Wem gehört Eurosport? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Eurosport?

Eurosport gehört seit 2015 vollständig zum US-Konzern Discovery, der 2022 mit WarnerMedia zu Warner Bros. Discovery (WBD) fusionierte. Der 1989 gegründete Sportsender mit Sitz bei Paris ist damit Teil eines börsennotierten Konzerns mit 37,3 Milliarden US-Dollar Umsatz (2025). Stand Herbst 2026 steht WBD vor der Übernahme durch Paramount Skydance – ein Deal über rund 110 Milliarden US-Dollar, der die geplante Aufspaltung in „Warner Bros.“ und „Discovery Global“ hinfällig machte. In Deutschland sendet Eurosport unter eigenem Namen, in Großbritannien heißt der Sender seit 2025 TNT Sports.

Key Takeaways

  • Eigentümer von Eurosport ist zu 100 Prozent Warner Bros. Discovery (Nasdaq: WBD), ein börsennotierter Konzern in Streubesitz.
  • Gegründet am 5. Februar 1989 als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und Sky Television.
  • Der französische Konzern TF1 war ab 2001 Alleineigentümer; Discovery stieg 2012 mit 20 Prozent ein und übernahm 2015 komplett – für die letzten 49 Prozent flossen rund 491 Millionen Euro.
  • Am 28. Februar 2025 wurden Eurosport 1 und 2 in Großbritannien und Irland abgeschaltet; dort läuft das Programm unter TNT Sports.
  • Die im Juni 2025 angekündigte Aufspaltung von WBD in „Warner Bros.“ und „Discovery Global“ wurde durch die Paramount-Übernahme obsolet.
  • Paramount Skydance zahlt 31 US-Dollar je Aktie; die WBD-Aktionäre stimmten am 23. April 2026 zu, im September 2026 folgte ein Vergleich mit klagenden US-Bundesstaaten.
  • Olympia-Rechte in Europa liegen bis 2032 bei WBD und der EBU.
NameEurosport
Gegründet5. Februar 1989
SitzIssy-les-Moulineaux bei Paris (seit 1991)
BrancheSportfernsehen, Streaming, Sportrechte
Eigentümer100 % Warner Bros. Discovery (WBD); Übernahme durch Paramount Skydance läuft (Stand September 2026)
Umsatz (Jahr)Eurosport nicht separat ausgewiesen; Konzern WBD 2025: 37,3 Mrd. US-Dollar
MitarbeiterKonzern WBD rund 35.500 (2025); Eurosport nicht öffentlich
Vermögensbasis/StrukturEurosport 1 und 2, Streaming über discovery+ und HBO Max, Olympia-Rechte Europa bis 2032, Tennis, Radsport, Wintersport

Geschichte und Herkunft

Eurosport ging am 5. Februar 1989 auf Sendung – als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und des Murdoch-Senders Sky Television. Im Mai 1991 musste der Sender nach einer Beschwerde des Konkurrenten Screensport bei der Europäischen Kommission kurzzeitig abschalten; den Neustart ermöglichte der französische Fernsehkonzern TF1, der die Rolle von Sky übernahm.

1993 fusionierte Eurosport mit Screensport; Gesellschafter waren nun TF1, Canal+, ESPN und Générale d’Images. ESPN verkaufte seine Anteile 2000, im Januar 2001 hielt TF1 100 Prozent. 2005 startete Eurosport 2, ab 2008 der Eurosport Player, den Anfang 2023 discovery+ ablöste. Im November 2015 wurde der Hauptkanal in Eurosport 1 umbenannt.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Eurosport? Eigentümerkette von Warner Bros. Discovery bis zur Paramount-Übernahme 2026
Wem gehört Eurosport? Eigentümer und Struktur 2026 2

Der entscheidende Eigentümerwechsel begann im Dezember 2012: Discovery Communications, der US-Konzern hinter dem Discovery Channel, übernahm 20 Prozent von Eurosport, im Januar 2014 stockte er auf 51 Prozent auf. Im Juli 2015 folgte die Komplettübernahme: Für die verbliebenen 49 Prozent zahlte Discovery rund 491 Millionen Euro an TF1.

Im April 2022 fusionierte Discovery mit WarnerMedia, der Medientochter von AT&T, zu Warner Bros. Discovery. Der Konzern mit Sitz in New York ist an der Nasdaq notiert; die Aktien liegen überwiegend in Streubesitz bei institutionellen Investoren, einen beherrschenden Ankeraktionär gibt es nicht. Eurosport ist der Sparte Global Linear Networks beziehungsweise Warner Bros. Discovery EMEA zugeordnet, zu der in Deutschland auch DMAX, TLC und Tele 5 gehören.

Vom Aufspaltungsplan zur Paramount-Übernahme

Im Juni 2025 kündigte WBD an, sich bis Mitte 2026 in zwei börsennotierte Unternehmen aufzuspalten: „Warner Bros.“ (Studios, HBO, HBO Max) unter David Zaslav und „Discovery Global“ (CNN, TNT Sports USA, Discovery, Eurosport, discovery+) unter Gunnar Wiedenfels. Dazu kam es nicht. Ab September 2025 bot Paramount Skydance mehrfach für den gesamten Konzern. Im Dezember 2025 einigte sich WBD zunächst mit Netflix, das nur die Studio- und Streamingsparte kaufen wollte; Paramount konterte mit einem feindlichen Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie für alles. Am 27. Februar 2026 erhielt Paramount Skydance den Zuschlag: 31 US-Dollar je Aktie in bar, ein Unternehmenswert von rund 110 Milliarden US-Dollar. Netflix zog sich zurück, die Aufspaltung wurde hinfällig.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Die WBD-Aktionäre stimmten dem Verkauf am 23. April 2026 zu; US-Justizministerium, Europäische Kommission und die britische CMA gaben bis August 2026 grünes Licht. Verzögert wurde der Abschluss durch eine Klage von zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens; ein Bundesgericht setzte einen Prozess für März 2027 an. Am 21. September 2026 einigte sich Paramount mit den Bundesstaaten auf einen Vergleich mit Produktionszusagen von 1,5 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre und unabhängigen Redaktionsgremien für CNN und CBS News. Die Richterin vertagte ihre Entscheidung Ende September; Paramount-Chef David Ellison rechnet mit einem Abschluss binnen zwei Wochen nach Genehmigung. Eurosport wechselt damit voraussichtlich zu Paramount, das CBS Sports und TNT Sports zusammenführen will.

Parallel wurde die Marke Eurosport in Großbritannien und Irland abgewickelt: Seit dem 28. Februar 2025 läuft das Programm dort unter TNT Sports, einem Gemeinschaftsunternehmen von WBD und BT Group. Andere Märkte sind laut WBD nicht betroffen. In Deutschland bleibt Eurosport 1 frei empfangbar – ein europaweiter Sonderfall –, Eurosport 2 ist Pay-TV und auch bei DAZN abrufbar. Im Januar 2026 startete HBO Max in Deutschland mit Live-Sport, darunter die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Eurosport verdient Geld über drei Säulen: Werbung im Free-TV, Abonnementerlöse aus Pay-TV und Streaming (discovery+, HBO Max, Partner wie DAZN) sowie die Verwertung von Sportrechten. Herzstück ist der Olympia-Vertrag: Im Januar 2023 vergab das IOC die Medienrechte für die Spiele 2026 bis 2032 in 49 europäischen Territorien an die EBU und WBD; WBD hält alle Streaming- und die meisten Pay-TV-Rechte. Hinzu kommen Grand-Slam-Tennis, die Tour de France und der Ski-Weltcup; für die Wintersaison 2025/26 kündigte WBD 1.427 Live-Stunden an.

Eigene Umsatzzahlen veröffentlicht Eurosport nicht; der Sender geht in der Konzernbilanz auf. Warner Bros. Discovery erzielte 2025 einen Umsatz von 37,3 Milliarden US-Dollar (wechselkursbereinigt fünf Prozent weniger als 2024), ein bereinigtes EBITDA von 8,7 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 727 Millionen US-Dollar bei 29 Milliarden US-Dollar Nettoverschuldung und 131,6 Millionen Streaming-Abonnenten. Laut Wikipedia erreicht Eurosport rund 120 Millionen TV-Haushalte in über 50 Ländern in rund 20 Sprachen.

FAQ

Wem gehört Eurosport aktuell? Zu 100 Prozent dem börsennotierten US-Konzern Warner Bros. Discovery, der gerade von Paramount Skydance übernommen wird. Nach dem Abschluss wechselt Eurosport in den Paramount-Konzern.

Wer hat Eurosport gegründet? 1989 die Europäische Rundfunkunion gemeinsam mit Sky Television; ab 1991 prägte der französische Konzern TF1 den Sender.

Wann hat Discovery Eurosport übernommen? In drei Schritten: 20 Prozent im Dezember 2012, 51 Prozent im Januar 2014 und die Komplettübernahme im Juli 2015.

Wird Eurosport in Deutschland zu TNT Sports? Bislang nicht. Die Umbenennung betrifft nur Großbritannien und Irland, wo Eurosport am 28. Februar 2025 abgeschaltet wurde. In Deutschland bleibt Eurosport 1 frei empfangbar.

Was ist aus der Aufspaltung in Warner Bros. und Discovery Global geworden? Der Plan von Juni 2025 sah Eurosport im Sendergeschäft „Discovery Global“ vor. Er wurde durch den Verkauf des gesamten Konzerns an Paramount Skydance im Februar 2026 hinfällig.

Wie lange hat Eurosport die Olympia-Rechte? Gemeinsam mit der EBU hält Warner Bros. Discovery die europäischen Olympia-Rechte von 2026 bis einschließlich Brisbane 2032.

Fazit

Eurosport hat in 37 Jahren vier Eigentümerepochen durchlaufen: das EBU-Sky-Bündnis, die TF1-Ära, die Übernahme durch Discovery und die Fusion zu Warner Bros. Discovery. 2026 steht mit der Paramount-Übernahme der nächste Wechsel bevor. Für deutsche Zuschauer ändert sich vorerst wenig: Eurosport 1 bleibt frei empfangbar, die Olympia-Rechte sind bis 2032 gesichert. Ob die Marke Eurosport wie in Großbritannien dem Namen TNT Sports weicht, entscheidet der neue Eigentümer.