Wem gehört HBO? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört HBO

HBO, 1972 als „Home Box Office“ gestartet, ist der älteste Pay-TV-Sender der USA und mit Serien wie „Game of Thrones“ eine der wertvollsten Medienmarken der Welt. Eigentümer war seit 2022 der Konzern Warner Bros. Discovery (WBD). Nach einem fast einjährigen Bieterkampf mit Netflix übernahm Paramount Skydance WBD am 6. Oktober 2026 vollständig; der fusionierte Konzern firmiert seitdem als Skydance Corporation. Stand Oktober 2026 gehört HBO damit zur Skydance Corporation, die von der Familie Ellison kontrolliert wird und an der New Yorker Börse unter dem Kürzel SKYD notiert ist.

Key Takeaways

  • HBO gehört seit dem 6. Oktober 2026 zur Skydance Corporation (Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance).
  • Kaufpreis: 31 US-Dollar je WBD-Aktie, Gesamtvolumen inklusive Schulden rund 110 Milliarden US-Dollar.
  • Die Familie Ellison und RedBird Capital Partners halten die einzigen stimmberechtigten Aktien des neuen Konzerns.
  • Netflix hatte im Dezember 2025 einen Vertrag über das Studio- und Streaminggeschäft von WBD, zog sich aber im Februar 2026 zurück.
  • Die geplante Aufspaltung von WBD in „Warner Bros.“ (Streaming & Studios) und „Discovery Global“ wurde durch die Komplettübernahme hinfällig.
  • WBD erzielte 2025 einen Umsatz von 37,3 Milliarden US-Dollar und zählte Ende 2025 rund 131,6 Millionen Streaming-Abonnenten.
  • HBO Max, Paramount+ und Discovery+ sollen unter HBO-Chef Casey Bloys schrittweise zu einem Dienst zusammenwachsen.
NameHBO (Home Box Office)
Gegründet8. November 1972 (Sendestart in Wilkes-Barre, Pennsylvania)
Hauptsitz30 Hudson Yards, New York City
BranchePay-TV, Streaming, Serien- und Filmproduktion
Eigentümer / UnternehmenSkydance Corporation (NYSE: SKYD), seit 6. Oktober 2026; zuvor Warner Bros. Discovery (2022–2026)
Umsatz (Jahr)Warner Bros. Discovery: 37,3 Mrd. US-Dollar (2025)
MitarbeiterWarner Bros. Discovery: rund 35.500 (2025)
Einnahmequellen / VermögensbasisAbonnementgebühren (Kabel und HBO Max), Lizenzierung von Inhalten, Werbung im werbefinanzierten Streaming-Tarif

Geschichte und Herkunft

Die Idee zu HBO stammt vom Kabelpionier Charles Dolan, der mit dem Verlag Time Inc. ein werbefreies Bezahlfernsehen entwickelte. Am 8. November 1972 ging „Home Box Office“ in Wilkes-Barre (Pennsylvania) auf Sendung, 1973 übernahm Time Inc. den Sender komplett. Im September 1975 wurde HBO zum ersten landesweit per Satellit verbreiteten Fernsehdienst der USA; 1980 folgte der Schwesterkanal Cinemax.

Aus der Fusion von Time Inc. und Warner Communications entstand im Januar 1990 Time Warner. Am 14. Juni 2018 übernahm AT&T Time Warner (rund 108,7 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden) und nannte den Konzern WarnerMedia. Am 8. April 2022 fusionierte AT&T WarnerMedia mit Discovery, Inc. zu Warner Bros. Discovery, an der die AT&T-Aktionäre 71 Prozent und die Discovery-Aktionäre 29 Prozent hielten. HBO Max startete am 27. Mai 2020, wurde 2023 in „Max“ umbenannt und am 9. Juli 2025 wieder in HBO Max zurückbenannt.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört HBO? Eigentümerkette von der Familie Ellison über die Skydance Corporation und Warner Bros. Discovery bis zur Marke HBO 2026
Wem gehört HBO? Eigentümer und Struktur 2026 2

Stand Oktober 2026 ist HBO eine Marke der Skydance Corporation. Diese entstand, als Paramount Skydance am 6. Oktober 2026 die Übernahme von Warner Bros. Discovery vollzog und sich in „Skydance Corporation“ umbenannte. WBD wurde zur hundertprozentigen Tochter, die WBD-Aktionäre erhielten 31 US-Dollar je Aktie in bar. Die Class-B-Aktien des neuen Konzerns werden an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel SKYD gehandelt.

Die Kontrolle liegt bei der Familie Ellison. David Ellison, Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison, hatte am 7. August 2025 zunächst Skydance Media mit Paramount Global fusioniert. Vor der WBD-Übernahme hielten David und Larry Ellison 47,2 Prozent aller Aktien von Paramount Skydance und 77,5 Prozent der Stimmrechte; RedBird Capital Partners kam auf 13 Prozent der Aktien und 22,5 Prozent der Stimmrechte, 39,8 Prozent lagen im Streubesitz. Auch nach der Übernahme halten die Ellisons und RedBird die einzigen stimmberechtigten Class-A-Aktien. Laut „Wall Street Journal“ steuerten Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und den Emiraten rund 24 Milliarden US-Dollar bei – ausschließlich über stimmrechtslose Anteile; hinzu kommen besicherte Kredite von rund 44,5 Milliarden US-Dollar.

An der Konzernspitze stehen David Ellison und der frühere Mattel-Chef Ynon Kreiz als Co-CEOs. HBO wird weiter von Casey Bloys geführt, der zusätzlich Co-Vorsitzender und Chief Content Officer der Streaming-Einheit „Skydance DTC“ ist.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Bieterkampf und Übernahme

Im Juni 2025 hatte WBD-Chef David Zaslav noch verkündet, den Konzern bis Mitte 2026 in „Warner Bros.“ (Studios, HBO, HBO Max) und „Discovery Global“ (Kabelsender wie CNN und TNT) aufzuteilen. Ab September 2025 legte Paramount Skydance jedoch mehrere Angebote vor, zuletzt 23,50 US-Dollar je Aktie; WBD lehnte ab und startete einen Verkaufsprozess.

Am 4. Dezember 2025 unterzeichnete Netflix einen Vertrag über das Studio- und Streaminggeschäft zu 27,75 US-Dollar je Aktie (Unternehmenswert 82,7 Milliarden US-Dollar). Vier Tage später bot Paramount Skydance feindlich 30 US-Dollar je Aktie in bar für den gesamten Konzern, erhöhte im Februar 2026 auf 31 US-Dollar und übernahm die Abstandszahlung von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix. Netflix verzichtete am 26. Februar 2026 auf eine Nachbesserung; die WBD-Aktionäre stimmten am 23. April 2026 zu.

Das US-Justizministerium gab die Übernahme am 12. Juni 2026 frei, die EU-Kommission am 22. Juli 2026. Im Juli 2026 klagten Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten; erst ein am 30. September 2026 gerichtlich genehmigter Vergleich machte den Weg frei. Skydance verpflichtete sich darin zu mindestens 30 Kinofilmen pro Jahr, zusätzlichen 1,5 Milliarden US-Dollar für die Filmproduktion über fünf Jahre und einem Gremium zum Schutz der redaktionellen Unabhängigkeit von CNN und CBS News. Am 6. Oktober 2026 wurde die Übernahme abgeschlossen.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

HBO verdient sein Geld mit Abonnementgebühren – über Kabelanbieter und über HBO Max – sowie mit der Lizenzierung von Serien und Filmen. Eigene Geschäftszahlen veröffentlicht HBO nicht. Warner Bros. Discovery setzte 2025 37,3 Milliarden US-Dollar um (lineare Sender 17,7, Studios 12,6, Streaming 10,9 Milliarden). Der Nettogewinn lag bei 727 Millionen US-Dollar, die Bruttoschulden Ende 2025 bei 33,5 Milliarden US-Dollar.

Ende 2025 zählte WBD 131,6 Millionen Streaming-Abonnenten, im ersten Quartal 2026 mehr als 140 Millionen; Ziel bis Jahresende 2026 waren über 150 Millionen. Am 13. Januar 2026 startete HBO Max in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Tarifen von 5,99 bis 16,99 Euro pro Monat; die Exklusivpartnerschaft mit Sky endete. Skydance kommt nach eigenen Angaben auf nahezu 70 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. HBO Max, Paramount+ und Discovery+ sollen „mit der Zeit zu einem einzigen Dienst“ verschmelzen; Name und Zeitplan stehen noch nicht fest. David Ellison hatte im Februar 2026 zugesichert, HBO als eigenständige Marke mit kreativer Unabhängigkeit zu erhalten.

FAQ

Wem gehört HBO aktuell? Seit dem 6. Oktober 2026 der Skydance Corporation, die von der Familie Ellison und RedBird Capital Partners kontrolliert wird.

Hat Netflix HBO gekauft? Nein. Netflix hatte im Dezember 2025 einen Vertrag über das Studio- und Streaminggeschäft von WBD, überbot das höhere Paramount-Angebot im Februar 2026 aber nicht.

Kommt die Aufspaltung von WBD noch? Nein. Die für 2026 geplante Trennung in „Warner Bros.“ und „Discovery Global“ ist durch die Komplettübernahme gegenstandslos.

Wird HBO Max abgeschaltet? Skydance will HBO Max, Paramount+ und Discovery+ mit der Zeit zu einem Dienst zusammenführen; Name und Termin stehen noch nicht fest. Die Marke HBO soll erhalten bleiben.

Wo kann man HBO in Deutschland sehen? Seit dem 13. Januar 2026 direkt über HBO Max, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab 5,99 Euro pro Monat angeboten wird.

Fazit

HBO hat in gut fünf Jahrzehnten fünf Eigentümer erlebt – Time Inc., Time Warner, AT&T, Warner Bros. Discovery und nun die Skydance Corporation. Seit der rund 110 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme am 6. Oktober 2026 liegt die Kontrolle bei einer Unternehmerfamilie: Die Ellisons halten mit RedBird Capital alle stimmberechtigten Aktien.

Offen bleibt, wie Skydance die Dienste HBO Max, Paramount+ und Discovery+ zusammenführt und ob die zugesagte kreative Unabhängigkeit von HBO Bestand hat. Klar ist: Die Marke HBO ist der wertvollste Baustein des neuen Medienriesen.