bonprix gehört zu 100 Prozent der Otto Group aus Hamburg. Der Modeversender wurde 1986 unter dem Dach des damaligen Otto Versands gegründet und war nie börsennotiert. Die Otto Group selbst ist ein Familienunternehmen, dessen Gesellschaftsanteile mehrheitlich die Michael Otto Stiftung hält. Seit März 2026 führt Benjamin Otto, der Sohn von Michael Otto, den Gesellschafterrat des Konzerns – an der Eigentümerschaft von bonprix hat sich damit nichts geändert, Stand 2026.
Key Takeaways
- bonprix ist eine hundertprozentige Tochter der Otto Group mit Sitz in Hamburg.
- Die Otto Group gehört der Familie Otto; die Michael Otto Stiftung hält mehrheitlich die Anteile.
- Gegründet wurde bonprix im Mai 1986; der erste Katalog hatte 32 Seiten.
- Im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte bonprix 1,52 Milliarden Euro Umsatz; danach ging der Umsatz laut Statistikportalen weiter zurück.
- bonprix ist in über 25 Ländern aktiv und beschäftigt knapp 2.500 Menschen (Angabe 2024).
- Seit Januar 2026 führen vier gleichberechtigte Geschäftsführer bonprix; CEO Torben Hansen ging Ende Oktober 2025.
- Die Otto Group setzte 2025/26 rund 13,8 Milliarden Euro um und verdoppelte ihr EBIT auf 641 Millionen Euro.
- 2025 verkaufte bonprix seine US-Tochter Venus.
| Name | bonprix Handelsgesellschaft mbH |
| Gegründet | Mai 1986 |
| Sitz | Hamburg |
| Branche | Modeversandhandel / Online-Modehandel |
| Eigentümer | Otto Group (100 Prozent), diese mehrheitlich im Besitz der Michael Otto Stiftung (Familie Otto) |
| Umsatz | 1,52 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2023/24, laut Unternehmensangaben) |
| Mitarbeiter | knapp 2.500 weltweit (Unternehmensangabe 2024) |
| Vermögensbasis | Familie Otto: Beteiligung an der Otto Group mit Marken wie OTTO, bonprix, Crate and Barrel, Witt, Hermes und EOS |
Geschichte und Herkunft
bonprix entstand im Mai 1986 in Hamburg als Spezialversender für preisgünstige Mode innerhalb des Otto-Konzerns. Laut Wikipedia gehörten Hans-Joachim Mundt und Michael Newe zu den Gründern. Der erste Katalog umfasste 32 Seiten, 1989 überschritt der Umsatz erstmals eine Million D-Mark.
Den Sprung ins digitale Zeitalter wagte bonprix früh: 1997 ging der deutsche Webshop online, 1999 öffnete die erste Filiale in Hamburg. 2009 übernahm bonprix den amerikanischen Bademodenanbieter Venus, 2010 durchbrach der Umsatz erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. 2011 folgte ein mobiler Webshop, 2016 eine eigene App.
Das stationäre Geschäft blieb eine Randnotiz: 2020 schloss bonprix den Großteil seiner Läden, 2023 den letzten Standort. Im selben Jahr erhielt die Marke ein neues Logo und Corporate Design.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette ist kurz: bonprix ist eine hundertprozentige Tochter der Otto Group, dem Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern, den Werner Otto 1949 als Versandhandel gründete. Innerhalb des Konzerns wird bonprix dem Segment „Brand Concepts“ zugeordnet, in dem die Otto Group ihre Eigenmarken bündelt. Externe Anteilseigner, eine Börsennotierung oder Minderheitsbeteiligungen gibt es nicht.
Die Otto Group ist ihrerseits ein Familienunternehmen. Nach Angaben des Konzerns hält die Michael Otto Stiftung mehrheitlich die Gesellschaftsanteile; die Beteiligungen von Michael Otto und seinem Sohn Benjamin wurden 2016 in dieser Stiftungsstruktur zusammengeführt. Die genaue Verteilung der Anteile innerhalb der Familie ist nicht öffentlich bekannt.
Gesteuert wird der Konzern über drei Ebenen: Der Gesellschafterrat formuliert und kontrolliert die strategischen Ziele, der Aufsichtsrat unter Alexander Birken überwacht, und der Vorstand unter Petra Scharner-Wolff führt das operative Geschäft. Zum 1. März 2026 übernahm Benjamin Otto den Vorsitz des Gesellschafterrats und der Stiftung von seinem Vater; Michael Otto bleibt Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats.
Bei bonprix selbst liegt die Führung seit Januar 2026 bei vier gleichberechtigten Geschäftsführern: Nicolai Johannsen (Vertrieb und Marketing), Carolin Klar (Produkt, Einkauf und Corporate Responsibility), Kai Heck (Finanzen) und Matthias Wlaka (Technologie). Beiratsvorsitzender ist laut Wikipedia Otto-Group-Vorstand Marcus Ackermann.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Nach 1,76 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2022/23 sank der Umsatz 2023/24 um rund 14 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro; Finanzchef Kai Heck verwies auf Kaufzurückhaltung der Kunden. Für die Folgejahre veröffentlichte bonprix keine Pressemitteilung mehr. Das Portal Handelsdaten.de des EHI nennt für 2024/25 rund 1,24 Milliarden Euro, Statista für 2025/26 rund 1,1 Milliarden Euro – Werte, die bonprix nicht offiziell bestätigt hat.
An der Spitze gab es einen Bruch: Am 1. Oktober 2025 teilte die Otto Group mit, dass CEO Torben Hansen bonprix zum 31. Oktober 2025 verlässt – nach nur anderthalb Jahren im Amt und wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung“. Zum 1. Januar 2026 stieß Nicolai Johannsen von OTTO als Vertriebs- und Marketingchef hinzu. Einen alleinigen CEO gibt es seitdem nicht mehr.
Im August 2025 verkaufte bonprix zudem seine seit 2009 gehaltene US-Tochter Venus Fashion an die American Exchange Group; ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Damit konzentriert sich bonprix auf Europa.
Auf Konzernebene läuft seit Anfang 2026 ein Sparprogramm im dreistelligen Millionenbereich. Wie das Tageblatt im Mai 2026 berichtete, streicht die Otto Group bis 2027/28 bis zu 460 Stellen bei OTTO, bis zu 850 bei Hermes und 229 bei Witt. bonprix wird dabei als Gesellschaft genannt, die unter der Konsumflaute und wachsendem Wettbewerb leidet; konkrete Abbauzahlen für bonprix sind nicht öffentlich bekannt.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
bonprix verkauft fast ausschließlich Mode unter eigener Marke – Damen-, Herren- und Kindermode sowie Wohnaccessoires – zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Der Vertrieb läuft über Webshops, Apps und Kataloge; rund 90 Prozent des Umsatzes entfallen laut Wikipedia auf den Online- und Mobile-Kanal. Nach eigenen Angaben zum Geschäftsjahr 2023/24 bedient bonprix rund 16 Millionen aktive Kunden in über 25 Ländern, etwa die Hälfte des Umsatzes stammt aus Deutschland.
Die Muttergesellschaft verdient inzwischen wieder gutes Geld. Nach 15 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25 lag der Konzernumsatz 2025/26 bei 13,8 Milliarden Euro; der Rückgang geht vor allem auf den im Juli 2025 abgeschlossenen Verkauf der About-You-Beteiligung an Zalando zurück. Das EBIT stieg von 276 auf 641 Millionen Euro, der Jahresüberschuss von 165 auf 312 Millionen Euro. Die Otto Group beschäftigte zuletzt rund 34.800 Vollzeitkräfte in über 30 Ländern.
Die Eigentümerfamilie: Einnahmequellen und Vermögensbasis
Die Vermögensbasis der Familie Otto ist die Otto Group selbst. Über die Michael Otto Stiftung kontrolliert die Familie einen Konzern mit Marken wie OTTO, bonprix, Crate and Barrel, Witt, Lascana und Heine, dem Paketdienstleister Hermes und dem Finanzdienstleister EOS. Einnahmen ergeben sich aus Gewinnausschüttungen und Erlösen aus Unternehmensverkäufen wie dem About-You-Deal. Michael Otto zählt in Ranglisten regelmäßig zu den reichsten Deutschen.
Offizielle Zahlen zum Privatvermögen der Familie existieren nicht; uamr.de nennt daher bewusst keine Beträge. Belastbar sind allein die Unternehmenszahlen aus dem Geschäftsbericht des Konzerns.
FAQ
Wem gehört bonprix? bonprix gehört zu 100 Prozent der Otto Group in Hamburg. Die Otto Group ist ein Familienunternehmen, dessen Anteile mehrheitlich von der Michael Otto Stiftung gehalten werden.
Ist bonprix an der Börse notiert? Nein. Weder bonprix noch die Otto Group sind börsennotiert, und ein Börsengang ist nicht bekannt.
Wer führt bonprix? Seit Januar 2026 leiten vier gleichberechtigte Geschäftsführer das Unternehmen: Nicolai Johannsen, Carolin Klar, Kai Heck und Matthias Wlaka. Der bisherige CEO Torben Hansen schied Ende Oktober 2025 aus.
Wie viel Umsatz macht bonprix? Zuletzt offiziell bestätigt sind 1,52 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2023/24. Statistikportale nennen für 2024/25 rund 1,24 Milliarden Euro und für 2025/26 rund 1,1 Milliarden Euro.
Hat bonprix noch Filialen? Nein. bonprix hat 2020 den Großteil seiner Läden und 2023 den letzten Standort geschlossen und verkauft seitdem nur noch online, per App und über Kataloge.
Welche Rolle spielt Benjamin Otto für bonprix? Benjamin Otto führt seit dem 1. März 2026 den Gesellschafterrat der Otto Group und die Michael Otto Stiftung. Er bestimmt die strategische Richtung des Konzerns, greift aber nicht in die operative Führung von bonprix ein.
Fazit
bonprix ist seit der Gründung 1986 fest in den Händen der Otto Group und damit der Familie Otto. Daran hat auch der Generationswechsel im März 2026 nichts geändert – Benjamin Otto führt nun Stiftung und Gesellschafterrat, die den Konzern kontrollieren. Operativ steht bonprix allerdings unter Druck: Der Umsatz sinkt seit 2022/23, der CEO ging nach kurzer Zeit, das US-Geschäft wurde verkauft. Die Eigentümerfrage ist einfach; wie sich der Modeversender im Konzern behauptet, bleibt die spannendere Frage.