Die flatexDEGIRO SE mit Sitz in Frankfurt am Main ist einer der größten Online-Broker Europas: Ende 2025 führte sie rund 3,5 Millionen Kundenkonten, wickelte 75,3 Millionen Transaktionen ab und erzielte 559,8 Mio. Euro Umsatz. Größter Aktionär ist Gründer Bernd Förtsch mit direkt und indirekt 18,35 Prozent der Aktien. Der überwiegende Teil liegt im Streubesitz, darunter mehrere internationale Fondsgesellschaften mit je drei bis fünf Prozent. Seit Dezember 2025 firmiert die frühere flatexDEGIRO AG als Europäische Gesellschaft (SE).
Key Takeaways
- Gründer Bernd Förtsch ist mit 18,35 Prozent (Stand 31. Dezember 2025) größter Aktionär – überwiegend über die GfBk Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH und die Heliad AG.
- Rund 2,8 Prozent der Aktien hält das Unternehmen selbst; der Rest befindet sich im Streubesitz.
- BlackRock, Morgan Stanley, Amundi, BNP Paribas Asset Management, American Century und UBS haben Stimmrechtsanteile zwischen 3 und 5 Prozent gemeldet.
- 2025 stieg der Umsatz um 16,6 Prozent auf 559,8 Mio. Euro, das Konzernergebnis um 43,8 Prozent auf 160,4 Mio. Euro.
- Seit 1. Oktober 2024 führt Oliver Behrens das Unternehmen; Vorgänger Frank Niehage trat im April 2024 nach Kritik von Förtsch zurück.
- Seit März 2025 im MDAX, seit Dezember 2025 als SE: Für 2026 erwartet der Vorstand rund 650 Mio. Euro Umsatz und ein Konzernergebnis von 200 bis 230 Mio. Euro.
| Name | flatexDEGIRO SE (bis Dezember 2025: flatexDEGIRO AG) |
|---|---|
| Gegründet | 1999 als PRE.IPO AG; Marke Flatex seit 2006 |
| Sitz | Frankfurt am Main |
| Branche | Online-Brokerage (Marken flatex und DEGIRO) |
| Eigentümer | Bernd Förtsch 18,35 % (direkt sowie über GfBk und Heliad AG); ca. 2,8 % eigene Aktien; Rest Streubesitz (Stand Ende 2025) |
| Umsatz/Mitarbeiter | 559,8 Mio. Euro Umsatz, 160,4 Mio. Euro Konzernergebnis, durchschnittlich 1.210 Mitarbeiter (2025) |
Eigentümerstruktur im Detail

Das Grundkapital ist in 110.134.548 Namensaktien eingeteilt (ISIN DE000FTG1111). Nach dem Aktienrückkauf 2024/2025 hält das Unternehmen 3.136.243 eigene Aktien, rund 2,8 Prozent.
Größter Einzelaktionär ist der Kulmbacher Unternehmer Bernd Förtsch, der den Broker 1999 gründete. Laut Geschäftsbericht 2025 hielt er zum 31. Dezember 2025 direkt und indirekt 18,35 Prozent der Aktien, das sind 20.212.968 Stück. Die Beteiligung läuft über die GfBk Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH, die Heliad AG, an der Förtsch die Mehrheit hält, sowie einen kleinen Direktbestand. In der Stimmrechtsmitteilung vom Oktober 2023 entfielen 13,08 Prozent auf die GfBk; im Oktober 2025 meldete die GfBk den Verkauf eines Aktienpakets, die aktuelle Aufteilung weist das Unternehmen nicht gesondert aus.
Weitere Großaktionäre mit zweistelligen Anteilen gibt es nicht. Die Investor-Relations-Seite listet institutionelle Investoren in der Meldeschwelle von 3 bis 5 Prozent: BlackRock (Meldung Juli 2025), Morgan Stanley (Februar 2026), Amundi (Juli 2026), American Century (August 2026), UBS Group (September 2026) und BNP Paribas Asset Management (Oktober 2026). Exakte Werte innerhalb dieser Schwelle sind nicht meldepflichtig. Der gesamte Rest liegt im Streubesitz.
Die 2024 häufig zitierte Aufstellung mit GfBk 13,1 Prozent, KipEi B.V. 6,0 Prozent und 74,8 Prozent Streubesitz stammt vom März 2024 und ist überholt; KipEi B.V. taucht in der aktuellen Übersicht nicht mehr auf.
Förtsch sitzt außerdem im Aufsichtsrat und wurde auf der Hauptversammlung am 2. Juni 2025 wiedergewählt; den Vorsitz übernahm damals Hans-Hermann Lotter.
Geschichte und Herkunft
1999 gründete Bernd Förtsch die PRE.IPO AG. 2006 ging der Online-Broker unter der Marke Flatex an den Start, der Name steht für pauschale Ordergebühren („flat execution“). Im Sommer 2009 folgte der Börsengang als Flatex AG. Von 2014 bis August 2019 hieß das Unternehmen FinTech Group AG. 2015 übernahm es die Mehrheit an der XCOM AG; mit ihr kam die heutige flatexDEGIRO Bank AG in den Konzern, die Verschmelzung wurde am 31. August 2017 vollzogen.
Im Dezember 2019 kündigte Flatex den Kauf des niederländischen Brokers DEGIRO für rund 250 Mio. Euro an; die Transaktion wurde Ende Juli 2020 abgeschlossen, im Oktober 2020 folgte die Umfirmierung in flatexDEGIRO AG. Im selben Monat wechselte die Aktie in den Prime Standard, Ende 2020 in den SDAX und am 24. März 2025 in den MDAX.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
flatexDEGIRO betreibt mit den Marken flatex und DEGIRO Online-Brokerage für Privatanleger in 16 europäischen Ländern. Die Erträge stammen aus Provisionen für Wertpapiertransaktionen (2025: 368,7 Mio. Euro) sowie aus Zinserträgen auf Kundeneinlagen und Wertpapierkredite (173,2 Mio. Euro). Seit Januar 2025 gibt es Kryptohandel, seit Oktober 2025 Wertpapierleihe.
Der Umsatz wuchs von 390,7 Mio. Euro (2023) über 480,0 Mio. Euro (2024) auf 559,8 Mio. Euro (2025). Das Konzernergebnis stieg 2025 um 43,8 Prozent auf 160,4 Mio. Euro, das EBITDA auf 267,7 Mio. Euro. Die Kundenkonten kletterten von 3,1 Millionen (Ende 2024) auf 3,5 Millionen (Ende 2025), die Transaktionen von 63,0 auf 75,3 Millionen, das verwahrte Kundenvermögen auf 95,5 Mrd. Euro. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der Konzern 1.210 Mitarbeiter. Künftig sollen jährlich 20 Prozent des Konzernergebnisses als Dividende fließen – für 2025 etwa 0,30 Euro je Aktie nach 0,04 Euro im Vorjahr.
Führungswechsel und Aufsicht
Im September 2022 ordnete die BaFin zusätzliche Eigenmittelanforderungen an, im Februar 2023 verhängte sie gegen die flatexDEGIRO Bank AG ein Bußgeld von 1,05 Mio. Euro wegen Mängeln in Kontrollsystem und Geldwäscheprävention. Im Frühjahr 2024 kritisierte Förtsch das Management öffentlich; CEO Frank Niehage trat im April 2024 zurück, auf der Hauptversammlung im Juni 2024 verweigerten die Aktionäre ihm und Aufsichtsratschef Martin Korbmacher die Entlastung.
Finanzvorstand Benon Janos und Technikvorstand Stephan Simmang führten das Unternehmen übergangsweise. Zum 1. Oktober 2024 übernahm Oliver Behrens, zuvor Chef von Morgan Stanley Europe, den Vorstandsvorsitz. Janos wurde stellvertretender CEO; Personalvorständin ist Christiane Strubel.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Hauptversammlung am 2. Juni 2025 schuf die Voraussetzungen für den Rechtsformwechsel; die Umwandlung in eine SE wurde zum 29. Dezember 2025 wirksam, die Aktionärsstruktur änderte sich dadurch nicht. Im April 2026 verhängte die BaFin gegen die flatexDEGIRO SE ein Bußgeld von 1 Mio. Euro wegen verspäteter Veröffentlichung von Insiderinformationen.
2026 wuchs das Geschäft weiter: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 26,0 Prozent auf 166,5 Mio. Euro, das Konzernergebnis um 55,1 Prozent auf 61,3 Mio. Euro. Ende Juni 2026 zählte flatexDEGIRO 3,66 Millionen Kundenkonten und verwahrte 108,8 Mrd. Euro Kundenvermögen. Der Vorstand will die für 2027 gesetzten Ziele schon 2026 erreichen und erwartet rund 650 Mio. Euro Umsatz sowie 200 bis 230 Mio. Euro Konzernergebnis; neue Mittelfristziele sollen im Februar 2027 folgen.
FAQ
Wem gehört Flatex?
Die flatexDEGIRO SE ist börsennotiert. Größter Anteilseigner ist Gründer Bernd Förtsch mit 18,35 Prozent (Stand Ende 2025), rund 2,8 Prozent hält das Unternehmen selbst, der Rest liegt im Streubesitz.
Wer ist Bernd Förtsch?
Der 1962 in Kulmbach geborene Unternehmer gründete 1999 die PRE.IPO AG, aus der Flatex hervorging. Er ist zudem Eigentümer der Börsenmedien AG („Der Aktionär“) und sitzt im Aufsichtsrat von flatexDEGIRO.
Welche institutionellen Investoren sind beteiligt?
BlackRock, Morgan Stanley, Amundi, American Century, UBS Group und BNP Paribas Asset Management haben jeweils Stimmrechtsanteile zwischen 3 und 5 Prozent gemeldet.
Ist Flatex eine Bank?
Ja, die Konzerngesellschaft flatexDEGIRO Bank AG ist ein deutsches Kreditinstitut unter BaFin-Aufsicht.
Wer führt flatexDEGIRO?
Vorstandsvorsitzender ist seit 1. Oktober 2024 Oliver Behrens. Benon Janos ist stellvertretender CEO und Finanzvorstand, Stephan Simmang Technikvorstand, Christiane Strubel Personalvorständin.
Fazit
flatexDEGIRO ist eine Publikumsgesellschaft mit einem prägenden Ankeraktionär: Bernd Förtsch hält mit 18,35 Prozent keine Mehrheit, wirkt aber als Gründer, größter Aktionär und Aufsichtsratsmitglied weiter auf die Strategie ein. Rund vier Fünftel der Aktien liegen im Streubesitz, darunter mehrere globale Fondsgesellschaften. Nach dem Rekordjahr 2025 und der angehobenen Prognose für 2026 steht der Broker operativ so stark da wie nie.
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