Wem gehört Citroën? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Citroën?

Citroën gehört seit dem 16. Januar 2021 zum Automobilkonzern Stellantis N.V., der aus der Fusion der Groupe PSA mit Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hervorging. Die Marke ist keine eigenständige Gesellschaft mehr, sondern eine von 14 Konzernmarken. Größte Aktionäre von Stellantis sind die Agnelli-Holding Exor, die Peugeot-Familienholding Établissements Peugeot Frères und die französische Staatsbank Bpifrance; der Großteil der Aktien liegt im Streubesitz. Stand 2026 führt Xavier Chardon die Marke, an der Konzernspitze steht seit Juni 2025 Antonio Filosa.

Key Takeaways

  • Citroën ist seit Januar 2021 eine Marke des Konzerns Stellantis N.V. mit Sitz im niederländischen Hoofddorp.
  • Gegründet wurde das Unternehmen 1919 in Paris von dem Industriellen André Citroën.
  • Nach der Insolvenz Ende 1934 übernahm der Reifenhersteller Michelin als größter Gläubiger die Kontrolle.
  • 1974 stieg Peugeot mit 38,2 Prozent ein und hielt ab April 1976 89,95 Prozent; daraus entstand PSA Peugeot Citroën.
  • Laut Geschäftsbericht 2024 halten Exor 15,52 Prozent, Établissements Peugeot Frères 7,74 Prozent und Bpifrance 6,65 Prozent der Stellantis-Aktien.
  • Stellantis erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 153,5 Milliarden Euro und wies erstmals einen Jahresverlust aus (22,3 Milliarden Euro).
  • Citroën verkaufte im ersten Halbjahr 2026 weltweit 373.700 Fahrzeuge (plus 4,4 Prozent); ein elektrischer 2CV ist für 2028 angekündigt.
NameCitroën (Marke von Stellantis N.V.)
Gegründet1919 in Paris durch André Citroën
SitzPoissy bei Paris (Marke); Hoofddorp, Niederlande (Konzern Stellantis)
BrancheAutomobilhersteller (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge)
EigentümerStellantis N.V. (100 Prozent); Kernaktionäre Exor, Établissements Peugeot Frères, Bpifrance
UmsatzKonzern Stellantis: 153,5 Milliarden Euro (2025), 156,9 Milliarden Euro (2024)
MitarbeiterKonzern Stellantis: 248.243 (Ende 2024, laut Geschäftsbericht)
VermögensbasisMarkenrechte, Werke und Modellpalette im Stellantis-Konzern; Familien Agnelli und Peugeot über Beteiligungsholdings

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln der Marke liegen im Getriebebau: André Citroën hatte um 1900 ein Patent für pfeilverzahnte Zahnräder erworben, deren Form bis heute das Doppelwinkel-Logo prägt. 1919 rollte in seiner Pariser Fabrik am Quai de Javel der Citroën Typ A vom Band, nach Angaben der deutschen Wikipedia das erste in Großserie gefertigte Automobil Europas.

Die hohen Entwicklungskosten des Traction Avant mit Frontantrieb und selbsttragender Ganzstahlkarosserie trieben die Firma in der Weltwirtschaftskrise in die Zahlungsunfähigkeit. Im Dezember 1934 meldete Citroën Insolvenz an, und Michelin, bereits größter Gläubiger, übernahm als Hauptaktionär die Kontrolle. André Citroën starb im Juli 1935. Unter Michelin entstanden der 2CV (1948) und die DS (1955).

In den 1970er Jahren geriet Citroën erneut in Schieflage. Im Dezember 1974 übernahm Peugeot S.A. 38,2 Prozent der Anteile und stockte bis April 1976 auf 89,95 Prozent auf. Daraus ging die Holding PSA Peugeot Citroën hervor, die später als Groupe PSA firmierte und 2017 auch Opel kaufte. Die Premiumlinie DS wurde 2015 als eigene Marke aus Citroën herausgelöst.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Citroën? Eigentümerstruktur mit Stellantis, Exor, Familie Peugeot und Bpifrance 2026
Wem gehört Citroën? Eigentümer und Struktur 2026 2

Am 16. Januar 2021 wurde die Fusion von Groupe PSA und Fiat Chrysler Automobiles vollzogen. Seither ist Stellantis N.V. mit Sitz in Hoofddorp bei Amsterdam die Muttergesellschaft von Citroën; die Aktie wird in Mailand, Paris und New York gehandelt. Citroën tritt im Konzern als Marke mit eigenem Markenchef auf.

Laut dem Geschäftsbericht 2024 von Stellantis (Stichtag 25. Februar 2025) hielt Exor N.V., die Holding der italienischen Familie Agnelli-Elkann, 15,52 Prozent der Stammaktien. Die Établissements Peugeot Frères (EPF), die Holding der Familie Peugeot, kamen auf 7,74 Prozent, die staatliche Bpifrance Participations auf 6,65 Prozent. Der Vermögensverwalter BlackRock lag mit 3,34 Prozent knapp über der Meldeschwelle. Rund 70 Prozent der Aktien befinden sich damit im Streubesitz.

Bei den Stimmrechten wiegen die Kernaktionäre schwerer, weil Stellantis langjährigen Aktionären ein doppeltes Stimmrecht einräumt: Exor kam so auf 23,89 Prozent, EPF auf 11,92 Prozent und Bpifrance auf 10,24 Prozent der Stimmen. Die börsennotierte Peugeot Invest gab ihren Stellantis-Anteil zum 31. Dezember 2025 mit 7,7 Prozent an. John Elkann von Exor führt den Verwaltungsrat, Robert Peugeot ist sein Stellvertreter. Der chinesische Hersteller Dongfeng, einst PSA-Großaktionär, taucht in der Aktionärsliste des Geschäftsberichts 2024 nicht mehr auf.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

An der Konzernspitze gab es einen Wechsel: Carlos Tavares, der Architekt der Fusion, trat am 1. Dezember 2024 zurück. Am 28. Mai 2025 ernannte der Verwaltungsrat den 1973 geborenen Italiener Antonio Filosa, zuvor Jeep-Chef und Nordamerika-Verantwortlicher, zum neuen Vorstandschef; er übernahm am 23. Juni 2025. Bei Citroën löste Xavier Chardon, ehemals Chef von Volkswagen Group France, im Juni 2025 den bisherigen Markenchef Thierry Koskas ab.

Finanziell war 2025 das schwierigste Jahr seit der Fusion. Wie Stellantis am 26. Februar 2026 mitteilte, sank der Nettoumsatz um 2 Prozent auf 153,5 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis rutschte mit minus 842 Millionen Euro ins Minus. Wertberichtigungen und Restrukturierungslasten von rund 22 Milliarden Euro, vor allem wegen der Abkehr von der reinen Elektrostrategie, führten zu einem Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro, dem ersten Jahresverlust der Konzerngeschichte. Filosa räumte ein, man habe das Tempo der Energiewende überschätzt; die Dividende wurde ausgesetzt. Für 2026 erwartet das Management ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Marke Citroën entwickelte sich dagegen positiv. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte sie weltweit 373.700 Fahrzeuge (plus 4,4 Prozent); in Europa stiegen die Zulassungen um 8 Prozent auf einen Marktanteil von 3,4 Prozent. Die Bestellungen vollelektrischer Modelle verdoppelten sich nahezu, jede dritte Bestellung entfiel auf ein Elektroauto. In Deutschland verdreifachte sich der Absatz des ë-C3, in Indien wuchs die Marke um 107 Prozent.

Treiber sind die erneuerte Modellpalette mit C3, C3 Aircross, C4 und dem neuen C5 Aircross. Im Juni 2026 kündigte Chardon zudem eine Neuauflage des 2CV für 2028 an: elektrisch, in Europa gefertigt und mit einem Zielpreis unter 15.000 Euro. Die Strategie beschreibt er als Rückbesinnung auf die Markenwurzeln: „französisch, nah an den Menschen, bezahlbar, kreativ und komfortorientiert“.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Citroën positioniert sich im Stellantis-Portfolio als Volumenmarke für bezahlbare Mobilität, während Peugeot etwas höher angesiedelt ist und DS das Premiumsegment bedient. Die Fahrzeuge entstehen auf Konzernplattformen, die mit Peugeot, Opel und Fiat geteilt werden. Der Marktanteil liegt in Frankreich mit 8,4 Prozent am höchsten, in Deutschland bei rund 2 Prozent (jeweils erstes Halbjahr 2026).

Eigene Umsatz- oder Gewinnzahlen für die Marke weist der Konzern nicht aus. Als Referenz dient das Konzernjahr 2024 mit 156,9 Milliarden Euro Nettoumsatz und 5,5 Milliarden Euro Nettogewinn.

Die Eigentümerfamilien: Einnahmequellen und Vermögensbasis

Hinter den beiden größten Aktionären stehen zwei europäische Industriellenfamilien. Die Familie Agnelli-Elkann kontrolliert über Exor neben Stellantis unter anderem Ferrari und CNH Industrial. Die Familie Peugeot hält ihre Anteile seit Generationen über die Établissements Peugeot Frères und Peugeot Invest. Beide beziehen ihre Einnahmen aus Dividenden und der Wertentwicklung dieser Beteiligungen; der Dividendenausfall für 2025 trifft sie daher direkt.

Offizielle Angaben zum Privatvermögen einzelner Familienmitglieder existieren nicht; uamr.de nennt daher keine Beträge. Belegt ist allein die Struktur: Beteiligungsgesellschaften als Ankeraktionäre, ergänzt um den französischen Staat über Bpifrance.

FAQ

Wem gehört Citroën heute? Citroën gehört zu 100 Prozent dem Konzern Stellantis N.V., der im Januar 2021 aus Groupe PSA und Fiat Chrysler Automobiles entstand. Größte Aktionäre von Stellantis sind Exor, Établissements Peugeot Frères und Bpifrance.

Wer hat Citroën gegründet? André Citroën gründete das Unternehmen 1919 in Paris. Nach der Insolvenz 1934 ging die Kontrolle an Michelin, 1974 bis 1976 übernahm Peugeot.

Wer leitet Citroën und Stellantis? Markenchef von Citroën ist seit Juni 2025 Xavier Chardon. Stellantis-Vorstandschef ist seit dem 23. Juni 2025 Antonio Filosa, Verwaltungsratsvorsitzender ist John Elkann.

Wie viel Umsatz macht Citroën? Stellantis weist keine Umsätze je Marke aus. Der Konzern erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 153,5 Milliarden Euro, nach 156,9 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Gehört DS noch zu Citroën? Nein. DS Automobiles wurde 2015 aus Citroën herausgelöst und ist seither eine eigenständige Premiummarke innerhalb des Konzerns.

Fazit

Citroën hat in gut hundert Jahren drei Eigentümerwechsel erlebt: vom Gründer zu Michelin, von Michelin zu Peugeot und schließlich in den Mehrmarkenkonzern Stellantis. Die Kontrolle liegt heute bei einem Aktionärskreis aus der Familie Agnelli-Elkann, der Familie Peugeot und dem französischen Staat, während der Großteil der Aktien im Streubesitz gehandelt wird. Trotz des Rekordverlusts des Mutterkonzerns 2025 zählt Citroën mit steigenden Absatzzahlen und dem angekündigten Elektro-2CV Stand 2026 zu den wachsenden Marken im Stellantis-Verbund.