Wem gehört H&M? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört H&M

H&M ist seit 1974 börsennotiert, doch die Frage „Wem gehört H&M?“ hat 2026 eine klare Antwort: der Gründerfamilie Persson. Über ihre Holding Ramsbury Invest AB hielt sie zum 30. November 2025 65,7 Prozent des Kapitals und 83,7 Prozent der Stimmrechte der Hennes & Mauritz AB – und kauft weiter zu. Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Konzern mit H&M, COS, Weekday, & Other Stories und Arket 228,3 Milliarden Schwedische Kronen um. CEO ist seit Januar 2024 Daniel Ervér, den Verwaltungsrat leitet Karl-Johan Persson, Enkel des Gründers.

Key Takeaways

  • H&M (Hennes & Mauritz AB) ist ein börsennotierter Modekonzern aus Stockholm, kontrolliert von der Gründerfamilie Persson.
  • Ramsbury Invest (Stefan Persson und Familie): 65,7 Prozent des Kapitals und 83,7 Prozent der Stimmen zum 30. November 2025; im Oktober 2026 rund 69 bzw. 85 Prozent.
  • Alle 194,4 Millionen A-Aktien mit je zehn Stimmen liegen bei Ramsbury Invest; B-Aktien haben eine Stimme.
  • Zweitgrößte Aktionärin ist Lottie Tham, Stefan Perssons Schwester, mit rund 5,6 Prozent; der Rest ist Streubesitz von rund 200.000 Aktionären.
  • Geschäftsjahr 2025: Umsatz 228,3 Mrd. SEK, operatives Ergebnis 18,4 Mrd. SEK, 4.101 Filialen in 81 Märkten.
  • Die stetigen Aktienkäufe nähren Spekulationen über einen Börsenrückzug, den die Familie bisher verneint.
NameH & M Hennes & Mauritz AB (publ), Marke „H&M“
Gegründet1947 in Västerås (Schweden) durch Erling Persson als „Hennes“
HauptsitzStockholm, Schweden
BrancheModeeinzelhandel (stationär und online)
EigentümerFamilie Persson über Ramsbury Invest AB (65,7 % Kapital, 83,7 % Stimmen zum 30.11.2025); Rest Streubesitz
Umsatz (Geschäftsjahr 2025)228,3 Mrd. SEK (Vorjahr 234,5 Mrd. SEK)
Mitarbeiterrund 132.000 Beschäftigte, 94.744 Vollzeitäquivalente (2025)
Einnahmequellen / VermögensbasisModeverkauf über 4.101 Filialen in 81 Märkten und Onlineshops in 61 Märkten

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von H&M beginnt 1947 in Västerås, wo Erling Persson das Damenbekleidungsgeschäft „Hennes“ (schwedisch für „ihres“) eröffnete. 1964 folgte die erste Filiale in Norwegen, 1968 übernahm Persson den Stockholmer Herrenausstatter Mauritz Widforss – seither heißt das Unternehmen Hennes & Mauritz.

1974 folgte der Börsengang in Stockholm, danach die Expansion durch Europa, in die USA und nach Asien. 1982 übergab Erling Persson die Führung an seinen Sohn Stefan Persson, der bis 1998 CEO war und bis Mai 2020 den Verwaltungsrat führte. Dessen Sohn Karl-Johan Persson war von 2009 bis 2020 CEO und übernahm 2020 den Verwaltungsratsvorsitz; es folgten Helena Helmersson (2020 bis 2024) und seit Januar 2024 Daniel Ervér. Parallel wuchs das Markenportfolio: COS startete 2007, Arket 2017. 2022 zog sich H&M nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus Russland zurück.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört H&M? Eigentümerkette von der Familie Persson über Ramsbury Invest bis zur Hennes & Mauritz AB und ihren Marken 2026
Wem gehört H&M? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die B-Aktien der Hennes & Mauritz AB werden an der Nasdaq Stockholm gehandelt. Seit Mai 2026 besteht das Kapital aus 1.598.873.003 Aktien, davon 194.400.000 A-Aktien mit je zehn Stimmen und 1.404.473.003 B-Aktien mit je einer Stimme. Sämtliche A-Aktien liegen bei der Ramsbury Invest AB, der Holding der Familie Persson – allein daraus ergeben sich 58 Prozent aller Stimmrechte.

Mit ihren B-Aktien hielten Stefan Persson und Familie laut Geschäftsbericht zum 30. November 2025 65,7 Prozent des Kapitals und 83,7 Prozent der Stimmen. Seitdem kaufte Ramsbury weiter: bis Ende August 2026 laut Reuters 36,8 Millionen Aktien, Anfang Oktober 2026 weitere 1,8 Millionen B-Aktien für rund 291 Millionen Kronen. Der Datendienst Holdings bezifferte den Familienanteil zum 2. Oktober 2026 auf 68,9 Prozent des Kapitals und 85,1 Prozent der Stimmen. Anfang 2021 waren es 49,5 Prozent, 2016 rund 35 Prozent des Kapitals.

Zweitgrößte Einzelaktionärin ist Lottie Tham, Stefan Perssons Schwester, mit rund 5,6 Prozent. Der Streubesitz von knapp 30 Prozent verteilt sich auf rund 200.000 Aktionäre; die größten institutionellen Anleger wie AMF, Handelsbanken, AP4, Vanguard und BlackRock halten jeweils nur zwischen 0,7 und 1,8 Prozent.

Die stetigen Käufe werfen die Frage auf, ob die Familie H&M von der Börse nehmen will – ab 90 Prozent könnte sie nach schwedischem Recht die übrigen Aktionäre herausdrängen. Karl-Johan Persson erklärte 2024 gegenüber Bloomberg, es gebe keine solchen Pläne; Ramsbury Invest bezeichnet die Familie als langfristige Eigentümerin.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Geschäftsjahr 2025 (Dezember 2024 bis November 2025) sank der Umsatz in Kronen um knapp 3 Prozent auf 228,3 Milliarden SEK, in lokalen Währungen legte er um 2 Prozent zu. Das operative Ergebnis stieg dennoch von 17,3 auf 18,4 Milliarden SEK, die Marge von 7,4 auf 8,1 Prozent, der Gewinn nach Steuern auf 12,1 Milliarden SEK. Die Dividende soll von 6,80 auf 7,10 SEK je Aktie steigen.

2026 setzt sich das Muster „wenig Wachstum, mehr Marge“ fort: In den ersten neun Monaten (Dezember 2025 bis August 2026) blieb der Umsatz in lokalen Währungen stabil (161,6 Milliarden SEK), das operative Ergebnis stieg auf 13,5 Milliarden SEK; im dritten Quartal lag die operative Marge bei 10,6 Prozent. Das Filialnetz schrumpft gezielt: Ende November 2025 gab es 4.101 Geschäfte, davon 3.660 unter der Marke H&M – 2019 waren es noch über 5.000. Monki wurde 2025 in Weekday integriert.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

H&M verkauft Mode, Accessoires, Kosmetik und Wohnartikel im unteren und mittleren Preissegment und lässt bei unabhängigen Lieferanten produzieren. Rund 30 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Onlinehandel in 61 Märkten. Zur Hauptmarke gehören H&M Home, H&M Move und H&M Beauty; im höheren Preissegment stehen COS, Arket und & Other Stories, dazu kommen Weekday, Monki, Cheap Monday, Singular Society und Sellpy.

Weitere Kennzahlen 2025: Bruttomarge 53,4 Prozent, Ergebnis je Aktie 7,58 SEK, rund 132.000 Beschäftigte. Für die Familie Persson ist H&M vor allem eine Dividendenquelle: Ein Großteil der Zukäufe wurde laut Fortune aus reinvestierten Ausschüttungen finanziert.

Die Menschen hinter H&M

Stefan Persson, geboren 1947 in Stockholm, prägte H&M über vier Jahrzehnte als CEO und Verwaltungsratschef. Forbes und Bloomberg führen ihn als reichsten Schweden in ihren Milliardärslisten; uamr.de nennt dazu keine Beträge, da offizielle Zahlen fehlen. Seine Vermögensbasis ist die H&M-Beteiligung über Ramsbury Invest; die Holding investiert daneben in Immobilien in London, Paris und Stockholm.

Sein Sohn Karl-Johan Persson, Jahrgang 1975, war von 2009 bis 2020 CEO und ist seit Mai 2020 Verwaltungsratsvorsitzender. Zur Familie gehören außerdem seine Geschwister Charlotte Söderström und Tom Persson sowie Stefan Perssons Schwester Lottie Tham. Das Tagesgeschäft führt seit Januar 2024 Daniel Ervér.

FAQ

Wem gehört H&M heute? Der Gründerfamilie Persson über ihre Holding Ramsbury Invest AB: Ende 2025 mit 65,7 Prozent des Kapitals und 83,7 Prozent der Stimmen, im Oktober 2026 mit rund 69 bzw. 85 Prozent.

Ist H&M ein Familienunternehmen oder eine Aktiengesellschaft? Beides: H&M ist seit 1974 börsennotiert, wird aber dank der Mehrheit der Familie Persson und der stimmrechtsstarken A-Aktien wie ein Familienunternehmen geführt.

Welche Marken gehören zu H&M? Neben H&M gehören COS, Weekday, Monki, Cheap Monday, & Other Stories, Arket, Singular Society und Sellpy zum Konzern.

Wer ist CEO von H&M? Seit Januar 2024 Daniel Ervér. Verwaltungsratsvorsitzender ist Karl-Johan Persson, von 2009 bis 2020 selbst CEO.

Will die Familie Persson H&M von der Börse nehmen? Offiziell nein, Karl-Johan Persson hat solche Pläne verneint. Weil der Anteil stetig steigt, spekulieren Analysten dennoch über ein Delisting ab der 90-Prozent-Schwelle.

Fazit

Wem gehört H&M? 2026 lautet die Antwort eindeutig: der Familie Persson. Mit über zwei Dritteln des Kapitals und rund 85 Prozent der Stimmen über Ramsbury Invest ist der Modekonzern trotz Börsennotierung fest in Familienhand – und die Zukäufe gehen weiter. Für Anleger bedeutet das stabile Verhältnisse, aber wenig Einfluss und die Unsicherheit, ob H&M irgendwann ganz von der Börse verschwindet.

Operativ arbeitet der Konzern unter Daniel Ervér an höherer Profitabilität bei stagnierendem Umsatz. Ob daraus wieder Wachstum wird, entscheidet der Wettbewerb mit Inditex und Shein – die Eigentümerfrage ist längst entschieden.