019 liegt der Anteil der KPS Stiftung unter 40 Prozent. Die Kontrolle bleibt ihm, weil die KGaA-Struktur die Geschäftsführung der Komplementärin überträgt.
Ist CTS Eventim im DAX? Nein, die Aktie ist im MDAX gelistet und wird an der Frankfurter Börse gehandelt. Eine Aufnahme in den DAX ist bislang nicht erfolgt.
Was ist die KPS Stiftung? Eine Stiftung mit Sitz in Hamburg, auf die Klaus-Peter Schulenberg Ende 2015 seine damalige Mehrheit von 50,2 Prozent sowie alle Anteile an der EVENTIM Management AG übertragen hat.
Wie viel Umsatz macht CTS Eventim? 2025 erzielte der Konzern 3,08 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 584 Millionen Euro; 2024 waren es 2,81 Milliarden Euro Umsatz.
Welche Marken gehören zu Eventim? Neben eventim.de unter anderem See Tickets, France Billet (65 Prozent), oeticket.com, Ticketcorner sowie Veranstalter wie FKP Scorpio und Semmel Concerts.
Fazit
CTS Eventim ist ein börsennotierter Konzern mit breitem Streubesitz, aber ohne Zweifel ein Gründerunternehmen. Klaus-Peter Schulenberg hält über die KPS Stiftung rund 39 Prozent der Aktien und dank der KGaA-Struktur die volle Führungskontrolle. Mit See Tickets und France Billet hat der Konzern 2024 seine internationale Basis verbreitert und 2025 erstmals drei Milliarden Euro Umsatz überschritten. Der Kurseinbruch im März 2026 zeigt zugleich, dass die Streubesitz-Aktionäre auf Wachstum angewiesen sind, das allein die Komplementärin verantwortet.
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