Air Dolomiti gehört zu 100 Prozent der Deutschen Lufthansa AG und ist die italienische Regionaltochter der Lufthansa Group. Die Airline mit Sitz in Dossobuono bei Verona nahm 1991 den Flugbetrieb auf, wurde zwischen 1999 und 2003 schrittweise von Lufthansa übernommen und fliegt heute mit einer reinen Embraer-Flotte als Zubringer zu den Drehkreuzen München, Frankfurt und Wien. 2026 übernimmt sie 13 Embraer 195 von Austrian Airlines und wechselt in das neue Konzernblau.
Key Takeaways
- Air Dolomiti ist seit Juli 2003 eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG; der Einstieg begann im Januar 1999 mit 26 Prozent.
- Gründer ist der Unternehmer Alcide Leali, der erste Linienflug fand am 21. Januar 1991 statt.
- Der Sitz liegt in Dossobuono (Villafranca di Verona) am Flughafen Verona; weitere Basen sind Venedig und Florenz.
- Die Flotte besteht nur aus Embraer 190 und 195; laut Lufthansa Group waren es zum 31. Juli 2026 insgesamt 30 Maschinen.
- 2024 beförderte Air Dolomiti über 3,7 Millionen Passagiere, die Belegschaft liegt bei rund 1.200 Mitarbeitern.
- CEO ist seit Januar 2022 Steffen Harbarth, Verwaltungsratsvorsitzender seit Januar 2025 Lufthansa-Manager Stefan Kreuzpaintner.
| Name | Air Dolomiti S.p.A. Linee Aeree Regionali Europee |
| Gegründet | 1989 als Linee Aeree Europee, Flugbetrieb seit 21. Januar 1991 |
| Sitz | Dossobuono, Villafranca di Verona (Italien) |
| Branche | Luftfahrt, Regionalfluggesellschaft |
| Eigentümer | Deutsche Lufthansa AG (100 Prozent, seit 2003) |
| Führung | Steffen Harbarth (CEO seit 2022); Stefan Kreuzpaintner (Verwaltungsratsvorsitzender seit 2025) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Umsatz nicht separat veröffentlicht (im Lufthansa-Konzernabschluss enthalten); rund 1.200 Mitarbeiter, über 3,7 Millionen Passagiere (2024) |
Herkunft: Von Verona zum Lufthansa-Partner
Die Wurzeln von Air Dolomiti liegen im Nordosten Italiens. Ende 1989 wurde die Gesellschaft als Linee Aeree Europee gegründet, treibende Kraft war der Unternehmer Alcide Leali aus der Provinz Brescia. Am 21. Januar 1991 startete der erste Linienflug, laut dem Fachdienst TTG Italia auf der Strecke Triest–Genua.
Der Wendepunkt kam früh: 1993 begann die kommerzielle Zusammenarbeit mit Lufthansa, 1994 wurde Air Dolomiti offizieller Lufthansa-Partner. Aus dieser Partnerschaft wurde innerhalb eines Jahrzehnts eine vollständige Übernahme.
Eigentümerstruktur: Wie Lufthansa Air Dolomiti übernahm
Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Air Dolomiti?“ ist eindeutig: der Deutschen Lufthansa AG. Der Einstieg erfolgte in drei Schritten. Im Januar 1999 erwarb Lufthansa 26 Prozent der Anteile, im April 2003 stockte der Konzern auf 52 Prozent auf, im Juli 2003 folgten die restlichen Anteile. Seitdem ist Air Dolomiti eine hundertprozentige Konzerntochter; Gründer Alcide Leali zog sich zurück und baute später mit seiner Familie die Hotelgruppe Lefay Resorts auf.
Die italienische Aktiengesellschaft wird über einen von Lufthansa besetzten Verwaltungsrat gesteuert: Seit Januar 2025 führt ihn Stefan Kreuzpaintner, im Konzern für das kommerzielle Kundenangebot aller Passagier-Airlines zuständig, als nicht geschäftsführender Präsident. Er löste Jörg Eberhart ab, der nach dem Lufthansa-Einstieg bei ITA Airways deren CEO wurde.
Geschäftsmodell und Zahlen: Zubringer für München, Frankfurt und Wien
Das Kerngeschäft ist die Zubringerfunktion. Air Dolomiti verbindet italienische Flughäfen wie Verona, Venedig, Florenz, Bologna oder Mailand-Linate mit den Drehkreuzen München und Frankfurt, seit dem Winterflugplan 2025/26 zusätzlich mit dem Austrian-Drehkreuz Wien. Im Winter 2025/26 standen 50 Ziele in 15 Ländern im Flugplan.
Seit 2009 setzt Air Dolomiti auf Embraer-Jets und war damals die erste italienische Airline mit der Embraer 195. Die Lufthansa Group listete zum 31. Juli 2026 insgesamt 21 Embraer 195 mit bis zu 122 Sitzen und 9 Embraer 190 mit 108 Sitzen. Innerhalb von drei Jahren wuchs die Flotte von 15 auf 26 Maschinen. 2024 beförderte die Airline nach Unternehmensangaben über 3,7 Millionen Passagiere, für 2025 wurden mehr als 4 Millionen Fluggäste und über 30.000 Flüge erwartet. Einen eigenen Umsatz weist Air Dolomiti nicht öffentlich aus; die Zahlen fließen in den Lufthansa-Konzernabschluss ein.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Flottenausbau und Konzernblau
Die wichtigste Veränderung ist die Übernahme von 13 Embraer 195 von Austrian Airlines, die sich künftig auf Airbus A320/A321 und Boeing 787 konzentriert. Die erste Maschine wechselte im Dezember 2025 von Wien nach Verona, der reguläre Einsatz begann im März 2026, bis 2028 sollen alle 13 Jets integriert sein. Sie ersetzen nach und nach die kleineren Embraer 190, sodass die Flotte bei rund 30 Flugzeugen liegt. Eine Basis in Wien ist laut Unternehmen nicht geplant; die Flüge für Austrian Airlines werden im Wet-Lease erbracht.
Sichtbar wird die Konzernbindung auch am Erscheinungsbild. Im September 2026 präsentierte Air Dolomiti die erste Embraer 195 in „Core Blue“, der neuen Farbe der Lufthansa Group, die das bisherige Türkis am Leitwerk ersetzt. CEO Steffen Harbarth begründete dies damit, dass Air Dolomiti als hundertprozentige Tochter ihre Konzernzugehörigkeit sichtbar zeigen wolle. Eine Umstellung auf den Airbus A220 ist für Air Dolomiti nicht öffentlich angekündigt; die Flottenerneuerung läuft über die Embraer 195 aus Wien.
Kontext: ITA Airways und die Lufthansa-Strategie in Italien
Air Dolomiti ist nicht mehr das einzige italienische Standbein des Konzerns. Am 17. Januar 2025 übernahm Lufthansa 41 Prozent an ITA Airways, der Nachfolgerin der Alitalia, über eine Kapitalerhöhung von 325 Millionen Euro. Im Juni 2026 übte Lufthansa die Option auf weitere 49 Prozent aus, ebenfalls zum vertraglich fixierten Preis von 325 Millionen Euro. Der Vollzug wird laut airliners.de für Anfang 2027 erwartet; 10 Prozent bleiben zunächst beim italienischen Staat.
Für Air Dolomiti bedeutet das eine klare Rollenverteilung: ITA Airways bedient von Rom-Fiumicino aus Langstrecke und Inland, Air Dolomiti die Zubringerflüge aus Norditalien in die deutschsprachigen Hubs. Der Konzern wächst dabei: 2023 beförderten die Passagier-Airlines der Lufthansa Group rund 123 Millionen Fluggäste, 2025 waren es 135 Millionen bei einem Konzernumsatz von 39,6 Milliarden Euro.
Die Menschen hinter Air Dolomiti
Gründer Alcide Leali prägte die Airline bis zur Übernahme durch Lufthansa; später engagierte er sich auch als Hauptaktionär der Frachtfluggesellschaft AlisCargo Airlines. Operativ geführt wird Air Dolomiti seit dem 1. Januar 2022 von Steffen Harbarth, zuvor Co-CEO von Lufthansa CityLine. Accountable Manager, also der gegenüber der Luftfahrtbehörde verantwortliche Betriebsleiter, ist laut Unternehmensangaben Valerio Zuppicchiatti.
FAQ
Wem gehört Air Dolomiti? Air Dolomiti gehört seit Juli 2003 zu 100 Prozent der Deutschen Lufthansa AG. Lufthansa war 1999 mit 26 Prozent eingestiegen und hatte im April 2003 die Mehrheit übernommen.
Wer hat Air Dolomiti gegründet? Gründer ist der italienische Unternehmer Alcide Leali. Die Gesellschaft entstand Ende 1989, der Flugbetrieb startete am 21. Januar 1991.
Wo hat Air Dolomiti ihren Sitz? Der Hauptsitz befindet sich in Dossobuono bei Villafranca di Verona, direkt am Flughafen Verona. Weitere Basen bestehen in Venedig und Florenz.
Welche Flugzeuge fliegt Air Dolomiti? Ausschließlich Embraer-Jets: Embraer 195 mit bis zu 122 Sitzen und Embraer 190 mit 108 Sitzen. Bis 2028 kommen 13 Embraer 195 von Austrian Airlines hinzu, die die Embraer 190 ersetzen.
Wer führt Air Dolomiti? CEO ist seit Januar 2022 Steffen Harbarth, den Verwaltungsrat leitet seit Januar 2025 Stefan Kreuzpaintner aus dem Lufthansa-Management.
Was hat Air Dolomiti mit ITA Airways zu tun? Beide gehören zum Lufthansa-Konzern: Lufthansa hält 41 Prozent an ITA Airways und hat 2026 die Option auf 90 Prozent gezogen. Air Dolomiti bleibt eigenständige Regionaltochter und Zubringer für München, Frankfurt und Wien.
Fazit
Air Dolomiti zeigt, wie eine regionale Gründung vollständig in einen internationalen Konzern aufgeht. Eigentümer ist seit mehr als zwei Jahrzehnten die Deutsche Lufthansa AG, gesteuert wird über einen konzernbesetzten Verwaltungsrat und einen CEO aus dem Lufthansa-Management. Mit rund 30 Embraer-Jets, neuen Aufgaben für Austrian Airlines und dem Wechsel ins Konzernblau gewinnt die Airline aus Verona 2026 an Bedeutung; ihre Zukunft hängt eng an der Italien-Strategie der Lufthansa Group und der Integration von ITA Airways.