Wem gehört Burg Eltz? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Burg Eltz?

Burg Eltz bei Wierschem (Landkreis Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz) gehört seit dem 12. Jahrhundert ununterbrochen der Familie Eltz – seit 1815 allein der gräflichen Linie Eltz-Kempenich. Nach zuletzt verfügbaren Angaben ist Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich in 33. Generation der Eigentümer; sein Sohn Johann-Jakob Graf zu Eltz führt die Burg seit 2018 in 34. Generation. Den Betrieb übernimmt die Gräflich Eltz’sche Kastellanei, die in der Saison 2026 vom 1. April bis 1. November Führungen anbietet.

Key Takeaways

  • Burg Eltz ist seit über 850 Jahren im Besitz derselben Familie; ein Rudolf von Eltz wird 1157 in einer Urkunde Kaiser Friedrich Barbarossas genannt.
  • Um 1268 teilte sich das Geschlecht in die Linien Kempenich, Rübenach und Rodendorf – die Burg wurde zur Ganerbenburg, 1323 durch einen Burgfriedensbrief geregelt.
  • 1786 erbte die Linie Kempenich den Rodendorfer Anteil, 1815 kaufte Graf Hugo Philipp den Rübenacher Anteil – seitdem ist Eltz-Kempenich Alleineigentümer.
  • Eigentümer nach zuletzt verfügbaren Angaben: Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich (33. Generation); seit 2018 führt Sohn Johann-Jakob (34. Generation) die Burg.
  • 2024 erhielten Karl und Sophie Gräfin zu Eltz den Großen Denkmalpreis der Deutschen Burgenvereinigung; 2024 und 2025 folgten Förderbescheide von Bund und Land über mehr als 700.000 Euro.
  • Laut Rhein-Zeitung (Oktober 2024) besuchen jährlich rund 250.000 Menschen die Burg.
NameBurg Eltz
LageWierschem, Landkreis Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz (Elzbachtal zwischen Koblenz und Cochem)
BauzeitAnfang 12. Jahrhundert bis 1661; erste urkundliche Erwähnung 1157
EigentümerFamilie Eltz-Kempenich; Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich (33. Generation), seit 2018 Verantwortung bei Sohn Johann-Jakob (34. Generation)
BetriebGräflich Eltz’sche Kastellanei, Kastellan Stefan Ritzenhofen; Saison 1. April bis 1. November
Besucherrund 250.000 pro Jahr (laut Rhein-Zeitung, Oktober 2024)
VermögensbasisBurg mit Grundbesitz, private Kunstsammlung, Tourismusbetrieb, Eltzer Hof in Eltville – keine Beträge öffentlich

Geschichte und Herkunft

Die Burg entstand wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts auf einem Felskopf, den der Elzbach auf drei Seiten umfließt. Als Geburtsurkunde gilt eine Urkunde Kaiser Friedrich Barbarossas von 1157, in der Rudolf von Eltz als Zeuge auftritt. Die unteren fünf Stockwerke des romanischen Bergfrieds Platt-Eltz stammen aus dieser Zeit.

Noch vor 1268 teilten die Brüder Elias, Wilhelm und Theoderich das Erbe und begründeten die Linien Eltz-Kempenich, Eltz-Rübenach und Eltz-Rodendorf. Das Zusammenleben auf der Ganerbenburg regelte 1323 der älteste erhaltene Burgfriedensbrief. Jede Linie baute eigene Häuser: das Rübenacher Haus ab 1311, die Rodendorfer Häuser 1490 bis 1540, die Kempenicher Häuser 1604 bis 1661 – so entstand das Ensemble aus acht Wohntürmen von bis zu 40 Metern Höhe.

Die einzige schwere Fehde führten die Eltzer 1331 bis 1336 gegen Erzbischof Balduin von Trier, der gegenüber die Belagerungsburg Trutzeltz errichten ließ. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688/89 blieb die Burg verschont, weil Hans Anton zu Eltz-Üttingen als Offizier im französischen Heer sie schützte. 1733 wurde die Kempenicher Linie in den Reichsgrafenstand erhoben.

Die Ganerbschaft endete in zwei Schritten: 1786 erbte Kempenich den Anteil der ausgestorbenen Linie Rodendorf, 1815 kaufte Graf Hugo Philipp zu Eltz (1742–1818) den Freiherren von Eltz-Rübenach das Rübenacher Haus samt Grundbesitz ab. Karl zu Eltz (1823–1900) ließ die Burg 1845 bis 1888 restaurieren. Ein Brand 1920 zerstörte Kapelle und Archiv im Kempenicher Haus; der Wiederaufbau endete 1930. Von 1961 bis 1995 zierte die Burg den 500-DM-Schein.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Burg Eltz? Eigentümerstruktur mit Familie Eltz-Kempenich, Generationenfolge und Kastellanei 2026
Wem gehört Burg Eltz? Eigentümer und Struktur 2026 2

Burg Eltz ist Privateigentum der gräflichen Linie mit dem Titel „Grafen und Edle von und zu Eltz, genannt Faust von Stromberg“. Es gibt keine Gesellschaft mit Anteilseignern, keine Stiftung und keinen staatlichen Träger – die Burg wird in direkter Erbfolge weitergegeben. Nach den zuletzt verfügbaren Angaben (Wikipedia, Impressum der Burg) ist Dr. Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich in 33. Generation Eigentümer und Verantwortlicher. Wohnsitze der Familie sind Frankfurt am Main und der Eltzer Hof in Eltville.

Nach dem Tod von Jakob Graf zu Eltz (1921–2006) übernahmen 2006 sein Sohn Karl und dessen Frau Sophie Gräfin zu Eltz die Leitung. 2018 übergaben sie die Verantwortung an ihren Sohn Johann-Jakob Graf zu Eltz (geboren 1979), der die Burg laut Familie in 34. Generation führt und bei den Förderterminen 2024 und 2025 die Familie vertrat. Ob das Grundeigentum formal bereits auf ihn übergegangen ist, ist nicht öffentlich bekannt.

Den laufenden Betrieb führt die Gräflich Eltz’sche Kastellanei unter Kastellan Stefan Ritzenhofen; sie war laut Wikipedia 2015 Preisträger des Großen Preises des Mittelstandes. Umsatz- oder Gewinnzahlen des Burgbetriebs werden nicht veröffentlicht.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Am 27. April 2024 erhielten Dr. Karl Graf und Sophie Gräfin von und zu Eltz in Koblenz den Großen Denkmalpreis der Stiftung der Deutschen Burgenvereinigung. Im Oktober 2024 übergab Innenminister Michael Ebling Jakob Graf zu Eltz Landesbescheide über rund 294.000 Euro: etwa 161.000 Euro für Mauerwerk und Fenster der Burg, rund 133.000 Euro für die Sicherung der Ruine Trutzeltz. Ebling nannte die Burg „die beste Influencerin“.

Am 30. Juni 2025 meldete die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz eine Förderung von 407.000 Euro: 175.000 Euro vom Land (je 87.500 Euro in 2025 und 2026) und 232.000 Euro vom Bund. Finanziert werden die Instandsetzung der Remise sowie die Restaurierung der Stuckdecke im Blauen Saal des Hauses Rodendorf – Arbeiten, die bis in die Saison 2026 reichen.

Für die Saison 2026 nennt die Burg Öffnungszeiten vom 1. April bis 1. November, täglich 9:30 bis 17:30 Uhr; Erwachsene zahlen 14 Euro, Familien 34 Euro. Aktuelle Besucherzahlen veröffentlicht die Familie nicht; die Rhein-Zeitung nannte im Oktober 2024 rund 250.000 Gäste pro Jahr. Ein Besucherrekord für 2025 oder 2026 ist nicht belegt.

Erhaltung und Vermögensbasis der Familie

Die größte Maßnahme der Neuzeit war die Generalsanierung 2009 bis 2012, nachdem die Statik der bis zu sieben Stockwerke hohen Häuser als gefährdet galt: 45 Edelstahlanker wurden durch die Gebäude gebohrt, Dächer, Fenster und Wandmalereien instand gesetzt. Die Kosten lagen bei rund 4,4 Millionen Euro; 2 Millionen Euro kamen aus dem Konjunkturpaket II, weitere Mittel vom Land, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und den Eigentümern.

Die Vermögensbasis der Familie besteht aus der Burg mit Grundbesitz, der privaten Kunstsammlung und dem Tourismusbetrieb. In der Schatzkammer sind über 500 Exponate vom 12. bis 19. Jahrhundert ausgestellt, darunter Lucas Cranachs „Madonna mit Kind und Weintraube“. Dazu kommt seit 1629 der Eltzer Hof in Eltville; die Weinberge wurden 1976 verkauft. Offizielle Angaben zum Familienvermögen existieren nicht, und uamr.de nennt keine Schätzungen.

FAQ

Wem gehört Burg Eltz heute? Der Familie Eltz-Kempenich, seit 1815 Alleineigentümerin. Eigentümer ist nach zuletzt verfügbaren Angaben Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich; Sohn Johann-Jakob führt die Burg seit 2018.

Seit wann ist die Burg im Familienbesitz? Seit ihrer Gründung im 12. Jahrhundert; die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1157, also vor mehr als 850 Jahren.

Was ist eine Ganerbenburg? Eine Burg, die mehreren Zweigen einer Familie gemeinsam gehört. Auf Eltz waren das ab etwa 1268 die Linien Kempenich, Rübenach und Rodendorf.

Wie wird der Erhalt finanziert? Über Eintrittsgelder und Denkmalförderung von Bund, Land und Stiftungen. Allein 2024 und 2025 wurden Förderbescheide über mehr als 700.000 Euro übergeben.

Wann kann man Burg Eltz besuchen? In der Saison 2026 täglich vom 1. April bis 1. November, 9:30 bis 17:30 Uhr; Erwachsene zahlen 14 Euro.

Fazit

Burg Eltz ist ein Sonderfall: mehr als 850 Jahre in der Hand einer Familie, nie zerstört und seit 1815 ungeteilt im Eigentum der Linie Eltz-Kempenich. Die Eigentümerfrage beantwortet die Generationenfolge – von Dr. Karl Graf zu Eltz in 33. Generation zu seinem Sohn Johann-Jakob, der die Burg seit 2018 verantwortet. Die Sanierung geht mit Fördermitteln auch 2026 weiter; was die Burg der Familie wirtschaftlich wert ist, bleibt Privatsache.