Wem gehört Chrysler? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Chrysler?

Chrysler gehört seit dem 16. Januar 2021 zum Automobilkonzern Stellantis N.V. mit Sitz in Hoofddorp bei Amsterdam. Größte Aktionäre des börsennotierten Konzerns sind laut Geschäftsbericht 2025 die Agnelli-Holding Exor, die Familie Peugeot und die französische Staatsbank Bpifrance. Stand 2026 ist Chrysler eine reine Minivan-Marke, die nach dem im Mai 2026 vorgestellten Strategieplan bis 2030 drei neue Crossover erhalten soll.

Key Takeaways

  • Chrysler ist seit Januar 2021 eine Marke von Stellantis N.V., entstanden aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der PSA-Gruppe.
  • Größte Stellantis-Aktionäre (Stand 25. Februar 2026): Exor 15,48 Prozent, Familie Peugeot 7,72 Prozent, Bpifrance 6,64 Prozent, BlackRock 3,10 Prozent, Rest Streubesitz.
  • Eigentümerkette: DaimlerChrysler (1998–2007), Cerberus (2007–2009), Insolvenz im April 2009, Fiat (ab 2009, vollständig ab Januar 2014), FCA (2014–2021), Stellantis (seit 2021).
  • Stellantis meldete für 2025 einen Nettoumsatz von 153,5 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro; die Dividende wurde ausgesetzt.
  • Konzernchef ist seit Juni 2025 Antonio Filosa, die Marke Chrysler führt seit März 2026 Matt McAlear.
  • Chrysler verkaufte 2025 in den USA 126.373 Fahrzeuge, davon 110.006 Pacifica; die Crossover Airflow, Arrow und Arrow Cross sind bis 2030 angekündigt.
NameChrysler (Marke der FCA US LLC, Stellantis N.V.)
Gegründet6. Juni 1925 durch Walter P. Chrysler
SitzAuburn Hills, Michigan (USA); Konzernsitz Stellantis: Hoofddorp, Niederlande
BrancheAutomobilbau (Minivans, künftig Crossover)
EigentümerStellantis N.V. (seit 16. Januar 2021); Großaktionäre Exor, Familie Peugeot, Bpifrance
UmsatzStellantis-Konzern: 153,5 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2025); Markenumsatz nicht separat veröffentlicht
MitarbeiterStellantis-Konzern: rund 248.000 (Ende 2024, laut Geschäftsbericht)
VermögensbasisBeteiligungen der Familie Agnelli (über Exor N.V.) und der Familie Peugeot (über Établissements Peugeot Frères und Peugeot Invest) an Stellantis

Geschichte und Herkunft

Walter P. Chrysler formte am 6. Juni 1925 aus der Maxwell Motor Company die Chrysler Corporation. Mit der Übernahme der Dodge Brothers 1928 stieg das Unternehmen zum drittgrößten Autohersteller der USA auf und gehörte fortan zu den „Big Three“ von Detroit. Der Hauptsitz zog 1996 nach Auburn Hills.

1998 schlossen sich Daimler-Benz und Chrysler zur DaimlerChrysler AG zusammen, die Chrysler-Aktionäre erhielten rund 42 Prozent des neuen Konzerns. Die Verbindung enttäuschte, am 3. August 2007 wurde die Trennung vollzogen. Der US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management übernahm 80,1 Prozent der neuen Chrysler LLC für 5,5 Milliarden Euro, Daimler behielt zunächst 19,9 Prozent.

Am 30. April 2009 beantragte Chrysler in der Finanzkrise Gläubigerschutz nach Chapter 11, gestützt auf Milliardenkredite der US-Regierung. Aus dem Verfahren ging die Chrysler Group LLC hervor, an der Fiat zunächst 20 Prozent hielt, neben dem Gesundheitsfonds der Autogewerkschaft (VEBA) und den Regierungen der USA und Kanadas. Fiat stockte schrittweise auf und kaufte im Januar 2014 die restlichen VEBA-Anteile, laut Wikipedia für rund 3,65 Milliarden US-Dollar in bar.

Im Herbst 2014 entstand die Fiat Chrysler Automobiles N.V. (FCA), die US-Gesellschaft heißt seit Dezember 2014 FCA US LLC. Im Oktober 2019 kündigten FCA und die PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, Opel) ihren Zusammenschluss an, der am 16. Januar 2021 unter dem Namen Stellantis vollzogen wurde. Seither ist Chrysler eine von 14 Konzernmarken.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Chrysler? Eigentümerstruktur mit Stellantis, Exor, Familie Peugeot und Bpifrance 2026
Wem gehört Chrysler? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Marke Chrysler hat keine eigenen Aktionäre. Sie wird von der FCA US LLC in Auburn Hills geführt, einer hundertprozentigen Tochter der Stellantis N.V. Die Frage „Wem gehört Chrysler?“ beantwortet sich daher über die Aktionäre des Mutterkonzerns, dessen Aktien in Mailand, Paris und New York (Kürzel STLA) gehandelt werden.

Laut Geschäftsbericht 2025 (Stichtag 25. Februar 2026) hält die Exor N.V. der italienischen Industriellenfamilie Agnelli 449,4 Millionen Stammaktien und damit 15,48 Prozent des Kapitals. Die Familie Peugeot ist über Établissements Peugeot Frères und Peugeot Invest mit 224,2 Millionen Aktien oder 7,72 Prozent beteiligt. Die französische Staatsbank Bpifrance kommt auf 192,7 Millionen Aktien oder 6,64 Prozent, der US-Vermögensverwalter BlackRock auf 3,10 Prozent. Die übrigen rund 67 Prozent liegen im Streubesitz.

Der Einfluss der Ankeraktionäre ist größer, als die Kapitalanteile vermuten lassen, denn Stellantis gewährt langfristigen Aktionären doppelte Stimmrechte. Exor kommt so auf 23,84 Prozent der Stimmen, die Familie Peugeot auf 11,89 Prozent und Bpifrance auf 10,22 Prozent. Exor-Chef John Elkann führt den Verwaltungsrat seit der Gründung, Robert Peugeot ist sein Stellvertreter. Eine Mehrheit hält keine der Familien; Angaben zu ihrem Privatvermögen nennt uamr.de nicht, da offizielle Zahlen fehlen.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Vorstandschef Carlos Tavares trat im Dezember 2024 nach Absatzrückgängen in Nordamerika zurück, sein Nachfolger Antonio Filosa übernahm im Juni 2025. Am 26. Februar 2026 legte Stellantis für 2025 einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro vor, ausgelöst durch Sonderbelastungen von 25,4 Milliarden Euro, vor allem Abschreibungen auf überdimensionierte Elektroauto-Pläne. Der Nettoumsatz sank um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro, die Dividende wurde ausgesetzt.

Am 21. Mai 2026 stellte Filosa auf einem Investorentag einen Fünfjahresplan vor, der laut CNBC Investitionen von rund 70 Milliarden US-Dollar vorsieht. Chrysler zählt darin neben Jeep, Ram und Dodge zu den vier amerikanischen Kernmarken. Angekündigt sind ein mittelgroßer Crossover namens Airflow auf der Plattform STLA One sowie die kompakten Modelle Arrow und Arrow Cross im Preisbereich von 25.000 bis 35.000 US-Dollar. Bis 2030 soll Chrysler auf rund 225.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr wachsen.

Chris Feuell, seit 2021 Chrysler-Chefin, schied am 6. März 2026 aus persönlichen Gründen aus. Matt McAlear, seit 2024 Chef von Dodge, führt seither zusätzlich Chrysler. Wenige Wochen später wurde der überarbeitete Pacifica für das Modelljahr 2027 gezeigt; die Plug-in-Hybrid-Variante wurde im Januar 2026 eingestellt, und der Voyager geht als Ausstattungslinie Pacifica LX im Hauptmodell auf.

Marken und Produkte

Chrysler ist Stand 2026 die kleinste der amerikanischen Stellantis-Marken. Nach dem Produktionsende der Limousine 300 im Dezember 2023 besteht das Angebot nur noch aus dem Minivan Pacifica und seiner Einstiegsversion Voyager. Beide entstehen im Werk Windsor in der kanadischen Provinz Ontario, das seit 1983 die Heimat der Chrysler-Minivans ist.

Die Verkaufszahlen zeigen die Größenordnung: 2025 setzte Chrysler in den USA 126.373 Fahrzeuge ab, ein Prozent mehr als die 124.683 Einheiten des Vorjahres. Davon entfielen 110.006 auf den Pacifica, 15.792 auf den Voyager und 574 Restexemplare auf den 300. Die gesamte FCA US LLC verkaufte 2025 in den USA 1.260.344 Fahrzeuge. Im ersten Quartal 2026 sanken die Chrysler-Verkäufe laut Carscoops um 28 Prozent auf 25.423 Einheiten.

Von den früheren Elektro-Ambitionen ist wenig übrig: Der 2022 gezeigte Airflow sollte 2025 als Elektro-Crossover starten, die Marke wollte bis 2028 rein elektrisch werden. Nach den Milliardenabschreibungen setzt Stellantis nun auf die Wahl zwischen allen Antriebsarten.

Kennzahlen des Mutterkonzerns

Stellantis bündelt 14 Marken, darunter Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Jeep, Ram, Dodge und Chrysler; Nordamerika steht laut Filosa für rund 40 Prozent des Umsatzes. 2024 erzielte der Konzern laut Geschäftsbericht 156,9 Milliarden Euro Nettoumsatz und 5,5 Milliarden Euro Nettogewinn, rund 70 Prozent weniger als 2023, bei etwa 248.000 Mitarbeitern. 2025 lieferte Stellantis 5,48 Millionen Fahrzeuge aus; für 2026 wird ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

FAQ

Wem gehört Chrysler aktuell? Seit dem 16. Januar 2021 dem Konzern Stellantis N.V., entstanden aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der PSA-Gruppe. Die Marke wird über die Tochter FCA US LLC in Auburn Hills geführt.

Wer sind die größten Aktionäre von Stellantis? Laut Geschäftsbericht 2025 hält Exor (Familie Agnelli) 15,48 Prozent, die Familie Peugeot 7,72 Prozent und Bpifrance 6,64 Prozent. Rund 67 Prozent sind Streubesitz, darunter BlackRock mit 3,10 Prozent.

Gehört Chrysler noch zu Daimler beziehungsweise Mercedes-Benz? Nein. Die DaimlerChrysler AG bestand von 1998 bis 2007; Daimler verkaufte damals 80,1 Prozent an Cerberus und trennte sich später auch vom Restanteil.

Welche Modelle baut Chrysler heute? Stand 2026 nur die Minivans Pacifica und Voyager aus dem Werk Windsor in Kanada. Die Limousine 300 wurde Ende 2023 eingestellt; bis 2030 sollen die Crossover Airflow, Arrow und Arrow Cross folgen.

Wer leitet Chrysler und Stellantis? Konzernchef ist seit Juni 2025 Antonio Filosa, Verwaltungsratsvorsitzender John Elkann. Die Marke Chrysler führt seit März 2026 Matt McAlear, der zugleich Dodge verantwortet.

Fazit

Chrysler ist heute keine eigenständige Firma mehr, sondern eine Marke im Portfolio von Stellantis, hinter dem als Ankeraktionäre die Familien Agnelli und Peugeot sowie der französische Staat stehen. Nach den Jahren unter Daimler, Cerberus und der Insolvenz von 2009 hat die Marke überlebt, ist aber auf ein Segment geschrumpft. Ob der 2026 angekündigte Plan mit drei neuen Crossovern die Wende bringt, zeigt sich bis 2030. Solange Exor, die Peugeots und Bpifrance ihre Blöcke halten, bleibt Chrysler in der Hand des europäisch kontrollierten Konzerns.