BraTee ist der Eistee des Berliner Rappers Capital Bra und seit dem Marktstart im Februar 2021 eine der bekanntesten Promi-Getränkemarken im deutschen Handel. Hinter der Marke steht aber nicht der Musiker allein: Inhaberin der Wortmarke ist die BraTee GmbH in Stuttgart, eine hundertprozentige Tochter der UniBev GmbH, die aus dem Fruchtsaftunternehmen Erwin Dietz aus Osterburken hervorgegangen ist. Capital Bra bringt Name und Reichweite ein, UniBev verantwortet Produktion, Abfüllung und Vertrieb. Stand September 2026 ist BraTee weiterhin im Handel, der Hype um Influencer-Eistees ist jedoch abgeflaut.
Key Takeaways
- Markeninhaberin ist die BraTee GmbH (Amtsgericht Stuttgart, HRB 775581), gegründet am 28. September 2020 mit 25.000 Euro Stammkapital.
- Die BraTee GmbH gehört zu 100 Prozent der UniBev GmbH, einem Ableger des Fruchtsaftherstellers Erwin Dietz aus Osterburken.
- An UniBev hielten 2020 die Familie Dietz (DPD Holding) und Christian Hymer je 41,25 Prozent; weitere Anteile lagen bei Chimperator Live, Sidney Blum und Fabian Huber.
- Capital Bra ist Namensgeber und Markengesicht; eine Beteiligung des Rappers an der GmbH ist öffentlich nicht dokumentiert.
- Bis März 2023 wurden laut Hersteller über 80 Millionen Packungen verkauft; laut Nielsen brach der Markenumsatz aber schon 2022 um rund 70 Prozent ein.
- 2026 wechselte die Geschäftsführung der UniBev GmbH; Registerdaten verzeichnen zudem eine Verschmelzung mit der Pure Drinks GmbH.
| Name | BraTee GmbH (Marke BraTee) |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | 28. September 2020 (GmbH), Marktstart Februar 2021 |
| Sitz / Wohnort | Rotebühlstraße 66, 70178 Stuttgart |
| Branche / Beruf | Getränkeherstellung, Eistee und Limonade |
| Eigentümer / Unternehmen | 100 Prozent UniBev GmbH, Stuttgart (Gesellschafter u. a. Familie Dietz, Christian Hymer, Chimperator Live) |
| Vermögensbasis / Einnahmequellen | Verkauf von Eistee, Limonade und Kaugummi über Handel, Tankstellen und Onlineshop; Lizenz auf Name und Bild von Capital Bra |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von BraTee liegen nicht in Berlin, sondern im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Fruchtsaftfamilie Dietz aus Osterburken gründete Ende 2019 mit der UniBev GmbH in Stuttgart ein eigenes Vehikel für Getränkemarken, eingetragen am 16. Dezember 2019. Geschäftsführer waren von Beginn an Patrick Dietz und Fabian Huber, zuvor bei der Stuttgarter Limonadenmarke Wulle.
Capital Bra, bürgerlich Vladyslav Balovatsky, war 2020 einer der erfolgreichsten Deutschrapper und hatte im Mai desselben Jahres bereits die Tiefkühlpizza Gangstarella auf den Markt gebracht. UniBev bot ihm eine eigene Eistee-Linie an und gründete dafür im September 2020 die BraTee GmbH. Die Wortmarke „BraTee“ wurde im November 2020 und erneut im August 2021 angemeldet.
Der Marktstart im Februar 2021 galt als einer der erfolgreichsten Produktlaunches im deutschen Lebensmittelhandel: Schon vor der Auslieferung meldete UniBev über sechs Millionen vorbestellte 750-Milliliter-Kartons, gelistet bei Kaufland, Rewe, Edeka, Netto und Aral. Die vier Startsorten Wassermelone, Pfirsich, Zitrone und Granatapfel kosteten 1,49 Euro.
Eigentümerstruktur im Detail

Inhaberin der Marke ist die BraTee GmbH mit Sitz in der Rotebühlstraße 66 in Stuttgart, eingetragen unter HRB 775581. Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro, Unternehmensgegenstand ist die Getränkeherstellung. Als Geschäftsführer sind zuletzt Patrick Dietz und Fabian Huber verzeichnet. Alleinige Gesellschafterin ist laut der jüngsten Gesellschafterliste vom Juni 2026 die UniBev GmbH.
Eine Ebene darüber wird das Bild vielschichtiger. Bei der Gründung von UniBev hielten Patrick und Dustin Dietz über ihre DPD Holding 41,25 Prozent der Anteile, ebenso viel entfiel auf den Unternehmer Christian Hymer. Steffen Posner von der Stuttgarter Konzertagentur Chimperator Live war mit 9,99 Prozent beteiligt, Sidney Blum mit 4,99 Prozent und Fabian Huber mit 2,49 Prozent. Registerdatenbanken führen für UniBev weiterhin fünf aktive Gesellschafter; ob sich die Quoten seither verschoben haben, ist nicht öffentlich bekannt.
Capital Bra selbst taucht in keiner einsehbaren Gesellschafterliste auf. Es handelt sich um ein Kooperations- und Lizenzmodell: Der Rapper stellt Namen, Gesicht und Reichweite, UniBev trägt als Markeninhaberin das unternehmerische Risiko. Die Details wurden nie offengelegt. Einen Börsengang oder eine Übernahme durch einen Getränkekonzern gab es nicht.
Marken und Produkte
Das Kernsortiment besteht bis heute aus den vier Klassikern im 750-Milliliter-Karton, gebrüht aus grünem oder schwarzem Tee und vegan. Hinzu kamen limitierte Editionen: die Bali Edition mit Mehrfrucht-Vanille-Note, die Festival Edition mit Guave und Drachenfrucht sowie 2022 die Stop Wars Edition in den Farben der Ukraine, deren Gewinne vollständig an die ukrainische Zivilgesellschaft gingen.
2022 folgten eine BraTee-Limonade in der Dose für die Gastronomie sowie Kaugummi in vier Sorten. Angekündigte Milchgetränke und Snacks kamen nicht über Pläne hinaus; eine eigenständige „Zero“-Variante ist im offiziellen Onlineshop nicht belegt. Vertrieben wird BraTee in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Geschäftszahlen und Marktposition
Offizielle Umsatz- und Gewinnzahlen veröffentlicht die BraTee GmbH nicht. Zum zweijährigen Jubiläum im März 2023 meldete UniBev über 80 Millionen verkaufte BraTees. Capital Bra bezifferte den bis Sommer 2023 erzielten Markenumsatz auf über 127 Millionen Euro und erklärte, 2022 sei fast jeder achte in Deutschland verkaufte Eistee ein BraTee gewesen. Diese Angaben wurden nicht unabhängig geprüft.
Marktdaten zeichnen ein nüchterneres Bild. Laut Nielsen wuchs der deutsche Eistee-Markt 2021 um rund 17 Prozent auf gut 554 Millionen Euro, über 70 Prozent des Zuwachses entfielen auf die Kartons von BraTee und 4Bro. 2022 legte der Markt nur noch um 2,7 Prozent auf etwa 775 Millionen Euro zu, und der Umsatz von BraTee brach um rund 70 Prozent ein. Dennoch blieb BraTee der stärkste Influencer-Eistee, während DirTea von Shirin David als einzige Promi-Marke zulegte.
Der Hype rief auch den Handel auf den Plan: Penny und Rewe brachten 2022 mit ThirsTea eine eigene Eistee-Marke für die Generation Z in die Regale. Der Großhändler Lekkerland stellte im Juli 2026 fest, BraTee sei weiterhin präsent, aber längst nicht mehr so dominant wie in der Hochphase; das Geschäft laufe wieder stärker über Lipton, Fuze Tea, Rauch und Pfanner.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Ab Anfang 2024 trat Capital Bra im Marketing kaum noch auf; stattdessen warb im Sommer 2024 Katja Krasavice mit einer Neuauflage der Bali Edition und Fan-Events bei Netto. Im November 2025 meldete sich der Rapper nach fast zwei Jahren auf den Kanälen der Marke zurück. Zeitgleich stellte der Streamer MontanaBlack, dessen Energydrink Gönergy im selben Segment antritt, die genannten Absatzmengen in einem Livestream infrage und nannte deutlich niedrigere eigene Schätzungen, ohne deren Herkunft offenzulegen. Belastbare unabhängige Absatzzahlen gibt es nicht.
Bei der Muttergesellschaft gab es 2026 Veränderungen: Seit dem 10. März 2026 ist Rebecca Leichsenring, zuvor Chief Operating Officer, Geschäftsführerin der UniBev GmbH und löste Patrick Dietz ab. Das Stammkapital von UniBev wurde in zwei Schritten auf gut 40.000 Euro erhöht. Für den 28. August 2026 verzeichnen Registerdatenbanken zudem eine Verschmelzung mit der Pure Drinks GmbH; die Folgen für die BraTee GmbH sind nicht öffentlich bekannt. Hinweise auf eine Insolvenz oder einen Verkauf der Marke gibt es nicht.
FAQ
Wem gehört BraTee? Die Marke gehört der BraTee GmbH in Stuttgart, einer hundertprozentigen Tochter der UniBev GmbH, hinter der die Fruchtsaftfamilie Dietz und weitere Gesellschafter stehen.
Ist Capital Bra an BraTee beteiligt? In den öffentlich einsehbaren Gesellschafterlisten taucht er nicht auf. Er ist Namensgeber und Markengesicht und nach Medienberichten über eine Kooperationsvereinbarung an der Marke beteiligt.
Wer produziert und vertreibt BraTee? Entwicklung, Produktion, Abfüllung und Vertrieb liegen bei der UniBev GmbH, die auf die Strukturen des Fruchtsaftherstellers Erwin Dietz zurückgreift.
Wie erfolgreich ist BraTee? Bis März 2023 meldete der Hersteller über 80 Millionen verkaufte Einheiten. Laut Nielsen sank der Markenumsatz 2022 um rund 70 Prozent, seither gilt der Boom als abgeflaut.
Wird BraTee 2026 noch verkauft? Ja, die Marke ist im Handel und im Onlineshop erhältlich. Im November 2025 kehrte Capital Bra ins Marketing zurück, 2026 wechselte die Geschäftsführung der Muttergesellschaft UniBev.
Fazit
BraTee ist kein Unternehmen von Capital Bra, sondern eine Lizenzmarke der Stuttgarter UniBev GmbH, hinter der die Fruchtsaftfamilie Dietz, Christian Hymer und die Konzertagentur Chimperator stehen. Der Rapper liefert Name und Reichweite, Markenrechte und Geschäft liegen bei der BraTee GmbH. Nach dem Rekordstart 2021 hat die Marke deutlich an Schwung verloren, ist aber 2026 weiterhin im Regal; wie sich Geschäftsführerwechsel und Verschmelzung bei UniBev auswirken, bleibt abzuwarten.
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