Activision Blizzard gehört seit dem 13. Oktober 2023 vollständig zur Microsoft Corporation. Der Softwarekonzern zahlte 68,7 Milliarden US-Dollar für das Unternehmen hinter Call of Duty, World of Warcraft, Diablo und Candy Crush – die teuerste Übernahme seiner Geschichte. Die Einheiten Activision, Blizzard Entertainment und King sind heute Teil von Microsoft Gaming, das seit Februar 2026 Asha Sharma führt. Damit ist auch die Frage „Wem gehört Blizzard?“ beantwortet: Das Studio aus Irvine ist eine Microsoft-Tochter. Stand: September 2026.
Key Takeaways
- Microsoft kündigte die Übernahme am 18. Januar 2022 an, zahlte 95 US-Dollar je Aktie in bar und schloss den Kauf am 13. Oktober 2023 für 68,7 Milliarden US-Dollar ab.
- FTC (USA) und CMA (Großbritannien) wollten den Deal stoppen; die EU-Kommission genehmigte ihn im Mai 2023 unter Auflagen.
- Den Durchbruch brachte ein Vertrag mit Ubisoft, das für 15 Jahre die Cloud-Streaming-Rechte an allen Activision-Blizzard-Spielen erhielt.
- Von 2008 bis 2013 war der französische Medienkonzern Vivendi Mehrheitseigentümer; 2013 kaufte sich Activision Blizzard für 5,83 Milliarden US-Dollar frei.
- Blizzard Entertainment wurde 1991 als Silicon & Synapse gegründet, sitzt in Irvine und war im Geschäftsjahr 2026 die stärkste Studio-Sparte von Xbox.
- Seit der Übernahme gab es mehrere Entlassungswellen: 1.900 Stellen im Januar 2024, 650 im September 2024, weitere im Juli 2025 und 3.200 bei Xbox ab Juli 2026.
- Phil Spencer ging im Februar 2026 in den Ruhestand; neue CEO von Microsoft Gaming ist Asha Sharma, Blizzard führt Johanna Faries, Activision Rob Kostich.
| Name | Activision Blizzard, Inc. |
|---|---|
| Gegründet | Activision: 1. Oktober 1979; Blizzard (als Silicon & Synapse): Februar 1991; Activision Blizzard durch Fusion mit Vivendi Games: Juli 2008 |
| Sitz | Santa Monica, Kalifornien (USA); Blizzard Entertainment: Irvine, Kalifornien |
| Branche | Videospiele (Entwicklung und Publishing für Konsole, PC und Mobile) |
| Eigentümer | Microsoft Corporation (100 Prozent, seit 13. Oktober 2023), eingegliedert in Microsoft Gaming |
| Führung | Asha Sharma (CEO Microsoft Gaming), Matt Booty (Chief Content Officer), Rob Kostich (Präsident Activision), Johanna Faries (Präsidentin Blizzard Entertainment) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 2022 (letztes volles Jahr als eigenständiger Konzern): 7,53 Milliarden US-Dollar Umsatz, 1,51 Milliarden US-Dollar Nettogewinn, rund 17.000 Mitarbeiter; seit 2023 keine separaten Zahlen |
Geschichte und Herkunft
Activision entstand am 1. Oktober 1979, gegründet von den ehemaligen Atari-Programmierern David Crane, Alan Miller und Bob Whitehead mit dem Manager Jim Levy. Nach dem Videospiel-Crash von 1983 geriet die Firma in Schieflage; Anfang der 1990er-Jahre übernahm eine Investorengruppe um Bobby Kotick das Unternehmen und baute es zu einem der größten Publisher der Welt aus – ab 2003 vor allem mit Call of Duty.
Im Juli 2008 fusionierte Activision mit Vivendi Games, zu dem Blizzard Entertainment gehörte. Der französische Medienkonzern Vivendi hielt zunächst gut die Hälfte und später mehr als 60 Prozent. Im Juli 2013 kaufte Activision Blizzard 429 Millionen eigene Aktien für 5,83 Milliarden US-Dollar zurück; Vivendis Anteil sank auf 11,8 Prozent, bis 2016 stieg der Konzern ganz aus. Im November 2015 folgte die Übernahme des Candy-Crush-Entwicklers King für 5,9 Milliarden US-Dollar. Im letzten vollen Börsenjahr 2022 erzielte der Konzern 7,53 Milliarden US-Dollar Umsatz und 1,51 Milliarden US-Dollar Nettogewinn.
Eigentümerstruktur im Detail

Seit dem 13. Oktober 2023 ist Activision Blizzard eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Microsoft Corporation. Die Aktie ATVI wurde vom Handel genommen, frühere Aktionäre erhielten 95 US-Dollar je Anteil in bar. Die Eigentümerkette lautet seither: Microsoft Corporation, darunter die Sparte Microsoft Gaming, darunter Activision Blizzard mit den operativen Einheiten Activision, Blizzard Entertainment und King.
An der Spitze von Microsoft Gaming steht seit dem 20. Februar 2026 Asha Sharma als Executive Vice President und CEO; sie berichtet direkt an Microsoft-Chef Satya Nadella und war zuvor Chief Operating Officer des Lieferdienstes Instacart. Ihr Vorgänger Phil Spencer, der die Übernahme eingefädelt hatte, ging nach 38 Jahren bei Microsoft in den Ruhestand; Xbox-Präsidentin Sarah Bond verließ das Unternehmen im selben Zug.
Für die Studios ist Matt Booty zuständig, seit Februar 2026 Executive Vice President und Chief Content Officer mit knapp 40 Studios aus Xbox, Bethesda, Activision Blizzard und King. Unter ihm führt Rob Kostich seit 2019 Activision mit den Call-of-Duty-Studios Infinity Ward, Treyarch, Sledgehammer Games und Raven Software. Johanna Faries leitet seit Februar 2024 Blizzard Entertainment, King bildet die Mobile-Sparte. Der langjährige Konzernchef Bobby Kotick verließ das Unternehmen am 29. Dezember 2023.
Die Microsoft-Übernahme: 21 Monate Behördenkrimi
Am 18. Januar 2022 verkündete Microsoft die Übernahme für 68,7 Milliarden US-Dollar. Es folgte eine der längsten Fusionskontrollen der Technologiebranche: Die US-Behörde FTC klagte am 8. Dezember 2022, scheiterte aber im Juli 2023 mit einer einstweiligen Verfügung. Die EU-Kommission genehmigte den Deal am 15. Mai 2023 mit Zusagen zu Cloud-Gaming-Lizenzen, die britische CMA blockierte ihn am 26. April 2023 wegen Bedenken im Cloud-Gaming-Markt.
Den Ausweg brachte im August 2023 ein umstrukturierter Deal: Microsoft trat die Cloud-Streaming-Rechte an allen Activision-Blizzard-Spielen für 15 Jahre an Ubisoft ab; Zehnjahresverträge mit Nintendo und Sony sichern Call of Duty auf den Konkurrenzplattformen. Am 13. Oktober 2023 gab die CMA grünes Licht, am selben Tag war die Übernahme abgeschlossen. Die FTC zog ihre Klage erst am 22. Mai 2025 endgültig zurück.
Wem gehört Blizzard? Das Studio aus Irvine
Blizzard Entertainment ist keine eigenständige Firma, sondern eine Einheit von Activision Blizzard und damit seit Oktober 2023 im Besitz von Microsoft. Gegründet wurde das Studio im Februar 1991 von den UCLA-Absolventen Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce als Silicon & Synapse; seit Mai 1994 heißt es Blizzard Entertainment. Schon 1994 übernahm der Softwareanbieter Davidson & Associates das Studio für 6,75 Millionen US-Dollar; über mehrere Konzernübernahmen landete Blizzard 1998 bei Vivendi und 2008 im fusionierten Activision Blizzard.
Der Hauptsitz liegt in Irvine in Kalifornien. Die Franchises prägen die PC-Spielegeschichte: Warcraft (seit 1994), Diablo (seit 1997), StarCraft (seit 1998), World of Warcraft (seit 2004, in der Spitze rund zwölf Millionen Abonnenten), Hearthstone (2014) und Overwatch (2016). Nach Mitgründer Morhaime, der 2018 ging, führten J. Allen Brack und Mike Ybarra das Studio; seit Februar 2024 steht Johanna Faries an der Spitze.
Innerhalb von Microsoft Gaming hat Blizzard an Gewicht gewonnen. Internen E-Mails von Faries zufolge, über die Windows Central im August 2026 berichtete, war Blizzard im Geschäftsjahr 2026 die leistungsstärkste Studio-Sparte von Xbox, erzielte den dritthöchsten Jahresumsatz der Firmengeschichte und wuchs erstmals seit 2017 zwei Jahre in Folge. Treiber waren die Diablo-IV-Erweiterung „Lord of Hatred“ vom 28. April 2026 und Overwatch, das seit Februar 2026 ohne die „2″ im Namen weiterläuft. Verschont bleibt Blizzard nicht: Im Juli 2025 wurde die Weiterentwicklung von Warcraft Rumble eingestellt.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Integration in Microsoft ging mit massivem Stellenabbau einher. Im Januar 2024 strich Microsoft 1.900 Stellen in der Gaming-Sparte, im September 2024 weitere 650. Am 2. Juli 2025 traf eine konzernweite Kürzung von rund 9.000 Stellen auch King, wo etwa 200 Jobs wegfielen, sowie die Call-of-Duty-Studios Raven Software und Sledgehammer Games. Am 6. Juli 2026 kündigte Asha Sharma an, das Xbox-Team im Geschäftsjahr 2027 um rund 3.200 Stellen zu verkleinern; vier Studios wie Double Fine und Ninja Theory wurden abgegeben. „Unser Geschäft ist heute nicht gesund“, schrieb Sharma an die Belegschaft. Der Xbox-Umsatz war im Geschäftsjahr 2026 um sieben Prozent oder rund 1,7 Milliarden US-Dollar gesunken.
Sorgenkind ist ausgerechnet Call of Duty. Black Ops 7 erschien im November 2025 direkt im Game Pass und landete laut Marktforscher Circana im US-Jahresranking 2025 nur auf Platz fünf – die schwächste Platzierung der Serie seit 2008; erstmals verkaufte sich mit Battlefield 6 ein Konkurrent besser. Microsoft zieht Konsequenzen: Call of Duty: Modern Warfare 4, das am 23. Oktober 2026 erscheint, kommt frühestens ein Jahr nach dem Start in den Game Pass.
Bei Blizzard reicht die Planung weit in die Zukunft. Auf der BlizzCon am 12. September 2026 in Anaheim kündigte das Studio Diablo V für das Frühjahr 2029 an, dazu einen Open-World-Shooter im StarCraft-Universum für 2030, die World-of-Warcraft-Erweiterung „The Last Titan“ für 2027 und „World of Warcraft: Forever“, eine dauerhafte dritte Spielversion neben Retail und Classic, für den 4. November 2026.
FAQ
Wem gehört Activision Blizzard? Seit dem 13. Oktober 2023 gehört Activision Blizzard zu 100 Prozent der Microsoft Corporation und ist Teil der Sparte Microsoft Gaming.
Wem gehört Blizzard Entertainment? Blizzard ist eine Einheit von Activision Blizzard und damit ebenfalls im Besitz von Microsoft. Geführt wird das Studio in Irvine von Präsidentin Johanna Faries, die an Chief Content Officer Matt Booty berichtet.
Wie viel hat Microsoft für Activision Blizzard bezahlt? Der vereinbarte Kaufpreis lag bei 68,7 Milliarden US-Dollar, das entspricht 95 US-Dollar je Aktie in bar.
Warum hat die Übernahme so lange gedauert? FTC und CMA befürchteten eine Dominanz Microsofts im Cloud-Gaming. Erst als Microsoft die Cloud-Streaming-Rechte für 15 Jahre an Ubisoft abtrat, stimmte die CMA im Oktober 2023 zu; die FTC gab ihren Rechtsstreit erst im Mai 2025 auf.
Wer leitet Activision Blizzard heute? An der Spitze von Microsoft Gaming steht seit Februar 2026 Asha Sharma. Activision führt Rob Kostich, Blizzard Johanna Faries; Matt Booty verantwortet als Chief Content Officer alle Studios.
Gibt es die Activision-Blizzard-Aktie noch? Nein. Die Aktie ATVI wurde mit dem Abschluss der Übernahme im Oktober 2023 vom Handel genommen; beteiligen kann man sich nur noch über Microsoft-Aktien.
Fazit
Die Eigentümerfrage ist eindeutig: Microsoft hält alle Anteile an Activision Blizzard – und damit Call of Duty, Warcraft, Diablo, StarCraft, Overwatch und Candy Crush. Offen ist, ob sich die 68,7 Milliarden US-Dollar rechnen. Drei Jahre nach dem Abschluss stehen ein schwächelndes Call of Duty und Tausende gestrichene Stellen einem Blizzard gegenüber, das mit Diablo und Overwatch zum Hoffnungsträger der Sparte geworden ist.